Aus dem Nichts - Kritik

Aus dem Nichts / AT: In the Fade

DE/FR · 2017 · Laufzeit 106 Minuten · FSK 16 · Drama · Kinostart
Du
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    Super Story, klasse Buch und Regie und eine überragende Hauptdarstellerin. Eine große Packung Taschentücher und reichlich Zeit zum Nachverarbeiten .....

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    • 7

      Fatih Akin, hat für seinen neuen durchaus diskutablen Film genau die richtige Hauptdarstellerin mit Diane Kruger gefunden! Sie liefert, in diesem Justiz/Rachedrama eine Meisterleistung ab und zeigt alle Ihre Facetten in der Figur von Katja! Aus dem Nichts, ist ein sehr lebensnaher Film aber auch ein Film der unendlich viel Wut in mir auslöst und in der Frage nach Gerechtigkeit! Fatih Akin, teilt seinen Film ähnlich wie Tarantino in mehrere Kapiteln auf! Der Film ist gut keine Frage und Diane Kruger spielt wohl die Rolle Ihres Lebens und auch alle anderen an die Wand! Was mir fehlt, ist neben der Wut auf die Behörden und Ermittler über Ihre Unfähigkeit in einem so klaren Fall der Gerechtigkeit genüge zu tun, ist die emotionale Bindung zu den Figuren ! Nicht unbedingt zu Diane Krugers Katja, sondern zu den beiden Opfern! Aber das war eben nicht möglich, weil der Film zu 90 Prozent nach dem Anschlag spielt und dem danach! Man kann sich sehr gut in die Rolle von Katja hineindenken, wenn Justiz, Behörden und Ermittler versagen, kommt wohl bei jedem Menschen der Gedanke nach Gerechtigkeit und Rache ans Tageslicht! Bei so einem Film kann es letztendlich auch kein Happy End geben und so endet der Film mit einem großen Knall!

      FAZIT: Aus dem Nichts, ist ein aufwühlendes und wutmachendes Drama um einen neonazistischen Anschlag und dem Leben danach, mit einer großartigen Diane Kruger, aber fehlender Emotionalität gegenüber den Opfern!

      • Habe gestern die Blu-ray gesehen , und kann den Hype nicht nachvollziehen. Der Film war nicht schlecht kommt aber nicht über TV Niveau hinaus. Auch die Oskar-Nominierung erschließt sich mir nicht. Mehr wie Note 5 ist bei mir deswegen nicht drin.

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        • Freue mich sehr auf die Blu-ray die jetzt erscheint :) Ich habe den Film im Kino nicht gesehen und bin sehr gespannt. Die Kritiken waren ja durch die Bank gut und auch die Trailer zum Film sahen sehr gut aus.

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            "Gut" für einen deutschen Film, "geht so" im internationalen Vergleich.

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            • 6 .5

              Aus dem nichts kontte mich am Anfang noch nicht ganz emotional abholen, wurde aber im Verlauf für mich immer dramatischer. Dies ist dem guten DEUTSCHEN Schauspiel zu verdanken. Also dafür wird der Film definitiv zurecht gelobt. Leider war mir das Ende aber doch zu konventionell

              SPOILER
              Das sie Rache nimmt und durch ihre Trauer sich selbst noch mit umbringt, ist halt leider Standard und Vorhersehbar. Von einem so hochgelobten Drama hätte ich mir ein anderes Ende erhofft, welches das Rachedenken außen vor lässt (wie z.B in Three Billboards). Das Ende hier war mir zu plump und aussagelos

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                Vom Staat unterstützter Propagandafilm.
                Fehlte nur noch Merkel und Freunde in Nebenrollen.
                Dass sich Diane Krüger für so einen Mist hergegeben hat......

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                  Is das schon Propaganda. Fehlte nur noch die Pegidademo im Abspann. Da werden die schönen DDR Zeiten werden Salonfähig.

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                  • 6

                    Geiler Scheiß, wann kommt der 2. Teil ?? Der Schluss ließ ja doch einige Fragen offen.

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                      Monzetti 19.04.2018, 23:16 Geändert 19.04.2018, 23:26

                      Man sollte sich bei seiner Bewertung auf den Film beschränken und die Hintergrundgeschichte, die Pate stand, erst einmal ausblenden.

