The Fountain

Der Film, der WTF eine ganz neue Bedeutung gab

The beast runs amok in my kingdom.
© Kinowelt / moviepilot
The beast runs amok in my kingdom.
13.04.2019 - 08:50 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Irgendwann, ganz am Anfang, hörte sich The Fountain bestimmt mal wie eine gute, wahnsinnig tiefsinnige Idee an. Doch der Weg zum WTF ist gepflastert mit guten Ideen...

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr einen Film gesehen habt, der jemanden bestimmt viel Geld und Lebenszeit und Tränen gekostet hat - und der am Ende doch nur ein glitzernder Windbeutel war, der vor euren Augen, mit einem flatulenzähnlichen Geräusch zu einem kleinen Häufchen WTF in sich zusammenfiel? Wenn euer Gehirn sich danach anfühlt, wie eine auf den Rücken gekullerte Schildkröte? Wenn das Gesehene so verschwurbelt überladen mit glitzerndem Nichts war, dass ihr, vorbei an Parabeln, Pseudopsychologie und pittoreskem Popanz, mitten in einen flachen Pool aus Phantomtiefsinn plumpst? Irgendwo in dieser kleinen Pfütze muss ein Sinn liegen! Ihr spürt ihn ja! Dummerweise wurde der schon lange bevor der Film ins Kino kam amputiert...

Hinter der Kamera, als noch was zu retten gewesen wäre, hat sich keine mutige Seele gefunden, Darren Aronofsky auf die Schulter zu tippen und zu sagen: "Du, ich glaub, du verrennst dich..." Damit ihr euch nicht verrennt und aus Versehen in The Fountain stolpert, höret auf die weisen Worte der RoboMaus - denn eh ihr euch verseht, könntet ihr fortan felsenfest überzeugt sein, dass WTF in Wirklichkeit "What The Fountain" bedeutet...

Der Kommentar der Woche von RoboMaus zu The Fountain

Ein echtes Filmerlebnis, denn schon bald wurde das Folgen im Werk von Darren Aronofsky zur elementaren Frage nach der Selbstpositionierung im Blasen-Universum. Nachdem ich die Spitze des Baumes der Erkenntnis erklommen hatte, erschien mir die Aussicht so klar wie in einer sternenklaren Nacht über einer Maya-Pyramide, was zu meiner vollständigen Erleuchtung führte: nur der Abschaltknopf würde mich erretten.

So griff ich zur Fernbedienung, doch die war durch die magische Wirkung des Films in einer Art Seifenblase verschlossen, welche sich zu meinem Entsetzen nicht durchdringen ließ. Stattdessen rutschte mir das Gebilde aus der Hand und kullerte unter das Sofa. Bei jedem Versuch, es zu greifen, rutschte es nur noch weiter nach hinten - war ich plötzlich in einem kafkaesken Alptraum gefangen? Tatsächlich fühlte ich mich wie Gregor Samsa in Rückenlage.

Nach reiflicher Überlegung wandte ich mich an meine dressierten Rennmäuse, die ich vor einiger Zeit aus einem Tierlabor gerettet hatte. An ihnen wurden mit erstaunlichen Ergebnissen Gehirnexperimente durchgeführt, die eine mentale Kommunikation ermöglichen. So bat ich sie, die kleine Sphäre unter dem Sofa aufzunagen und mir die Fernbedienung hervorzuschieben, was sie prompt erledigten. Den Anblick hättet ihr sehen sollen, wie die drei im Verein und voller Stolz mit ihren süßen Pfötchen das Teil präsentierten!

Nachdem ich sie mit ihren Lieblingskörnchen entlohnt hatte, erklärten sie mir noch, wo in meinem Garten versteckt im Himbeerbeet eine wilde Pflanze wächst, von der ich kosten sollte. Ich war fassunglos: nur die Spitze eines Blattes löste einen Schwall ungeahnter Empfindungen aus, und dann passierte das Unglaubliche - mein Geist löste sich aus dem Körper!

Plötzlich saß ich wirklich auf der Spitze einer Maya-Pyramide und fühlte die Energie des Universums mich durchströmen. Ich war vollkommen high, so high wie noch nie und rief in Ekstase: "Darren, mein Erlöser, beschere uns noch viele solcher Filme, auf dass mein Pfeifchen glühen möge".

Mit den Armen im Himmel rudernd geriet ich ins Taumeln, fiel von der Pyramide und wurde von schrecklichen Entzugserscheinungen geplagt. Gefangen im Koma und einer Blase mit halbsphärischer Projektion, musste ich mir immer wieder The Fountain anschauen, bis ich endlich erwachte.

Wie mir später berichtet wurde, machte den Ärzten mein permanent verzerrter Gesichtsausdruck die meisten Sorgen, doch der ist nun behoben, auch wenn sich das Geraderücken meines Gesichtes zu Beginn schwierig gestaltete und das Erscheinen auf der Straße bei Passanten zu panischen Reaktionen führte. Einer wollte mich sogar für einen Horrorfilm casten.

Schaut euch diesen Film lieber nicht an...

Den Originalkommentar findet ihr hier.

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