Platoon - Kritik

Platoon

US · 1986 · Laufzeit 114 Minuten · FSK 18 · Drama, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 8

    Huch,
    das ist ja gar nicht TropicThunder ??
    Top ; Sehr guter Film

    • 9
      EudoraFletcher68 11.06.2018, 07:32 Geändert 29.06.2018, 20:02

      #10 meiner Oliver Stone-Sichtung Einer der Stone-Filme, die ich in den 1980ern nicht gesehen hatte. Genauso wenig wie ich mir damals „Apocalypse now“ anschaute. Ich wollte keine Kriegsfilme sehen, auch keine Antikriegsfilme. Nicht dass ich mittlerweile an dem Genre so richtig Gefallen gefunden habe, aber ich habe mittlerweile einige hervorragende Vertreter gesehen, wie bspwse „Generation Kill“, sodass sie für mich ihre Berechtigung haben, vor allem wenn es keine Heldenfilme sind, sondern wenn die schmutzige Seiten gezeigt werden. Stone verarbeitet wohl in „Platoon“ seine eigenen Erfahrungen im Vietnamkrieg. Super Schauspieler auch in den Nebenrollen. Dass Charlie Sheen hier die Hauptrolle als Greenhorn Chris in der Kompanie hat und sogar ernst zu nehmend spielt, war an mir vorbei gegangen.
      Chris hatte sich freiwillig gemeldet und bereut dies nach kurzer Zeit. Das ist dramaturgisch eine gute Idee, da es den Vietnamkrieg aus der Sicht eines naiven Mittelschichts-Patrioten zeigt, mit dem sich wahrscheinlich viele identifizieren konnten. Sehr anschaulich zeigt Stone genau die Dinge, über die ich mir so meine Gedanken mache, wenn ich an das Leben der Soldaten im Dschungel denke: Was ist mit den ganzen Insekten? Was ist mit dem Dreck? Was ist mit dem Regen? Wie fühlt man sich wohl, wenn man nie gescheit schlafen kann und alle seine Dinge, die man zum Überleben braucht, ständig dabei haben muss? Auch wird nicht die ganze Zeit rum geballert, sondern es geht vielmehr um die Zeiten zwischen den Einsätzen.

      Kleiner Spoiler zur Handlung in diesem Absatz: Es gibt eine wahrhaft schreckliche Szene in einem vietnamesischen Dorf, als die Kompanie einerseits versucht Informationen aus den Bewohnern zu heraus zu pressen und andererseits getötete Kollegen rächen will.

      Stone konfrontiert einen oft recht brutal („Salvador“, „Natural Born Killers“).
      „Hell is the impossibility of reason“

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      • 8

        Einer der bekanntesten und besten Kriegsfilme.

        • 9 .5

          Der Sogwirkung (...) ikonischer Motive konnte sich Olvier Stone offenbar nicht entziehen. Er wollte es wohl auch nicht. Vielleicht ist es diese gewisse Ambivalenz, die die Klasse von „Platoon“ ausmacht. Einerseits setzt er zumindest den anständigen oder vermeintlich anständigen US-Soldaten in Vietnam ein Denkmal – etwas, das jede Antikriegsbotschaft konterkariert, zumal die feindlichen nordvietnamesischen Truppen komplett gesichtslos bleiben (und sie hatten weitaus mehr Opfer zu beklagen als die US-Streitkräfte). (...) Andererseits zeigt Stone schonungslos und brutal die Verrohung, die der Krieg für die Menschen in ihm mit sich bringt, eine Verrohung, der einige von ihnen nur zu gern nachgeben. (...) Mit Michael Ciminos „Die durch die Hölle gehen“ („The Deer Hunter“, 1978), Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“ (1979) und Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ (1987) bildet „Platoon“ das große Quartett der Vietnamkriegsdramen. Während die beiden Ende der 1970er-Jahre entstandenen Vorgänger eher mythischen Trips ähneln, zeigt Stone den Dschungelkampf authentischer, als schmutziges Sterben mitten im Urwald und fern der Heimat.

          Ausführlich bei DIE NACHT DER LEBENDEN TEXTE.

          • 8
            intemporel 12.05.2018, 11:54 Geändert 10.07.2018, 13:42

            Die Naivität eines Chris Taylor ist erschreckend, aber aus seiner Sicht nicht gänzlich unverständlich. Anders bei seinen Kameraden die keine Wahl hatten. Heute wie Damals ist es zum Teil die Perspektivlosigkeit und die Ahnungslosigkeit und zuweilen auch Dummheit warum junge Menschen sich als Kanonenfutter hergeben.

