Kung Fu Panda 2

7 Gründe für das zweite Abenteuer mit Panda Po

Kung Fu Panda 2
© Paramount
Kung Fu Panda 2

Fortsetzungen sind immer so eine Sache. Klar gibt es den Mythos vom besseren zweiten Teil. Aber mit den meisten Sequels verhält es sich so wie mit dem zweiten Album und an dem sind schon viele gehypte Bands gescheitert. Kung Fu Panda war ein netter Animationsfilm, der durch seine generische Story aber auch ein bisschen gelangweilt hat. Ich hab mir die Fortsetzung Kung Fu Panda 2 angeschaut und einen der unterhaltsamsten und actionsreichsten Filme des Jahres gesehen. Hier sind sieben Gründe, warum Kung Fu Panda 2 rockt!

Grund 1: Ein Voicecast, das Asses kickt
Okay, dieser Punkt trifft auf die englische Originalfassung zu. Aber Kung Fu Panda 2 kann Gary Oldman als bösen Pfau vorweisen. Gary Oldman ist ein hervorragender Sprecher und darf hier auch ein bisschen mehr von sich geben als “Fasst ihn!” und “Warum ist er euch entkommen?”. Noch dazu glänzt der Film neben den Stammsprechern Jack Black, Angelina Jolie und Dustin Hoffman auch noch mit Jean-Claude Van Damme als Master Croc und Michelle Yeoh als knabberfreudige Wahrsagerin.

Grund 2: Animation mit Gehirn…
Litt Kung Fu Panda noch etwas unter dem Zwang aller ersten Teile, die Figuren einzuführen, kann die Fortsetzung mit voller Fahrt voranpreschen. Natürlich dürft ihr kein Shakespear’sches Drama erwarten. Dafür bietet Kung Fu Panda 2 eine Hauptfigur auf der Suche nach der inneren Ruhe und seiner wahren Herkunft sowie einen Bösewicht, der sich mit Fragen des Schicksals und der Vorhersehung herumschlagen muss. Hier haben die Macher nicht einfach nur schnellstmöglich ein Sequel auf den Markt geworfen, sondern aus den Mängeln des Vorgängers gelernt.

Grund 3: … und Seele
Das, was auch schon Kung Fu Panda von vielen Konkurrenten abgehoben hatte, war seine offenkundige Liebe zum Detail und zu seinem Genre. Kung Fu Panda 2 punktet hier ebenfalls durch die prachtvollen Landschaftsaufnahmen und die Ehrerweisung an die großen Vorbilder des Kung Fu-Films. Das hier ist nicht nur ein Kinderfilm mit wahllos zusammengewürfelten Popkultur-Jokes für die Erwachsenen, sondern eine Liebeserklärung an Martial Arts-Filme und die chinesische Kultur. Gerade auch in den teils traurigen 2D-Sequenzen, die an chinesische Schattenspiele erinnern, zeigt sich, dass die Macher von Kung Fu Panda 2 mit dem ganzen Herzen an ihrem schwarz-weißen Helden hängen.

Grund 4: 3D lohnt sich
Ich mag die 3D-Technik nicht besonders, gerade weil zwei Brillen auf der Nase für verdammt unangenehme Kinoerlebnisse sorgen. Wenn sich bei einem Film der 3D-Zuschlag dann nicht einmal lohnt, ist das umso schlimmer. Nicht so bei Kung Fu Panda 2! Anstatt den filmischen Raum einfach nur tiefer wirken zu lassen, werden die Zuschauer in Kung Fu Panda 2 direkt in die Action mit einbezogen. Sie fliegen mit Panda Po durch die Luft, stehen während eines Kampfes im Weg und befinden sich mitten in der wunderschön animierten chinesischen Natur. Kung Fu Panda 2 ist ein Augenschmaus und die 3D-Technik verstärkt diesen Eindruck.

Grund 5: Die Action ist superb
Gut inszenierte Action ist mir äußerst wichtig, erst recht wenn es sich um einen 3D-Film handelt. Schon in Kung Fu Panda hatten die Actionszenen durch ihre kreativen Choreographien und die langen Einstellungen überzeugt. In Kung Fu Panda 2 wird die Actionschraube kräftig angezogen und wesentlich epischer. Dabei spielt die Schwerkraft kaum noch eine Rolle. Der Wechsel zwischen blitzschnellen Attacken und Zeitlupen-Aufnahmen gliedert sich außerdem hervorragend in die Tradition des Kung Fu-Films seit den Shaw Bros. ein. Mal abgesehen vom fehlenden Blut wäre Cheh Chang (Die Blutsbrüder des gelben Drachen) stolz auf diesen fähigen Panda gewesen.

Grund 6: Eine Fortsetzung, die besser ist
Ja, Kung Fu Panda 2 gelingt das seltene Kunststück, seinen Vorgänger noch zu übertreffen. Befreit vom Ballast der Exposition ist Regisseurin Jennifer Yuh zusammen mit ihrem Animationsteam und den Drehbuchautoren eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorgänger gelungen. Mehr Action gibt es zu bestaunen, aber auch eine komplexere Story und überzeugende neue Figuren. Dabei wird der Film zur keiner Zeit von seiner Erzählung lahmgelegt, bietet stattdessen in den richtigen Momenten kleine und große Gags, die Schwung in die Sache bringen. Vor allem aber ist Kung Fu Panda 2 visuell dermaßen prachtvoll und detailliert animiert, dass er selbst Pixar Konkurrenz machen kann.

Grund 7: Es ist ein Panda, der Kung Fu kann!
Ich weiß, dieser Grund trifft auch auf den ersten Teil zu, aber verdammt nochmal, es ist ein Panda (!), der Kung Fu (!) kann! Panda Po ist ein überaus niedliches Geschöpf, was in den Flashbacks zu seiner Kindheit nochmal auf die Spitze getrieben wird. Doch auch wenn er noch viel zu lernen hat, ist Po hier nicht einfach ein dicker Anfänger zwischen Profis. Vielmehr ist aus dem Panda seit seinem ersten Abenteuer ein richtig guter Kämpfer geworden. Gerade das verwandelt Kung Fu Panda 2 in einen guten Actionfilm, statt nur in eine Komödie mit einem übergewichtigen schusseligen Tier in der Hauptrolle. Panda Po ist quasi der animierte Erbe von Sammo Hung Kam-Bo.

Moviepilot Team
the gaffer Jenny Jecke
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Stellvertretende Chefredakteurin bei Moviepilot, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Hongkonger Nudel-Restaurants spielen.
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