Der große Crash - Margin Call - Kritik

Margin Call

US · 2011 · Laufzeit 106 Minuten · FSK 6 · Drama, Thriller · Kinostart
Du
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    Mir ist ein Rätsel woher die guten Bewertungen kommen. Vielleicht von Menschen die meinen das Finanzsystem von diesem Planeten verstanden zu haben und die sich etwas darauf einbilden.

    Der Film ist einfach komplett langweilig. Man hat zwar sehr gute Schauspieler, aber das Drehbuch ist einfach schlecht. Das können auch keine guten Schauspieler mehr retten.
    Es ist spannender seine Fußnägel zu schneiden als sich diesen Film reinzuziehen.

    Wer einen guten Film sehen möchte, der exakt diese Thematik behandelt, der schaut sich einfach "The Big Short" an. Der Film ist das komplette Gegenteil. Unterhaltsamm, amüsant und einfach gut gemacht.

    VG

    • 4

      Ist überhaupt nicht mein Ding und dazu noch stinkend langweilig.

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      • 5

        Nicht so mein Ding.

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        • 4 .5
          Osmium 15.01.2018, 23:51 Geändert 22.04.2018, 11:11

          Letztlich können auch die prominenten Schauspieler nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film größtenteils aus schwulstigen Dialogen besteht, bei denen Banker darüber klagen wie belastend doch ihr Job sei und dass doch immer noch jemand eine Null mehr als sie auf dem Lohnzettel hat, während sie mit den kassierten Gehältern, Boni und Abfindungen eigentlich schon längst ausgesorgt haben. Oder hätten, wäre da nicht der Lebenswandel auf dicker Hose.
          Besonders enttäuschend, dass der Film kaum etwas an dem durchaus interessanten Thema zu erklären versucht, sodass sich letztlich die Figuren bedeutungslose Zahlen und persönliche Eitelkeiten an den Kopf werfen, die einem beide nicht wirklich berühren.

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          • 7

            Da muß ich wohl fair und ehrlich zu mir selbst sein: ich fürchte ich bin definitiv zu doof um es wirklich zu verstehen. Zumindest all das Börsengerede und die Fachbegriffe, wie auch die ganze „Welt“ in der dieser Film spielt. Er spielt in den Hochhäusern und Chefetagen von New York City, eigentlich permanent im Büro. Durchgehend hat man irgendwelche Leute in Anzügen die Besprechungen und Konferenzen abhalten. Somit wird das für einen Laien wie mich einfach nur zu einem „Dauerlaberfilm“. Trotzdem macht er eines klar: bei einem Börsencrash sind Menschen betroffen und die Gestalten in den Anzügen die ihr aufmarschieren sind hinter ihren Krawatten letztlich auch nur Menschen. Teils berechnend, teils fassungslose – im Film von einer fetten Stargarde verkörpert: Kevin Spacey, Zachary Quinto, Jeremy Irons, Stanley Tucci, Paul Bethany sowie „Mentalist“ Simon Baker spielen mit. Der Film wird bei denjenigen die auch gerne die Börse auf ntv sicherlich auf Zuspruch stoßen, bei jedem anderen der ihn als reine Unterhaltung schaut lediglich auf Ratlosigkeit und Unverständnis.

            Fazit: Intellektueller Mix aus Drama und Börsenthriller, zwar mit heftiger Starbesetzung, aber wohl doch nur einem eingeschränkten Zuschauerbereich zugänglich!

            • 2 .5

              Einfach nur langweilig.

              • 7
                Rumblefish 23.01.2017, 12:56 Geändert 24.01.2017, 10:18

                Oh ja. Wo mich der Wall-Street-Wolf noch stark enttäusche, überrascht Margin Call durchaus positiv. Cast und Setting funktionieren wunderbar. Story und Länge stimmen und dank des Mannes im obersten Stockwerk werden Sachverhalte auch mal einfach zusammengefasst und erklärt. Trotzdem wirkt alles sehr reell und echt.