            Als Anti-Kriegsfilm würde ich diesen Film nicht bezeichnen, dazu fehlt es an Tiefe und Selbstreflektion und ist mir alles auch zu heroisch und cool dargestellt. Auf der anderen Seite zeigt aber dieser Film die Sinnlosigkeit des Krieges auf, was ihn wiederum nicht gänzlich zum allgemeinen Kriegsfilm macht. Aber auch die Vietnamesen und warum sie die Amerikaner nicht mögen wird hier völlig ausgelassen.

            Auf menschlicher Ebene gibt es gute Gründe diesen Film zu mögen, und die schauspielerische Leistung ist einfach grandios. Gerade Willem Dafoe alias Elias hat bis heute bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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            • Bester Kriegsfilm zus. Mit Steiner, das Eiserne Kreuz!

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                RobertTerwilliger 25.11.2017, 00:10 Geändert 25.11.2017, 13:05

                Platoon ist ein Film für Us-Soldaten. Das klingt anfangs unsympahisch.
                Stones Ambition war es aber wohl auch seine eigenen Erfahrungen miteinfließen zu lassen.

                "Platoon" ist ein Film des Fußvolks, eben der jungen Männer, die in einer Zivilisation aufwuchsen in der zwar das Recht der Individualität hochgeheißen wurde, aber erfahren mussten dass sie nun entbehrlich waren. Stones Film ist keine Abhandlung über den strategischen oder globalpolitischen Hintergrund des Vietnamkrieges, sondern vielmehr über die Front selbst.

                Das waren nicht die großen und blutigen materialschlachten Europas oder des Pazifiks, sondern die des dampfende Dschungel Vietnams. Über die Angst vor dem Feind und dem vor sich selbst, wie seiner Kameraden. Die Dichte und Undurchblickbarkeit des Dschungels, deckt sich mit der einer Welt, die konturloser und undurchsichtiger wurde.
                Berühmt ist natürlich die Szene des Dorfmassakers. Auch irgendwie ein aufwühlendes Schuldgeständnis Stones und eine der wenigen Szenen, in der die große Masse der Toten, die normale vietnamesische Bevölkerung thematisiert wurde.

                Und dennoch, Stones Platton ist ein vordergründig ein Film über den amerikanischen Soldaten. Es ist keine Glorifizierung oder Verteufelung, vielmehr Verarbeitung. Noch berühmter ist natürlich die von manchen vllt als zu pathetisch empfundene Sterbeszenen von Elias (Wilem Dafoe).

                Das verzweifelte Recken der Arme in die Luft gen der ihn im Stich lassenden amerikanischen Helikopter, ist aber weniger ein Versuch von Realismus, als vielmehr von großer Symbolkraft dafür, das man diesen jungen Männern mehr aufbürgte als sie tragen konnten. Platoon ist somit auch ein Film über Verrat und weit weniger die pathetische Gloriifizierung, die manch einer hierin sehen möchte.

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                  Für mich war “Platoon“ immer ein überschätzter Film der aber keineswegs schlecht ist.
                  Das Cast kann sich auch sehen lassen.

                  Zählt als Klassiker wahrscheinlich auch zurecht aber der Film war trotzdem nicht so mein Ding.

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                  • 10

                    Oliver Stone erzählt mit mit Platoon seine Privaten Erfahrungen des Vietnam Kriegs..Einfach nur Hölle auf erden..
                    Das erinnert mich an mein Erlebnis kurz vor der Musterung ^^
                    Schon immer war ich ein typ der dachte "alter ihr bekommt mich nicht " ^^ Entweder geh ich bekifft hin oder ich bastel schilder zum streiken ... Zum Glück hatte sich damals zu meiner Musterung, das Gesetz ein wenig gelockert .. Ich am Tag der Tage Fahr nervös zum Termin und hab schon von weitem ein Kunde gesehen wie er gerade raus kommt und fragte ihn " Jo, eine frage wie lange warst du jetzt da drin ?" Der junge begeisterte aufstrebende Mann lächelt mich an ,kuckt auf seine Armband Uhr und meint so " ca 5 stunden " meine fresse stürzt von null auf hundert total ab ^^ Mit senkendem Kopf und total Hunne geh ich die treppen hoch , Türe rein zum Tresen ... Gefreiter irgendwas fragt mich ob ich will oder verweiger , grinsend mein ich zu ihm " Ich Verweiger ^^ " dann ging die warte zeit los , ende von der Geschichte ? Hatte Plattfüsse und Übergewicht damals und die Fräuleins beim Eier kraulen meinten ich würde nicht zum Bund passen XD mit grinsen angezogen und von dannen gezogen ^^

