Tyrannei der Logik oder Die fantasielosen Nerds
Mr Vincent Vega (Rajko Burchardt), Veröffentlicht am 20.06.2012, 08:50
Chernobyl Diaries
© Warner Bros. Pictures
Immer wieder suchen sie Flucht im Innern, laufen in marode Gebäude oder alte Keller. Immer wieder beschwören sie damit erst recht jene unheilvollen Schrecken herauf, vor denen sie sich eigentlich in Schutz zu bringen versuchten. Die Protagonisten in Chernobyl Diaries tun das, was von ihnen erwartet wird – und was natürlich nie jemand selbst tun würde. Denn niemand schätzt die Gefahrensituationen in einem Horrorfilm besser ein als der Zuschauer, niemand ist so klug und hellsichtig wie er, wenn das irrationale Verhalten der Figuren an den eigenen kruden Vorstellungen von Logik abgeglichen wird. Nie würde er, wäre er in einem verlassenen, kontaminierten Areal gefangen, so handeln wie die Gruppe hilfloser Extremtouristen des morgen in den Kinos startenden Films. Und deshalb, natürlich, muss er sich gegen diese ihm präsentierte Unwahrscheinlichkeit behaupten, muss er die so genannten Logikfehler aufdecken und akkurat gegen den Film ausspielen.
Auf der Suche nach Belegen für die Unart einer solchen Rezeption genügt es schon, das Wort Logiklöcher zu googeln. Gleich im ersten Treffer heißt es beispielsweise, das Drehbuch zu Transformers 3 sei „ein wahrer Schweizer Käse – voller Logiklöcher“. An anderer Stelle, in einer Filmdatenbank, ist zu lesen, dass bei Avatar – Aufbruch nach Pandora über selbige hinweggesehen werden müsse, um sich nicht den Spaß mit ihm zu verderben. Auf unzähligen Seiten ebenso unzähliger Internetforen werden sie zusammengetragen, die angeblich größten Logikfehler der Filmgeschichte. Da kommen sie ganz zu sich, die Nerds und vermeintlichen Filmfreunde, die nichts Besseres zu tun haben, als Filme auf ihre Handlung abzuklopfen. Und die, wenn sie darin erst einmal an bestimmte Grenzen der (subjektiven) Plausibilität stoßen, dann selbstverständlich auch entsprechend abgewatscht werden müssen.
Dabei ist eines doch sowieso klar: Logikfehler im Film, die kann es gar nicht geben. Kino erleben ist keine Mathematik. Ein falsch berechneter Algorithmus hat logische Schwächen. Ein toter Mensch atmet nicht, das kann der Philosoph Kraft seiner formalen Logik belegen. Alles andere ist nur Rhetorik. Und die führt, ganz besonders in der Filmrezeption, zu einer gleichermaßen unschönen wie unsinnlichen, krampfhaften wie überflüssigen Kunstfeindlichkeit. An der sich letztlich doch einzig die eigene Überlegenheit messen lassen soll, das Bescheidwissen, das Aufplustern vor einem demonstrierten Zusammenhang, der die eigene Vorstellung zu übersteigen droht. Mit Spürnasen-Gestus der vermeintlichen Unlogik einer Fiktion auf den Grund zu gehen, was kann es nur langweiligeres geben.
Denn wer weiß denn eigentlich schon, ob die offenbar unwahrscheinlichen Verhaltenmuster der Protagonisten in Chernobyl Diaries nun wirklich logisch sind oder eben nicht. Und ob sie das überhaupt sein sollen. Ob sie nicht vielmehr in einem typischen Genreverhältnis gedacht sind und ob die Figuren eben gerade dahingehend nicht logisch zu handeln scheinen, damit ihnen jenes Grauen widerfährt, für das wir letztlich eine Kinokarte zu lösen bereit waren. Unlogik im Sinne der Kunst! Welchen Aussagewert in Filmkommentaren oder -Kritiken soll es haben, dickwanstig auf Logiklöcher hinzuweisen? Wie sehr doch entscheiden persönliche Erfahrungen, Ansichten und Vorstellungen über das eigene Bild von Vernunft und Logik, und wie sehr doch haben gerade diese glücklicherweise nichts mit alldem zu tun, was das Kino für uns bereitzuhalten imstande ist.
Gewiss, die Exegeten mögen nun anmerken, dass Filme aber ja zumindest einer, so heißt es gerne mal, inneren Logik Folge tragen müssten. Dass sie sich innerhalb ihrer selbst abgesteckten Grenzen glaubwürdig verhielten, mit nahtlosen Schnittstellen, garantiert schlüssig. Würde nicht genau darin das eigentliche Problem liegen: Wenn Filmen demnach schon eine innere, also eigene Logik zugestanden wird, warum dann mag nicht respektiert werden, dass sie genau diese befolgen? Dass ein Science-Fiction-Film immer auch dann noch über sein eventuelles Zeitreiseparadoxon stolpern wird, wenn er es kunstvoll mit Handlung verschleiert. Dass das Opfer im Horrorfilm auch dann zum Opfer wird, wenn es nicht von A nach B läuft, nur weil C und D irgendeinem Zuschauer logischer erschienen wären. Wenn gerade im phantastischen Film das Einhalten einer inneren Logik, die natürlich genauso vage ist wie die äußere, obere, untere oder jene in den Hirnwindungen ihrer Fetischisten, gefordert wird, offenbart sich doch erst die absolute Fantasielosigkeit eines solchen Publikums. Eine über alle Maßen begrenzte Vorstellung von dem, was möglich ist und was eben nicht. Und, Gott sei Dank, ist im Kino alles möglich. Selbst Logikfehler, die es gar nicht gibt.
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Kommentare
über Tyrannei der Logik oder Die fantasielosen Nerds
Ba11er Sat, 07 Jul 2012 11:52:37 -0000
Kommentar löschenEs liegt in der Natur des Menschen Logikfehler zu identifizieren. Man kann nicht einfach so, über sie "hinwegsehen". Das darüber "hinwegsehen" muss im richtigen Verhältnis zum damit eventuell entstehenden größeren Filmgenus stehen. (sorry für diesen grammatisch krassen Satz )
Wenn z.B. bei "Projekt X", zufällig immer dort eine Kamera ist, wo gerade etwas spannendes passiert, dann kann ich über diesen Logikfehler hinweg sehen. Sonst wäre der Film sehr langweilig geworden, wenn die besten Situationen auf der Party nicht auf einer Kamera festgehalten werden.
Kein Film ist perfekt. Jeder Film hat Fehler. Es gibt aber auch genug gute Beispiele, bei dem sich die das alles in Grenzen hält und die Logiklücken einfach nicht wehtun. Und genau das unterscheidet einen guten Film von z.B. Chernobyl Diaries.
DAS KINOPUBLIKUM VERZEIHT EINEN SCHLECHTEN FILM KEINE LOGIKFEHLER!
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Intergalactic Ape-Man Sat, 30 Jun 2012 06:04:26 -0000
Kommentar löschenDemnach wird also die Leinwand unter Licht zum Glas, als Spiegel oder ein Fenster zum Wunderland. Vielleicht erklärt dies auch, warum manche den Rausch anstreben - um die Reflektion zu mindern.
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ProjectChaos Thu, 21 Jun 2012 08:12:56 -0000
Kommentar löschenWie es hier auch schon geschrieben wurde: Man sucht keine Logikfehler, man findet sie.
Und wenn einer gefunden wird, geht nunmal ein Stück Glaubwürdigkeit verloren. Diesen Prozess kann man leider nicht einfach so abstellen.
Die Filme versuchen nicht umsonst realistisch zu wirken, auch wenn es "Kunstwerke". Grobe Logikfehler sind hierbei Knock outs.
Surrealistische Filme sind natürlich ausgenommen.
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karma-karman Thu, 21 Jun 2012 07:36:21 -0000
Kommentar löschenKann dem Artikel nicht ganz zustimmen, wenn ich auch verstehe, was er aussagen soll. Man will sich als Zuschauer ja mit den Protagonisten eines Films identifizieren können, aber wenn diese "unlogisch" handeln, dann macht das den Film kaputt. Es mag sicher Leute geben, die es übertreiben, wenn sie von Logik in Filmen sprechen. Das geht auch mit auf den Keks. Aber gerade wenn Protagonisten scheinbar jegliche Überlebensinstinkte über Bord werfen, dann kann ich einen Film nur noch abschalten.
PS: Transformers 3 als unlogisch zu bezeichnen ist noch zu viel des Guten. Der Plot ergibt teilweise einfach nur keinen Sinn.
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BigH Thu, 21 Jun 2012 06:48:34 -0000
Kommentar löschenIch denke, man muß da gewisse Abstufungen machen. Es gibt sicher Logikfehler oder Löcher in der Handlung, über die man problemlos hinwegsehen kann, weil die Handlung dennoch funktioniert. Um mal eines meiner guilty pleasures anzubringen: "Independence Day". Machen wir uns nichts vor, der Film ist das Musterbeispiel eines Films, der mehr Löcher als ein Schweizer Käse hat. Aber egal, er macht trotz allem Spaß, da kann man auch mal über das eine oder andere hinwegsehen. Wenn eine Story aber nur noch zusammenhält, weil man jegliche Logik über Bord wirft, dann fängt es eben an ärgerlich zu werden, und dann ist es meines Erachtens auch völlig gerechtfertigt, wenn man den Finger auf die Wunde legt. Case in point: "The Darkest Hour", wo ein grundsätzlich interessantes Invasionsszenario aufgebaut wird, das aber letztlich durch den stümperhaften Umgang mit physikalischen Grundgesetzen torpediert wird (Stichwort Faraday'scher Käfig).
"Gewiss, die Exegeten mögen nun anmerken, dass Filme aber ja zumindest einer, so heißt es gerne mal, inneren Logik Folge tragen müssten. Dass sie sich innerhalb ihrer selbst abgesteckten Grenzen glaubwürdig verhielten, mit nahtlosen Schnittstellen, garantiert schlüssig." Ja, ganz genau so sehe ich das auch! Film ist ein narratives Medium und ist als solches geradezu zwingend darauf angewiesen, eine glaubwürdige Welt zu erschaffen (außer ich möchte das filmische Äquivalent eines dadaistischen Gedichts oder eines Dali-Gemäldes). Und wenn sich diese Welt an allen Ecken und Enden selbst widerspricht, dann macht man es sich zu einfach, wenn man die Logikfehler mit einer (nicht vorhandenen) inneren Logik rechtfertigt, wo das Problem vielmehr in einem schlampigen Drehbuch besteht.
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CowVirus Thu, 12 Jul 2012 14:45:30 -0000
Antwort löschenWord. Die konsistente innere Logik eines Films ist gerade Vorraussetzung für ein atmosphärisches "Eintauchen" in die Handlung - und schwere Fehler in dieser Logik werfen einen einfach da raus. Ich habe nie Probleme damit, die "Prämissen" eines Films zu akzeptieren - und sei es dass alle Menschen eine grün leuchtende, digitale Uhr im Arm haben, mit der sie durch Manipulation der Gene geboren werden, auf die sich mit Gedankenkraft Zeit übertragen oder abziehen lässt und die zum sofortigen Tod führt, wenn sie auf Null steht. Aber wenn es dem Film nicht gelingt, eine einigermaßen widerspruchsfreie Handlung auf diesen Prämissen aufzubauen, dann versagt er in einer Disziplin, die sehr häufig die Spreu vom Weizen trennt: Widersprüchliche Filme sind meistens einfach schlecht.
BlueSquirrel Thu, 21 Jun 2012 00:41:26 -0000
Kommentar löschenWas ist mit mir? :) Ich fühle mich größtenteils aber nicht gänzlich repräsentiert.
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Sepf Wed, 20 Jun 2012 20:16:24 -0000
Kommentar löschenIch suche nicht nach Logikfehlern, ich finde sie.
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Gantu Wed, 20 Jun 2012 19:59:00 -0000
Kommentar löschenKomisch, warum muss man sich über so was aufregen?
Manchmal spiele ich tatsächlich mit meinen Freunden "Wer findet die meisten Fehler" und ich sehe mich nicht als Geek.
Ich meine ich kann natürlich verstehen das Leute nerven können die einem während des Films die Ohren volljammern dass irgendwelche Details nicht logisch sind.
Aber jetzt mal Hand aufs Herz - ich wette jeder von euch hatte zumindest schon einmal im Leben diesen "Häh was soll das denn jetzt" Moment - also eine Situation in der ein Logikbruch einen geistig aus dem Rennen wirft.
Ich oute mich jetzt mal und gebe zu das ich das erste Mal völlig verwirrt war als ich Lando Calrissian in den Klamotten von Han Solo gesehen habe. Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich bestimmt 5 Minuten darüber nachgedacht habe ob der Typ nicht nur ein Verräter ist, sondern auch irgend einen Wäschefetisch hat.
Ach ja was genau bedeutet eigentlich Exeget?
Leider bin ich Xenoglossophobe.
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Akira_L Wed, 20 Jun 2012 18:09:51 -0000
Kommentar löschenDieser Text ist genauso wie der letzte in einem so arroganten und herablassenden Tonfall geschrieben. Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht eingebildet wäre. Allerdings verstehe ich nicht, wie man so etwas veröffentlichen kann.
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FumerTue Wed, 20 Jun 2012 18:23:56 -0000
Antwort löschenIst ja auch ein satirisch-polemisch-ironisch-sarkastischer Kommentar und kein berichtender Artikel ;)
Der Tonfall ist Stilmittel.
Akira_L Thu, 21 Jun 2012 01:30:57 -0000
Antwort löschenMeinst du, dass meine Aussage nicht stimmt oder FumerTues?
Akira_L Thu, 21 Jun 2012 01:34:38 -0000
Antwort löschen@Fumertue Ach wenn dieser Kommentar ironisch ist, meint er dann das Gegenteil von dem was das steht?
BlueSquirrel Thu, 21 Jun 2012 01:41:14 -0000
Antwort löschenNein, ich weiß nicht was dich da beunruhigt wenn jemand seine Meinung darlegt, die selbst überhaupt nicht beunruhigend ist. Sie kann sogar veröffentlicht werden, wenn das mit deinen merkwürdigen Überzeugungen übereinstimmt. Ich meinte nur, dass das weder satirisch, ironisch oder sarkastisch war. Eher polemisch, aber wo ist eigentlich gerade mein Schnaps?