                      Der Film ist schmucklos erzählt, was das Erlebte sehr nah an den Zuschauer heranführt. Ich habe selten menschliche Regungen so glaubhaft gespielt gesehen, wie hier von Diane Kruger - Hut ab!

                      So unglaubhaft ist auch die rechtliche Lage nicht. Mir kam eher der Nebenkläger etwas unbeholfen vor, denn der Verteidiger hatte eine offensichtliche Strategie und der Nebenkläger ist in jeden Fallstrick hinein getappt.

                      Aber um die Glaubwürdigkeit geht es eigentlich gar nicht so sehr, denn da kommt ja die zunächst ausgeblendete Tatsache wieder ins Spiel, dass es für diesen Film einen realen Hintergrund gibt, in welchem zwar ein solches Gerichtsverfahren nicht vorkommt, aber durchaus die Straftaten wie hier im Film zu sehen.

                      Insoweit ist auch das Täterbild nicht zu einfach gezeichnet. Der Film zeigt eher auf, wie schlicht doch das Weltbild ist, welches sich manche Täter selbst zurecht zimmern. Wer an dieser Stelle nach mehr "Tiefe" sucht, sucht vergebliich.

                      Insoweit: Sehenswert, aber für empathische Menschen doch recht schwere Kost. Wortkarg inszeniert, und gerade deshalb spielt sich die Geschichte zur Hälfte auch im eigenen Kopf ab.

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                      • 6

                        Für mich unplausibel.

                        *SPOILER*
                        Bei der Faktenlage kann ich mir einen Freispruch nicht vorstellen. Die Enwicklung des dritten Akts ist geradezu unterirdisch schlecht. Insbesondere die Bombe. Sorry, aber ohne Test und jede Erfahrung ist es auch mit Skizze unwahrscheinlich, dass dies gelingt. Und dass man sein Leben darauf setzt, dass es klappt und man den Mördern nicht schutzlos gegenübersteht... also was soll das?

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                          tut mir leid, aber dem xxx (nich porno, sondern nich gesagtem oder gesagtem) das thema iss schon traurig genug. xschäxe (verfremdet) iss doch schon traurig genug.
                          das die deutschen (verfassungsschutz) das nich mitgekriegt haben iss utopie. xschäxe weggesperrt für immer. ganz, ganz traurig für uns. aber nich dieser film und schon garnich von der krüger und dem Akin. champi schlürfen akin, iss geiler.

                          • 6

                            Der war schon gut aber doch weit hinter meinen Erwartungen...gerade noch so 6punkte

                            • [...] Alles in allem war es für mich ein herausragendes Filmerlebnis, und Aus dem Nichts eine Erfahrung, die die wichtigsten Komponenten eines vernünftigen und ordentlichen Dramas vollkommen erfüllt hat. Ich war öfter den Tränen nahe, als ich vorher glauben wollte und manchmal kullerten sie schon, bevor ich es bemerkte. Fatih Akins Aus dem Nichts ist ein gellschaftlich und historisches Stück Kritik, dass die Fülle der Menschlichkeit und den Wert von Rache in uns selbst brisant präsentiert und mit purer Authentizität untermalt.

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                                Fiktive Aufarbeitung des NSU-Prozesses, entpolitisiert als empathisch-wütende Anteilnahme mit den Opfern und Hinterbliebenen. Was Fatih Akin mit Aus dem Nichts filmisch festgehalten hat, ist kein einfacher, ja sogar ein überaus angreifbarer, Film. Angreifbar, weil er einen primär politischen Konflikt rein subjektiv beleuchtet, eben nicht reflektiert, sondern sich bewusst auf die Seite der Opfer stellt. Angreifbar, weil er immer wieder vor schwierigen Entscheidungen steht und sich nicht davor scheut, einen eindeutigen Weg zu beschreiten. Vielleicht ist der abschließende Akt, speziell das Ende nicht optimal. Vielleicht verkommt der Versuch Authentizität zu suggerieren hin und wieder zu unfreiwilliger Komik. Vielleicht ist die Charakterzeichnung der Täter deshalb auch lachhaft einseitig. Dem entgegen steht jedoch eine emotionale Wucht, die Akin vor allem im ersten Akt mit kehlenzuschnürender Eindringlichkeit auf den Zuschauer loslässt. Ein filmisch real gewordenes Gefühl zwischen Hilflosigkeit und Wut, Trauer und Trauma. Nicht zuletzt aufgrund der sagenhaften Leistung der Antischauspielerin Diane Kruger. Erstaunlich, aus welch simplen Mitteln Aus dem Nichts seine dermaßen mitreißende, kraftvolle und einfühlsame Wirkung speist. Kino zum Fühlen, nicht zum Nachdenken. Wenn der Film, wie viele behaupten, auf dem Niveau einer öffentlich-rechtlichen TV-Produktion ist, sollte ich wohl mal wieder meinen Fernseher einschalten…