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                • 4 .5
                  jeanpatrick 07.05.2016, 20:11 Geändert 20.05.2016, 00:00

                  Der Film zeigt, was sogenannte „Leistungsträger“ zustande bringen können.
                  Es wird zaghaft angedeutet, wie man durch Wetten und Spekulations-
                  geschäfte globale Krisen verursachen kann. Das ganze wird auf leisen Sohlen und auf unterhaltsame Weise präsentiert. Und genau darin liegt die große Schwäche von „Margin Call“. Die Finanzkrise von 2008 hat unvorstellbar große Schäden angerichtet. Deren Kosten für die Weltwirtschaft werden auf bis zu acht Billionen Euro geschätzt. Im Vergleich dazu wären laut Weltbank 125 Milliarden Euro pro Jahr ausreichend, um 1,2 Milliarden Kinder, Frauen und Männer aus ihrer extremen Armut zu holen. Stattdessen wird das globale Casino der Finanzmärkte fortgesetzt. Es werden weiter Wetten auf Nahrungsmittel abgeschlossen, wohlweislich der Tatsache, dass dadurch die Lebensmittelpreise hochgetrieben werden und viele Menschen noch tiefer in die Armut stürzen.
                  Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich habe von „Margin Call“ keine wirtschaftspolitische Analyse der weltweiten Finanzkrise erwartet. Gleichwohl bin ich der Meinung, dass sich ein Film mit einem derart problembeladenen und vielschichtigenThema, nicht mit Oberflächlichkeit und Inhaltslosigkeit begnügen darf.

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                  • 3

                    Was für ein Mist! Der Film geht so gut los. Tolle Schauspieler, tolle Dialoge... und plötzlich als der Film gerade begonnen hat, ist er zu ende!
                    Was für ein Betrug. wofür bezahlt man das viele Geld, wofür bekommen die Top Schauspieler all die Millionen, wenn sie nur ein halbes Produkt abliefern?
                    Ich bin ein Kevin Spacey Fan, aber das war ein Satz mit X, nix!

                    • 9

                      Ein grandios gespielter und mitreißend erzählter Finanz-Thriller, der den Anfang der damaligen Finanzkrise glaubwürdig und verständlich darstellt.
                      Dank des großartigen Casts und eines tollen Drehbuchs mit geschliffenen Dialogen werden die Abläufe rasant, unterhaltsam und packend veranschaulicht.

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                      • 6

                        Mehr konnte man da wohl nicht rausholen.

                        • 7 .5

                          [...] Nicht nur wenn man berücksichtigt, dass J.C. Chandors Film-Erstling mit einem Budget von gerade einmal 3,5 Millionen US-Dollar und binnen 17 Tagen Drehzeit aus dem Boden gestampft worden ist, ist ihm letztlich mit 'Der große Crash – Margin Call' – im Original erwartungsgemäß einfach 'Margin Call' – ein unglaublich guter, in sich stimmiger und noch immer relevanter Wall-Street-Thriller gelungen, denn auch wenn die Finanzkrise von 2008 längst der Vergangenheit angehört, ist es ja nicht so, als hätte sich das Finanzwesen von Grund auf runderneuert und heutzutage kein Interesse mehr daran, spekulativen Geschäften nachzugehen. Was aber besonders beeindruckt – neben der beachtlich namhaften Darstellerriege, der ich mich später noch im Detail widmen möchte – ist die Art und Weise, in der es Chandor gelingt, den Fachjargon der Hochfinanz in einen massentauglichen Film zu transferieren, ohne dass man das Gefühl hätte, entweder für blöd gehalten zu werden oder einer extrem simplifizierten Version des Geschehens beizuwohnen und sei es nur durch den Kniff, dass beispielsweise der von Jeremy Irons dargestellte CEO John Tuld fordert, man möge ihm mit einfachsten Worten erklären, was gerade vor sich geht. [...]

                          • 8

                            Gute und spannende Darstellung des Trubels.

                            • 5

                              Der Film ist wirklich gut gemacht. Aber auch die vielen guten Darsteller können nicht darüber hinweg täuschen das Thema sehr dröge ist und das man es was da genau passiert ist schlecht darstellen kann.

                              • 7 .5

                                Richtig guter Einblick in die Finanz- und Börsenwelt. Brillante Schauspieler wie Kevin Spacey, Jeremy Irons und Simon Baker. Ich kann den Film wirklich wärmsten empfehlen, wer sich für Dramen und Thriller interessiert.

                                • 6 .5

                                  besser als gedacht...

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                                    huababuar 21.05.2015, 22:48 Geändert 23.05.2015, 02:07

                                    Wolken ziehen auf über den Hochhäusern Manhattans. Schon die Einstiegsszene von „Margin Call“ ist an Symbolträchtigkeit nicht zu übertreffen. Ein Sturm braut sich zusammen, der sich bald entladen wird. Der große Crash, er steht kurz bevor. Und diejenigen, die sich in den hochgelegenen Bürogebäuden der Investmentfirmen befinden, die täglich mit Wertpapieren handeln, Kalkulationen aufstellen und sich am Ende ihres Arbeitstages in piekfeinen Anzügen den Nutten zuwenden, sind die ersten, die von ihm getroffen werden. Willkommen an der Wall Street! Willkommen in der Finanzkrise 2007!