FumerTue Thu, 21 Jun 2012 16:23:00 -0000
Antwort löschenMeine Wortwahl "satirisch-polemisch-ironisch-sarkastisch" wiederum war voller Selbstironie, da ich selber gerade nicht das richtige Wort auf der Zunge hatte, aber zeigen wollte, dass es irgendwas in diese Richtung ist :D
Naja, ich such auch mal meinen Schnaps...
Azazil Wed, 20 Jun 2012 17:58:27 -0000
Kommentar löschenJeder Film folgt einer inneren Logik, ob er will oder nicht. Blödes Beispiel: Ein Film der unlogisch sein will, darf nicht auf einmal logisch sein, weil er sonst unlogisch wird o.0
Logik ist wohl das falsche Wort - nennen wir es einfach Kohärenz.
Wobei man an manchen Stellen einfach klar zwischen Sehgewohnheit, Kohärenz und Logik unterscheiden muss.
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Akira_L Wed, 20 Jun 2012 17:46:03 -0000
Kommentar löschenIch verstehe nicht, wie man diese innere Logik völlig außer Acht lassen kann. Ohne Logik können Filme gar nicht funktionieren. Sie wären unglaubwürdig, keine Dramatik, keine Spannung. Und wenn man einen Film mit solch einem "Logikloch" sieht, dann bemerkt man es auch und es verdirbt einen den Spaß/den Genuss. Und damit meine ich nicht Zeitparadoxa oder Filmfehler.
Man stelle sich vor, man schaue einen Horrorfilm. In einem Haus werden ganz viele Freunde umgebracht, aber anstatt abzuhauen, Krankenwagen zu holen oder die Polizei zu alarmieren, bleibt man da, guckt in jede finstere Ecke und verliert dabei ein paar Gliedmaßen. Ja klar, es ist ein Horrorfilm und er mag auch atmosphärisch überzeugen, aber wäre der Film nicht einfach besser, wenn man den Charakteren mehr Tiefe geben und sie logischer/plausibler handeln lassen würde? (Ich glaube, dass dies eben das ist was Vega ankreidet). Deswegen gefallen mir Horrorfilme einfach nicht und das ist Fakt. Es ist einfach so und das trifft auf mich zu und ich glaube, da bin ich nicht ganz allein.
Mal ein Übertriebenes Gegenbeispiel: Wenn in einem Drama die Frau des Protagonisten stirbt und er anfängt vor Freude zu lachen, obwohl er ihr gerade einen Heiratsantrag gemacht hat... Ja, fange ich dann an zu weinen? Nein, weil es schlicht und ergreifend unlogisch ist. Quod erat demonstrandum.
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Akira_L Wed, 20 Jun 2012 17:51:07 -0000
Antwort löschenNur um sicher zu gehen:
Mich stört es auch nicht, dass der Typ im Film "Buried" im Sarg sein Feuerzeug anmacht, obwohl er kaum Luft zum atmen hat. Das ist etwas Kleinliches, das der Story und der Atmosphäre kein Bisschen schadet. Aber wenn Menschen ständig mit freiem Willen in den Tod laufen, ist das nicht mehr unterhaltsam.
Akira_L Wed, 20 Jun 2012 18:17:37 -0000
Antwort löschenNatürlich gibt es auch surrealistische Filme, die mit "wenig Logik" funktionieren, aber das ist eine andere Geschichte.
morlock Wed, 20 Jun 2012 17:07:40 -0000
Kommentar löschenLogikfehler sind besonders häufig in inhaltlich eher anspruchslosen Filmen zu finden.
Sie werden in Kauf genommen um ausgefallene Ideen in eine Handlung reinzukonstruieren oder bei einem einfallslosen Drehbuch einen Effekt zu erzielen.
Manchmal sind gerade diese unlogischen Einfälle noch das Beste an einem Film.
Solange ein Film noch genügend andere Qualitäten besitzt, muss das nicht ein Problem sein.
Aber ein wirklich intelligenter und durchdachter Film sollte keine allzu schweren Logikfehler enthalten.
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Slevin Kalebra Wed, 20 Jun 2012 16:56:34 -0000
Kommentar löschenLogik ist etwas, das vom Menschen erdacht wurde und somit ist Logik, wie alles andere auch das vom Menschen erdacht wurde, fehlerhaft. Ab einem gewissen Punkt funktioniert Logik einfach nicht mehr. Das alleine macht Logik zu keinem ultimativen Maßstab für gutes Geschichten erzählen. Letzten Endes kommt es doch nur auf die eigenen Vorlieben bezüglich Story, Charaktere und Ästhetik an, ob einem der Handlungsverlauf eines Films stört oder nicht. Ich kenne viele Internet Reviewer die zerreißen Filme aufgrund fehlender Logik. Aber wenn sie ihre Lieblingsfilme nennen, sind da auch Sachen dabei, die man nach dem gleichen Muster zerreisen könnte. Die meisten dieser Logikfetischisten sind für mich oft nur Heuchler.
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FumerTue Wed, 20 Jun 2012 18:27:29 -0000
Antwort löschenLogik ist nicht vom Menschen erdacht. Mathematik ist zwangsweise immer logisch, sonst wäre es keine Mathematik. Eins und eins wären auch zwei, wenn der Mensch das nicht so sagen würde. Dann gäbe es das Wort eins nicht und das Wort zwei nicht, aber es wäre trotzdem so.
Sprachen hingegen sind Menschenprodukte und beinhalten daher nur häufigere und seltenere Unregelmäßigkeiten, wobei man die häufigeren meist als Regelmäßigkeiten bezeichnet. Sprachen sind mitunter das Unlogischste, was es gibt.
Aber Mathematik ist logisch und das auch ohne Mensch!
Slevin Kalebra Wed, 20 Jun 2012 20:14:48 -0000
Antwort löschenWie kommt es dann, das bei allen anderen Dingen darüber gestritten werden kann, was logisch ist und was nicht? Gibt es dann also die subjektive Logik des Menschen und die objektive Logik, die von Mathematik, Physik und anderen Naturgesetzen ausgeht? Wenn ja, sprechen wir hier die ganze Zeit nur über Variationen von Logik, aber niemals über DIE Logik.
Akira_L Thu, 21 Jun 2012 14:36:34 -0000
Antwort löschenIch möchte mal eben die Fehler beseitigen :)
Zunächst einmal kann man einen Algorithmus nicht berechnen, wie Vega meinte. Die Tatsache, dass Mathematik zwangsweise immer logisch ist, wird von Logikern angezweifelt. Die Mathematiker wissen gar nicht bzw. haben noch gar nicht bewiesen, dass das gesamte mathematische Konstrukt fehlerfrei ist. Also kann man Mathematik hier nicht als die pure Logik abstempeln, wie es alle in ihren Kommentaren behaupten.
Im Dualsystem ist 1+1=10. Nur in einem Körper der Charakteristik 2 ist 1+1=0, falls du das meinst.
... immer eine Sache der Definition.
FumerTue Thu, 21 Jun 2012 16:26:58 -0000
Antwort löschenJetzt muss man unterscheiden zwischen der Mathematik als Wissenschaft und der Mathematik bzw. Logik als Gegenstand dieser Wissenschaft. Wobei hierbei wiederum "Wissenschaft" der falsche Begriff ist, da man bei Mathe nix "wissen" kann, sondern nur "denken"!
Und da sehen wir schon: sobald die Sprache ins Spiel kommt, ist die Logik dahin!
Jedenfalls: einigen wir uns darauf, dass eine Menge Filme nun also unglaubwürdig sind; dann halt nicht unlogisch. Wenn für Special Effects diverse Naturgesetze vernachlässigt werden, kann man ja sagen, dass es den unwahrscheinlichen aber nicht unmöglichen Fall gab, dass in ausgerechnet dem Moment, in dem der Filmcharakter sich der Schwerkraft widersetzt, die Erde für eine Millisekunde ihr Magnetfeld ausgeschaltet hatte :D
SiameseAlex Thu, 21 Jun 2012 17:00:52 -0000
Antwort löschen@Akira_L: Dummer Fehler meinerseits im Eifer des Klugscheißens, hmpf. ; ) Aber so ganz geschlagen geb ich mich nicht bzgl. der Logik in der Mathematik. Intuitionistisch argumentiert geb ich dir von mir aus fast recht, meine Aussage bezog sich allerdings auf die Mathematik als Zeichensetzung. Diese gehorcht formal logischen Gesetzen des Wahr und Falsch. Demnach fußt die Mathematik neben der axiomatischen Grundsetzung auf diesem Dualismus, ist demnach logisch fundiert und unterliegt immer dieser Gesetzmäßigkeit. Die natürlichen Sprachen dagegen entfalten in der Rhetorik eine ganz eigene, nicht zu systematisierende Phantasie - eine allgemeingültige Theorie des Kontextes gibt es nämlich nicht. Und der ist unglaublich interessant in unserem Leben, er bestimmt unsere Erwartungshaltungen einem Film gegenüber und vieles mehr. Daher sollten wir stets auf unsere Begrifflichkeiten achten - das war wie ich glaube alles, worauf Vega in seinem Statement hinwies - wohlgemerkt mit seinem Text.
Tolotos Mon, 02 Jul 2012 14:49:20 -0000
Antwort löschen"Die Tatsache, dass Mathematik zwangsweise immer logisch ist, wird von Logikern angezweifelt. Die Mathematiker wissen gar nicht bzw. haben noch gar nicht bewiesen, dass das gesamte mathematische Konstrukt fehlerfrei ist. Also kann man Mathematik hier nicht als die pure Logik abstempeln, wie es alle in ihren Kommentaren behaupten."
Was genau verstehst du darunter? Natürlich hat man nicht bewiesen, dass das Axiomensystem ZFC widerspruchsfrei ist, weil man das nur mit ZFC auch gar nicht beweisen kann. Und wenn man es beweisen könnte, könnte man die Widerspruchsfreiheit des übergeordneten Axiomensystems nicht beweisen usw.
Meinst du das mit "fehlerfrei"? Dann verstehe ich nicht, was das mit der Frage zu tun hat, ob Mathematik "logisch" ist oder nicht...
Um die Frage zu klären, müsste man erstmal sagen, was man unter "logisch" versteht, um es auf Mathematik anwenden zu können... Vielleicht sowas wie "den Axiomen der Prädikatenlogik folgend"? Oder was ist für dich "logisch"? Ich sehe momentan einfach keinen Zusammenhang zwischen Gödel und der Frage ob Mathematik "logisch" ist, "unlogisch" ist oder irgendwas völlig anderes...
CatafalqueForFallenFlies Wed, 04 Jul 2012 08:01:34 -0000
Antwort löschenMathematik ist gänzlich vom Menschen konstruiert und dementsprechend auch ihre inhärente "Logik." Verzichtet einmal auf die Punkt-Vor-Strich-Regel in einer Berechnung und das gesamte Kartenhaus ist dahin. Und woher kommt diese Regel? Es kann gewiss niemand beantworten. Sie wird lediglich benötigt, damit die Abgeschlossenheit des Systems nicht kolabiert, lässt sich aber nicht ohne einen Zirkelschluss begründen, läuft also der klassischen (philosophischen) Logik zuwider. Nicht, dass ich die Mathematik gänzlich verdammen möchte, sie fußt jedoch auf ebenso wackligen Beinen, wie jede triviale Glaubensfrage, nur mit der Ausnahme den Anschein aufrechtzuerhalten die Unantastbarkeit gepachtet zu haben und damit auch noch notwendig zu sein...
FumerTue Wed, 04 Jul 2012 12:22:24 -0000
Antwort löschenWenn man aber Mathematik überhauot erst so definiert, dass Mathematik alles Logische ist, dann ist Mathematik zwangsweise immer logisch! Punkt-vor-Strich ist eine Regel, um die Logik zu bewahren, weil ohne diese Regel nicht klar wäre, ob 3+7*2 siebzehn oder 20 ergibt. Das hat aber nix mit der Mathematik an sich zu tun, sondern liegt daran, dass Mensch A die Rechnung aufschreibt, um sie Person B zu zeigen und da sie sich auf Punkt-vor-Strich geeinigt haben, weiß Person B sofort, dass 20 rauskommt. Der Gedankengang von Person A wäre auch ohne Punkt-vor-Strich eindeutig und man könnte die Regel auch abschaffen und müsste dann halt immer Klammern setzen... Punkt-vor-Strich ist vom Menschen geschaffen, weil es in der Mathematik eigentlich erst dann gebraucht wird, wenn Menschen sie aufschreiben.
CatafalqueForFallenFlies Wed, 04 Jul 2012 12:57:18 -0000
Antwort löschen"Punkt-vor-Strich ist eine Regel, um die Logik zu bewahren, weil ohne diese Regel nicht klar wäre, ob 3+7*2 siebzehn oder 20 ergibt." 'Quod erat demonsdrandum', um es mal mit der gebotenen Terminologie auszudrücken. Warum sollte das eine Ergebnis weniger richtig sein, als das andere? Tja, weil man sich einmal darauf geeinigt hat bzw. die Regel es nunmal so besagt. Warum besagt sie es in dieser Art? Weil es eben so ist > Ein klassischer Zirkelschluss, der keiner logischen Linie folgt und schon garkeine Evidenz besitzt und auch niemals besitzen wird. Man muss sich halt damit abfinden, obwohl die Begründung mehr als dürftig ist. Und Mathematik wird doch erst durch ihre Schriftlichkeit entfernt greifbar, was ab einem gewissen Komplexitätsgrad so oder so unabdingbar sein dürfte. Wenn man sich seit Russel nicht einmal mehr über die Definition einer Menge einig sein kann bleibt auch alles andere hinterfragenswert (Stichwort Russelsche Antinomie).
FumerTue Wed, 04 Jul 2012 20:44:27 -0000
Antwort löschenWenn deine Mutter sagt, du sollst ihr sechs Kartoffeln aus dem Keller holen, dann holst du ihr auch nur 6 Kartoffeln, weil die Menschen sich darauf geeinigt haben, mit dem Wort "sechs" die Anzahl 6 zu bezeichnen. Hätte man das doppelte von 3 "fünf" genannt, dann würde man zur 6 halt "fünf" und nicht "sechs" sagen. ;)
Und so ist das mit Punkt-vor-Strich.