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                                  – S P O I L E R –

                                  Der Film kritisiert auch die Defizite bei Ermittlung und Rechtssprechung. Deswegen der Racheakt, der dadurch erträglicher wird oder sein soll, daß sie selbst auch dabei umkommt. Harter Film, leider nötig.

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                                  • 6

                                    Spoiler!

                                    "Aus dem Nichts" sind drei Filme in einem. Dies macht Fatih Akin durch die Aufteilung in drei Kapitel deutlich; es war ihm bei Erstellung des Films also bewusst. Ein solches Vorgehen birgt Vor-, wie aber auch Nachteile in sich. Zunächst sichert es dem Film ein facettenreiches Auftreten. Der Mensch durchläuft nach einem Schicksalsschlag, wie ihn Diane Kruger hier porträtieren muss, verschiedene Phasen. Da liegt es nahe, die filmische Aufarbeitung dieses Themas auch in verschiedene Phasen aufzuteilen. Der Film ist infolgedessen zu Anfang ein Familiendrama, anschließend ein Gerichtsthriller und schließlich eine Selbstjustiz-Story. Diese Einteilung erscheint vor dem Hintergrund der Geschichte ebenfalls schlüssig. Das Problem an einer solch offensichtlichen Einteilung ist jedoch, gerade wenn der Regisseur sie so deutlich herausstellt, dass die einzelnen Elemente weitgehend isoliert betrachtet werden können und so die Gefahr besteht, das etwaige Schwachstellen nicht in einem großen Ganzen verschwinden können. Oder noch schlimmer, dass die einzelnen Kapitel qualitativ deutlich auseinanderliegen.

                                    Die ersten beiden Kapitel sind authentisches und mitreißendes Kino. Diane Kruger liefert eine beeindruckende Leistung ab, die zwischenzeitlich leicht am Overacting kratzt, aber durch mehrere starke Momente wieder ausgeglichen werden kann. Wohl die wenigsten hätten ihr einen derartig überzeugenden Auftritt zugetraut. Hut ab. Der Film selbst hält sich in dieser Phase angenehm zurück.Optische Spielereien gibt es wenige, Fatih Akin nimmt sich auf dem Regiestuhl zurück und vertraut seinen Darstellern und der Kraft der Geschichte. Eine gute Entscheidung. Der politische Standpunkt der Macher wird im zweiten Abschnitt deutlich, die rechtsradikalen Angeklagten hätten etwas mehr Profil vertragen können. Der Wucht des Films tut dies jedoch keinen Abbruch. Bis hierhin ein lobenswertes, ehrliches Werk, jenseits von überzeichneter Betroffenheitsdramatik.

                                    Ein leider beinahe schockierender Qualitätsabfall ereignete sich dann, in meinen Augen, im letzten Drittel. Nach vorangegangenem Versagen der Ermittlungsbehörden und dem darauf folgenden Versagen des Gerichts ist Diane Kruger auf sich allein gestellt und sieht keinen anderen Ausweg, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Auf dem Papier scheint dies, wie bereits gesagt, eine logische Konsequenz zu sein, es wäre jedoch von Nöten gewesen, eine solche Storyentwicklung im Vorfeld subtil anzukündigen. Der Film, der sich in seinen ersten zwei Teilen als aufwühlende, ruhige und beinah dokumentarische Abhandlung der NSU-Thematik präsentiert, lässt seine Protagonistin im letzten Drittel zur Spionin, Bombenbauerin und Märtyrerin werden. Dies erscheint in der Entwicklung der Figur etwas überzeichnet und vor allem im Ton des Films fehl am Platze. Die Selbstjustiz als Konsequenz ist in der Figurenzeichnung vertretbar, wird jedoch vollkommen hanebüchen und in plumpe Symboliken verpackt präsentiert. Warum muss Diane Kruger unbedingt selbst eine Bombe bauen? Mehr als eine plakative, pseudo-clevere Rachefantasie kann ich darin nicht entdecken. Dazu gesellt sich in diesem finalen Teil das ungute Gefühl, dass Fatih Akin selbst mit dieser Auflösung nicht zufrieden war. Diane Kruger dreht sich in ihrer Figurenentwicklung in diesem Abschnitt des Films nur im Kreis; sie ändert mehrmals aus unerklärlichen Gründen ihren Plan, ohne nachvollziehbare Konsequenten daraus zu ziehen. Leider bleibt insgesamt der Eindruck, es habe an einer klaren Vorstellung gefehlt, den Film zu einem konsequenten Ende zu bringen.

