Die beste Serienfigur aller Zeiten - Tyrion Lannister

Gewinnertyp: Tyrion Lannister
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"I want what happened in the movie last week to happen this week; otherwise, what's life all about anyway?" (The Purple Rose of Cairo)

Vorsicht, der Text enthält Spoiler für Game of Thrones: Die Würfel sind gefallen. Nach 69 Votings an 25 Tagen habt ihr euch entschieden. Mit 54 % der Stimmen habt ihr Tyrion Lannister (Peter Dinklage) aus der Serie Game of Thrones knapp, aber eindeutig vor Walter White (Bryan Cranston) aus Breaking Bad zu eurer besten Serienfigur aller Zeiten ernannt. Nun ist es an uns, dem Gewinner den (Trink-)Pokal zu überreichen und ihm mit einem Porträt zu huldigen.

Tyrion Lannister, Meister der Münze, Hand des Königs, Überlebenskünstler und der scharfsinnigste Zyniker Westeros'. Seine Existenz stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Er kam als kleinwüchsiger Spross des Geschlechts der Lannisters zu Welt und verlor seine Mutter Joanna, noch während sie in den Geburtswehen steckte. Als sei es nicht schon Strafe genug, ein Leben lang die Gesellschaft seines Vaters Tywin (Charles Dance) und seiner Schwester Cersei (Lena Headey) genießen zu müssen, verachteten sie ihn als Sündenbock für den Tod Joannas. Seine geringe Körpergröße bringt ihm sein jeher hämische Spottnamen wie der Gnom, Halbmann oder Teufelsäffchen ein.

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Die wahre Größe Tyrions zeigt sich in seinem messerscharfen Verstand und seiner Gerissenheit, die ihm immer wieder den Hals retten. Wie alle Vertreter seiner Sippe widmet er sich hingebungsvoll dem Weingenuss, allerdings ist er auch der Lektüre eines guten Buches niemals abgeneigt ( "Ein Verstand braucht Bücher wie ein Schwert den Schleifstein."). Neben Trinken und Lesen sind schöne Frauen, mit Vorliebe Huren, sein größtes Steckenpferd. Der jahrelange Spott und die Missgunst der eigenen Familie haben ihn zum Zyniker werden lassen, der nie um einen schlagfertigen Spruch verlegen ist. Elegant wie niemandem sonst in Westeros gelingt ihm der Spagat zwischen derbster Gossensprache und rhetorischer Gewandheit. Als Mann der Extreme bewegt er sich permanent auf einer Skala von primitiver Triebbefriedigung bis brillanter Denkleistung.

Die Verachtung gegenüber seiner Familie trägt Tyrion offen zur Schau. Sein besonderer Hass gilt seiner älteren Schwester Cersei und dem monströsen Neffen Joffrey, dem er als einziger Bewohner von King's Landing unverblümt die Meinung sagt, da er ihn nicht fürchtet. Selbst Cersei verschlägt es angesichts seiner unverhohlenen Worte die Sprache ("Zuzusehen, wie dein abscheulicher Bastard starb, bereitete mir mehr Befriedigung als Tausend lügende Huren!"). Seinem Vater konnte es "der Zwerg" niemals Recht machen, Tywin hätte ihn ohne mit der Wimper zu zucken hinrichten lassen. Tyrion kam ihm zuvor und geht sicher nicht als der erste Vatermörder von Westeros in die Geschichte ein, doch vielleicht als der erste Mann, der seinen alten Herren auf dem Klo niederstreckte.

Ein weiteres kompliziertes Kapitel im Leben des Tyrion ist die Liebe. Seine erste Frau Tysha stellte sich als Hure heraus, die ihn nur heiratete, da Jaime die Dame für ihre Dienste entlohnte. Nach kurzer Zeit war die Farce beendet und Tyrion bitter enttäuscht. Mit Shae (Sibel Kekilli) sollte ihm ein weiteres Mal eine Hure das Herz brechen. Die Kurtisane tauchte im Tross der Lannister-Armee in den Riverlands auf, gegen eine hübsche Summe verpflichtet sie sich zur Treue gegenüber Tyrion, der diesmal von Anfang an weiß, aus welchen Motiven heraus die Frau an seiner Seite bleibt. Dennoch sollte Tyrion schwer an dem Verrat leiden, den Shae beging, als sie ihn vor Gericht fälschlich als Mörder Joffreys bezeichnete. Ein Lannister zahlt stets seine Schulden, also entlohnte Tyrion seine Hure ein letztes Mal und wir gönnten ihm seine Rache. Als Tyrion zum Hohn beider Beteiligten mit Sansa Stark (Sophie Turner) zwangsverheiratet wird, zeigt er wahre Charakterstärke und behandelt sie respektvoll, denn grausam ist er nur gegenüber Grausamen.

Zahlreich sind die Sternstunden des Tyrion, an die wir uns allzu gern erinnern. Unvergessen ist die Ohrfeige, die er seinem Neffen Joffrey (Jack Gleeson) stellvertretend im Namen aller Fans verpasste. Oder Cerseis völlig entnervter Blick, als Tyrion unter nicht enden wollendem Gequietsche seinen Stuhl in Zeitlupe an den Kopf der Tafel rückte. Gerne erinnern wir uns an die Bronn-Bromance und mehr oder weniger geistreiche Gespräche zwischen Lord Varys (Conleth Hill) und Tyrion. Die lächerlichen Geständnisse seiner Sünden, die der verhöhnten Lysa Arryn vor dem Schlund der Moon Door die Zornesröte ins Gesicht trieben, bringen uns noch immer zum Schmunzeln.

Tyrions Biographie ist noch nicht vollständig. Bis auf die lange Narbe im Gesicht, die er sich in der Schlacht am Schwarzwasser zuzog, überstand er fünf Staffeln Mord und Totschlag vergleichsweise unbeschadet. Tyrions weiteres Schicksal verfolgen wir derweil wöchentlich in der 6. Staffel von Game of Thrones, mögen ihm noch viele weitere Episoden vergönnt sein. Eine Vision vom Augenblick seines Ablebens verriet er uns bereits: In seinem eigenen Bett, im Alter von 80 Jahren mit dem Bauch voller Wein und ... so weiter ... Lang lebe Tyrion Lannister.

Welche Eigenschaft macht Tyrion Lannister für euch zur besten Serienfigur aller Zeiten?

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