3+(7*2) ist auch ohne Menschen, die es in Worte fassen, 17. Der Mensch hat sich allerdings darauf geeinigt, dass man der Einfachkeit halber bei dieser Rechnung die Klammern weglassen darf.
CatafalqueForFallenFlies Wed, 04 Jul 2012 22:38:21 -0000
Antwort löschenDas streite ich ja auch nur bedingt ab. Wie Du selbst sagst, basiert es auf Umständen, deren Prämissen akzeptiert werden müssen, jedoch ungefragt, ob es andersrum nicht ebenso machbar ist. Was wäre so fatal an 20 als Ergebnis? Da heißt es dann nur: das ist falsch bzw. das darfst Du nicht. Womit wir wieder im Kreis rennen. Dass die Logik nach diesen Maßstäben durchaus kohärent ist steht auch für mich außer Frage, die Vorraussetzungen sind jedoch weitestgehend willkürlich. Damit ist auch ein anderer Weg denkbar, ergo ist die Logik nur in ihrem Korsett haltbar, jedoch niemals umfassend. Beeindruckend ist es allemal, aber ebenso wackelig, vor allem, wenn die Mathematiker selbst in die Sackgassen ihres Absolutismus irren. Ich weiß auch, dass ich mich damit weit aus dem Fenster lehne, aber ich finde es in letzter Zeit immer interessanter und spannender, da die Antworten bisher, egal wo man eine Frage aufwirft, immer die gleichen ausweichenden waren.
Und ohne Menschen gäbe es diese Rechnungen garnicht, da sie für die Natur völlig irrelevant sind, ähnlich wie in dem Gedankenexperiment vom Geräusch eines umstürzenden Baumes in einem menschenleeren Wald. Die Natur 'ist'/'besteht' lediglich ^^
FumerTue Fri, 06 Jul 2012 12:00:17 -0000
Antwort löschenJo, da wird man ganz verrückt im Kopf, wenn man über so etwas philosophiert :D
atilla Sat, 14 Jul 2012 03:36:28 -0000
Antwort löschenDa steig ich mal gleich in den Hobbyphilosphie Diskurs ein:
Mathematik ist aber nicht der einzige Bereich von Logik, ich versuche dazu weiter unten ganz banale unmathematische Beispiele zu geben. Das Argument mit der Punkt vor Strich Rechnung
hat FumerTue absolut entkräftigt. Wenn Mathematik angeblich auf tonernen Füßen stehen würde, wären die ganzen Ingenieurwissenschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahre gar nicht möglich weil sie alle auf mathematischen Grundpfeilern aufgebaut sind.
Logik soll fehlerhaft sein, weil es vom Menschen erdacht sei? Vielleicht subjektiv wahrgenommene Logik, nicht jedoch Logik an sich. Denn wenn Logik fehlerhaft wäre, wäre es ja unlogisch. Ich denke nicht das Logik unlogisch daher nicht Logisch ist. Genauso wie grün nicht nicht-grün sein kann, kann Logik auch nicht nicht-logisch sein. Grün ist grün und Logik ist logisch. Beide sind unabhängig von den Gedanken der Menschen. Ein Beispiel um es zu verdeutlichen: die Logik des lebenden menschlichen Körpers erfordert Nahrung, und wie diese aufgenommen, verdaut, verwertet und schließlich ausgeschieden wird unterliegt einer strengen Logik, die weder auf menschlicher Phantasie oder Bewusstsein aufgebaut ist noch erfordert. Die Menschen haben schon immer auf derselben logischen Grundlage gelebt, auch bevor sie wussten, dass sie einen Magen haben oder dass Vitamine und Mineralien existieren.
In den banalsten Sachen, in jedem winzigsten Teil der Biologie (mit winzig sei insbesondere an die DNA Mechanismen gedacht), in allen Naturwissenschaften, in jeder Zelle unseres Körpers steckt Logik. Es wäre möglicherweise einfacher die Bereiche aufzuzeigen, in denen keine Logik existiert als andersrum. Das Menschliche Hirn, (Ort der Gedanken und Phantasie) scheint mir bei oberflächlicher Betrachtung sogar fast schon die einzig Logikfreie Zone überhaupt zu sein.
CatafalqueForFallenFlies Sat, 14 Jul 2012 14:39:12 -0000
Antwort löschen'Logik an sich', wie wir sie kennen ist eine reine Interpretationsleistung des menschlichen Verstandes, also de facto nur in unseren Köpfen existent, also auch nur im Rahmen unserer Denkfähigkeiten. Selbiges gilt für die Mathematik, da alles, was wir als ach so logisch ansehen lediglich im Rahmen von Erfahrungen (oder Weltwissen) sowie dem Fehlgedanken von Ursache und Wirkung abläuft, oft nach dem klassischen Trugschluss 'post hoc ergo propter hoc'. Ich habe nie infrage gestellt, dass es soweit 'Sinn' ergibt und wir zumindets für die Welt, wie sie sich bisher gezeigt hat nicht umhin kommen alles so zu berechnen, zu betreiben usw. wie wir es nunmal gewohnt sind. Vielmehr geht es um eine Bewusstmachung der Fragilität eines Systems, das sich auf einem Sockel aus Selbstzufriedenheit und nicht zuletzt Selbstgerechtigkeit ausruht, die eben letztlich nur menschgemacht ist. Nur weil wir meinen die Prinzipien der Natur zu verstehen heißt es nicht, dass wir dies auch tun, genauso wie wir letztlich doch nur von 'Zufall' sprechen, weil wir das System dahinter (noch) nicht verstehen. Freilich brauchen wir die Wissenschaften dazu, aber nur im Rahmen ihrer wirklichen Leistungsfähigkeit und nicht als Hypothesenkeule, die mehr Dunkel als Wissen schafft. Ob diese ganze Bewusstmachungssache etwas bringt ist etwas ganz anderes, mir bereitet es am Ende des Tages als reines Gedankenexperiment Freude, da ich über alles weitere, wenn ich ehrlich zu mir bin und mich nicht von Scheinwissen blenden lasse genauso wenig aussagekräftig sein kann wie jeder andere auch. Wenn man sich darauf einlässt und sich nicht gleich in seiner Ehre als Logiker (ich würde mich ja nach Erfahrungswerten als ebensolchen bezeichnen, weil ich kaum eine andere Wahl habe bzw. es das einzig halbwegs adäquate Mittel ist) beschnitten sieht ist doch mehr als interessant zu sehen, dass und wie wir uns Gedanken darüber machen können, auch wenn uns manchmal die richtigen Worte, Begriffe ect. fehlen (was wohl das Hauptproblem in jeder Debatte sein dürfte..)
CatafalqueForFallenFlies Sat, 14 Jul 2012 15:42:23 -0000
Antwort löschenNoch ein Nachtrag zur Punkt-Vor-Strich Thematik, falls ich es oben nicht deutlich genug erläutert haben sollte: Natürlich braucht das Ingenieurswesen und jedes andere technisch basierte Forschungsfeld diese Grundlage, ich zweifle sie von dieser Warte auch garnicht an, ich benutze sie ja selbst, wenn ich es muss (weil es sich gewohnheitsmäßig!!! bewährt hat). Mir ging es nicht darum den Gehalt der Regel zu prüfen sondern ihren Ursprung. Die Regel war gewiss vor einer jeden Errungenschaft da, die lediglich auf ihr fußt, weil sie soweit brauchbar ist bzw. die Berechnungen sonst eben nichts Brauchbares ergeben würden. Das ist aber keine logische Begründung (wenn wir schon beim Thema Logik sind), sondern schlicht ein Umstand. Es wäre jedoch durchaus denkbar auf diese Regel zu verzichten (nur als Gedankenexperiment). Die Rechnungen würden wohl in verschiedene Richtungen laufen, oftmals ins Leere und wären dennoch nicht als konsequent falsch zu bezeichnen, da wir dennoch addieren oder dividieren, also Ergebnisse produzieren. Die Regel allein macht sie falsch, was man letztlich auch jedem Dogma nachtragen kann. In diesem Fall wird Logik gefordert bzw. erschaffen, obwohl die Grundregel nicht logisch herleitbar ist. Es darf nicht gemacht werden, weil es nicht gemacht werden darf bzw. weil es nunmal so ist ist nach der klassischen Logik keine logische Begründung. Auch hier ist allein das Gedankenexperiment entscheidend, nicht was wir in der realen Welt daraus machen und das lässt zumindest unter diesem Aspekt die Mathematik sehrwohl auf Tonfüßen stehen. Auf die bereits erwähnte, seit Russel, recht fragliche Mengenlehre möchte ich dabei garnicht weiter eingehen, weil das dann doch etwas zu weit führt. Nehmt es leicht, ich stehe dem ganzen nicht so brutalkritisch gegenüber, wie es den Eindruck machen dürfte, es macht nur Spaß die Grenzen auszuloten und damit zu hantieren.. ;)
atilla Sun, 15 Jul 2012 15:31:44 -0000
Antwort löschenDie Punkt vor Strich Regel braucht man im Grunde garnicht, man kann einfach Klammern setzen. Zb (3*4)+5 und das Thema wär gelöst. Mathematik steht wegen solcher Haarspaltereien sicher nicht auf tonernen Füßen, wie gesagt die real existenten ingenieurwissenschaftlichen Errungenschaften (Flugzeuge, Autos, Pcs, Handys etc) die alle auf den logischen Füßen der Mathematik beruhen
beweisen es.
Wenn der Mensch sich vorstellt, dass es keine Logik gebe ist das sein eigener Logikfehler der in seinem Kopf entsteht, nicht der Fehler der real existenten Logik.
CatafalqueForFallenFlies Sun, 15 Jul 2012 18:25:14 -0000
Antwort löschenDeine Klammern lösen leider nicht das Thema, sie sind lediglich ein Behelfsweg, der die Regel augenscheinlich zu stützen scheint ihre umfassende Gültigkeit jedoch nicht begründen! kann (oder begründe bitte, warum man die Klammern setzen sollte, ohne wieder auf das Punkt-vor-Strich-Gebot zu kommen und einen Zirkelschluss zu begehen). Die Ausdehnung der mathematischen Dogmen macht es doch erst spannend. Eine Haarspalterei mag es sein, aber solange es Haare zu spalten gibt sollte man sich daran versuchen. Der Mensch soll sich auch garnicht vorstellen, dass es keine Logik gibt, sondern nur, dass er sie selbst erdacht hat, indem er Systeme, Strukturen und dergleichen erkannt zu haben glaubt, die nach ausreichend langer Beobachtung immer so sein werden/ müssen und sie einfach Logik genannt. Warum erscheint uns das menschliche Gehirn wohl immernoch so 'unlogisch', oder warum sprechen wir so oft vom 'Zufall'? Könnte es daran liegen, dass wir die Strukturen einfach noch nicht erkannt haben? Ich denke schon. Natürlich steckt es in uns Strukturen und Ursache/Wirkungsbeziehungen zu erwarten bzw. zu suchen und wir können garnicht anders, als so zu denken (wie David Hume in der Untersuchung über den menschlichen Verstand sehr eindrücklich dargelegt hat), aber die Vorstellung darüber hinaus zublicken und seine Hirnmasse nicht mit dem bräsigen Trockenfutter klein zu halten hat auch etwas für sich, was bei aller 'Haarspalterei' wohl niemand bezweifeln möchte.. ;)
atilla Tue, 17 Jul 2012 16:30:58 -0000
Antwort löschenWer das letzte Wort hat, hat noch lange nicht recht. Du gehst nicht ein einziges Mal auf meine Beispiele ein, wirst aber nicht müde dein von mehreren Usern längst widerlegtes Beispiel der Punkt vor Strich Rechnung wiederaufzukauen. Von mir aus Texte wieder irgendwas unlogisches um die Logik zu leugnen, klappen wird das nicht beziehungsweise nur in deiner Phantasie, dem Hort der Unlogik.
atilla Tue, 17 Jul 2012 16:33:44 -0000
Antwort löschenAchso solange du nicht auf die Argumente deiner Gegenseite eingehst, sehe ich auch keine Logik darin, weitere Beiträge zu verschreiben um mit dir einen Wettlauf des letzten Wortes zu betreiben Catafalque.....usw.usf.
CatafalqueForFallenFlies Tue, 17 Jul 2012 18:37:59 -0000
Antwort löschenGoldig, wie ernst und geradezu persönlich Du das alles nimmst. Ein Umstand, der mich kaum wundern würde, wenn man seine Phantasie gegen dröges, halbgares Schulwissen eingetauscht hat und sich damit zufrieden gibt/ es bis aufs Blut verteigen möchte. Nur ein Grund mehr immer mal wieder den Advocatus Diaboli zu mimen bzw. sich ein Stück weit der Rabulistik zu bedienen und mal an den Stellen zu kitzeln, wo das Fleisch eigentlich schon wund ist. Dennoch vielen Dank für diesen erbaulichen Disput...
atilla Wed, 18 Jul 2012 01:26:53 -0000
Antwort löschenHaha das ist ja peinlich DU bist gerade persönlich geworden Catafalaque etc. nicht ich! Alte Methode die von inhaltlich Unterlegenen bemüht wird..
CatafalqueForFallenFlies Wed, 18 Jul 2012 11:47:17 -0000
Antwort löschenSeit wann steht der Konjunktiv für eine Tatsache? Ich erinnere mich lediglich eine Möglichkeit! aufgezeigt zu haben, die eine starre Haltung begründen könnte! (ganz allgemein). Oder was ist an 'würde' anders auszulegen, es sei denn man will es unbedingt? Dass Du es gleich auf Deine Persönlichkeit münzt liegt nicht in meinem Einflussbereich. "Von mir aus Texte wieder irgendwas unlogisches um die Logik zu leugnen, klappen wird das nicht beziehungsweise nur in deiner Phantasie, dem Hort der Unlogik." Das, werter Herr atilla, ist persönlich und in einem nicht geringen Maße abwertend bzw. harablassend, was ich jedoch hinnehmen kann. Hast Du Dich jetzt selbst entwertet und zum Unterlegenen degradiert? Wobei ich hiervon eigentlich garnicht sprechen möchte, da mir 'Sieger' und 'Verlierer' in einer Freizeitdiskussion irgendwie fern liegen..