                                    Schon isoliert betrachtet krankt dieser finale Akt an einem unausgereiften Skript und seinen unausgewogenen Figuren. Im Zusammenhang mit den vorangegangenen Akten fühlt er sich dann, aufgrund der unterschiedlichen Stimmung und Attitüde, endgültig an wie ein Fremdkörper, der dem Film als Gesamtwerk spürbar schadet. Das können die überzeugenden und nahegehenden ersten beiden Akte leider nicht kompensieren. Schade.

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                                      Ich kann mich User “Rosenblum” und seine bis ins Detail stechende Kritik nur anschließen. Gefährlich finde ich diesen Film allerdings nicht; einfach nur extrem überbewertet.

                                      Dieser Film ist meiner Meinung nach erstens überbewertet (wie vorhin schon erwähnt) und zweitens kein Oscarmaterial. Sowas kann die ARD/ZDF ruhig mal am am Samstag und Sonntag um 22:15 als Zweiteiler zeigen, wenn die meisten von uns im Bett liegen und schlafen. Aber für die große Leinwand? Nein, sorry.

                                      Ich denke der Hype um den Film hat mit der derzeitigen Situation in Deutschland zu tun, plus ein gewisses Maß an Ar$chkriecherei (“Schaut uns Deutsche an, wir lieben einen Film, der von einem Muslimen dirigiert wurde! Wir sind keine Nazis!”). Für mich ist das der Grund, warum deutsche Filmkritiker diesen Film so gehyped und gut benotet haben.

                                      Warum Diane Krüger in diesem Film ist? Meiner Meinung nach weil sie praktisch die einzige weltberühmte noch relativ jungaussehende deutsche Schauspielerin ist, die VERMARTKBAR ist. Ihre Präsenz im Film bringt Geld in diese Kassen. Oder? Von der Leistung hergesehen war sie im Film ok, hat es aber ab und zu etwas übertrieben. Vor allem die Heulszenen waren ja fast schon melodramatisch.

                                      Am Ende ist der Film technisch gut gemacht, schauspielerisch ok und von der Story betrachtet eher mittelmäßig.

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                                      • 2 .5

                                        Und leider schon die nächste Gelegenheit sich in die Nesseln zu setzen...

                                        OK, vorab: ich würde es lieben an dieser Stelle einen international erfolgreichen Film loben zu können. Ich denke, dass es der deutsche Film verdient hätte. Der deutsche Film - aber nicht AUS DEM NICHTS.

                                        Kurz in die Realität: ein Trio von Neo-Nazis mordet willkürlich deutsche Staatsbürger - Nachbarn, Freunde, Kollegen, Ehemänner, Brüder, Väter - mit Migrationshintergrund. Zwei der Täter erschießen sich, die Frau im Trio steht im Augenblick vor Gericht.