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                    • 10
                      Benutzernahme 30.07.2017, 23:30 Geändert 30.07.2017, 23:57

                      spolier: mittendrin statt nur dabei. man fühlt da echt mit.

                      gut fand ich auch die nebenhandlung von Barnes, der seine probleme leider nur noch lösen kann, in dem er leute tötet, was ja auch das thema des ganzen films ist: menschen, die probleme machen, werden getötet.

                      klar muss man sich selbstverteidigen, um sein leben zu retten. wer würde das nicht tun. aber wenn menschen menschen töten, obwohl das eigene leben nicht in gefahr ist, dann hat man das menschsein verlernt.

                      Barnes ist einfach kein mensch mehr, sondern eine tötungsmaschine, der seine probleme nicht mehr lösen kann außer mit dem tot. der krieg hat ihn zu dem gemacht, was er geworden ist. er hat im krieg den kampf, den krieg gegen sich selber verloren, trotz des krieges immer noch ein mensch zu bleiben.

                      musik fand ich jetzt tatsächlich nicht so gut. der cast ist natürlich der hammer, aber noch besser ist der letzte akt, wenn es dann mal richtig zur sache geht.

                      und da sheen Barnes am schluss tötet, obwohl es keinen anlass dazu gibt, hat sheen auch verlernt, ein mensch zu sein, auch wenn er am schluss im helikopter weint. okay, Barnes wollte sheen töten, aber als sheen außer lebensgefahr war und Barnes verletzt sheen um hilfe bittet, knallt sheen ihn einfach ab. tja, auch sheen wurde durch den krieg verändert. haupt- und diese nebenhandlung mit Barnes sind wirklich sehr gut miteinander verbunden. der oliver stone weiß halt, wie man eine geschichte erzählt, nicht so christopher nolan.

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                        Malik 28.07.2017, 14:47 Geändert 28.07.2017, 14:53

                        Wieder einer dieser Filme, denen mehr Dreck und weniger Pathos mit Sicherheit zum Status einer unverhohlenen Antikriegshaltung verholfen hätte.

                        So verarbeitet Oliver Stone irgendwo zwischen "Agadio for Strings", Schlammbad und namhafter Besetzung seine eigenen Vietnamerfahrungen.

                        Das ist ohne Übertreibung tatsächlich ungeheuer spannend und toll geschrieben, wenn auch über weite Strecken eher Thriller denn politische Anklage.

                        Dass "Platoon" letztendlich doch noch seinem Ruf einer bemerkenswert differenzierten Stellungnahme zum Vietnamkrieg gerecht werden kann verdankt er einer wahrhaftig markerschütternden Massenmordszene an nordvietnamesischen Zivilisten durch das US - Militär (die nicht nur von ungefähr Parallelen zum berüchtigten My Lai Massaker unter Calley sucht).

                        Und einfach der schriftstellerisch und darstellerisch absolut glaubwürdigen Darstellung Sheens, dessen unbeholfene, naiv idealistische Tappsigkeit im menschenverachtenden Militärapparat bis hin zum erfahreneren aber emotional abgestumpften Fussoldaten jeder kennen dürfte, der schon einmal mit der Waffe in der Hand dienen musste - ob selber im Krieg oder nicht.

                        Am Ende ist und bleibt "Platoon" ein engagierter, manchmal allerdings etwas unbeholfen argumentierender Beitrag zum Thema Krieg, Militär und Opfer, dem man die hohe Ambitioniertheit und Kunstfertigkeit Stones durchaus anmerkt - und der gerade im Zusammenspiel seiner Protagonisten und dem Aufzeigen verhängnisvoller Gruppendynamik ein Höchstmass an Authentizität erreicht.

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                        • 8 .5
                          Supra92 22.02.2017, 22:42 Geändert 02.03.2017, 23:54

                          Vermutlich DER Anti-Kriegsfilm. Stone zeigt gekonnt die Sinnlosigkeit des Krieges auf. Man fühlt und leidet mit den Soldaten. Filmmusik ist eine Wucht!