Tolotos Fri, 20 Jul 2012 08:50:09 -0000
Antwort löschenPunkt vor Strich finde ich hier ein schlechtes Beispiel, da das wirklich nur eine Konvention ist! Der Vergleich zu den Namen von Zahlen ist hier ein guter Vergleich! Wir arbeiten mit der Konvention, dass wir unter 15+3*7 eben eigentlich 15+(3*7) verstehen. Wenn wir diese Konvention nicht haetten, waere das kein Beinbruch und saemtliche "Ingenieurserkenntnisse" wuerden immer noch gelten. Wir muessten nur alles komplizierter hinschreiben, da man jetzt ueberall Klammern setzen muesste. Da dann zB 3+7*3=30 gelten wuerde, muesste man, wenn man diese Rechnung gerade nicht will, sondern die fuer uns uebliche, eben 3+(7*3) schreiben.
Genauso koennte man sich beschweren "Wer sagt denn, dass 1+3=4 gilt. Ich koennte auch 1+3 als 32544353446 oder HansManz definieren. (beziehungsweise genauer: Ich koennte den Nachfolger vom Nachfolger vom Nachfolger vom Nachfolger von 1 so definieren, falls mir jetzt jemand mit einem Beweis von 1+3=4 kommen will)" Auf der gleichen Ebene spielt das "Punkt-vor-Strich-Problem. Ob ich jetzt fuer die Rechnung, die wir kennen 3+(7*3) schreibe oder auch 3+7*3 schreiben kann, hat keine besondere Bedeutung! Es geht nur schneller! Ein besserer Vergleich, dann sieht man die Analogie besser: Es ist vergleichbar mit der Konvention (!), dass man bei sowas wie 3*x stattdessen auch 3x schreibt und das * fuer "mal" zwischendrin weglaesst. Es geht halt schneller und man hat sich auf diese Schreibweise (!) geeinigt. Irgendein tieferer Sinn steckt da nicht dahinter und hier kann man Mathematik daher auch nicht sinnvoll als unbegruendet kritisieren!
Die Diskussion, "ob man dort Klammern setzen sollte" geht voellig (!) am Ziel vorbei. Beides (3+7*3 und (3+7)*3 nach unserer ueblichen Schreibweise) sind verschiedene Rechnungen, verschiedene Zahlen, verschieden Objekte, was auch immer, und welches davon man meint, kennzeichnet man durch einen Namen. Ob man diesen Namen mit Klammer um 7*3 schreibt oder ohne ist egal. Es ist ein Name! Mehr nicht!
Trotzdem hat "CatafalqueForFallenFlies 2012/07" natuerlich prinzipiell recht. Es gibt in der Mathematik grundlegende Axiome, die man im Zweifel einfach glauben/akzeptieren muss (oder als Voraussetzung verstehen) [Ist ja auch klar, denn von nichts kommt nichts. Irgendwas muss man voraussetzen. Wir sind ja nicht bei Platon, der alles auf einen vorraussetzungslosen Urgrund zurueckfueheren wollte. Eher esoterisch meiner Meinung nach. ]. Das hat aber nichts mit Punkt-vor-Strich zu tun (es sei denn, du baust ein sehr abstruses Axiomensystem auf. Dann uebernehme ich keine Garantie, dass man es nicht doch einbauen kann. Kenn mich da zu wenig aus.) Aber in "ueblichen" Axiomensystemen meint man mit diesen nicht weiter erklaerbaren Axiomen, die die Grundlage bilden eher so Sachen wie praedikatenlogische Axiome, zum Beispiel "wenn A gilt, falls B gilt und A gilt, falls B nicht gilt: dann gilt A (unabhaengig von B)" oder Axiome der Mengenlehre wie "Zwei Mengen sind genau dann gleich, wenn alle Elemente gleich sind" oder "Es gibt eine Menge ohne Elemente".
Solche Sachen muss man dann glauben und kann sie nicht weiter beweisen oder zuruckfuehren. Und wird es auch nie koennen (und wenn doch, dann nur auf weitere Axiome, die man dann wiederum glauben muss. Das ist teilweise natuerlich auch schon passiert, aber unnoetig).
CatafalqueForFallenFlies Fri, 20 Jul 2012 10:24:05 -0000
Antwort löschenJa, ich gestehe zu, dass ich mich etwas an der Punkt-vor-Strich-Thematik festgebissen habe. Ein anderes, etwas abstrakteres Thema wäre beispielsweise die Division durch 0, welche ja ebenso untersagt ist, weil wir sonst zu so abstrusen Ergebnissen wie 1=2 kommen könnten usw. Hier wird das mathematische System scheinbar auch etwas zurecht gedehnt, damit es passt (was im täglichen Rechenbetrieb freilich nicht unpraktisch ist). Auch die von mir schon einmal angedeutete und von Dir leicht abgewandelt erwähnte Russelsche Antinomie ("Klasse aller Klassen, die sich nicht selbst als Element enthalten") wäre ein interessantes Beispiel, da sie sich zwar prädikatenlogisch lösen und als unhaltbar einstufen lässt, aber dennoch eine paradoxe Leerstelle hinterlässt, die durchaus/nach wie vor in der Lage ist das gängige Mengenverständnis infrage zu stellen. Und nichts weiter steht (für mich) ja erstmal im Fokus, da immer alles so 'klar und logisch' zu wirken scheint.
Der Punkt der Konventionen, die zur Vereinfachung dienen ist durchaus richtig, mir ging es hierbei auch erst einmal nur darum sie auf ihre Konsistenz und logische Herleitbarkeit (darum ging es ja hier ursprünglich) abzuklopfen. Dass man sich bei seinem Ergebnis eines Besseren belehren lässt bzw. während seiner Argumntation seine eigenen Fallstricke aufspürt kann da nur recht sein.
Auf jeden Fall sehr aufschlussreiche Gedanken, die äußerst überdenkenswert erscheinen :)
FumerTue Fri, 20 Jul 2012 12:55:06 -0000
Antwort löschenWer hat Lust, darüber zu philosophieren, ob man nicht doch "durch 0" teilen kann? ;)
atilla Sat, 21 Jul 2012 16:31:26 -0000
Antwort löschen@Tolotos du diskutierst genauso wie Cata-schlagmichtot völlig am Thema vorbei, das Thema ist ob es Logik gibt oder nicht und dazu hast du dich nicht geäußert. Auf weitere Ablenkungen vom eigentlichen Thema, wie "ob man durch 0 teilen könne" einzugehen, habe ich genauso wenig Lust wie auf die anderen Ablenkungsmanöver.
Tolotos Sat, 21 Jul 2012 17:46:26 -0000
Antwort löschenWenn das Thema ist, "ob es Logik gibt", dann ist das eine ontologische Frage, zu deren sinnvoller Beantwortung man überhaupt mal definieren sollte, was man unter "Existenz" (also dem "gibt" in "ob es Logik gibt") verstehen will. Wenn man das gemacht hat, kann man sich dann darüber streiten. Beziehungsweise, vielleicht stellt man dann auch einfach fest, dass man einen unterschiedlichen Existenzbegriff zugrundeliegt, jeder mit seinen Voraussetzungen recht hat, und nichts mehr zu diskutieren bleibt.
Ich denke zum Beispiel, dass Dinge wie "Logik" durchaus auch ohne Menschen (in einem gewissen Sinne) existent sind. In meinem Sinne wäre nämlich (unter anderem) alles was als Gedanke/Idee vorstellbar ist auch existent. Zum Beispiel ist für mich auch prinzipiell jedes Musikstück existent bevor es jemand erdacht, gespielt oder gehört hat. Eben unabhäng von Menschen, sondern an sich schon existent.
Allerdings muss ich zugeben, dass dies eine naive Vorstellung von mir ist, und ich keine Ahnung habe, ob das philosophisch sinnvoll ist, oder ob man damit wenn man genauer überlegt eine wacklige/unschöne Definition von "Existenz" betrachtet. Daher kann ich mich dazu auch nicht sehr kompetent äußern, sondern nur von meinen Intuitionen reden.
Ich habe mich hier vor allem eingeschaltet, weil ich eine Aussage wie "Ob Mathematik logisch ist, wird von Logikern angezweifelt" nicht stehenlassen wollte. Das wirkt ein seltsames Bild vom Stand der (meta)mathematischen Forschung und ist als Satz meiner Ansicht nach erstmal genauso sinnvoll wie "Ob Mathematik grün ist, wird von Farbforschern angezweifelt". Ich habe nämlich keine Ahnung, wie man das Adjektiv "logisch" definieren soll, um es auf eine Wissenschaft anzuwenden. (trotzdem kann es natürlich sein, dass das geht. Daher hab ich ja gefragt, wie Akira_L dieses "logisch" meint).
(intuitiv ist es für mich nur sinnvoll für Aussagen und dabei dann abkürzend verwendet statt "logisch wahr", "logisch richtig" oder ähnliches oder aber als Synonym für "auf logischen Schlüssen beruhend/handelnd" im alltäglichen Sprachgebrauch).
Tolotos Sat, 21 Jul 2012 17:51:21 -0000
Antwort löschenUnd ich wollte noch zu Russell anmerken, dass ich das gerade nicht verstehe.
"Russelsche Antinomie ("Klasse aller Klassen, die sich nicht selbst als Element enthalten") wäre ein interessantes Beispiel, da sie sich zwar prädikatenlogisch lösen und als unhaltbar einstufen lässt, aber dennoch eine paradoxe Leerstelle hinterlässt"
Meinst du hier wirklich Klassen im Sinne der Kategorientheorie? Wenn ja würde mich das interessieren, könntest du dann noch ein paar Sätze dazu schreiben? (Kenne mich mit Kategorientheorie nicht gut aus).
Wenn du Klassen synonym für Mengen meinst, verstehe ich allerdings deine Aussage nicht. Ich bin der Überzeugung, dass im Rahmen von ZFC die Russell'schen Antonomie eben nicht mehr möglich ist und daher keine "paradoxe Leerstelle hinterlässt". Man muss eben nur gut genug sagen, was man unter eine Menge versteht. Und das ist wohl heutzutage am ehesten etwas was durch ZFC axiomatisch definiert wird. Dann ist die "Menge aller Mengen, die sich nicht selbst enthalten" nicht möglich und man hat kein Problem.
CatafalqueForFallenFlies Sun, 22 Jul 2012 09:15:58 -0000
Antwort löschenJa, diese Frage habe ich mir anfangs auch gestellt. Zunächst muss ich sagen, dass das Wort 'Klasse' auch mit 'Menge' ersetzt werden kann. Ich bin da zugegebenermaßen zu nahe am ursprünglichen Wortlaut geblieben, der darauf zurück zu führen ist, dass 1903, als besagte Antinomie publiziert wurde, noch kein Unterschied zwischen Mengen und Klassen gemacht wurde. Ich bin auf diesem Gebiet letztlich auch nur Laie, aber ich kann im Voraus schon einmal den zugehörigen Wikipedia-Artikel empfehlen, der zumindest einen überblicksartigen Abriss zum Thema gibt, auch wenn er noch nicht alle fachlichen Möglichkeiten ausschöpft.
Um auf Deine Frage zu kommen: Ich habe es mir wiefolgt vorgestellt, auch wenn ich nicht für Richtigkeit bürgen möchte. Die Menge aller Mengen, die sich nicht selbst enthält ist für den Großteil der Mathematik zunächst einmal ungebräuchlich, weswegen sie auch kaum große Beachtung zu erhalten braucht, zumal sie nicht zum ZFC-Konsens passt. Das Hauptproblem bleibt hierbei eben das Paradoxon, was diese Menge eiegntlich beschreiben soll. Es lässt sich (noch) nicht schlüssig integrieren, geschweigedenn definieren. Wir stoßen hierbei mit unserer Vorstellungskraft und unserem Wortschatz an Grenzen, die dem paradoxen Inhalt kaum gewachsen sind. Hier fehlen schlicht Erfahrungswerte und (begriffliche) Präzision, um Stichhaltiges hervor zu bringen. Dennoch könnte(!) man diese Menge eventuell eines Tages verständlich machen, auch wenn es bisher kaum/nicht vorstellbar ist. Damit wäre es praktisch eine, wenn nicht sogar die einzige Menge, die bisher nicht in die Mathematik integriert werden konnte bzw. mit der die Mathematik nicht umgehen kann, was ich als Leerstelle auffassen würde. Ob das von besonderer, diskussionswürdiger Bedeutung ist stehe dabei einmal auf einem anderen Blatt. Wenn man nur ZFC bzw. die Prädikatenlogik zugrundelegt ist es, wie Du richtig sagst, nicht möglich, was durchaus praktikabel ist, aber nicht unbedingt der Königsweg sein muss.
Aus einem ähnlichen Grund habe ich auch die 0-Division erwähnt, da es für mich hier ähnlich diffus zugeht. Wir operieren mit dieser 'Menge', 'Größe', wie auch immer, die eigentlich genau dem widerspricht, was eine Menge oder Größe sein 'dürfte'. Ebenso ist die 0 weder positiv noch negativ, steht für 'das Nichts', was eigentlich als absoluter Zustand gelten müsste, nach dem keine Negativen folgen dürften. Sie wird aber dennoch recht selbstverständlich gebraucht und in allen Positionen zur Anwendung gebracht, eigentlich in allen, außer in der des Divisors. Letzteres ist ebenfalls auch nur darauf zurück zuführen, dass die Division durch Null (noch) nicht definiert ist (Stichwort Permanenzprinzip), obwohl es wohl einige Ansätze gibt, die durch Nullannäherung, Zahlenraumerweiterung usw. eine solche Division zu ermöglichen versuchen (wie das im Detail auszusehen hat kann ich an dieser Stelle auch kaum erklären bzw. übersteigt es meine Kompetenz). In der Rechenpraxis hätten wir natürlich mit dem Problem unschlüssiger Aussagen zu hadern, die sich bei Multiplikationen ergeben. Einsichtig gewiss, aber noch keine Erklärung für das Dilemma der Definitionslosigkeit. Damit wären wir bei dem von Dir angeprochenen Punkt der Ontologie. Man hat sich auf einen praxisorientierten Definitionsfundus geeinigt, der jedoch für 0, zumindest aus philosophischer Sicht, recht schwierig ist, da wir gemeinhin das Problem haben uns 'das Nichts' nicht vorstellen zu können bzw. nur anhand seines Antagonisten 'Etwas'. Es steht und fällt also erneut mit einem unvollständigen Begriffssystem/Wortschatz und unserer Vorstellungskraft über Dinge, die außerhalb unserer direkten Erfahrung liegen (auch ich gehe nur von meinem Verständnis der Wörter und Ideen dahinter aus, das keineswegs Allgemeingültigkeit beansprucht). Dass es eine gemeinsame Basis zur Diskussion geben muss ist völlig klar, nur scheint mir die Methode von Ockhams Rasiermesser bei Fragen, die dann auch die Philosophie tangieren nicht immer als praktikabel, da stets Dinge ausgeschlossen werden, die vielleicht einen Fokus verdienen würden.
