Wrong Elements - Kritik

Wrong Elements / AT: The Invisible Enemy; L'ennemi invisible

FR/BE/DE · 2016 · Laufzeit 127 Minuten · FSK 12 · Dokumentarfilm
Du
  • 6

    1989 bildete der junge Joseph Kony in Uganda eine Armee aus entführten Kindern und Jugendlichen: die "Lord's Resistance Army" (LRA).

    "Wrong Elements", das waren bei der LRA Menschen, die ausgerottet werden müssen auf dem Weg zu einem theokratischen Regime. In 25 Jahren wurden mehr als 60.000 Minderjährige entführt, von denen weniger als die Hälfte den Dschungel lebend verlassen hat. Mit ihnen terrorisierte Kony die Bevölkerung Nordugandas. Bis heute jagt die ugandische Armee Kony und seine Rebellen. Die Gruppe soll sich irgendwo zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Sudan aufhalten.
    Geofrey, Nighty, Mike und Lapisa sind Freunde, sie wurden im Alter zwischen 12 und 13 Jahren entführt. Heute versuchen sie, sich ein normales Leben aufzubauen. Sie sind sowohl Opfer als auch Täter, auf beide Arten schwer beschädigt. Regisseur Jonathan Littell besucht in „Wrong Elements“ mit ihnen noch einmal Orte des Krieges. Unterbrochen werden die Interviewsequenzen durch Szenen vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, wo Konys Stellvertreter Dominic Ongwen der Prozess gemacht wird.

    Schriftsteller Littell, dessen Werk "Die Wohlgesinnten" zu den meistdiskutierten Büchern der Gegenwart zählt, zeichnet in seinem erstaunlich ruhigen Debütfilm die Spuren der Gewalt nach: Er lässt die jungen Leute einfach reden und unterbricht nicht. Kein Wunder, bei dem, was sie zu berichten haben.

    (Amnesty Journal, 1/2017)

    • 7 .5

      Littell nähert sich dem Thema behutsam, ihm geht es nicht um schockierende Bilder, sondern um die Psychologie hinter dem Netzwerk des Todes. [Bernd Buder]

      • 7 .5

        "Der Schriftsteller Jonathan Littell hat einen Film über die Lord’s Resistance Army in Uganda gedreht. Eine monumentale Dokumentation, die das Grauen des Krieges ganz beiläufig entstehen lässt." [Johannes Bluth]

        • 8

          Jonathan Littell, berühmt geworden mit seinem Roman »Die Wohlgesinnten«, porträtiert vier ehemalige ugandische Kindersoldaten. Einfühlsam und geduldig, auch ästhetisch bemerkenswert, beleuchtet er deren persönlichen Umgang mit Leid und Schuld. [Patrick Seyboth]