Der Spinnenkopf bei Netflix erklärt: Das Ende des Sci-Fi-Thrillers ist extrem düster

17.06.2022 - 09:50 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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© Netflix
Der Spinnenkopf
Seit heute könnt ihr Der Spinnenkopf bei Netflix schauen. Wir erklären das düstere Ende des Sci-Fi-Thrillers mit Chris Hemsworth und Miles Teller.

In Der Spinnenkopf bei Netflix führt Thor-Darsteller Chris Hemsworth gefährliche Experimente an Miles Teller durch. Die Verfilmung einer Kurzgeschichte beginnt relativ locker und entwickelt immer düstere Facetten, ganz besonders kurz vor Schluss. Da die Twists rund um den Medikamenten-Cocktail in Spiderhead (so der Originaltitel) ganz schön verwirren können, erklären wir das Ende von Der Spinnenkopf bei Netflix.

Achtung, es folgen Spoiler zu Der Spinnenkopf!

Das ist der erste Twist im Sci-Fi-Film bei Netflix: Chris Hemsworth ist an allem schuld

Der Spinnenkopf spielt in einem Gefängnis-Komplex aus Stahl und Beton mitten in der wunderschönen Natur. Die Häftlinge genießen einiges an Komfort und Freiheit. Das hat aber einen Preis: Sie nehmen an Medikamenten-Experimenten teil.

Schaut euch den Trailer für Der Spinnenkopf an:

Der Spinnenkopf - Trailer (Deutsch) HD
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Dafür tragen alle Insassen an ihrem unteren Rücken eine Box mit mehreren Ampullen: den MobiPak. Per App können Steve Abnesti (Chris Hemsworth) und Assistent Mark (Mark Paguio) entscheiden, welches Medikament den Probanden wie lang zugeführt wird. Auf Knopfdruck gibt es Albträume oder Glücksgefühle.

Es gibt u.a. diese Drogen in dem Netflix-Sci-Fi-Film:

  • Dunkelfluxx: I-16
  • Liebaktiv: N-40
  • Phobica: I-27
  • Laffodil: G-46
  • Verbaluzid: B-15
  • ?: B-6

Ein Insasse ist Jeff (Miles Teller), der im Verlauf des Films zahlreiche Geheimnisse über die wahren Intentionen aufdeckt. Der erste Twist von Der Spinnenkopf kommt nach rund einer Stunde: Heather (Tess Haubrich) stirbt, nachdem ihr MobiPak beschädigt wird. Unbeaufsichtigt findet Jeff währenddessen in einem Notizbuch drei wichtige Informationen:

  • Ein Briefkopf unter dem Titel Abnesti Pharmazeutika beweist, dass Strahlemann Steve Abnesti nicht nur ein kleines Licht in der Firma ist, sondern der (Spinnen)Kopf des ganzen Komplexes.
  • Für die Namensgebung der Superdrogen wählt Steve eine Bingo-Karte. Deswegen heißt das quälende Dunkelfluxx z.B. I-16. Eine Droge kennt Jeff aber nicht: B-6.
  • Die dritte Information ist die Zeichnung einer chemischen Verbindung mit den Buchstaben O-B-D-X. Was es damit auf sich hat, erfährt Jeff kurz vor dem Ende von Der Spinnenkopf.

Das Ende von Der Spinnenkopf erklärt: Der zweite Twist

Zunehmend wird Jeff von Steve herangezogen, um bei den Experimenten an anderen Insassen mitzumachen. Er soll entscheiden, wer Dunkelfluxx, die schlimmste der Drogen, bekommt. Jeff weigert sich jedoch, Lizzy (Jurnee Smollett) diesem grauenvollen Erlebnis auszusetzen. Das ist der Wendepunkt der Geschichte. Jeff entscheidet sich am Ende für Widerstand und überzeugt Abnesti-Mitarbeiter Mark, so könne es nicht weitergehen.