Ich hoffe es ist einigermaßen deutlich geworden, was ich ausdrücken wollte, auch wenn es wieder etwas mehr geworden ist ^^ Übrigens ein sehr interessanter Gedanke mit den Musikstücken, die noch nicht gespielt worden. Muss ich mal noch ein paar Überlegungen anstellen, da ich es garnicht so naiv finde, wie es sich für Dich vielleicht anfühlt ;)
FumerTue Sun, 22 Jul 2012 13:33:42 -0000
Antwort löschenFür mich ist auch die Frage "Gibt es Logik?" so ungenau, sinnlos und unbeantwortbar wie die Frage "Gibt es Gott?".
Hier wären wir nun bei der Sprachwissenschaft angelangt, die man auf keinen Fall vernachlässigen darf. Die Frage "Gibt es Gott?" ist paradox: Um nämlich eine Sache nachzuweisen, müsste sie definiert sein. Und um definiert zu sein, müsste sie existieren und somit nachweisbar sein. Wie will man denn die Existenz einer Sache beweisen, die nicht wirklich definiert ist - und wie will man eine Sache definieren, die man nicht kennt, da ihre Existenz nicht bewiesen ist?
Und ebenso ist es mit der Frage: "Gibt es Logik?". Jetzt kommt es auf die Definition von Logik an! Wenn ich jetzt den Begriff Logik definiere, als eine gelbe, gekrümmte Frucht, die eine Schale hat und deren Inhalt essbar ist, und ich gerade eine Banane esse, dann hätte ich die Existenz von Logik "bewiesen"! ;-)
Wenn wir nun zum Beispiel sagen, dass Mathematik die Wissenschaft des Logischen ist, dann wäre die Frage "Ist Mathematik logisch?" schon beantwortet und die Frage "Gibt es Logik?", aus der auch die Frage "Was ist Logik?" folgt, wäre nun Aufgabe und Gegenstand der Mathematik.
CatafalqueForFallenFlies Sun, 22 Jul 2012 15:03:40 -0000
Antwort löschenDer Vergleich ist garnicht mal schlecht. Hinzu kommt, dass wir über Gott niemals gesicherte, umfassende Aussagen treffen können, er somit auch für dieses Leben keinerlei Relevanz besitzt, solange er sich nicht offenbart. Mit der Logik wird es da nur insofern etwas schwieriger, da wir es gewöhnt sind bzw. gelernt haben 'logisch' zu denken und nicht so einfach aus diesem Muster austreten können, auch wenn der Versuch mehr als reizvoll ist ^^.
Zweiterem würde ich nur teilweise zustimmen, da die Prämisse 'Mathematik ist die Wissenschaft des Logischen' (ich würde persönlich sogar eher sagen, eine Wissenschaft, die sich die Logik zunutze macht) nicht beinhaltet, dass die Mathematik mit Logik gleichzusetzen ist, sie behandelt/erforscht lediglich das Gebiet der Logik, ihre Schlüsse müssen deshalb noch nicht 'wahr' sein (auch wenn sie es zugegebenermaßen oft sind). Anders gesagt, sie hantiert mit und unter den Bedingungen ihres eigenen Forschungsgegenstandes und erklärt diesen überspitzt ausgedrückt mit sich selbst. Nur weil man Lehrer ist heißt es ja auch noch nicht, dass man korrektes Wissen vermittelt. Im Grunde genommen würde ich Dir aber zustimmen, es bleibt eine Frage von Sprache bzw. Definition. Beides ist oftmals leider nicht so produktiv und unmissverständlich, wie wir es uns wünschen würden. Ein Umstand, den man an der gesamten vorangegangenen Diskussion sehr gut ablesen kann, da wir immer nur aus unserem ganz persönlichen Erfahrungs- und Verständnishorizont heraus argumentieren können. Oft genug kommt es ja vor, dass Menschen das gleiche meinen, es unterschiedlich ausdrücken und dann nur im Streit darüber enden, warum A es 'besser' formuliert hat, als B. Leider ein Fakt, dem (auch mit gutgemeinten Definitionen) nur schwerlich beizukommen ist, ohne etwas unter den Tisch fallen zu lassen und damit einer umfassenden Betrachtung zuwider zulaufen..
Tolotos Sun, 22 Jul 2012 21:50:01 -0000
Antwort löschenIch glaube, dass bei deinem zweiten Absatz das Problem ist, dass zB gar nicht mal so klar ist, was überhaupt "wahr" heißen soll (zB in "ihre Schlüsse müssen deshalb noch nicht wahr sein"). Das zu definieren wird schwierig.
FumerTue's Antwort zu der Frage, ob es Logik gibt, hört sich interessant und gut an. Muss darüber noch nachdenken.
Zu "Russell" werd ich auch morgen noch was schreiben, da stimme ich glaube ich nicht mit dem überein, was CatafalqueForFallenFlies schreibt. Muss mir aber noch überlegen, was genau ich warum anders sehe.
HulktopF Wed, 20 Jun 2012 15:54:11 -0000
Kommentar löschenob nun logikfehler oder nicht RANZformers war scheiße...wennauch der dritte recht unterhaltsam war. ;x
diese logikfetischisten...,
dass WANTED wegen seiner um die kurve kugeln, ein transportvehikel dass gleichauf mit einem sportwagen ist, und einem unrealistischem zugcrash so schlecht gemacht wird ist zum beispiel sinnfreier SCHWACHSINN!
er ist ein paradebeispiel ist für sinnfreie logikfehlersuche in einem film der eindeutig auf logik scheißt.
manchmal ist das ganze einfach zum kopfschütteln und unglaublich dämlich.
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Mein Senf Wed, 20 Jun 2012 16:35:53 -0000
Antwort löschenDie angesprochenen Beispiele gehen allerdings völlig daran vorbei, was der Artikel unter "Logikfehler" summiert.
nikl 1987 Wed, 20 Jun 2012 15:22:34 -0000
Kommentar löschenWord! Den Text sollte ich mir ausdrucken und ein paar meiner realismusverrückten Freunden zeigen...vllt. gäben die dann mal Ruhe, wenn ich wieder mal mit einer Silberscheibe bei ihnen vorbeikomme, die dem Genre des "fantastischen" Filmes angehört.
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Mozzerino Wed, 20 Jun 2012 15:05:57 -0000
Kommentar löschenEin schön verfasster Text, der, wie ich glaube, aber ein großes Problem hat und das ist dieser völlig schwammige Umgang mit dem Begriff "Logik".
Der Begriff wird hier plakativ angeführt, aber nie wird gesagt, was damit eigentlich gemeint ist. Das verwässert für mich die letztliche Aussage des Artikels sehr stark.
Wie viele Kommentare schon völlig richtig angeführt haben, teilt sich das nämlich, gerade was den filmischen Kosmos betrifft, in verschiedene Bereiche auf, die, zumindest meiner Meinung nach, wenig bis nichts miteinander zu tun haben.
Ich versuch das mal, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit der Aufforderung nach eventueller Ergänzung aufzuzählen:
1. Da gibt es einmal die "Reale-Welt-Logik" (ich nenn' das jetzt einfach mal so). Das wäre dann die Sichtweise: "Star Trek ist unlogisch, weil ein Warpantrieb kann ja in der wirklichen Welt gar nicht funktionieren." Wer seine Filmauswahl nur nach ,dieser Definition nach, "logischen" Kriterien auswählt, der wird wohl nur wenige Filme genießen können. Und darf meiner Meinung nach gerne auch als fantasieloser Nerd bezeichnet werden.
Das ist aber etwas völlig anderes als
2. Die "innere Logik" eines Films. Ein Film muss nicht mit den logischen Gesetzen unseres Universums übereinstimmen. Aber er muss in sich logisch sein, darf also seine selbst aufgestellten Regeln nicht brechen. Im Star Trek Universum funktioniert der Warp-Antrieb eben, aber auch dort muss er nach bestimmten Regeln funktionieren. Wenn diese Regeln nicht feststehen und sich die Funktion dieser etablierten Strukturen nur nach dem Plotverlangen des Drehbuchautors richtet, dann ist das letztlich nichts anders als eine Deus ex machina. Und die ist eigentlich in Bezug auf das Medium Film nie gut. (Diese Art von "Unlogik" konnte man im letzten Star Trek Film übrigens bestens sehen). Dann ist man vollstens bei PROMETHEUS und einer Zauberflüssigkeit, die ausgerechnet die Eigenschaften hat, die der Autor gerade braucht. Die innere Logik ist wichtig, um ein kohärentes Universum zu schaffen, in das man sich als Zuschauer hinein versetzen kann. Ist das nicht gegeben, reißt es aus dem Film. Das ist zumindest bei mir so.
Und jetzt bin ich mir eben nicht sicher, Vincent. Hältst du diese "innere Logik" auch für überschätzt? Du sprichst das schließlich auch an, Zitat: "Wenn Filmen demnach schon eine innere, also eigene Logik zugestanden wird, warum dann mag nicht respektiert werden, dass sie genau diese befolgen?" Das Problem entsteht doch erst, wenn sie diese Logik eben nicht befolgen. Insofern verstehe ich nicht, was du hier sagen möchtest.
3. Dann haben wir noch diese ominöse "charakterliche Logik". Wenn die Figuren in Filmen sich wie Logik-Roboter verhalten, dann ist das natürlich an sich "unlogisch", denn niemand legt in jeder Situation das optimale Verhalten an den Tag. Eine Figur muss aber glaubhaft sein, und ja, dazu muss auch diese Figur einer "inneren Logik" folgen. Eine Figur, die als überzeugter Veganer eingeführt wird, darf nicht in der nächsten Szene genüsslich Schweinebraten essen. Triviales Beispiel, but you get the point.
4. Und dann hätten wir noch diese klassischen Logikfehler aus der Kategorie "In der Szene bei GLADIATOR sieht man, wie der 2. Gladiator von links eine Armbanduhr trägt!".
Das hat aber meiner Ansicht nach nichts mit Logik zu tun, das sind ganz einfach Fehler. Und sich an denen aufzuhängen ist, sofern sie nicht zu massiv auftreten, einfach kleingeistig.
Also, welche Logik darf's jetzt sein?
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SiameseAlex Wed, 20 Jun 2012 15:52:57 -0000
Antwort löschen»Logikfehler im Film, die kann es gar nicht geben. Kino erleben ist keine Mathematik. Ein falsch berechneter Algorithmus hat logische Schwächen. Ein toter Mensch atmet nicht, das kann der Philosoph Kraft seiner formalen Logik belegen. Alles andere ist nur Rhetorik.«
Wird doch hier formuliert. Logik als formales Schlussfolgern, eine Aussage als wahr oder falsch auszuweisen, typisch duales Denken, wie aus der Mathematik bekannt. Ein Film hat keine Logik in diesem Sinne, dieser beruht in der Rezeption auf Rhetorik und lebt nur in dieser. Deine oben aufgezählte Liste enthält Teilbereiche der Konsequenz, ausgedehnt auf verschiedene Ebenen. Der obige Text verweist doch grade auf dieses Schwarz-weiß-rezeptions-Denken und findet dies problematisch..
Mozzerino Wed, 20 Jun 2012 15:58:11 -0000
Antwort löschenGut, das verstehe ich dann aber als verkopfte Generalamnestie im Sinne von "Eigentlich gelten hier keine Regeln und alles ist erlaubt."
Nicht nur würde ich dem nicht zustimmen, sondern auch behaupten, dass dieser arg theoretisierte Ansatz dem konkreten Filmkonsumenten praktisch gar nichts bringt.
SiameseAlex Wed, 20 Jun 2012 16:02:55 -0000
Antwort löschenDoch: Von Konventionen befreite Rezeption. Konkret: Loslösung von Protagonist/Antagonist-Schemata und dergleichen.
Rukus Wed, 20 Jun 2012 16:11:36 -0000
Antwort löschenDie zitierte Aussage ist schon sachlich nicht ganz korrekt. Logik ist in der Rhetorik unerlässlich. Wer die Kunst der Rede ohne Logik betreibt, der labert nur, und jemand, der Logik anzuwenden versteht, würde diesem Schwafler in kürzester Zeit sämtliche argumentativen Zähne ziehen.
Mozzerino Wed, 20 Jun 2012 16:12:02 -0000
Antwort löschenWas in der Meinungsbildung aber kein bisschen weiterhilft.
Nö danke, das ist mir zu dadaistisch.
Rukus Wed, 20 Jun 2012 16:15:22 -0000
Antwort löschenWieso? Ist dir unfundiertes Geschwafel lieber als eine nachvollziehbare Begründung? oO
Mozzerino Wed, 20 Jun 2012 16:19:01 -0000
Antwort löschen@Rukus:
Die Antwort bezog sich auf SiameseAlex letztes Statement. Ich glaube wir beide liegen in der Sache recht nahe beieinander ;)
Rukus Wed, 20 Jun 2012 16:25:51 -0000
Antwort löschenAh ... das hab ich garnicht bemerkt. Die Aktualisierung ist hier doch ein wenig bescheiden von Zeit zu Zeit. ;)
Dachsman Wed, 20 Jun 2012 16:47:51 -0000
Antwort löschenWas mich viel eher stört/verwirrt, ist der unkonkrete Begriff von "Rhetorik", der ja als Gegenpol zur Logik aufgemacht wird. Ich meine, ich weiß was "Rhetorik" ist, ich verstehe sie nur im Kontext "Logik des Filmes" nicht.
Akira_L Wed, 20 Jun 2012 17:15:19 -0000
Antwort löschenVielleicht weil der Film auch etwas vermittelt? o.O
film hunter91 Wed, 20 Jun 2012 18:54:09 -0000
Antwort löschenRhetorik ist an sich inhaltslos; Der gleiche Film lässt sich auf gekonnte Weise als stümperhaft oder amüsant titulieren.