                                        Zurück zum Film, der sich explizit auf die NSU-Mordserie bezieht, dies aber mit einem Twist: blonde, blauäugige Frau heiratet Kurden. Dieser und ihr Sohn werden Opfer eines Mordanschlags.
                                        Warum setzt Fatah Akin auf Diane Kruger? Vielleicht weil er den blonden, blauäugigen Deutschen vermitteln wollte: stellt Euch mal vor einem von Euch wäre das passiert. Hat bei mir nicht funktioniert, aber egal... Vielleicht bin ich nicht blond und blauäugig genug.
                                        Weiter geht's: der Streifen ist in drei Kapitel eingeteilt, von denen das zweite "Gerechtigkeit" heißt. In diesem Kapitel wird der Rechtsstaat dargestellt. Der Polizist ist eine intrigante Schlange, der Verteidiger ein fieses Schwein, der Richter eine Luftnummer, der Anwalt des Opfers ein hilfloses Lamm. Der Rechtsstaat ist also ein überflüssiges, vielleicht sogar feindliches Konstrukt. Hier zählt nicht Gerechtigkeit, sondern nur das was irgendwelche liberalen Spinner "Recht" nennen. Was für Idioten...
                                        Fatih Akin offenbart hier ein ziemlich klares Weltbild. Der Rechtsstaat ist in seinen Augen überflüssig, ungerecht und überholt. Er setzt lieber auf den Zeitgeist der Autokraten. Was soll das Gequatsche? Hängt die Typen doch einfach auf. Warum haben die ein Recht auf Verteidigung? Warum hört man solchen Menschen zu?
                                        Seine Darstellung der Vertreter dieses Rechtsstaats ist augenfällig. Polizist und Strafverteidiger sind hässlich, verquollen, haben schiefe Zähne und große Nasen. Das hat mich persönlich sofort an schlimmste Stürmer-Karrikaturen erinnert - inklusive der Botschaft: finstere Mächte wirken. Hier gibt es keine Moral. Hier gibt es keine Menschlichkeit! Alles ist hässlich und fies! Wehr dich doch endlich, du blonde Frau!
                                        Zurück zur Realität: ja, die Ermittlung und Aufarbeitung der NSU-Morde ist ein Justizskandal und ein Trauerspiel, aber der Rechtsstaat und unsere demokratischen Strukturen zeigen derzeit, dass sie willens und in der Lage sind damit umzugehen. Der Prozess in München wird fair und besonnen geführt. Geheimdienste werden umstrukturiert, viele Verantwortliche mussten gehen oder wurden angeklagt. Prozesse laufen. Journalisten lassen nicht locker, Bücher klären auf. Der Rechtsstaat - in seiner ganzen Langsamkeit - funktioniert. Eindeutig zu spät, aber er funktioniert. Das bringt die Opfer natürlich nicht zurück. Das heilt keine Wunden. Aber es ist das einzige Mittel der Zivilgesellschaft.

                                        Zurück zum Film: unserer Heldin bleibt also - laut Akin - gar nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und das tut sie als Selbstmordattentäterin.
                                        Warum? In diesem Augenblick besitzen reale Frauen den unfassbaren Mut ihr Leben zu leben, obwohl ihre Ehemänner, Väter, Brüder von Neo-Nazis umgebracht wurden. Sie haben die moralische Kraft eben nicht auf blinde Rache zu setzen, sondern mit ihrem Sein und Tun dieses Land zum Besseren zu verändern. Das sind Helden!
                                        Was ist die moralische Botschaft, die ein Leben als so nichtig betrachtet, dass es nur noch zur Rache dient? Alles was ich noch tun kann ist töten. Das ist eigentlich nur feige, oder? Und ich befürchte, dass es kein Zufall ist, dass Akin das Bild der Selbstmordattentäterin bemüht - Anleitung zum Bombenbau inklusive.

                                        Kurz: ich verstehe die Moral und die Botschaft von AUS DEM NICHTS nicht. Ich halte diesen Film für gefährlich, weil er - ganz dem gefährlichen Zeitgeist eines Trump, eines Putin, eines Erdogan geschuldet - das Denken, den Dialog und den Rechtsstaat zum unnützen Spielzeug linksliberaler Spinner erklärt.
                                        Ich bin einer dieser linksliberalen Spinner, weshalb ich davon überzeugt bin, dass das Gegenteil der Fall ist. Wir leben in einer Zeit, in der man den Rechtsstaat, die Presse, den Dialog, das differenzierte Denken mit allen Mitteln verteidigen sollte. Wir leben in einer Zeit, in der das Internet und der antidemokratische Teil der Gesellschaft das Misstrauen gegenüber dem Staat und seinen Institutionen schüren, um uns alle zu Einzelkämpfern a la Diane Kruger zu machen.
                                        Es entsetzt mich, dass sich ein so begnadeter Regisseur wie Fatih Akin vor diesen Karren spannen lässt.

