Der Schöpfer des Arrowverse erzählt eine längst überfällige Love Story

Arrow/Love, Simon/The Flash
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"Everyone deserves a great love story" - Mit dieser Aussage wirbt das Poster der romantischen Komödie Love, Simon, die am 28.06.2018 in den deutschen Kinos startete. Der Slogan selbst ist eine Anspielung darauf, dass der Film, der auf dem Jugendroman Simon vs. the Homo Sapiens Agenda von Becky Albertalli basiert, der erste Teenie-Film eines großen Hollywood-Studios ist, in dem eine schwule Hauptfigur nach der großen Liebe sucht. Für den Mann hinter der Kamera, den 46-jährigen Greg Berlanti, war der Film eine Herzensangelegenheit. Dabei machte der Drehbuchautor, Produzent und Regisseur in den letzten Jahren vor allem durch Superheldenserien von sich reden. Mit dem Arrowverse rund um Arrow, The Flash, Supergirl und Legends of Tomorrow schuf er das erfolgreichste Superhelden-Universum im Fernsehen. Wenn wir Greg Berlanti aber genauer betrachten, wird uns schnell klar, dass für die Regie bei Love, Simon eigentlich niemand anderes in Frage gekommen wäre.

Wer ist eigentlich Greg Berlanti?

Greg Berlanti kam 1972 in Rye, New York, zur Welt und hat italienische Wurzeln. 1994 schloss er sein Studium an der Northwestern University ab und wandte sich dann Film und Fernsehen zu. Erst im Mai dieses Jahres hat Berlanti einen neuen Rekord aufgestellt. Mit 14 aktuell laufenden Serien, an denen er als Produzent beteiligt ist, brach er den Rekord, den zuvor noch Aaron Spelling und Jerry Bruckheimer inne hielten. Darunter sind vor allem eine ganze Reihe von Superheldenserien, die dem Arrowverse angehören. Mittels seiner Produktionsfirma Berlanti Productions rief er die Serien Arrow, The Flash, Supergirl und Legends of Tomorrow ins Leben und kreierte damit das bisher erfolgreichste Superhelden-Universum im TV, das nicht einmal von den Marvel-Netflix-Serien übertroffen wird.

Doch auch wenn viele Greg Berlantis Namen heutzutage eher mit Comichelden verbinden, spüren wir bei dem 46-Jährigen vor allem auch einen Hang zur Teenie-Romantik. Nicht nur sein jüngstes Werk Love, Simon spricht dafür, sondern auch Serien wie Dawsons Creek, Riverdale und Everwood zählen zu Berlantis Steckbrief. So unterschiedlich seine Filme und Serien auch sein mögen, eins haben sie gemeinsam: In nahezu all seinen Projekten inkludiert Greg Berlanti, der selbst offen zu seiner Homosexualität steht, LGBTQ-Charaktere.

Mit seinen Projekten will Greg Berlanti jungen Menschen Mut machen

1998 stieg Greg Berlanti in die TV-Branche ein und arbeitete gleich an einer der prägendsten Serien dieser Zeit. Dawsons Creek sollte jungen Teenies Mut machen, zu sich selbst zu stehen. Berlanti schrieb an einigen Episoden mit und fungierte als Produzent. Er war es auch, der damals die Figur des Jack McPhee (dargestellt von Kerr Smith) einführte. In der 2. Staffel outet sich Jack als homosexuell, etwas später kam es zum ersten Kuss zwischen zwei Männern im US-amerikanischen Fernsehen. Greg Berlanti selbst hat sein Coming-Out erst nach dem College erlebt, mittlerweile ist er mit dem ehemaligen Profi-Fußballer Robbie Rogers verheiratet und Vater eines Sohnes.

2000 feierte Greg Berlanti schließlich sein Regiedebüt mit dem Coming-of-Age-Film Club der gebrochenen Herzen und wollte damit zeigen, wie sich junge, schwule Männer in den späten 1990er Jahren in Hollywood fühlten. Auch in seinen vielen von ihm produzierten Serienprojekten widmete er über die Jahre hinweg LGBTQ-Figuren immer wieder größere Storylines. In der ABC-Serie Brothers & Sisters war die Hauptfigur Kevin Walker schwul und mit Scotty verheiratet. In Supergirl stand die Schwester der titelgebenden Superheldin, Alex Danvers, erst kürzlich offen zu ihrer Homosexualität. In The Flash kam es zum ersten Kuss zwischen zwei LGBTQ-Superhelden, Leo Snart und Ray Terrill, und auch in Riverdale gibt es mit Kevin, Toni und Cheryl queere Charaktere, die zum Hauptcast gehören.

Love, Simon ist ein Höhepunkt in Greg Berlantis Karriere

All diese Meilensteine in Greg Berlantis Karriere führen schließlich auf sein Herzensprojekt Love, Simon hin. In Hauptcharakter Simon, einem schwulen Teenager, der sich vor seinem Coming Out fürchtet, fand sich Berlanti sofort wieder. Er selbst hätte sich einen solchen Film bereits in den 1980er Jahren gewünscht. Als er das Skript zu Love, Simon schließlich auf dem Tisch hatte, wusste er, dass er der einzige Mensch sei, der den Film realisieren sollte, wie er in einem Interview mit Vanity Fair verriet. Schließlich ist Love, Simon die erste Geschichte für Teenager dieser Art, die von einem großen Hollywoodstudio produziert wurde. Berlanti sah es schließlich als seine Verantwortung, diese Lücke zu füllen.

Die meisten Leute verstehen nicht, dass ich mein ganzes Leben lang dabei zugesehen habe, wie die Liebesgeschichten anderer Leute auf der Leinwand realisiert wurden, aber niemals von jemandem, der das repräsentierte, wodurch ich und viele meiner Freunde durch mussten.

Mittlerweile sind noch mehr Filmemacher auf diesen Zug aufgesprungen. Der Netflix-Film Alex Strangelove zum Beispiel erzählt eine ähnliche Geschichte. Mit Love, Simon will Greg Berlanti jungen Menschen mitteilen, was ihm selbst widerfahren ist und ihnen Mut machen, zu sich selbst zu stehen. Zu einer eingefügten Szene, in der Simons Mutter ihrem Sohn klar macht, dass er es verdient hat, geliebt zu werden, wurde Berlanti von seiner eigenen Mutter inspiriert, die kurz nach Vollendung des Films an Lungenkrebs starb.

Dementsprechend bewegend ist schließlich das Ergebnis, weshalb Love, Simon bei Kritikern wie Zuschauern gut ankommt. Wir danken Greg Berlanti jedenfalls dafür, dass er diese längst überfällige Lücke geschlossen hat und hoffen, dass wir auch in Zukunft noch viel von dem viel beschäftigten Filmemacher hören und sehen werden. Schließlich gibt es noch unendlich viele Liebesgeschichten, die erzählt werden müssen.

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