Meine glorreichen Sieben

7 Orte, an denen Christoph nicht gefangen sein will

14.11.2013 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Auf einer einsamen Insel aufzuwachen, macht mich nicht nur glücklich, weil ich weiß, dass ich den Schiffbruch überlebt habe. Es hätte auch alles viel schlimmer kommen können als in diesem sonnige Palmenparadies anzukommen.

Ich werde auf meinem kleinen Bett von einem lauten Plätschern geweckt und merke, wie eiskaltes Wasser in meine Kajüte strömt. Panisch versuche ich, das Leck in der Bordwand zu stopfen, doch muss ich mich schnell mit dem Gedanken anfreunden, dass ich das Kentern meiner Yacht nicht mehr verhindern kann. Ich springe mit einem Rettungsring bewaffnet in das winterliche Wasser und sehe meinem kleinen Schiff dabei zu, wie es Richtung Meeresboden sinkt. Schon nach kurzer Zeit entdecke ich eine kleine Insel, die verlassen zu sein scheint. Mit letzter Kraft erreiche ich das rettende Ufer und kann mein Glück kaum fassen. Es hätte mich mit diesen 7 Orten noch viel schlimmer treffen können, als auf dieser ansehnlichen und mit reichlich Nahrung bestückte Insel zu stranden.

Im Sarg begraben
Aus dem Leben zu scheiden, ist schon an sich keine besonders schöne Angelegenheit, doch nach einem kurzen Moment in der Dunkelheit aufzuwachen und zu merken, dass mir Sand ins Gesicht rieselt und der erste Blick auf ein Holzbrett gerichtet ist, lässt die Freude darüber, dass ich anscheinend überlebt habe, doch recht schnell schwinden. Ryan Reynolds in Buried – Lebend begraben konnte mir schon einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, wie es sich anfühlt, sechs Fuß unter der Erde zu begraben zu liegen und nichts und niemand hört die Schreie und das Wimmern, das durch die tonnenschwere Erde nicht einmal ansatzweise an die Oberfläche dringt. Es ist weder möglich, sich durch eigene Kraft zu befreien, noch auf sich aufmerksam zu machen. Jetzt nur die Ruhe bewahren, keine Panik bekommen und immer daran denken, nicht zu schnell und zuviel zu atmen, denn Luft ist hier die wertvollste Währung.

Im Ski Lift gefangen
Im Winter gibt es für viele Sportbegeisterte nichts besseres, als sich ein paar Ski unter die Füße zu klemmen, sich in einen Lift zu schwingen und mit einem freudigen Grinsen behäbig Richtung Gipfel zu tuckern. Blöd nur, wenn der Lift abrupt aufhört, sich Richtung Startpunkt zu bewegen und keine Möglichkeit besteht, sich aus dem eisigen Sitz zu befreien. Sobald die Nacht hereinbricht und die Kälte beginnt, sich durch den dicken Skianzug zu fressen, ist der Ausflug plötzlich gar nicht mehr so erfreulich und die ersten Gedanken kommen auf, ob der Sprung in die Tiefe wohl tödlich enden könnte. In Frozen – Eiskalter Abgrund bekommen nicht nur die gefangenen Skitouristen Frostbeulen an den Füßen, sondern auch ich versuche mir einzureden, dass solch eine Situation nie zustande kommen würde.

Auf offener See übersehen
Es ist Sommer und die Sonne brennt auf der Haut. Das Wasser plätschert verführerisch erfrischend an die Bootswand und ich mache mich bereit, mit einem Jauchzen in das kühle Nass zu hüpfen. Seit Open Water weiß ich jedoch, dass ich meine Euphorie ins Wasser zu springen bremsen sollte, bis ich sicher gestellt habe, nach der Abkühlung auch wieder zurück in das Boot zu gelangen. Nicht nur, dass die offene See den Körper durch ständiges Schwimmen immer wieder herausfordert und er nach einiger Zeit einfach am Ende seiner Kräfte ist, führt ein sich Treiben lassen auch irgendwann unweigerlich zum Ertrinken. Im Sommer ist dies vielleicht noch eine Weile erträglich, sofern keine Haie um mich herumkreisen, doch wenn die Temperatur des Wassers nur knapp über der null Grad Marke pendelt, wie in The Deep, dann sorgt die Kälte früher oder später einfach dafür, dass die Gliedmaßen den Dienst verweigern. Kein Wasser schlucken und darauf hoffen, dass eins der vorbeifahrenden Boote mich als kleinen Punkt am Horizont wahrnimmt, ist nun die einzige Hoffnung auf Rettung.

Im Weltall verloren
Jeder kleine Junge träumt davon, einmal im Leben in eines dieser weißen Hightech-Shuttles zu steigen und sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit ins Weltall schießen zu lassen. Einmal die Schwerelosigkeit erleben und fliegendes Wasser trinken, das wärs. Dass es dabei von größer Wichtigkeit ist, immer mit einer Sicherung am Shuttle befestigt zu sein, hat mich Gravity gelehrt, denn ist diese Sicherung an ein festes Objekt erst einmal gelöst, verschluckt mich die unendliche Weite. Keinen Halt, keine Rettung, nur das Wissen, dass mich der nächstbeste Meteorit zertrümmern könnte. Allein in der Stille der Galaxie bin ich, ähnlich wie auf offener See, auf mich allein gestellt, nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Möglichkeit von einem vorbeifliegenden Shuttle gerettet zu werden, gleich null beträgt.

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