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                                          Ein sehr guter Film, der ein wenig anders, als das typische deutsche Drama funktioniert, weil er sich nicht an klassischem Storytelling oder Character-Arcs abarbeitet, sondern sein Anliegen weit größer formuliert. Fatih Akin will die mediale Distanz aufbrechen, welche sich - wie bei jeder weiteren Schreckensmeldung, die im Sekundentakt im Medien-Feed auf uns einströmt - nach hunderten Berichten, Jahren der Gerichtsverhandlung, etc. zwangsweise irgendwann eingestellt hat. Er will der Anschlagsserie des NSU, die für den Normalbürger weit weg und zu einem abstrakten Etwas inmitten des Rauschens geworden ist, wieder ein Gesicht geben, ein GEFÜHL dafür schaffen, dass hinter den Statistiken, Meldungen und Zahlen am Ende immer Menschen stehen. Welche, denen in diesem Fall ohne nachvollziehbaren Grund, in einem Akt völliger Sinnlosigkeit ihre Liebsten genommen wurden und deren Leid schier unvorstellbar ist. Und das gelingt ihm und der vollkommen uneitel, intensiv, mit enormer Hingabe sich die Seele aus dem Leib spielenden Diane Krüger mit Bravour. AUS DEM NICHTS schockiert, trifft da wo es ganz weh tut, zermürbt aktiv und auf den Punkt. Dass die Opfer nicht nur die ermordeten, sondern auch die Hinterbliebenden sind, deren Leben ebenso vorbei sein könnte, weil sie in ein Loch fallen, aus dem sich wieder zu befreien wenn überhaupt nur den Allerwenigsten gelingen dürfte, transportiert der Film mit einer dermaßenen emotionalen Sprengkraft, dass es mich halb aus dem Kinosessel hämmerte. Der Generalverdacht gegenüber Immigranten &co., das Loch im Herzen, die Ohnmacht der Justiz, weil selbstgefällige Widerlinge die Mörder mit schalen Tricks verteidigen, die Leere danach - viele Aspekte eines skandalös gelaufenen Kriminalfalles greift Akin auf, jeder davon könnte einen Film füllen und doch funktioniert AUS DEM NICHTS in seinen 3 Akten exzellent und stimmig. Und lässt verdammt bedrückt zurück.

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                                              Als Katja Sekerci (Diane Kruger) sich plötzlich vor den Trümmern ihres Lebens wiederfindet, steht ihre Welt still. In einem Atemzug wurden Ehemann und Sohn brutal ermordet, von Motivation und Tätern gibt es zunächst keine Spur.

                                              Nach seinem kindlich-unbeholfenen Ausflug in die Sparte der Jugendbuch-Verfilmung mit „Tschick“ findet Fatih Akin wieder zu seinen Ursprüngen zurück und liefert rohes, dramatisches Kino. Mit Diane Kruger hat er diesmal sogar einen richtigen Hollywoodstar in der Hauptrolle.
                                              Gleich zu Beginn macht sich Akins intimer Blick auf die schrecklichen Ereignisse rund um den Anschlag auf Katja Sekercis Familie bezahlt. Statt den Film durchgängig auf eine politische Ebene zu heben, bleibt „Aus dem Nichts“ nah bei seiner Protagonistin und teilt ihren Leidensweg in drei Teile. Typisch für Akin ist „Aus dem Nichts“ nicht besonders subtil geraten, setzt aber gekonnt Schläge in die Magengrube und bietet mit Diane Kruger und Denis Moschitto hervorragende Hauptcharaktere, die den Film mehr als tragen. Vor allem Kruger beweist gerade in stillen Szenen eine emotionale Bandbreite, die ich von ihr nie erwartet hätte.

                                              Natürlich möchte „Aus dem Nichts“ auch politisch sein. Nicht umsonst wählt Akin bewusst rechten Terror als Thema. Dennoch bewerkstelligt „Aus dem Nichts“ eine Funktion als Modellbeispiel. Ganz egal aus welcher Motivation heraus, der Anschlag lässt Katja zur Hülle werden und infiziert ihr Leben mit unfassbarer Trauer. Neben seiner Funktion als Gerichtsdrama und Rachefilm, ist „Aus dem Nichts“ eben auch eine waschechte Tragödie. Fokussiert, nicht zu ausschweifend und auf das emotionale Konstrukt um die Protagonistin konzentriert.

                                              „Aus dem Nichts“ fasst glücklicherweise viele der Stärken Akins zusammen. Auch wenn man auf die rohe Wucht eines „Gegen die Wand“ verzichten muss, dringt „Aus dem Nichts“ tief in die finsteren Folgen des Terrors ein und ist in seinen besten Momenten äußerst schmerzvoll. Wo Licht ist, ist aber natürlich auch Schatten und so krankt „Aus dem Nichts“ gelegentlich an Akins Drang eine Geschichte möglichst spannungsgeladen zu erzählen und gönnt Katja zwischen all' dem Unheil selten Ruhe. Dabei sind es die ruhigsten Momente des Films, die Diane Kruger wirklich glänzen lassen.