                                    Willkommen in einem System, das alles ist, nur nicht einfach gestrickt: schnelllebig, risikobehaftet, komplex, unvorhersehbar, profitgeil, hierarchisch, anonymisiert und egoistisch. Eine Berufswelt, deren Zugehörigkeit intern als „Leben“ und deren Ausschluss als „Sterben“ bezeichnet wird und die im Falle einer Implosion nicht nur Auswirkungen auf ihre autokratischen Dirigenten und deren Geigenspieler, sondern auch auf die gesamte Bevölkerung weit unter ihnen hat, hatte und immer haben wird. Nicht nur in New York City, nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt.

                                    Drehbuchautor und Regiedebütant J.C. Chandor hätte es sich natürlich einfach machen, ständig mit dem Finger auf seine Protagonisten zeigen und sie als fleischgewordene Unheilbringer des Kapitalismus abtun können. Doch er tut es nicht, glücklicherweise. Denn auch Investmentbänker sind oft nur armselige Marionetten eines gut zahlenden, aber auch fordernden und zerbrechlichen Gesamtkonstrukts, in dem nur ein Fehler, eine falsche Berechnung, fatale Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben kann. Chandor kritisiert dieses Konstrukt nicht wirklich, er kommentiert es auch nicht eindeutig, er schildert es uns nur. Freilich kratzt er dabei lediglich an der Oberfläche. Doch zielt er nicht einmal darauf ab, seinem Zuschauer, der bei der Fachterminologie und dem linguistischen Kauderwelsch der Werthändler ohnehin schnell aussteigt, dies und jenes bis aufs Genaueste zu erklären und zu schildern. Dafür ist das Thema viel zu irreführend und weitgreifend.

                                    Chandellor gibt einen groben Überblick über die vorherrschenden Strukturen, doch er wendet sich viel lieber den Spielfiguren dieses riesigen Monopolys zu, in dem die Badstraße schnell mal ein paar Millionen Dollar kosten könnte. Er tut es nicht auf emotionale, sondern eher auf nüchterne Art und Weise und zeigt Individuen der Oberschicht, die vielleicht das Vielfache des Ottonormalbürgers verdienen mögen, in Drucksituationen oder bei einer Standpauke vom Boss allerdings genauso kleinlaut und nervös sind wie jeder man. Erst als Kevin Spacey, der im Anzug für mich spätestens nach „House of Cards“ das maskuline Ambivalent zu Amber Heard im Bikini darstellt, sich am Ende nicht mehr besonnen halten kann, kommt der große Gefühlsausbruch, die vorherige, kühle Handlung hervorragend kontrastierend.

                                    „Margin Call“ mag vielleicht nicht die großen Schauwerte haben, wenngleich die nüchterne und gekonnte Inszenierung perfekt zur Thematik passt. Auch eine Art Spannungsbogen ist nur in Ansätzen vorhanden. Und doch fesselt einen dieses mit bekannten und talentierten Gesichtern gespickte Drama – neben Spacey standen unter anderem auch noch Paul Bettany, Jeremy Irons, Stanley Tucci, Simon Baker und Demi Moore vor der Kamera - ungemein. Chandor macht uns das eigentlich trockene, nur schwer zugängliche Thema der Finanzwelt schmackhaft. Ein Thema, das – um bei eingangs erwähnter Symbolträchtigkeit zu bleiben – erstaunliche Ähnlichkeiten mit einem Sturm besitzt: Wenige fasziniert er, viele stößt er eher ab und doch betrifft er uns irgendwie alle.

                                    „Es ist doch bloß Geld. Imaginär, mehr nicht. Bloß Papier mit Gesichtern drauf, damit wir uns bei der Suche nach Nahrung nicht umbringen.“

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                                      jeffcostello 03.04.2015, 15:46 Geändert 03.04.2015, 16:32