Das Zitat finde ich zumindest zur Zeit übertrieben; Insbesondere hat mich die Serie "Dexter" mit ihren Versprechungen und Ankündigungen und - Pustekuchen! - ziemlich verärgert.
Arventus Wed, 20 Jun 2012 14:08:59 -0000
Kommentar löschenWer kennt Sie nicht, die Leute die neben einem sitzen und Dinge raushauen wie "das geht doch garnicht" oder " das ist total unrealistisch".
Klar gibt es einige Filme, wo einem die sogenannten Logiklöcher gerade zu ins Gesicht springen und sicherlich kann so etwas auch mal Punktabzüge in der Bewertung geben, doch man muss jetzt nun wirklich nicht krampfhaft danach suchen und jeden Film somit auseinandernehmen.
Genießt die Fiktion!
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freakualizer Wed, 20 Jun 2012 14:03:15 -0000
Kommentar löschenSchade, ich konnte mich aufgrund der Logiklöcher für den Artikel nicht richtig begeistern. Ansonsten ganz nett.
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eastergaard Wed, 20 Jun 2012 13:52:38 -0000
Kommentar löschenErstmal möchte ich mein Lob für diese neue Kolumne loswerden. Sie bringt mich (und andere User) auch mal dazu nachzudenken und über solche Themen zu diskutieren, statt nur stumpf Filme zu konsumieren. Das wichtigste bei einem Film ist nicht, dass man ihn sieht, sondern was man daraus macht.
In diesem sinne ein Lob an Vincent und Moviepilot.
Zu der Problematik des Textes: Ich denke hier geht es um zwei Probleme die beide unter dem Begriff Logik zusammenhängen. Zum einen die Objektive Logik (Naturgesetze, usw.), von denen man natürlich nicht auf einen Film schließen darf. In diesem Fall hat der Film die Freiheit diese zu Ignorieren oder zu verändern, sonst wäre es ja langweilig. Allerdings muss sich der Film dann auch an seine eigene Logik halten, wie schon einige angemerkt haben, sonst fällt der Schein der Fiktion und der Zuschauer bleibt desillusioniert und verärgert zurück. Während eines Fußballspiels werden ja auch nicht die regeln verändert, obwohl sie "willkürlich" aufgestellt wurden.
Zum anderen haben wir hier die Logik in den Verhaltensmustern der Charaktere. Die Bewertung dieser hängt erstens von der Persönlichen Erfahrung ab. Wir vergleichen unser Verhaltensmuster mit dem der Filmdarsteller ab und überlegen uns ob wir uns genauso verhalten hätten.
Zweitens wäre da die Erwartung an die Charaktere. Ein Bond verhält sich bei Gefahrensituationen anders als ein amerikanischer Teenager.
Und drittens ist da noch die Perspektive,denn wir sehen den Film nicht durch die Sicht der Personen sondern sind eben nur Zuschauer. Durch unsere Sehgewohnheiten und durch Stilmittel, teilt der Regisseur uns mit, was als nächstes passieren könnte, er verändert unsere Erwartung und steigert dadurch die Spannung. Der Charakter kann die dramatische Musik nicht hören und den Wechsel auf die Vogelperspektive nicht sehen. In diesem Punkt entstehen die meisten Missverständnisse, da der Zuschauer durch seinen Informationsvorsprung anders handeln würde.
Durch die Bewertung dieser drei Dinge zieht jeder Zuschauer persönlich sein Fazit ob der Logik dieses Verhaltens. Dieses Urteil ist aber nur Vermutung, da nur ein Minderheit von Zombies durch Tschernobyl gejagt wurde und diese den Film wohl nicht mehr gesehen haben ;)
In einigen Punkten hat Vincent recht, in anderen nicht, eine allgemein Verurteilung ist aber nicht angebracht.
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Rukus Wed, 20 Jun 2012 13:14:27 -0000
Kommentar löschenHmm ... Ich persönlich finde Avatar nicht wegen irgendwelcher (vermeintlicher?) Logiklöcher schlecht. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich unterscheide bei den genannten Punkten zwischen Logikfehlern und dummen Charakterentscheidungen. Letztere finde ich teilweise echt nervig, teilweise gehören sie zum Film. Nehmen wir die klassische Damsel in Distress. Echte Logiklöcher sind etwas anderes. Zum Beispiel ein moderner(!) Wagen, der trotz eines EMP noch fährt. MWn ist das physikalisch nicht möglich. Auch Continuity-Fehler gehören in gewissem Maß dazu. Dabei meine ich jetzt noch nicht einmal trockene vs. nasse Haare etc., sondern die richtig dicken Klopse. Wenn eine Leiche noch atmet, ist das schlicht schlechtes Handwerk. Es gibt aber tatsächlich immer wieder Logikfehler, die aufregen können. Wenn etwas der Geschichte widerspricht oder einfach nicht passt, dann muss man das dem Film auch anlasten können bzw. tatsächlich anlasten. Zeitreisen sind ein perfektes Beispiel. Ich find Zeitreisen super, allerdings sind sie hochkomplex und wer es nicht versteht, ein Paradoxon zu verhindern, der sollte von vorneherein verzichten, eine Zeitreise einzubauen.
Logikfehler sind sehr vielseitig. Manche sind marginal in ihrer Bedeutung, manche sollte man eher unter Genrekonvention verbuchen und andere wiederum stören den Filmgenuss teils erheblich. Wie die Filmfehler selbst, so sollte man auch deren Kritiker nicht über einen Kamm scheren. Und am besten bildet sich man sowieso eine eigene Meinung.
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SiameseAlex Wed, 20 Jun 2012 12:43:48 -0000
Kommentar löschenInteressanter Text, der es tatsächlich schafft Gedanken in Schwung zu bringen. Denn sämtliche Kommentare hier sind zwar voll des Lobes und der Zustimmung, katapultieren sich dann aber just im fortlaufenden Erguss dem obigen Text und meinem Verständnis nach widersprechend ins Aus.
Daher nochmal: Es gibt keine Logiklöcher - denn wir betreiben in unserer Rezeption keine formale Logik, sondern Rhetorik! Ein Film hat keine auf Ganzheit ausgerichtete innere Logik, keine allgemeingültige auf 100% ausgelegte Kapazität der Charakterhandlungen, und auch keine festgeschriebene vom Regisseur beanspruchte Intention! Wir als Rezipienten generieren aus unseren intermedialen Erfahrungen eine Welt, die ein Film schließlich reflektiert - auf mannigfaltige Weise - weil wir diesem (normalerweise) überhaupt so etwas wie Sinn unterstellen (müssen). Daher können wir nur wieder und immer wieder medialen Dünnpfiff produzieren und auf verschiedenste gemeinsame Nenner hoffen, die uns einen erwünschten Erkenntnisfortschritt vorgaukeln. Der obige Text ist in diesem Sinne haha ein verschrobenes Angebot für ein bisschen Postmoderne am Nachmittag - verliert sich aber leider in (zumindest einer, nicht der letzten) Konsequenz in der Beliebigkeit.
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Mein Senf Wed, 20 Jun 2012 13:41:43 -0000
Antwort löschenFilme können per se keinen objektiven Standards unterliegen... Ich denke, mit dieser Einstellung machst du dir die ganze Sache ein wenig sehr leicht.
SiameseAlex Wed, 20 Jun 2012 15:57:36 -0000
Antwort löschenWelche »objektiven Standards« meinst du?
Mein Senf Wed, 20 Jun 2012 16:46:43 -0000
Antwort löschensiehe mein Statement weiter unten.
Von objetiven Zwängen befreite Rezeption halte ich persönlich zwar für genauso interessant wie ziellos unergiebig. Gesellschaften tendieren dazu, sich Beschränkungen und Regeln aufzuerleben. Vollkommen freiwillig. Davon ist die Kunst leider nicht ausgenommen (auch, wenn sie gerne so tut um so ihr Image zu pflegen). Beispielsweise ist schon das Medium "Film" an sich eine formale Beschränkung. Dann wäre da Formate, Genres usw.
Wenn also die Kunst in Konventionen gepresst wird, so sollte die Rezeption von Kunst das in jedem Fall auch tun. Sich in freien Assoziieren zu ergehen, mag einige wichitge Impulse geben können - aber bestimmt keinen gesteigerten Erkenntnisgewinn.
SiameseAlex Thu, 21 Jun 2012 06:56:50 -0000
Antwort löschenErstmal danke für deine Antwort. Was mich auf eine Nachfrage bzgl. der sog. »objektiven Standards« drängte, ist die im Wort auftretende Totalität - das Extreme. Ich habe in meinem Statement oben eben nicht eine innere Logik gänzlich verneint, sondern vielmehr eine AUF GANZHEIT ausgerichtete; auch verneine ich nicht auf 100% angelegte Handlungskapazität von Charakteren (d.h. dass sie in ihrer Konsequenz idealtypischen Mustern gehorchen und eben das tun, was das weitgehend plausibelste ist) - eher geht es mir um die fehlende Allgemeingültigkeit, wie oben auch steht.
Denn ehrlich; absolute Objektivität gibt es nicht, wir verständigen uns nunmal in einem Medium, in einer gewissen Medialität grade (Schriftlichkeit), und da ist es unerlässlich auf diesen Umstand hinzuweisen, weil es nunmal keine direkte, unmittelbare Kommunikation gibt. (außer vielleicht die Musik, aber das ist sehr vage) Natürlich glaube ich an die Existenz von Genres, Authentizität im Film, handwerkliches Geschick/Ungeschick - allerdings nicht in den totalitären, sich gegenüberstehenden Extrempolen, weshalb ich nicht von »objektiven Standards« reden will bzw. an deren Existenz glaube.
Leider mache ich es mir mit dieser veschiebenden Kommunikation weg von den Dualismen alles andere als leichter - es ist sogar viel schwerer, da unsere Sprache, die im Grunde Zeichensetzung ist und damit einem binären Prozess unterliegt (Buchstabe ja/nein - Wort ja/nein usw.) - und damit per se nicht verschiebbar, dynamisch ist. Denn wenn ich nun unten auf Speichern klicke, ist eine Änderung nicht mehr möglich.
The Director Wed, 20 Jun 2012 12:30:36 -0000
Kommentar löschenschöner artikel. ich finds ärgerlich, wenn man einen film sieht und dich währenddessen regelmäßig jemand auf jede kleine ungereimtheit aufmerksam macht. z.B. nähert sich ein suchtrupp dem flüchtling und dieser versteckt sich im hohen gras. "müssen die ihn nicht schon längst gesehen haben?", könnte man da fragen. der suchtrupp entfernt sich wieder und der flüchtling steht auf und läuft weiter. "ganz schön unvorsichtig", kann man da vielleicht meinen. "deine dumme meinung interessiert mich aber nicht! halt die klappe und konzentrier dich aufs wesentliche, die handlung!"
dennoch würde ich die existenz von logikfehlern in filmen nicht komplett ausschließen, denn es kann durchaus vorkommen dass sich ein film innerhalb seiner welt selbst widerspricht. in dem fall würde ich dann schon von einem logikfehler sprechen. kann grad leider kein beispiel nennen.
noch ärgerlicher als das finde ich allerdings leute, die sogenannten "filmfehlern" hinterherjagen. ein scheitel, der in der nächsten szene anders aufm kopp liegt ist KEIN FILMFEHLER, sondern ein schlechter schnitt. wenn simba der hyäne drei kratzer ins gesicht macht, die in der nächsten szene wieder verschwunden sind, ist das auch KEIN FILMFEHLER, sondern angewandte rhetorik. filmfehler sind uhren oder flugzeuge im alten rom, falsche kleidung oder leute im bild, die da eigentlich nicht hingehören. also liebe filmfehlersucher: wir leben nunmal in einer welt, in der es nicht so viele filmfehler gibt, wie es sich manche gerne wünschen, also sucht euch gefälligst ein neues hobby, ihr freaks.
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HulktopF Wed, 20 Jun 2012 16:01:58 -0000
Antwort löschenhmm ich hab eines was mit deinem profilbild zu tun hat.
in teil eins von terminator wurde festgelegt, dass organische masse nur durch den zeitreiseaparat kann.. da ist teil eins sogar unlogisch, da das exoskelett des terminators eigentlich in der zukunft bleiben müsste und somit nur das fleisch reisen würde... ok zurück zum eigentlichen fehler: der T-1000. wenn organische masse reisen kann...wie kann dann ein cyborg aus flüssigen metall in die vergangenheit reisen?
das zeitparadoxon an sich bedarf ja keiner weiteren ansprache.
Punsha Wed, 20 Jun 2012 12:05:37 -0000
Kommentar löschenExakt! Nach wie vor schöne Rubrik, nur der Titel ist eben unpassend, weil du bisher bei mir zumindest noch nicht angeeckt bist.
Ich stelle selbst oft fest, wenn ich mit Freunden ins Kino geht, dass die anscheinend einzig und allein die Logik zu interessieren scheint. Alles andere, was das Medium Film und die Arbeit eines Regisseurs betrifft, scheint dann belanglos zu sein. Passend dazu hab ich mir gestern das Double Feature aus Tim Burton's "Ed Wood" ("Filmmaking is not about the tiny details. It's about the big picture.") und anschließend "Plan 9 From Outer Space" gegeben und kann dir und dem guten alten Hitchcock letztlich nur zustimmen: "Nichts in der Welt ist so langweilig wie die Logik."
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Falkenfluegel Wed, 20 Jun 2012 11:43:54 -0000
Kommentar löschenMein Lieblingsbeispiel: Signs
Ständig lese ich in Reviews, dass der Film ja von vornherein unlogisch wäre. Warum sollte eine hochentwickelte Alienspezies mit Kornkreisen kommunizieren und auf einen Planeten voller Wasser gehen, wenn sie doch verletzlich gegen Wasser sind?
Aber das wichtige ist doch, der Zuschauer erfährt überhaupt nichts über die Absichten der Aliens. Es könnte eine millionen Gründe geben, die auch nicht mit der Logik des Filmes kollidieren würden. Aber nein, es ist ja sofort alles unlogisch. Warum?