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                            Was für ein Cast!? Was für ein unangenehmer Film!? "Platoon" hat meine Erwartungen übertroffen!

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                            • 8

                              Erst vergangenen Freitagabend brach zwischen einem Kommilitonen und mir beim gemütlichen Fifa-spielen (wieder mal) die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Krieg auf der einen Seite und Pazifismus auf der anderen Seite aus. Hitler habe man mit Pazifismus auch nicht besiegen können, argumentierte er bestechend logisch, ohne jedoch den entscheidenden Aspekt dabei zu berücksichtigen, der doch stets das Denken und Handeln in unserer Sphäre beeinflusst: Moral.
                              Sicherlich mag man nicht weit kommen mit einer pazifistischen Einstellung, weil der gewaltbereite Mensch dir gegenüber dich so immer beherrschen kann und solange nicht jeder einzelne sich quasi von selbst dazu genötigt sieht, sich der gewaltfreien Weltsicht zu verschreiben, wird aus einem solchen Gedankenspiel auch nichts. Vielleicht mag die Vorstellung einer Welt frei von Krieg und Gewalt jedoch gar nicht so utopisch sein, wie man denkt. Das hängt natürlich immer mit dem Bild ab, welches man vom Menschen hat.

                              Da wirken viele Kräfte mit: mein Kommilitone versteht sich bspw. ausgezeichnet mit dem an unserer Uni verschrienen, (vorsichtig ausgedrückt) konservativen Prof. Manche bezeichnen ihn als fremdenfeindlich, was meines Erachtens aber aus seiner sozialphilosophischen Position resultiert. Seiner Ansicht nach kann nur eine homogene Gruppe von Menschen eine wahre Demokratie sein, da bei zersplitterten "Teilgesellschaften" immer eine Minderheit von einer Mehrheit unterdrückt würde. Dementsprechend sieht er auch schwarz für ein vereintes Europa. Dies ist dann einfach nur das Ergebnis seiner Analyse. Ich stimme dem schlicht nicht zu und gerade an dieser Stelle kann man lange und noch länger diskutieren, da es zwar die Grundlage für Politikwissenschaft darstellt, aber immer noch Philosophie ist.
                              Genauso kann man sich seine Menschenbilder konstruieren. Vielleicht liegt da schon der springende Punkt. Womöglich liegt er (heute) im kapitalistischen Ausbeutungssystem. Aber Kriege führten die Menschen schon immer und ist nicht die ausufernde Kapitalakkumulation nicht bloß eine stringente Fortführung schon immer bestehender Tendenzen? Unter Leistungsdruck (egal, ob nun das Leben oder der soziale Status auf dem Spiel steht) ist der Mensch so egoistisch, wie er es sein kann und es die Umwelt (das soziale System) zulässt. Dabei scheint es dem Menschen inne zu wohnen, bereitwillig Herrschaft über andere ausüben zu wollen. Und diese kann sich ganz verschieden ausdrücken. Das Dominanzverhältnis mit sich selbst in der gewinnbringenden Position lässt das Individuum Vergnügen verspüren und natürlich nicht zuletzt in diversen Belangen profitieren. Sobald man Macht hat, kann man sie einsetzen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen. Das kann auch das unaufhörliche Streben der Menschen erklären, sich (auch als Gruppe) gegen andere behaupten und schließlich durchsetzen zu wollen. Dadurch entstehen dann letztlich nun mal Kriege in Gebieten wie dem Vietnam (oder vergleichbare - mehr oder weniger - Einsätze amerikanischer Truppen oder von der CIA geschickte Squads in Guatemala, Nicaragua & Co.) - wenn womöglich die Getriebenheit der eigenen Machtausübung soweit gegangen ist, dass das eigene System um jeden Preis nicht nur erhalten werden soll, sondern auch kein alternatives etabliert werden darf - natürlich auch, um die Herrschaft über solche Teile der Welt zu behalten...da geht es logischerweise wieder um Ressourcen, Land, Arbeitskraft - prinzipiell um jegliches Kapital, was man selbst haben muss, damit man es hat und die anderen nicht.