                                      Sehr markant und bewusst lehnt Chandor seinen ersten Film an die klassische Tragödienform an, hält sich strikt an die Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Die Figuren bewegen sich allesamt in den obersten Etagen von gläsernen Wolkenkratzern, weit unter ihnen schimmern die Lichter der Stadt. Mit den Wolkenkratzern symbolisiert Chandor die enorme Fallhöhe seiner Figuren, die ihnen durch den schwindelerregenden Ausblick auch immer bewusst ist. Chandor zeichnet mit kühler Präzision die Entstehung der Finanzkrise nach.
                                      Die Figuren reden in der Sprache der Börsianer, der Sprache der Geschäftsmänner: Fachausdrücke, komplexe Mathematik, oft unverständlich. Oft verstehen sich die Figuren nicht einmal gegenseitig. Chandor versucht das nicht zu erklären, er versucht diese ganze Welt nicht zu erklären. Diese Welt ist unerklärbar, nicht zu vereinfachen, nicht zu verstehen. Darum arbeitet er auch oft mit Unschärfen, denn niemand kann in dieser Welt noch klar sehen, niemand kann die Dinge noch begreifen.
                                      
Die Figuren sind Gefangene der Wirtschaftswelt, Sklaven des Aktienmarkts, die Kontrolle entgleitet ihnen, sie werden zu Marionetten des Marktes. Darum zerbrechen Figuren die sich den Gesetzen des Marktes entziehen wollen auch daran. Am Ende aber wendet sich Chandor ab von den kalten, sinnlosen Tragödien der Finanzwelt und wendet sich den Menschen zu: Ein bitterlich weinender, gebrochener Kevin Spacey begräbt die Überrest des Lebens, das er für die Firma, für den Kapitalismus opfern musste. Ein schöneres und menschlicheres Schlussbild hätte es kaum geben können.

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                                        Ein undurchsichtiges Abziehbild der (post?)modernen Perversion unserer Gesellschaft. Wie schon vielerorts beschrieben und erkannt, fungiert *Geld* ganz wunderbar als Sprit dieser zerrütteten Welt, in welcher sich der Mensch schlichtweg in der beschleunigten Entwicklung verrannt hat. Das ganze Wirtschaftsgeschehen - "da blickt doch niemand mehr durch" (Volksmund); es ist aber genauso auch überflüssig in dieser Art und Weise - simple as that. Die Szene, in der Will dem jüngeren Seth erklären möchte, dass sie doch nur tun, was die Menschen von ihnen erwarten, dass er die Heuchelei der 'normalen Leute' satt habe, ist so unwahrscheinlich spiegelbildlich für das eigentliche Problem.

                                        < „You know, the feeling that people experience when they stand on the edge like this isn't the fear of falling - it's the fear that they might jump.“ >

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                                          Großartige Darsteller und dichte Dialoge schaffen ein eindrucksvolles Bild vom Innenleben einer Bank während des Zusammenbruchs. Wer einen Film über die Finanzkrise sucht ohne Ökonomie oder Politik, wird hier viel Freude haben. Interessanter als der bunte Bilderreigen im Wolf of Wallstreet, interessante Kameraeinstellungen und ein guter Score.

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                                            strangelet 22.02.2015, 13:42 Geändert 22.02.2015, 13:42

                                            Die Finanzkrise erklärt einem der "Große Crash" jedenfalls nicht, dafür greift man besser auf einen guten Dokumentarfilm wie "Inside Job" zurück. Hier bleibt nach viel mysteriösem Gebrabbel nur hängen, dass irgendwas in den Büchern nicht stimmt, die Anzugtypen in heller Aufregung sind und daher verkaufen müssen, was irgendwie alles durcheinander bringen wird. Aha.

                                            Aber andererseits sind das Dinge, die einem eher hinterher auffallen. Während der Film läuft, konzentriert er sich auf die emotionalen Aspekte, bietet eine überraschend fesselnde Story und großartige Schauspieler in starken Rollen und schafft es dadurch mehr oder weniger aus dem Nichts, ordentlich Spannung aufzubauen. Mehr Erkenntnisgewinn wäre sicher schön gewesen, aber mir persönlich reicht das auch so.

