Krimi-Verfilmung

Verdammnis verblasst hinter Verblendung

Verdammnis
© Nordisk Film
Verdammnis

Nach Verblendung startet heute mit Verdammnis der zweite Teil der Millenium-Trilogie des schwedischen Autors Stieg Larsson in den deutschen Kinos. Diesmal haben Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) und Lisbeth Salander (Noomi Rapace) mit Mädchenhändlern zu tun, die junge russische Frauen gewaltsam ins Land bringen und dort zur Prostitution zwingen. Dabei entdeckt Lisbeth Salander, dass ihr ehemaliger Vormund Nils Bjurman (Peter Andersson) in die Machenschaften der Mädchenhändler verwickelt ist. Die Kritiker nehmen Verdammnis sehr unterschiedlich auf und kritisieren vor allem gelegentliche Längen und die Kürzungen gegenüber der Buchvorlage.

Günter H. Jekubzik von Filmtab gesteht dem Film zwar ein „spannendes Finale“ zu, findet Verdammnis allerdings „wesentlich schwächer als Verblendung “. Der Kinofilm fühle sich, je länger er dauere, desto mehr „nach Fernsehen an“ und lasse den Zuschauer insgesamt „unbefriedigt“ zurück.

Andreas Ungerböck vom Magazin ray kann dem Film noch weniger abgewinnen. Verdammnis bewege sich „eher ziellos auf ein Ende zu, das keines ist, mit großen Löchern im Drehbuch und mit wenig Unterstützung durch Regisseur Hans Alfredson (er ersetzte Niels Arden Oplev), der alles haargenau so filmt, wie man es erwarten würde“. Besonders die Kürzungen gegenüber der Vorlage bemängelt er, man habe „aus Stieg Larsson s groß angelegtem und detailreichem Roman – offensichtlich mit dem Buschmesser – eine Blockbuster-taugliche Story gezimmert“

Thomas Engel von programmkino.de dagegen ist zufrieden mit Verdammnis – auch, wenn er gegen Ende hin Realismus vermisst: „Weit verzweigt, nicht unkompliziert, spannend und dramatisch auch dieser Teil – und ziemlich gekonnt in Szene gesetzt. Ein Gesellschaftskrimi, der allerdings gegen Ende an übertriebener Blutrünstigkeit und entschiedener Unwahrscheinlichkeit leidet.“

Auch Margot Köhler vom Bayrischen Rundfunk sieht in Verdammnis einen spannenden Film. Zwar sei es von Vorteil, die Vorlage gelesen oder zumindest den Vorgänger gesehen zu haben, außerdem sei „höchste Aufmerksamkeit gefordert“, allerdings entwickle der Film dann einen „unwiderstehliche[n] Sog“. Besonders lobt die Filmkritikern die Leistung der Hauptdarstellerin Noomi Rapace. Diese spiele „spektakulär“, sodass ihr Co-Star Michael Nyqvist fast hinter ihrer „Leinwanddominanz“ verschwinde.

Ab heute könnt ihr euch selbst ein Bild von Verdammnis machen. Vorher zeigen wir euch hier noch einmal den deutschen Trailer:


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