                              Die Frage ist dann, ob man diese Prämisse überwinden kann. Tiefgehende Bildung scheint da schon mal kein schlechtes Mittel zu sein, aber auch wir westliche Wohlstandskinder sind nicht davon gefeit, Dominanzverhältnisse aufbauen zu wollen: und sei es nur, wenn ich in einem Anfall von Snobismus wieder über das Kino aus dem Hause Marvel oder eine beschissene Nerd-Sitcom ablästere - weil ich damit suggeriere, ich verstünde Kunst besser als andere. Aber ich bin gerade, was Geschmack in diesen Bereichen (Kino, TV, Musik, Literatur) betrifft, oft ein prätentiöses Arschloch.

                              Spannend wurde es, als wir in der Kriegsdiskussion auf einmal einer Meinung waren. Ich als absoluter Pazifist und er als absoluter Realo (ein bisschen grün, aber wie man das nun mal so ist in unserem Milieu) - er versteht Krieg als ein Mittel, was durchaus einzusetzen ist, um Organisationen wie den IS zu beseitigen. Ich sitze dann auch nur neben ihm und habe keine alternative Lösung parat, das einzige, was ich weiß, ist, dass das, was passiert, falsch sein muss. Da philosophieren Menschen in den Medien über "Gute Bomben / Böse Bomben" - ein Nikolaus Blome (konservativ und Bild-Journalist, zwei mich eigentlich abstoßende Prädikate und doch manchmal wirklich überzeugend) zerredet und spinnt ein Netz von Wirrwarr, weil Bomben ja keinen Charakter haben könnten (blabla) und verkennt also (absichtlich?) den dahinterstehenden Diskurs, während der eigentlich linke (Populist) Jakob Augstein zugesteht, dass es den "gerechten Krieg" geben könne. Nicht unwichtig, dass hier zuletzt irgendwie alle Opfer amerikanischer und russischer Beeinflussung der Medien zu werden scheinen (anders kann man sich diese gesamten Diskrepanzen nicht erklären), komm ich einfach nicht dazu, wirklich nachvollziehen zu können, wie Krieg überhaupt funktioniert. Wie geschieht es, dass man es wirklich als legitimes Mittel ansieht, jemanden umzubringen? Wahrscheinlich bin ich dafür zu sehr unberührt und behütet aufgewachsen. Ich verstehe das Konzept, kann es analytisch herleiten (wie beschrieben: Macht, Herrschaft, Dominanz), aber nicht nachvollziehen. Und da erhalte ich auf einmal Zustimmung. Doch was machen wir nun damit?

                              Wie man an "Platoon" wunderbar sehen kann: niemand weiß es. Denn niemand weiß überhaupt, was das alles soll. Schließlich sehen wir hier nicht nur den Krieg im Krieg für jeden einzelnen, sondern auch die brutale Sinnlosigkeit des Krieges. Das ganze Dilemma dieses Unterfangens, in grausige Bilder gepackt und den Menschen aus viel wertvolleren Zielen gerissen. So wird's gespielt, auch noch beim modernen Menschen.

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                              • 8

                                „Frischfleisch“ ist so ziemlich das erste, was der junge freiwillige Vietnam-Soldat Chris Taylor (Charlie Sheen) nach seiner Ankunft auf dem Flugfeld in der asiatischen Hölle zu hören bekommt, als ihm eine Gruppe abgekämpfter, kriegsmüder und völlig desillusionierter Soldaten begegnet. Es dauert bis zum ersten blutigen Einsatz, als er erkennen muss, dass es ein riesengroßer Fehler war, das College abzubrechen, um fürs Vaterland zu kämpfen, so wie es einst Vater und Großvater in den beiden Weltkriegen für ihre Pflicht hielten.

                                Oliver Stone, der mit „Platoon“ seine eigenen Kriegserfahrungen verarbeitete, interpretiert in seinem Meisterwerk den Vietnamkrieg nicht alleinig als sinnloses und blutiges Gemetzel, sondern deckt zudem schonungslos mit schockierenden und nachdenklich stimmenden Bildern Gräueltaten auf, welche an der Zivilbevölkerung verübt wurden.

                                Neben den alles überragenden Willem Dafoe und Tom Berenger - mit Abstrichen ist auch Charlie Sheen zu nennen -, sind selbst die Nebenrollen allesamt nahezu perfekt besetzt. „Platoon“ gehört daher seit jeher zweifelsohne zur Speerspitze des nimmermüden Genres.