Der Spinnenkopf

Mit Marks Hilfe bekommt Jeff am Ende von Der Spinnenkopf die Kontrolle über Steves MobiPak und findet im Verhör folgende heraus: Es ging bei den Experimenten um eine andere Droge, die den freien Willen brechen soll.

  • In Wirklichkeit bekamen die Insassen B-6, das Menschen den freien Willen raubt und sie gefügig macht: Sei glücklich, sei ängstlich, sei geil usw.
  • Ziel war es die Menschen sogar zu Dingen zu bringen, die sie "am allerwenigsten tun würden", wie es im Film heißt. Im Fall von Jeff bedeutet das: Jemanden wehtun, den er liebt, so wie es beim Autounfall geschah, der ihn ihn seinen Träumen heimsucht.
  • Beim Namen von B-6 wird es wegen der englischen und deutschen Sprachfassung kompliziert. Im Englischen soll es O-B-D-X, also "Obediex" lauten, was sich von Obedience (Gehorsam) herleitet. In der deutschen Synchro heißt es dagegen etwas unhandlich: O-D-E-X für Ober-Devot-Extra.
  • Das Problem: B-6 ist nicht perfekt, wie Jeffs Rebellion zeigt. Deswegen hat es auch kein goldenes Sternchen auf der Bingo-Karte.
  • Jeff und Lizzy haben ihre Haftstrafe schon abgesessen und sind theoretisch frei.

Steve hetzt mit B-6 die anderen Insassen auf Jeff und Lizzy, die fliehen. Chris Hemsworths Figur macht sich indes mit einem beschädigten MobiPak auf in die Lüfte. Keine gute Idee: Überflutet von unterschiedlichen Medikamenten kracht er gegen einen Berg.

Was bedeutet das düstere Ende von Der Spinnenkopf wirklich?

Der Spinnenkopf ist trotz oder wegen seines Sci-Fi-Konzepts eine Geschichte von Schuld und freiem Willen. Jeff sitzt in Haft für den Unfall, den er verantwortet. Seinen Aufenthalt kann man aber auch als Flucht vor der Auseinandersetzung damit lesen. Er wird von früh bis abends mit Drogen vollgepumpt, die ihm das Denken abnehmen. Als er eine eigene Regung zeigt (die Gefühle für Lizzy), flüchtet er zunächst davor. Er lässt sich vom Küchendienst ablösen, um bloß keine Beziehung zu ihr aufzubauen. Auch das ist ein Resultat des Unfalls, bei dem, wie später im Film enthüllt wird, seine Freundin Emma (BeBe Bettencourt) das Leben verlor.

Angetrieben von seiner Zuneigung zu Lizzy stellt sich Jeff seiner Vergangenheit, widersetzt sich den Befehlen von Steve und entdeckt mit dem freien Willen auch das Leben nach dem Unfall-Trauma. Mit dem Beton-Käfig lässt er am Ende das Gefängnis der Schuldgefühle zurück, das er sich selbst gebaut hat. Er lebt weiter, mit der ganzen Gefahr falscher Entscheidungen, die ein freier Wille nun mal mit sich bringt.

Darüber hinaus verarbeitet Der Spinnenkopf Themen wie die Abhängigkeit von Medikamenten und vor allem den Wunsch, die eigene unkontrollierbare Gefühlswelt per Fremdeinwirkung zu regulieren.

Das Ende der Vorlage von Der Spinnenkopf im Vergleich zum Netflix-Film

Das Ende von Der Spinnenkopf unterscheidet sich übrigens stark von dem der Vorlage. George Saunders' Kurzgeschichte Escape from Spiderhead (die ihr beim New Yorker  kostenlos lesen könnt) bewegt sich in eine noch dunklere Richtung:

Statt Rachel (im Film Lizzy) zu foltern, nimmt Jeff selbst Dunkelfluxx, was ihn in den Tod treibt. Glück findet er insofern, als er froh darüber ist, nicht noch einmal jemanden getötet zu haben.

Der Spinnenkopf ist ab heute bei Netflix im Abo verfügbar.

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