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Angelina Jolies Einsatz für das Gute

12.07.2012 - 08:50 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Angelina Jolie in Jenseits aller Grenzen
© UIP/moviepilot
Angelina Jolie in Jenseits aller Grenzen
Stars haben alles: Geld, Macht, Privilegien. Wofür sollten die also gelobt werden? Viele haben sich diese Ehre sicher nicht verdient, aber eine Prominente, die kürzlich erst wieder in der Presse vertreten war, auf jeden Fall.

Engagement ist ein recht abstrakter Begriff, der diverse Bedeutungen hat. Für einige bedeutet er nicht mehr als Arbeit, andere sehen darin eine Verpflichtung. Und für wieder andere ist Engagement eine Grundhaltung, die nötig ist, damit irgendwann Verbesserungen stattfinden. In welchem Ausmaß Menschen sich engagieren, hängt zum Großteil mit der eigenen Definition zusammen. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Personen, die sich leidenschaftlich engagieren, um auf Missstände hinzuweisen und um die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen. Prominente stehen dabei logischerweise stärker im Fokus. Einige legen Engagement nur aus PR-Gründen an den Tag, andere aus tatsächlicher Überzeugung. Diejenige, die heute ein Lob einheimsen kann, gehört sicherlich zum letztgenannten Schlag: Angelina Jolie.

Zu Besuch in Sarajevo
Manch einer von euch fragt sich jetzt bestimmt, wieso ausgerechnet Angelina Jolie hervorgehoben wird. Sie spaltet Filmfreunde in zwei Lager, hat wohl beinahe ebenso viele Fans wie Hater, ist mit ihrem Gatten Brad Pitt zum Wesen „Brangelina“ mutiert und hat sich zu Beginn ihrer Karriere vor allem mit Berichten aus ihrer bizarren Beziehungskiste mit Billy Bob Thornton einen Namen gemacht. In diesem Fall ist es jedoch unerheblich, wie Angelina Jolie als Schauspielerin bewertet wird. Entscheidend ist ihr andauernder sozialer Einsatz. Vor kurzem erst besuchte sie das Filmfestival in Sarajevo, eine Veranstaltung, die international eher weniger im Fokus steht. Das Ganze geschah natürlich nicht spontan, sondern war schon Monate vorher ausgemacht worden, als Angelina Jolie mitgeteilt wurde, dass sie zur Ehrenbürgerin Sarajevos ernannt wird. Dass sie jedoch überhaupt eine Verbindung zur bosnischen Hauptstadt hat, rührt von ihrem Regiedebüt In the Land of Blood and Honey her.

Engagement als Passion
Sie hätte sich ein leichteres Thema als den Bosnienkrieg aussuchen können, um ihre Zweitkarrieren als Drehbuchautorin und Regisseurin in Gang zu bringen. Sie tat es nicht. Ungeachtet der Qualität des entstandenen Films war es mutig von Angelina Jolie, diesen viel zu schnell vergessenen Teil der Geschichte zu beleuchten. Für sie scheint es eine Passion zu sein, sich zu engagieren. Dazu gehören nicht Filme mit brisantem Inhalt oder Besuche von Festivals. Sie nutz ihre Popularität, um die Welt davon in Kenntnis zu setzen, dass es viel zu tun gibt. Mit der Dokumentation The Diary Of Angelina Jolie & Dr. Jeffrey Sachs in Africa versuchte sie, auf die Situation in Kenia aufmerksam zu machen. Zusammen mit Brad Pitt gründete sie eine Stiftung, die verschieden wohltätige Organisationen unterstützt. Seit Jahren bereist Angelina Jolie Länder der Dritten Welt, um den Menschen dort Hoffnung zu geben. Sie spendet Millionen. Sie äußert sich zu politischen Themen, veröffentlicht Bücher und trifft sich mit Staatsmännern und –frauen, um für ihre Anliegen zu werben.

Die Überzeugungstäterin
Diejenigen, die Angelina Jolie weniger wohlgesonnen sind, finden allerdings immer wieder Kritikpunkte an ihrem Engagement: „Sie ist so privilegiert, da kann sie ruhig ein paar Tage in Flüchtlingscamps verbringen und dann wieder nach Hause jetten, um sich im Luxus zu suhlen. Und ein paar Millionen abgeben? Sie hat es ja!“ Doch Angelina Jolie hat keinen persönlichen Vorteil, wenn sie viele Wochen im Jahr um die Erde fliegt, um zu helfen. Da ihr Engagement schon als selbstverständlich gilt, steht sie damit häufig noch nicht einmal mehr in der Presse. Sie könnte es sich also bequemer machen. Sie hätte auch nicht In the Land of Blood and Honey drehen und nach Sarajevo reisen müssen, ihrem Image bringt das wenig. Sie ist aber eine Überzeugungstäterin, die sich offenbar Gedanken macht und sich nicht von Hollywoods Glanz blenden lässt.

Angelina Jolie ist nicht die einzige, die sich in großem Maße engagiert. Sie steht für viele Menschen, die sich tagtäglich aufopfern. Viele davon gehen höhere Risiken ein als die Schauspielerin, bekommen jedoch weit weniger Anerkennung. Dennoch leistet Angelina Jolie einen eminent wichtigen Beitrag. Sie ist sich ihres Status bewusst, nutzt diesen jedoch für positive Zwecke. Das hat Symbolcharakter. Und wer weiß, vielleicht – das gilt es zu hoffen – ist sie manch einem ein Vorbild. Selbst diejenigen, die keine großen Stücke auf Angelina Jolie halten, müssen angesichts ihres Engagements den Hut ziehen. Ihr dafür ein Lob auszusprechen, fällt alles andere als schwer.

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