Action-Geheimtipp: Fast & Furious trifft auf die französische Zendaya

Rodeo
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22.05.2022 - 11:45 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Rodeo erzählt die Geschichte einer kriminellen Motorrad-Gang – und vereint die Action-Sequenzen früher Fast & Furious-Filme mit Zendayas Darstellung in Euphoria.

Quietschende Reifen, pumpende Musik, atemlose Spannung und Stunts, die wirken, als könnte in jeder Sekunde absolut alles schiefgehen: Nein, ich rede nicht von den frühen Fast & Furious-Filmen, die, bevor sich Vin Diesels "Familie" Richtung Weltraum aufmachte. Ich rede von Rodeo, einem wirklich außergewöhnlichen Film der französischen Regisseurin Lola Quivoron. Die Mischung aus Drama, Action und Coming-of-Age-Geschichte vereint gleich zwei ikonische Popkultur-Marken – und gehört zum Spannendsten, was 2022 bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen ist.

Darum gehts im französischen Action-Drama Rodeo

Julia (Julie Ledru) hat kein leichtes Leben. Eine zerrüttete Familie und düstere Zukunftsaussichten zwischen heruntergekommenen Hochhäusern in einer tristen französischen Vorstadt. Nur Motorradfahren macht ihr so richtig Freude. Gebannt folgt sie den Fahrern illegaler Straßenrennen in den sozialen Medien oder guckt Videos ihrer besten Stunts auf YouTube.

Hier gibt's den Trailer zu Rodeo:

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Doch Julia hat kein Geld, um sich selbst eine Maschine zu kaufen. Also entwickelt sie einen raffinierten Plan und beklaut wohlhabende Motorradverkäufer. Ein krimineller Geniestreich, durch den sie Respekt von der Motorrrad-Gang bekommt, deren Stunts sie schon so lange bewundert. Doch die Aufnahme in die Gang und der Kontakt zum Gang-Boss Domino wirft nicht nur ihr ganzes Leben durcheinander, sondern bringt sie zu ihrem bisher gefährlichsten Plan: einen fahrenden LKW mit Luxus-Motorrädern zu überfallen.

Als würde Zendaya in Fast & Furious mitspielen: Rodeo ist ein absoluter Cannes-Geheimtipp

Rodeo hat von der ersten Minute an eine unglaubliche Intensität. Die Stunt-Szenen sind – insbesondere für einen Film, der eindeutig kein Blockbuster-Budget hat – beeindruckend und erinnern insbesondere beim spektakulären Überfall gegen Ende des Films an die frühen, realistischeren Fast & Furious-Teile. Trotzdem ist Rodeo mehr als ein reines Action-Fest. Der Film zeigt den Wunsch junger, unterprivilegierter Menschen nach Freiheit und Zugehörigkeit auf fast rührende Art und Weise. Ganz nebenbei durchleuchtet Rodeo auch noch das toxische Männlichkeitsverständnis einiger Motorrad-Machos und webt überraschende Fantasy-Elemente ein, die in einem unerwarteten (und vielleicht auch etwas frustrierenden) Ende münden.

Über allem strahlt aber die Performance der Hauptdarstellerin. Julie Ledru spielt Julia als schwierige aber liebenswerte junge Frau, die ihre emotionale Verletzlichkeit mit Härte und Schroffheit überspielt. Für die der einzige Weg dazu, sich wirklich frei zu fühlen, auf dem Sitz eines Motorrads liegt. Und deren freundschaftliche Beziehung zur Frau des inhaftierten Gang-Bosses stellenweise wie der zärtlich inszenierte Beginn einer ganz besonderen Liebesgeschichte anmutet. Ledru erinnert dabei immer wieder an Zendayas Ausnahme-Performance in Euphoria – und hat das Potenzial, einer der nächsten großen Shooting-Stars des französischen Kinos zu werden.

Eigentlich gibt es nur eine richtig schlechte Nachricht zu diesem außergewöhnlichen Film: Noch ist nicht bekannt, wann und ob Rodeo in Deutschland in die Kinos kommt oder bei einem Streaming-Anbieter landet.

Guckt ihr Rodeo, wenn er in Deutschland verfügbar ist?

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