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                                • 9 .5

                                  Ich weiß nicht ob es Filme gibt die ich öfter gesehen habe... nur wenige glaub ich. Unglaublich fesselnd von Beginn an. Man wird förmlich hineingezogen in den heissen, stickigen Dschungel. Die Darsteller überzeugen ausnahmslos. Vor allem das Duell Berenger gegen Dafoe ist an Intensität kaum zu überbieten. Die Brutalität ist zeitweise unerträglich, muß aber GENAU so sein um den kompletten Irrsinn des Krieges zu zeigen. Abgerundet wird das ganze noch durch einen fantastischen Soundtrack. Stone hat hier ein Meisterwerk abgeliefert, ohne Zweifel!

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                                  • 10

                                    Platoon einfach ein klassiker

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                                      BenAffenleck 26.05.2016, 21:00 Geändert 26.05.2016, 21:04

                                      „Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns …“

                                      Oliver Stones filmische Verarbeitung seiner Dienstzeit in Vietnam, und der beginn seiner Vietnam-Trilogie, die neben PLATOON noch GEBOREN AM 4. JULI und ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE umfasst. Geht es in den beiden letzten Teilen eher um die Heimkehrer, zeigt er uns in PLATOON 2 Stunden lang den seelenverzehrenden Krieg an einem der eigentlich schönsten Flecken der Welt durch die Augen des jungen...

                                      ...Chris Taylor meldet sich als 19-jähriges Mittelklasse-Kid freiweilig aus patriotischem Pflichtgefühl für den Dienst in Vietnam, nur um ziemlich schnell einzusehen, welch ein schwerer Fehler diese Entscheidung war. In den Briefen an seine Grandma erzählt er von seinem PLATOON, von der Angst vor dem Tod, den Grausamkeiten, der Wut und der Machtlosigkeit. Davon, dass jeder Soldat noch einen eigenen Krieg in sich selber führt. Ein Kampf um die eigene Humanität. Eine Schlacht um die Seele. Darum, was im Dschungel schnell verloren geht zwischen Malaria, Massakern, Vergewaltigungen an Frauen und Kindern durch die Kameraden, denen man zwischen Tretminen und Sperrfeuer sein beinahe verwirktes Leben anvertraut.

                                      Nachdem Oliver Stone für sein Therapie-Projekt etliche Jahre lang keinen Geldgeber fand, konnte der Film letzten Endes dann für gerade einmal 6 (!!!) Millionen Dollar unter schwierigen Produktionsbedingungen, dafür aber unglaublich authentisch auf den Philippinen realisiert werden. Den jungen Charlie Sheen sieht man hier wohl in seiner besten Rolle, Willem Dafoe und Tom Berenger konnten als Good/Bad Leader des Platoons sogar eine Oscarnominierung einsacken. In ersten kleineren Rollen darf man hier auch schon Forest Whitacker und Johnny Depp bewundern.

                                      PLATOON spielt bei den besten (Anti) Kriegsfilmen aller Zeiten ganz vorne mit, und sackte berechtigterweise 4 Oscars ein (Bester Film/Regie/Schnitt/Ton). Der Kriegsalltag in so einem Platoon wird wirklich sehr glaubhaft dargestellt. Die langweiligen Patrouillen, die Müdigkeit, die fiesen Ameisen die einen quälen, die flatternden Nerven, der Zusammenhalt aber auch die Konkurrenzkämpfe. Und immer wieder wird gezeigt, wie der Krieg die Soldaten verändert, und sie in Extremsituationen zu Helden, Feiglingen, Tieren oder Füllungen für die zahlreichen Leichensäcke werden lässt.

                                      Wirklich schade, dass so ein guter und wichtiger Film so eine unterirdische BluRay VÖ bekommt. Das Bild ist noch akzeptabel, die deutsche Tonspur leider unter aller Sau. Absolut dumpf und blechern, Chris Off-Kommentare sind schon nahe an der Unverständlichkeit dran. Richtig übel!

                                      Hier noch ein netter Filmzusammenschnitt mit dem sackstarken Score von Samuel Barber: https://www.youtube.com/watch?v=ECQeLQURNuw

                                      Unnötig zu erwähnen, dass ich nach so einem Marihuana Shot durch den Lauf einer Pumpgun sicherlich auch bei den Potheads aufgenommen worden wäre ;-)

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                                      • 9 .5
                                        smartbo 22.02.2016, 18:21 Geändert 28.02.2016, 11:07

                                        Der Film ist Oliver Stones schonungslose Abrechnung mit dem Vietnamkrieg. Ein brillanter Streifen, einer der besten Antikriegsfilme überhaupt.
                                        Oliver Stone ging es darum, einen Anti-Kriegsfilm zu drehen und primär - eingebettet in den spannenden Plot - harsche Kritik am Vietnamkrieg zu üben. Und das ist ihm grandios gelungen. Der Film ist aktueller denn je und müsste meines Erachtens zur pazifistischen Erziehung als Antikriegsfilm zu Pflicht an allen Schulen weltweit gemacht werden.
                                        Beide Daumen hoch.