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                                              "It´s just money; its made up. Pieces of paper with pictures on it so we don't have to kill each other just to get something to eat."
                                              Es sind dunkle Schatten, die J.C. Chandor in seinem Debüt "Margin Call" von 2011 voraus wirft. Kurz vor der großen Finanzkrise 2008, die Millionen Anleger in den finanziellen und existenziellen Ruin trieb, wirft der Regisseur zunächst einen eingeschränkten, kammerspielartigen Blick auf eine Investmentbank, die kurz vor dem Untergang steht.
                                              In einer uns Zuschauern vermutlich größtenteils abstrakt erscheinenden Welt, in der sich alles nur um Zahlen dreht, die ständig verschoben oder als Gehälter diskutiert werden, zeichnet Chandor mit äußerst gekonnt geschriebenen Dialogen und durch die Unterstützung eines absolut brillant zusammengestellten Casts, in dem sich Hochkaräter wie Kevin Spacey, Jeremy Irons, Stanley Tucci und noch viele weitere ständig die Bälle zuspielen, ein differenziertes Bild von Menschen, die Teil dieses Finanzsystems sind.
                                              Dabei kreiert der Regisseur eine ebenso subtile wie fesselnde Atmosphäre, durch die eine stetige Anspannung über dem Geschehen schwebt, mit dem konkreten Wissen für alle beteiligten Figuren, dass die Katastrophe nicht mehr großartig abzuwenden ist. Ohne konkrete Einteilung in gut und böse zeigt uns Chandor seine Protagonisten, die mit dem Rücken zur Wand stehen und den Blick ungewiss in eine finstere Zukunft richten sowie ihre unterschiedlichen Reaktionen, die von nachvollziehbar bis hin zu unfassbar reichen.
                                              Dabei gewährt einem diese Mischung aus Finanzthriller und zwischenmenschlichem Drama, die sich überwiegend in den kalten Großraumbüros abspielt, einen höchst interessanten, leicht kopflastigen und mitreißenden Einblick in die Mechaniken dieses Systems, in dem Zahlen vorrangig vor Persönlichkeiten rangieren, Mitarbeiter von einem auf den anderen Moment kühl und präzise einstudiert entlassen werden und die eventuell tragischen Schicksale von Millionen nur als Eventualität im Hinterkopf aufschimmern, während dem eigenen Wohl die höchste Priorität zugeschrieben wird.
                                              Auch wenn sich J.C. Chandor in seinem Debüt ruhig sogar noch etwas mehr Zeit hätte nehmen können und manche Aspekte in dem 106-minütigen Werk vielleicht etwas sehr schnell abgehandelt werden, ist "Margin Call" ein präzise geschriebenes, packend inszeniertes und vor allem herausragend gespieltes Drama, das mit seiner drastischen Aktualität und realitätsnahen Brisanz den richtigen Nerv trifft und durch die differenzierte Erzählart weder glorifiziert noch verharmlost. Ein Debüt, das sich also insgesamt mehr als sehen lassen kann.

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                                                [...] Der Blick nach draußen, ins moderne New York, verspricht reichhaltige Möglichkeiten, doch die Karriere zwingt zum mehr oder weniger freiwilligen Druck nach innen. Die Optik dazu konstruiert kontrastreichen Style; dessen Macht kann man nur mit Ermattung begegnen, sobald man in der Rücksichtslosigkeit des Börsensystems, ganz entmenschlicht wie ein Datensatz, abgekoppelt wird. Die Furcht gehört zum Beruf dazu, ist kalkulierbar; der Verlust bleibt aber weiterhin schmerzlich. Eric Dale (Stanley Tucci), jahrelang im statistikbasierten Krisenmanagement angestellt, ist da einer der Ersten, der fliegt. Seine Kollegen leiden in seinem Tribunal mit, da sie wie er die Vorzeichen des Zusammenbruchs spüren. [...]

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                                                  Sparsame Inszenierung mit erstklassigen Schauspielern. Auf simple Art wird dem Zuschauer begreiflich gemacht was die Bankenkrise ausgelöst hat (so simpel wars dann in Wirklichkeit doch nicht). Trotzdem glaubhafte Dialoge und Szenen. Die Schlussszene mit dem Vergraben des toten Hundes im Garten der Ex - total unpassend.

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                                                    RoboMaus 08.02.2015, 22:18 Geändert 09.02.2015, 14:30

                                                    'Margin Call' ist langsam, obwohl er die Entwicklung von nur einem Tag in den gesamten Plot packt. Es ist der Tag vor dem Beginn des grossen Crashs Ende 2008. Immerhin braucht man keine Angst zu haben, nicht mitzukommen, denn was (im Film) den Crash auslöst, wird auf höchst simple Art verpackt und mehrmals erläutert. Der Preis ist ein Plot, dem jeglicher Drive fehlt und der nie spannened wird, und das bei solch einem hochbrisanten Thema. Erschwerend kommt hinzu, dass die Aktionen und Konsequenzen immer klar sind und Überraschungen praktisch ausgeschlossen bleiben. Immerhin ist er interessant genug, um nicht zu langweilen, aber man verabschiedet sich mit dem Gefühl, dass 'Margin Call' einiges schuldig bleibt.

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