                                              Oscarhoffnung, Golden Globe-Preisträger, Cannes-Preisträger und Thema politischer Diskussionen. „Aus dem Nichts“ hat auf jeden Fall Wellen geschlagen. Ob man jetzt hinter Akins Film politische Agenda sehen will, das sei dahingestellt. Auch ohne alle Hintergründe, ist Akin erneut ein mitreißender und tieftrauriger Film gelungen, der sicher immer mal wieder zu plakativ geraten ist, aber locker zu den besten deutschen Filmen des letzten Jahres gehören dürfte.

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                                              • 8

                                                Emotionales, brachiales, authentisches, ehrliches Kino. Perfektes Ende. Der wichtigste deutsche Film des Jahres. Diane Kruger kann ja DOCH richtig gut spielen?! Fatih, the Man. Viel Glück bei den Oscars.

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                                                • 7 .5

                                                  Aus dem Nichts ist ein durchaus fesselnd erzähltes Drama, welches eine Sichtung wert ist, jedoch auch ziemlich überraschungsarm ist.

                                                  Die Handlung ist relativ simpel und lässt sich auch leicht zusammenfassen. Vieles bleibt vorhersehbar und man kann der Story wohl vorwerfen, dass es etwas zu geradlinig erzählt ist. Schade, dass der Film sich außerdem jeglicher Stellungnahme zu politischen Motiven verwehrt. Die Handlung bleibt stattdessen eher bei dem persönlichen Schicksal der Hauptfigur, was nicht unbedingt schlecht ist. Dennoch beschleicht einen das Gefühl den Film nach einmaliger Sichtung nicht erneut sehen zu müssen. Fast schon rein dokumentarisch wird die Handlung abgespielt. Eine tiefere Bindung zum Beispiel zu den anderen Charakteren, wie den Eltern, wäre interessant gewesen. Doch hier bleibt der Film eben recht einfach strukturiert. Man hat teilweise den Eindruck eine etwas bessere Fernsehproduktion zu sehen, was das Drehbuch angeht. Die Dialoge sind dabei meist recht kurz und knapp gehalten, was nicht heißt, dass sie schlecht sind, aber auch nicht besonders tiefgründig.
                                                  Was macht den Film aber dennoch besonders? Vor allem Diane Krüger liefert eine hervorragende Leistung ab. Ihren Schmerz kann man zu jeder Sekunde vollkommen nachvollziehen. Ich finde es immer stark, wenn sich Schauspieler/Schauspielerinnen einer solchen zutiefst traurigen Rolle annehmen, denn das stelle ich mir ausgesprochen belastend vor. Auch der restliche Cast, besonders Ulrich Tukur, in seinem kurzen Moment, kann überzeugen. Es ist nur schade, dass wir so wenig über die Figuren erfahren und dadurch alles etwas einfach strukturiert bleibt. Der eine oder andere könnte das als realistisch ansehen, doch meiner Meinung nach ist ein Film eben nicht realistisch, sondern stellt eine künstlerische Interpretation der Realität dar. Dieser verwehrt sich der Film in den meisten Momenten.
                                                  Einige nette Kameraeinstellung, sind zu finden, aber ansonsten wirkt der Film auch handwerklich relativ unspektakulär. Einzig die Musik ist für mich positiv hervorzuheben. Sie ist sehr atmosphärisch und meiner Meinung nach passend.

                                                  Alles in allem kann man dem Film relativ wenig vorwerfen. Besonders die sympathische Hauptfigur bringt den Zuschauer dazu mitzufiebern und man kann sich die 106 Minuten wirklich berühren lassen. Fatih Akin wagt allerdings auch relativ wenig und stellt vieles nur sehr kurz dar, statt in die Tiefe zu gehen. Dennoch ein sehenswerter Film, der ergreifen kann.

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                                                  • 6 .5
                                                    Tanzveit 14.01.2018, 21:37 Geändert 14.01.2018, 21:41

                                                    Aus dem Nichts bietet so manche sehenswerte Szene und sonst nicht viel. Schade eigentlich.

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