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                                          RoboMaus 20.02.2016, 09:39 Geändert 20.02.2016, 10:54

                                          An das Kinoplakat zu 'Platoon' kann ich mich noch erinnern, habe es nach 29 Jahren aber erst jetzt geschafft diesen Film anzuschauen - jemand sagte damals, der wäre uninteressant und langweilig, ich solle bloss nicht reingehen.

                                          'Platoon' ist in erster Linie ein Film von Amerikanern über Amerikaner - wie anderswo auch sind die Vietnamesen bei Oliver Stone auf ein paar grinsende Waldzwerge reduziert, die den Amerikanern das Leben noch schwerer machen, als sie es ohnehin schon selbst tun. Lieber Friendly Fire, als dem grössten Albtraum der amerikanischen Geschichte ein Gesicht geben.

                                          Man lernt, dass es gute und schlechte Amerikaner gibt: die Guten haben ein Gewissen und massregeln die Schlechten, die keins haben und Greueltaten begehen. Dafür bringt man sich auch gegenseitig um. Es ist die amerikanische Vorstellung von Moral, die 'Platoon' prägt, weniger der Krieg und seine Folgen.

                                          Was ich nicht nachvollziehen konnte (SPOILER): das Dorf hatte MGs versteckt, musste dem Platoon also wie ein Vietkongnest vorkommen. Die Amerikaner standen einem ebenso hinterlistigen wie gnadenlosen Gegner gegenüber und hatten praktisch keine andere Wahl als Informationen aus dem Dorfvorsteher herauszuquetschen und es auszuräuchern (SPOILER ENDE). Dennoch stellt Stone das wie eine überflüssige Kriegshandlung dar und hängt daran noch ein paar Greueltaten auf.

                                          Dramaturgisch bietet der Plot nicht viel. Bis auf die letzte halbe Stunde hat der Film eher dokumentarischen Charakter - man rennt mit den Amerikanern durch den Wald und lauscht im Camp den Diskussionen über Moral, Sinn und Unsinn ihres Treibens, während Charlie Sheens Erzählstimme ständig beteuert, was für ein Fehler es doch war sich freiwillig zu melden......

                                          'Uninteressant und langweilig' ist wohl zu hart, aber den überzeugenden (Anti-) Kriegsfilm konnte ich hier auch nicht finden. Rückblickend war 'Robocop' (1987) doch die bessere Wahl im Kino - etwas richtig gemacht :)

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                                          • 8 .5

                                            Die beliebteste Armee der Welt zu Gast in Vietnam. Durch freundlichen Kontakt zur Bevölkerung möchten die netten Kerle einen Stabilitätsanker in der Region installieren. Der Vietcong ist der beliebten Army gegenüber durchaus positiv gestimmt, was auch der deeskalierenden Art der Gäste geschuldet ist.
                                            Ordentlicher body count.
                                            Überraschend: Charlie Sheen kann sehr gut auch ernste Rollen spielen. Wirklich positiv!

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                                            • 9
                                              OrdellRobbie 06.11.2015, 10:32 Geändert 11.04.2017, 12:20

                                              Top (Anti-)Kriegsfilm mit glänzenden Hauptdarstellern und einem haarsträubenden Soundtrack, der das Grauen des Vietnamkriegs nur zu deutlich unterstreicht.

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                                                top Film

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                                                  chrischris 05.11.2015, 19:17 Geändert 01.12.2015, 18:36

                                                  Musik ist schon der Hammer.

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                                                    Intensiver Vietnam-Film, in dem Stone seine eigenen Kriegserfahrungen verarbeitet. Durchaus kritisch, merkt man dem Film doch an, dass er aus der Sicht eines Soldaten geschildert wird. Dennoch mehr ein Anti-Kriegsfilm als das Gegenteil. Großartig besetzt und gespielt. Berenger und Dafoe als Gegenspieler sind fantastisch.

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