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Kult-Remake

Die Vorstadtkrokodile sind wieder da

26.03.2009 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Die Vorstadtkrokodile
© Constantin
Die Vorstadtkrokodile
Die Kinderbande aus dem TV-Kultfilm Die Vorstadtkrokodile erlebt im Remake auf der großen Leinwand ein neues Abenteuer

Es war 1977: Jungs trugen die Haare lang, Mädchen kurz und Orange war allenthalben als Farbe anerkannt. Im Fernsehen lief die Rappelkiste und das ZDF-Magazin mit Gerd Löwenthal (oder Der schwarze Kanal – je nachdem auf welcher Seite der Mauer die Zuschauer sich befanden). Italo-Musik war der letzte Schrei, überall gab es Pizzerien und Eisbuden und “Spaghettifresser” war genau wie “Itaker” noch ein gängiges Schimpfwort.

In dieser Zeit erlebte Die Vorstadtkrokodile seine TV-Premiere. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Max von der Grün. Die erste von vielen, vielen Ausstrahlungen. Als Kind der 80er habe ich den Film sicher 4-5x gesehen.

Die Vorstadtkrokodile 2 waren eine Bande von Kindern, die sich ein Lager in einem wohnortnahen Wäldchen eingerichtet hat. Von neuen Mitgliedern fordern sie eine gefährliche Mutprobe: Deshalb muss der zehnjährige Hannes auf das Dach eines alten Ziegeleigebäudes klettern. Doch er gerät in eine gefährliche Situation, aus der er von dem an einen Rollstuhl gefesselten Kurt gerettet wird. Nach einigem Hin und Her werden die beiden schließlich von den Korokodilen akzeptiert, und gemeinsam kommen die Kinder einer Einbrecherbande auf die Spur…

Für einen deutschen Fernsehfilm war das ganze extrem cool. Nicht ganz so depressiv wie Nordsee ist Mordsee, aber von ähnlich dreckigem, realistischen Look. Kinder die wie ganz normale Kinder aussahen (unter ihnen das spätere Fragezeichen Oliver Rohrbeck -der dem von einem Mädchen gespielten Rollstuhlfahrer Kurt seine Stimme lieh und das spätere enfant terrible Martin Semmelrogge als Bösewicht), die auch bei mir in der Schule rumliefen und eine packende Story um Freundschaft und Toleranz mit einem Schuss Krimihandlung. Und am Ende wurde eine Fabrik gesprengt. Dazu dieses eine Lied, das ich noch heute mit dem Film verbinde: “Amada mi amore mio…”

Doch die Zeiten haben sich geändert. Was ich noch als cool empfand, lockt heute wohl keinen Zehnjährigen mehr hinter dem Ofen hervor. Zu behäbig und unspektakulär mag heutigen “Kids” die Inszenierung erscheinen. Was schade ist, denn die Story ist im Grunde zeitlos.

Das mag sich auch Regisseur Christian Ditter gedacht haben, der jetzt die Neuverfilmung des Stoffs auf die Leinwand bringt und auch gleich das neue Drehbuch dazu verfasst hat. Unterstützt von gestandenen Leinwandstars wie Nora Tschirner, Esther Schweins, Oktay Özdemir, Ralf Richter, Axel Stein und wieder Martin Semmelrogge (der die Rolle spielt, die im Original sein Vater Willy Semmelrogge spielte) erobert jetzt eine neue Generation kleiner Krokodile die Leinwand und vielleicht auch die Herzen ihrer Altersgenossen.

Natürlich geht es in der Neuauflage zeitgemässer zu. Die Krokodile bedienen sich diverser technischer Gadgets, sehen gestylter und weniger raubauzig aus als ihre Vorgänger. Der Look ist glatter, moderner, aber auch ein wenig beliebiger als früher und damit es nicht so kompliziert ist, gehen hier nur 8 Krokodile an den Start, statt den 11 Kindern des ersten Films.

Vielleicht sind das die Zugeständnisse an die veränderten Sehweisen und kürzere Aufmerksamkeitsspannen und der Trailer verspricht, wenn auch weniger eigensinnig, trotzdem moderne und rasante Unterhaltung für Kids.

Und eine Coverversion von “Amada mio amore mio” wird es auch zu hören geben. Wenn das kein Grund ist sich das Remake anzusehen!

Hier gibts übrigens den SOUNDTRACK zum reinhören und kaufen, da ist auch das geniale Original des Songs mit drauf!

Und wer doch lieber das Original sehen möchte, bekommt auch das mittlerweile auf DVD

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