Die Mitte der Welt - Louis Hofmann & Jannik Schümann im Interview

Louis Hofmann und Jannik Schümann in Die Mitte der Welt
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Louis Hofmann und Jannik Schümann in Die Mitte der Welt
09.11.2016 - 08:50 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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Morgen startet das deutsche Drama Die Mitte der Welt in den Kinos. Wir haben den Hauptdarstellern Louis Hofmann und Jannik Schümann einige Fragen gestellt.

Als Phil (Louis Hofmann) nach den Sommerferien in seine Heimat zurückkehrt, hat sich einiges verändert. Irgendwas ist zwischen seiner Schwester und seiner unkonventionellen Mutter vorgefallen. Auch in der Schule gibt es einen Neuen: Mit Nicholas (Jannik Schümann) ist es für Phil Liebe auf den ersten Blick. Doch meint er es genauso ernst mit ihm? Zum Kinostart von Die Mitte der Welt am 10.11.2016 haben uns Louis Hofmann und Jannik Schümann ein paar Fragen zum Film beantwortet.

Was hat dich besonders an Die Mitte der Welt gereizt?
Louis Hofmann: Besonders gereizt hat mich die Darstellung des Phil, die besondere Geschichte, welche Jakob mit akribischer Genauigkeit in ein Drehbuch umgewandelt und schon im Casting extrem sicher inszeniert hat. Dazu kam die Rolle, die komplett entgegen der bisherigen Rollen, die ich spielen durfte, war. Phil ist introvertiert, sehr sensibel, ein Beobachter. Das zu erarbeiten war eine Herausforderung und ebenso eine große Chance und Freude.
Jannik Schümann: Der Film basiert auf dem wunderbaren gleichnamigen Roman von Andreas Steinhöfel, der es schafft, die erste große Liebe so detailverliebt darzustellen, dass sich jeder an seine eigene Liebe erinnern und somit unfassbar nah mit dem Protagonisten mitfühlen kann. Gleichzeitig ist die Geschichte wie ein Märchen, das einen in eine wunderbare Welt eintauchen lässt und bis zur letzten Seite mitzieht.

Hast du den Roman vorher gelesen?
Louis Hofmann: Den Roman hab ich nach der Zusage direkt von Jakob in die Hand gedrückt bekommen. Als ich einmal angefangen hatte, habe ich das Buch auch nicht mehr wirklich aus der Hand gelegt. Die metaphorische Welt von Steinhöfel transportiert eine flirrende, schwebende Stimmung, die mich sofort eingenommen hat.
Jannik Schümann: Ich habe den Roman vor ca. fünf Jahren gelesen und sofort gemocht. Die lockere Umgangsweise mit dem Thema Homosexualität ist (leider bis heute) einzigartig. Es beschreibt die erste große Liebe zwischen zwei Jungs, ohne das Schwulsein in den Vordergrund zu stellen. Es gäbe überhaupt keine Veränderung in der Geschichte, wenn der Love Interst weiblich wäre.

Gibt es sonst eine Buchverfilmung, die du sehr magst?
Louis Hofmann: Fight Club, Into the Wild, Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders, Crazy.
Jannik Schümann : Wie wahrscheinlich sehr viele Kinder in meinem Alter habe auch ich mit elf Jahren darauf gewartet, einen Brief von Hogwarts unter meinem Kopfkissen zu finden. Ich war immer genauso alt wie Harry Potter in den Romanen und deshalb habe ich mich auch auf die Filme gefreut - trotz Abweichungen und doch (natürlich!) größeren Auslassungen bin ich ein großer Fan der Reihe.

"Sicherheit gibt es in keiner Beziehung", heißt es im Film. Stimmst du zu?
Louis Hofmann: Glaube ich auch nicht. Aber vielleicht wäre es mit Gewissheit, dass man für immer zusammen bleibt, auch langweilig. Manchmal ist es auch gut, zu kämpfen, weil man weiß, dass die Beziehung gerade am seidenen Faden hängt.

Liebe auf den ersten Blick, so wie bei Phil und Nicholas, glaubst du daran?
Louis Hofmann: Ich würde sagen, es gibt so magische Momente. Ob es dann direkt Liebe ist, weiß ich nicht. Jedoch glaube ich, dass man sich sofort zu der anderen Person hingezogen fühlen kann. Ein Bedürfnis, Zeit miteinander zu verbringen, ohne, dass man je ein Wort miteinander gewechselt hat.
Jannik Schümann : Ich finde es schade, wenn man nicht daran glaubt.

Nicholas ist im Film ein Sammler. Teilst du diese Leidenschaft mit ihm?
Jannik Schümann : Und wie! Als ich 14 Jahre alt war, habe ich mit meiner besten Freundin Flyer von Musicals gesammelt - bescheuert! Wir hatten überhaupt keinen Plan, was wir damit anfangen sollten. Wir wollten sie einfach haben. Deshalb sind wir von Theaterkasse zu Theaterkasse marschiert und haben erzählt, dass wir ein Schulprojekt zum Thema Musical durchführen.

Im Film vergleicht Tereza das Leben mit einem Haus mit vielen Zimmern. Glaubst du, man kann seine Angst einfach wegschließen?
Louis Hofmann: Angst kann man meiner Meinung nach nie komplett verdrängen. Irgendwann bricht sie dann umso stärker aus.
Jannik Schümann : Ich bin ein großer Freund von Verarbeitung und Konfrontation, um Ängste zu überwinden. Da tickt sicherlich jeder etwas anders. Ich glaube, dass man früher oder später den Schlüssel wiederfinden und die Tür aufschließen muss, um sich seiner Angst zu stellen. Worauf denn warten und es nicht gleich in Angriff nehmen?

Was gefällt dir besonders an deiner Rolle?
Louis Hofmann: Phils Ruhe, seine Sensibilität. Ich selber würde mir wahrscheinlich nie einen Streuselbart machen. Aber gemeinsam haben wir den Wunsch, dass alles immer gut ist. Ich finde es, genauso wie Phil, immer schrecklich, wenn Angelegenheiten ungeklärt in der Luft hängen und schlechte Stimmung ist.
Jannik Schümann: Ich mag an Nicholas, dass man ihn am Anfang überhaupt nicht einordnen kann und er so unantastbar scheint. Das wäre ich auch manchmal gerne. Ich habe das Gefühl, ich bin oft wie ein offenes Buch.

Was ist deine Mitte der Welt?
Louis Hofmann: Familie, Freunde und im Moment Berlin als mein neues Zuhause.
Jannik Schümann: Meine Mitte der Welt liegt für mich eindeutig dort, wo meine Familie ist und meine Freunde sind. Ich liebe es, in meiner freien Zeit zu meinen Eltern aufs Land zu fahren, geerdet zu werden, mit meiner Nichte und meinen Patenkindern zu spielen, mit den Brüdern ins Kino zu gehen und Mamas Erdbeermarmelade zu essen.

Freut ihr euch auf Die Mitte der Welt?

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