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Der Sepp Wed, 20 Jun 2012 17:25:21 -0000
Antwort löschenWeil Menschen nicht an einem Vulkanplaneten interessiert wären ... weil fische nicht an land gehen ... weil reptilien sich nicht die arktis unterjochen ... würdest du in einer wohnung wohnen wollen wo 70% deiner auftrittsfläche tödlich für dich sind ? selbst die luftfeuchtigkeit sollte in einigen regionen arg tödlich sein für die netten aliens ... und der film hat wesentlich schlimmere probleme als seine bescheuerte auflösung und grundprämisse ^^
Mein Senf Wed, 20 Jun 2012 11:26:43 -0000
Kommentar löschenIch bin da ein wenig zwiegespalten. Einerseits spricht mir der Artikel total aus der Seele: "Logiklöcher" sind das beliebteste und überstrapazierteste Totschlagargument in Filmrezensionen. Das müffelt dann immer danach, dass auf die Weise die subjektive Abneigung gegen einen Film vermeindlich rational greifbar gemacht werden soll, mit dem netten Nebeneffekt, die eigenen Überlegenheit zum Sujet zur Schau stellen zu können.
Wenn es um vermeindliche Logiklöcher geht, dann sitzt der Colt des durchschnittlichen (Hobby-)kritikers allerdings auch deshalb so dermaßen locker, weil der Begriff einigermaßen unscharf verwendet wird. Tatsächlich summieren sich unter diesem Dach vollkommen unterschiedliche filmische Aufreger. Dass zeigt allein schon der vorliegende Artikel, der unter Logikloch sowohl (vermeindlich) dümmliche und klischeehafte Handlungen der Protagonisten sowie innere Inkonsistenzen innerhalb eines bestimmten Szenarios verhandelt. Weiter geht es in den Kommentaren, die unter Logiklöcher auch technsiche Fehler (Mikrogalgen, Kameraschienen und Filmcrew im Bild) verstehen.
Wenn es darum geht, Logiklöcher unter dem Deckmantel der künstlerischen Freiheit zu rechtfertigen, wäre ich allerdings eher vorsichtig. Kunst -zumal Filmkunst- besteht nämlich nicht nur aus grenzloser Kreativität, sondern eben auch aus formaler handwerklicher Brillianz. Und ein Logikloch gehört nur in Ausnahmefällen dazu (ein Beispiel folgt weiter unten).
Greifen wir uns mal den Teilaspekt des Drehbuchs heraus, dann findet man Logiklöcher dort an zwei Stellen.
1.) Wenn innerhalb der Geschichte Inkonsistenzen auftreten, oder im späteren Verlauf Dinge passieren, die sich aus dem Rest der Handlung nicht schlüssig ergeben.
2.) Wenn Charaktere etwas tun, dass absolut nicht ihrem Charakter entspricht.
So etwas kann aus A) mangelhafter handwerklicher Begabung, bzw. aus purer Faulheit (Was ein und das selbe ist, weil zur handwerklichen Begabung eben auch ein gewisses Maß an künstlerischer Ausdauer gehört, B) aus Gründen filmischer Effizienz, oder C) aus künstlerischem Kalkül entstehen.
Zu Punkt A) Hier schmälert das Logikloch den künstlerischen Wert der Arbeit. Sei es aus purer Unfähigkeit, oder -noch schlimmer- weil der Künstler glaubt, er komme mit seiner Faulheit durch und sein Publikum würde den Fehler nicht bemerken (was ja auch durchaus häufig der Fall ist, wenn man sich mal überlegt, wie wenige es mitbekommen, wenn sich ein Musiker während eines Livekonzerts verspielt). Fällt der Fehler dann doch auf, dann wird das ganze gerne unter dem mit dem ebenfalls Totalargument "Künstlerische Freiheit" gerechtfertigt. Tatsächlich bleibt es aber ein formaler Fehler, den man dem Werk tatsächlich ankreiden kann.
Zu Punkt B) Logiklöcher werden manchmal bewusst in Kauf genommen, wenn die Handlung schneller vorangebracht werden soll/muss. Wenn das Drehbuch dieses Logikloch selbstbewusst und offensiv angeht, eventuell sogar mit ihm spielt und dabei das Publikum einbezieht, dann ist es vertretbar. Eine Beispiel: In dem Klassiker "Casablanca" sucht Rick verzweifelt nach Transitvisa und erhält schließlich ausgerechnet Hilfe von einem profitgierigen und nur auf den eigenen Vorteil bedachten Bekannten. Ein Verhalten, dass überhaupt nicht zu dessen eindimensionalen Charakter passt und so löst das Drehbuch dieses Logikloch, indem er dem Egoisten einfach die Worte "Ich weiß auch nicht, warum ich das mache, aber ich helfe dir." in den Mund legt. Dem Publikum wird damit augenzwinkernd signalisiert "Ihr habt Recht - ist eigentlich vollkommen unlogisch. Aber im Film -zumal in einem Film mit dem unwiderstehlichen Humprey Bogard ist schließlich alles möglich."
zu Punkt C) Logiklöcher können im Rahmen einer künstlerischen Intention bewusst platziert werden. Sei es, um damit bewusst ein gewisses Schlaglicht zu setzen (mein Deutschlehrer hat immer von einer "stilvollen Ellipsierung" gesprochen), oder radikaler, um auf die Weise eine ganze filmische Konventionen, oder Formalitäten zu brechen, auf den Kopf zu Stellen und daraus etwas vollkommen Neues zu schaffen. Auch hier muss dann aber eine gewisse Kontuität im Stilbruch erfolgen. Ansonsten beschränkt sich das Ergbnis auf einen weitestgehend ziellosen Konventionsbruch meist gesteuert durch eine impulsive, mitunter wütenden Energie. Das mag im begrenzten Umfang zwar interessant sein, ist aber ebenfalls künstlerisch weitgehend wertlos..
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Dachsman Wed, 20 Jun 2012 11:18:12 -0000
Kommentar löschenJein.
Im Grunde würde ich eher dem Zustimmung, was Batzman weiter unten schon geschrieben hat.
Ja, das große Klugscheißen, welches von Internet-"Reviewern" und den sie umgebenden Personenkult nochmal dick angefeuert wurde, ist oft nicht zweckdienlich und ist was die Rezeption eines Filmes nicht überschatten darf.
Aber, es vollkommen vom Tisch zu kehren, ist - auch wenn der Text sicher gewollte polemisch geschrieben ist - dann auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Gerade bei Filmen, die eine Geschichte erzählen wollen, ist erzählerische Konsequenz notwendig. Wenn ein Charakter bei seinem ersten Auftritt mit bestimmten Eigenschaften und Charakteristiken etabliert wurde, in der nächsten Szene dann aber so handelt, dass es dem zu widerspricht, dann ist das selbstverständlich etwas, was man dem Film ankreiden kann.
Und die Motivation hinter solchen Seiten wie "dieseher.de" ist dann doch nochmal eine ganz andere, als die hinter einer Fachkritik, die auf Logiklücken hinweist.
Ein Beispiel:
>>> [...] Allerdings grenzt die erzählerische Inkonsequenz schon an Zuschauerverachtung. Die Transformers täuschen ihre Abreise von der Erde vor und warten mit ihrem Comeback, bis eine komplette Stadt in Schutt und Asche liegt?! Warum fällt den Amis ein Ei aus der Hose bei der Entdeckung von Robotern, wo doch Megatron (oder wie der heißt) schon ewig bei ihnen in der Kühltruhe lag? Wie kann sich Huntington in Gefangenschaft von Dempsey dreimal komplett umziehen? [...] <<<
Aus Julio Sacchis Kommentar zu "Transformers 3"
Das andere - unangemessen - Spektrum dieses Umstandes hat Patcharisma damals in seine "The Game"-Kommentar sehr treffend auf den Punkt gebracht:
>>> Wissen Sie eigentlich, was mich an Konsumenten von Motion Pictures immer am meisten nervt und warum ich deswegen heutzutage am liebsten alleine ins Kino gehe? Kommt man erschlagen aus einem Film heraus und will man dann mit denen mal vertieft über das Gesehene reflektieren, kommen oft so Phrasen wie: [...] c) das Allerschlimmste: Die Leute beginnen wie vergiftet nach Logiklöchern im Film zu suchen, fast schon wie bezahlte Klein-Detektive. Die finden sie irgendwann auch und dann rufen sie aus, wie wenn es einen Preis abzuholen gäbe. Kennen Sie das auch?
Bei "The Game" hat mich das ganz super tierisch genervt, denn der Film ist ja eigentlich von A-Z eine Groteske, und zwar eine Sauspannende! Ein Spiel zum Geburtstag von Ober-Arschloch Michael? Das ist schon als Ausgangslage eigentlich kompletter Unfug, also bitte warum steht man dann nicht schon entrüstet auf und verlässt den Saal am besten durch den grün beleuchteten Notausgang, als Zeichen davon, dass man es intellektuell schon eh durchschaut hat? Weil es eben dann doch viel zu gerissen ist, um es einzugestehen: "The Game" ist ein Film, der mit jeder Einstellung so verblüfft, dass man denkt, man sei in einem surrealistischen Traum. [...] <<<
Aus Patcharismas Kommentar zu "The Game"
Denn, wie sagt man so schön: Jede Medaille hat zwei Seiten (und wenn MP irgendwann ein Phrasenschwein einführt, mache ich das wahrscheinlich innerhalb von einer Woche voll).
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Narrisch Wed, 20 Jun 2012 11:13:37 -0000
Kommentar löschenEs kommt auf die Art- und Weise an wie damit umgegangen wird. Bond müsste man beispielsweise aus rein logischen Gründen jedesmal erschießen anstatt sich von ihm in stundenlange Diskussionen verwickeln zu lassen. Dann wäre aber der Spaß weg und Kino ist nicht dazu da, jede Situation haarklein und immer logisch darzustellen.
Nur gibts einen Unterschied zwischen "logischen" Fehlern um eine Geschichte passend zu machen und handwerklichen Schlampereien.
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doctorgonzo Wed, 20 Jun 2012 10:04:41 -0000
Kommentar löschenAlso für mich ist das grundsätzlich eine Frage der Relation, des Genres und des Maßes.
Ich erwarte von einem Zombiefilm beispielsweise keine Bodenständigkeit, aber zumindest eine grundsätzliche Kontinuität.
Wenn ein Zombie einen Menschen beißt und der wird und zum Zombie, ist das okay, auch wenn es eigentlich gar keine Zombies gibt (obwohl mir da manchmal Zweifel kommen). Wenn aber derselbe Zombie zehn Minuten später wieder einen Menschen beißen würde und der würde nicht zum Zombie werden und auch keine Erklärung (beispielsweise ein bombastisch ausgeklügeltes Serum, Sonnenflecken oder Immunität aufgrund von Katzengenen) käme, dann wäre das ärgerlich. Nicht weil ein Zombiefilm ein Ausbund an Realitätsnähe sein müßte, aber er sollte sich zumindest selbst, bzw. den selbst aufgestellten Regeln treu bleiben. Wenn es natürlich eine Parodie ist, dann kann der Bruch mit jeglicher Logik und Kontinuität auch Stilmittel sein, aber das ist ein anderes Thema.
Es muss nicht alles den Regeln der Logik, der Physik oder sonstwas entsprechen, aber es sollte zumindest eine Linie erkennbar sein. Wenn in "Das fünfte Element" Willis in John Wayne Manier immer trifft und das den ganzen Film über tut, dann ist das eben so. Wenn aber in "Shooter" erst soviel Wert auf vermeintlichen Realismus (in Filmdimensionen natürlich) gelegt wird und dann der Protagonist quasi ohne Kratzer dutzendweise gut ausgebildete Mitglieder einer Spezialeinheit ausknipst, dazu noch in der Enge eines Hauses, dann stört mich das schon.
Klar sollen Filme in erster Linie unterhalten und haben dazu auch mitunter ihre eigenen Gesetze, aber deshalb muss ich schwerlich blind werden für gewissse Ungereimtheiten in deren Verlauf.
Und bloß weil mich eben solche Ungereimtheiten stören, muss ich nicht zwangsläufig kunstfeindlich eingestellt sein.
Wenn ein Film sich im Laufe seiner Handluing quasi immer wieder selbst widerspricht, dann unterhält er mich nämlich auch nicht mehr und irgendetwas investiert man als Zuschauer immer in einen Film, selbst wenn es "nur" Lebenszeit ist.
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Tytus Wed, 20 Jun 2012 10:59:57 -0000
Antwort löschenDito :) sehe das genauso wie du, aber aufregen sollte man sich nicht allzu viel über solche Fehler, jedenfalls in denn meisten fällen betrifft das Filme bei dehnen das weitere Lebenszeit Verschwendung wäre :D
pah klar gibt es Zombies noch nie um Supermarkt gewesen :D
Benner Wed, 20 Jun 2012 09:07:21 -0000
Kommentar löschenSehr schöne neue Rubrik und sehr gut geschrieben, Vince.
Ich suche mir meist keine Logiklöcher raus, bzw. stören sie mich auch nicht. Was ich aber gerne mache ist Filmfehler zu finden, sprich Fehler in der Continuity o.ä. .
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jacker Wed, 20 Jun 2012 09:05:00 -0000
Kommentar löschenSehr schön beschrieben, haarspalterische Analysen eines Werkes nerven mich auch extrem!
Ich fand zwar auch schon Handlungsverläufe diverser Filme völlig absurd, allerdings nicht, dass die Gejagten in Horrorfilmen in den Keller laufen und wer das anprangert hat löst bei mir nur Verwunderung aus!
'Anstatt dem Plot dienend in den Keller zu laufen handelten die Protagonisten logisch und rational wie es Menschen tun sollten! Das Texas Chainsaw Massacre wurde zur Texas Escape Story und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende!'
Großartiger Horrorfilm!
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Dr. Kovak Wed, 20 Jun 2012 08:55:25 -0000
Kommentar löschenPure Vernunft darf niemals siegen
wir brauchen dringend neue Lügen
Die uns durchs Universum leiten
Und uns das Fest der Welt bereiten
Wir sind so leicht, dass wir fliegen!
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Mr. Pink Wed, 20 Jun 2012 08:52:06 -0000
Kommentar löschenMir fallen zwar ab und zu sicherlich ein paar Logikfehler auf, aber das stört mich eigentlich nie. Denn Leben ist Leben, und Film ist nun mal nur Film. Und wenn ein Film seiner eigenen inneren Logik folgt und keine gravierenden Fehler passieren (z.B. dass jemand stirbt und später ohne Erklärung einfach wieder auftaucht) ist für mich alles in Ordnung. Ich lasse mich dann nämlich doch lieber unterhalten, anstatt die ganze Zeit nachzugrübeln, was da vielleicht nicht stimmen könnte.
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Batzman Wed, 20 Jun 2012 08:49:00 -0000
Kommentar löschenNaja... lazy screenwriting auf diese Weise als "it's not a bug, it's a feature" eine Generalamnestie auszustellen macht es dann doch zu einfach, denn letztlich landen wir dann bei "Alles egal, hauptsache es bewegt sich was".
Klar ist: Gute Filme können Drehbuchschlampereien weginszenieren. Der überraschend auftauchende Abgrund in JP1 trübt den Spaß am Ansehen höchstens beim zweiten Mal, wenn einen die Handlung nicht mehr so mitreisst, dass man gar nicht dazu kommt Dinge zu hinterfragen. Schlechten Filmen (und du beziehst dich ja oben meist auf solche) gelingt eben diese extreme Form des "suspense of disbelief" nicht zu erzeugen. Sie sind so lausig konstruiert, dass man während des Films anfängt ihn zu reflektieren, die Machart zu hinterfragen, weil gewisse Teile sich einfach nicht zusammenfügen.
Du wirfst auch viel in einen Hut, denn Kritiker die Unlogik anmerken und sie dem Film ankreiden gehen mit einer anderen Motivation an die Sache heran, als die unzähligen Artikel und FunFact-Sammlungen die einfach aus Spaß an der Sache Logiklöcher (und oft sind es Verstöße gegen die innere Logik) auflisten, ohne sie zwingend negativ gegen den Film auszulegen. Fehlende Schlüssigkeit die aus dem Film reißt ist ein Problem und kann auch nicht durch "ja das is ja gewollt" entschuldigt werden. Umgekehrt ist "Logik" in einem Film der diese so weginszeniert, dass der Zuschauer keine Sekunde in Frage stellt was dort gerade passiert völlig okay und bestenfalls als Film-Trivia aber nicht als Bewertungskriterium interessant.
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Hendrik Wed, 20 Jun 2012 08:43:13 -0000
Kommentar löschenMit einer Woche Verspätung sage ich mal: Schöne neue Rubrik!
Zum Thema: Bin eigentlich bei Fehlern ziemlich tolerant, es sei denn die Macher geben sich keine Mühe sie zu verschleiern oder ein Film ärgert mich dermaßen das ich ihn zurückärgere, indem ich mir einen Spaß daraus mache nach Fehlern zu suchen. Wie schon unter mir geschrieben, unlogisches Handeln von Figuren ist immer relativ, denn auch in der ach so logischen Realität neigen Menschen dazu, sich öfters mal unlogisch zu verhalten.
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Copper Wed, 20 Jun 2012 08:28:31 -0000
Kommentar löschenDanke für den Bericht. Hat mir gefallen. Ich habe mehrfach Menschen, in für sie, Ausnahmesituationen erlebt. Da gibt es zum teil keine Logik. Zum Teil wird der Mensch von Instinkten gesteuert, welche falsch sind. Und wenn man im Sessel zuhause sitzt, da weiß ich auch sehr viele Fragen bei wer wird Millionär zu beantworten. Aber wenn man dort sitzt, Lampenfieber, Scheinwerfer und Lampen auf einen gerichtet...
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Smoin Wed, 20 Jun 2012 08:11:39 -0000
Kommentar löschenIch finde du definierst das falsch. Irrationales Verhalten von Protagonisten im Film ist für mich keine Frage der Logik.
Genausowenig wie wenn ein Film die Gesetze der Physik aushebelt oder sonst unrealistisch erscheint. Das gehört alles dazu.
Für mich sind Logiklöcher, wenn ein Film seiner eigenen "Logik" widerspricht und in sich nicht stimmig ist. Das ärgert mich furchtbar, trotz oder vor allem weil es sich meist um Kleinigkeiten handelt. Da gibt man sich Mühe für einen Film und verkackt es dann bei einer Sache, die einfach nicht hätte sein müssen.
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Mr Vincent Vega Wed, 20 Jun 2012 08:19:48 -0000
Antwort löschenGenau das meine ich doch im letzten Absatz: Die "eigene" Logik, von der Du sprichst, ist eben eine eigene. Wenn man dieser nicht mehr folgen kann, heißt das noch lange nicht, dass sie sich "widerspräche" oder "Löcher" habe. Sondern vielleicht einfach nur, dass sie nicht mit dem eigenen Logikverständnis übereinstimmt. Gott sei Dank.
Cowboy86 Wed, 20 Jun 2012 09:34:30 -0000
Antwort löschenSofern sie denn auch gewollt ist. Nicht aber falls es unbeabsichtigt, einfach übersehen wurde oder einem zu eifrigen Schneiderlein zu verdanken ist und es sich somit schlichtweg um einen Fehler handelt. Da dies aber schwer zu ermitteln ist, hat man eigentlich nur zwei Varianten:
1. Die filmische Freiheit akzeptieren / Den Fehler verzeihen
2. Sich furchtbar darüber aufregen
Tytus Wed, 20 Jun 2012 10:55:37 -0000
Antwort löschen"Für mich sind Logiklöcher, wenn ein Film seiner eigenen "Logik""
Dito Smoin & Cowboy genau das meinte ich auch (siehe unten)
Smoin Wed, 20 Jun 2012 14:50:54 -0000
Antwort löschenOk, ich habe den Absatz beim ersten mal lesen nicht so ganz verstanden. Trotzdem muss ich dir da widersprechen.
Das mag jetzt auch subjektiv sein, aber wenn ein Film es schafft, mich aus der Handlung und dem Fluss rauszureißen, dann finde ich das schade. Das muss nicht sein. Ich suche ja jetzt nicht direkt nach Fehlern. Aber an dem Punkt, in dem sie mir im Film quasi von selbst auffallen, haben die Macher meiner Meinung nach versagt.
Looki Wed, 20 Jun 2012 07:52:15 -0000
Kommentar löschendie typen die immer sagen "das ist unrealistisch" halt ich gar nicht aus. ein film SOLL mich unterhalten! ein film IST fiktiv (zumindest meistens) darum schau ich ja filme um etwas zu sehen das anders ist...
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Jumperman Wed, 20 Jun 2012 07:51:27 -0000
Kommentar löschenEiner der besten Texte, die ich hier je lesen durfte. Er spricht mir aus der Seele. Danke! :)
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Tytus Wed, 20 Jun 2012 07:47:23 -0000
Kommentar löschenJaein ;) Für mich gibt es zwei Unterschiede wenn ein Film einen Mitreißt und man sozusagen Logik Fehler nicht mitbekommt jedenfalls nicht beim ersten Sehen.
Aber wenn ich da sitze und mir zum Zehnten mal das Mikro im Bild auffällt oder Fehler die der eigenen vom Film gesetzten Weltordnung widersprechen dann WTF
Solche Kleinigkeiten wie das hinfallen von Protagonisten & Co sind einfach nur eine ausgelutschte Situation, die auf die Qualität des Films hindeuten könnten aber nicht müssen :)
Trotzdem Guter Artikel
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Filmsuechtiger Wed, 20 Jun 2012 07:31:15 -0000
Kommentar löschenGenerell stimme ich zu, es gibt allerdings einzelne Gegebenheiten, die mir die Atmosphäre verhageln. So beispielsweise der Terrorist im Finale von Stirb Langsam, der erwürgt und in die Luft gejagt wurde, anschließend irgendwie 80 Meter in die Tiefe gefallen ist und dann mit schussbereitem Sturmgewehr in der Hand (!) aus einem Schuttberg aufersteht. Klar, Die Hard ist ein launiger Actionreißer und muss nicht logisch sein, aber das ist mir schlicht zuviel des Guten.
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Mr Vincent Vega Wed, 20 Jun 2012 08:24:10 -0000
Antwort löschenDas ist doch ein wunderbarer Gag des Films. Und zudem ein Schlüsselmoment, beschäftigt man sich mit den Vorzeichen postmodernen Filmemachens, die zu suchen in Die Hard eine wahre Freude ist (beispielsweise John McClanes Slow-Mo-Run durch die Dschungelpflanzen der Vorhalle).
Hendrik Wed, 20 Jun 2012 08:25:30 -0000
Antwort löschenOkay, er wurde scheinbar erwürgt, aber nur das Dach ist in die Luft geflogen und da befand er sich mindestens ein Stockwerk weiter unten. Er steht auch nicht aus einem Schuttberg wieder auf, sondern hat eine Decke um sich, die er wahrscheinlich von der Polizei oder der Feuerwehr bekommen hat, die ihn für eine der Geiseln hielten. Die Geiseln wiederum haben es ja auch irgendwie geschafft, es von einem der oberen Stockwerke pünktlich zum Ende nach unten zu schaffen, für unseren Terroristen müsste dies also auch kein Ding der Unmöglichkeit gewesen sein ohne sich runterzustürzen. Wie er aber das Sturmgewehr unauffällig nach draußen gebracht hat ignorieren wir einfach mal. Jetzt im noch tolerablen Bereich des Guten?
blackholebird Wed, 20 Jun 2012 07:31:05 -0000
Kommentar löschenJa, dem kann ich mich im Grunde nur anschließen. Ich beschäftige mich seit kurzem auch mit dem Thema, weil das ja Prometheus derzeit ständig vorgeworfen wurde. Ich hab den Film noch nicht gesehen, aber nach und nach poppen immer mehr Blogeinträge auf, die sich gegen den Vorwurf der mangelnden Logik erheben und aufzeigen, wieso es nur konsequent ist, was der Film zeigt.
Oft scheint mir eher der unaufmerksame Zuschauer oder eine krude Weltvorstellung hinter dem Logiklochvorwurf zu stecken. Es geht um mangelnde Nachvollziehbarkeit, nicht aber um irgendwelche klaffenden Lücken, die einen Mangel an der Geschichte offenbaren.
Wobei es durchaus auch irgendwelche deus ex machinas gibt, die man auch mit künstlerischer Freiheit nicht legitimieren kann oder die einem einfach sauer aufstoßen, weil man einen kreativen Ausgang erwartet. Gerade bei Sci-Fi und Fantasy wäre das zum Beispiel häufiger der Fall, weil man dann auf einmal "alles" machen kann, der allmächtigen Vorstellung sind auf einmal keine Grenzen gesetzt.
Naja, aber ich find deinen Artikel klasse. Das trifft schon das Problem ziemlich genau auf den Kopf und ich hab erst gestern zu einem Freund gesagt, dass ich eigentlich kaum einen Film kenne, der ein solches Logikloch besitzt...
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mitcharts Wed, 20 Jun 2012 07:27:23 -0000
Kommentar löschenSchöner Artikel. :)
Und ich werfe einfach mal folgenden Link in den Raum:
http://en.wikipedia.org/wiki/Suspension_of_disbelief
Ich muss ja zugeben, dass ich mich auch immer mal wieder dazu hinreißen lassen, nach Logikfehlern zu suchen ... aber hey, wer ist schon unfehlbar. ^^
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gibtsnet Wed, 20 Jun 2012 07:21:20 -0000
Kommentar löschenVielen Dank für diesen Artikel. War schon lange fällig!
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sweet_angel6892 Wed, 20 Jun 2012 07:18:43 -0000
Kommentar löschenDa kann ich nur eines sagen: Großartiger Artikel! Danke dafür! Du sprichst mir aus der Seele und ich kann dem nur zustimmen.
Leute die krampfhaft nach Logikfehlern suchen nerven echt total -.- absolut kein Vorstellungsvermögen und keine Bereitschaft, sich auf etwas anderes einzulassen. Überflüssig ist es in der Tat und ich kann mir nicht vorstellen, dass es ernsthaft Spaß macht. Lieber konzentriere ich mich auf die Geschichte und lasse mich ins Geschehen mit hineinziehen, als dass ich nur auf etwas warte, was mir "unlogisch" vorkommt. Da macht Filme gucken doch gar keinen Spaß mehr und ich denke auch nicht, dass das der Sinn davon ist.
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>MARVEL< Wed, 20 Jun 2012 07:11:38 -0000
Kommentar löschenJa ja, die liebe Logik.
Wie oft haben wir uns schon an den Kopf gefasst wenn ein Opfer auf der Flucht vor seinem Verfolger natürlich hinfallen muss. Total unlogisch.
Und was passiert meinem Kumpel vor ein paar Jahren als eine Horde Punks einen Spaß über deren Hund nicht so lustig fanden? Dreimal dürft ihr raten. ;)
Es ist so eine Sache. Nur weil ich ein Geräusch in meiner Wohnung höre renne ich doch nicht gleich raus, natürlich schaue ich nach was da los ist.
In so fern sollte man wirklich erstmal nachdenken bevor man nach Logiklöchern sucht.
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Julio Sacchi Wed, 20 Jun 2012 07:06:06 -0000
Kommentar löschenHätte ruhig härter und polemischer ausfallen können, verdient doch der "Logikfehler"-Mob samt und sonders eine gefeuert.
Trotzdem: Dank an Vinnie für das Aufgreifen dieses Themas, das uns in den Ärschen brennt.
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Weiterführendes zum Artikel ?
Als Mr. Vincent Vega polemisiert sich Rajko Burchardt seit Jahren durch die virtuelle Filmlandschaft, immer auf der Suche nach dem kleinstmöglichen Konsens. Denn “interessant ist lediglich Übertreibung und das Pathos – alles andere ist langweilig, leider.” (Christian Kracht). Wenn er nicht gerade auf Moviepilot aneckt, bloggt Rajko für die 5 Filmfreunde und sammelt Filmkritiken auf From Beyond.





jeder film hat mehr oder weniger innere regeln. wenn diese unzureichend sind oder nicht befolgt werden verliert der film authentizität und macht keinen spaß, ganz einfach.
wenn man eine "spürnase" braucht um die löcher zu finden, ist ja alles in ordnung.
wenn ein film plötzlich an spannung verliert oder den zuschauer wieder in die realität katapultiert weil richtiges hineinversetzen zu anstrengend wird, kann das aber an handwerklichen fehlern des drehbuchs liegen.
spannung entsteht, wenn ich nicht weiß was passieren wird, aber weiß was etwa passieren kann. wenn wirklich alles möglich ist wird es langweilig. wenn der held jede minute eine andere passende superkraft hat um sich aus der patsche zu ziehen ist das langweilig. wenn ich schon vorher weiß wie er es macht ist das auch langweilig.
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