Justice League-Katastrophe: Immer mehr erschreckende Hintergründe kommen zum Vorschein

08.04.2021 - 11:45 UhrVor 5 Tagen aktualisiert
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Justice League
© Warner Bros.
Justice League
Weitere Einblicke über die problematische Justice League-Produktion kommen ans Licht. Ersatzregisseur Joss Whedon soll Gal Gadot sogar mit dem Verlust ihrer Karriere gedroht haben.

Letztes Jahr im Juni erhob Ray Fisher schwere Vorwürfe gegen Joss Whedon, der nach dem Ausstieg von Zack Snyder die nachträglichen Dreharbeiten bei Justice League übernommen hatte. Whedon soll sich am Set gegenüber dem Cyborg-Darsteller "widerlich, beleidigend und unprofessionell" verhalten haben.

Joss Whedon drohte Gal Gadot bei Justice League

Ein umfangreicher Hintergrundbericht des Hollywood Reporters  geht nun auf weitere Details ein und bringt das Ausmaß der problematischen Reshoots zum Vorschein. Whedon soll seine Machtposition auch gegenüber anderen Stars des Films ausgenutzt haben, u.a. Gal Gadot, die im DC-Universum als Wonder Woman zu sehen ist.

Hier könnt ihr Zack Snyder's Justice League streamen
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Vierstündiges DC-Epos

Bereits im Dezember 2020 deutete Gadot gegenüber der Los Angeles Time  an, dass ihre Erfahrungen mit Whedon am Justice League-Set "nicht die besten" waren. Dank der Hollywood Reporter-Recherchen wissen wir jetzt, dass es zu einem großen Streit zwischen den beiden kam. Die Gründe dafür waren folgende:

  • Whedon drängte Gadot dazu, neu geschriebene Textzeilen zu sagen, obwohl sie mit diesen nicht einverstanden war
  • Whedon drohte, Gadots Karriere nachhaltig zu beschädigen, wenn sie seinen Anweisungen nicht Folge leisten würde
  • Whedon äußerte sich herablassend über die Arbeit von Wonder Woman-Regisseurin Patty Jenkins
Gal Gadot als Wonder Woman in Justice League

Es existierten unterschiedliche Vorstellungen davon, welche Rolle Wonder Woman in Justice League einnehmen sollte. Gadot wollte die Figur mehr in Einklang mit Jenkins' Wonder Woman-Film bringen. Whedon, dessen eigener Wonder Woman-Film vor langer Zeit scheiterte, verfolgte andere Pläne für die Figur. Diese hatten zudem nichts mit den ursprünglichen Ideen von Zack Snyder gemein.

Justice League als extrem toxisches Arbeitsumfeld

Der Streit eskalierte so weit, dass ein Gespräch mit Warner Bros. Entertainment CEO Kevin Tsujihara notwendig war, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Wie die vergangenen Wochen und Monate gezeigt haben, ist das aber erst die Spitze des Eisbergs Joss Whedon. Die Vorwürfe gegen den Regisseur gehen bis in Buffy-Zeiten zurück, wie bei Variety  nachzulesen ist.

Im konkreten Fall Justice League geht es jedoch nicht nur um Whedon. Auch um die Menschen bei Warner, die Whedons Verhalten ermöglicht haben. Dazu gehören Geoff Johns, der ehemalige DC-Präsident, und Jon Berg, der ehemalige Production-Präsident. Aus dem THR-Bericht geht hervor, dass Fisher mit beiden hinsichtlich der Ausrichtung seiner Figur aneinandergeraten ist.

Ray Fisher als Cyborg in Justice League

Johns wollte, dass Fisher seinen Cyborg weniger wie einen Frankenstein, sondern mehr wie einen gutherzigen Quasimodo spielt. Außerdem beharrte er auf die Verwendung der Catchphrase "Booyah", die Fisher für unangemessen hielt. Als Schauspieler des ersten großen Schwarzen Superhelden in Warners DC-Universum hatte Fisher das Gefühl, dass sein kreativer Input durch die Bank ignoriert wurde.

Schlussendlich wurde sogar die komplette Hintergrundgeschichte seiner Figur aus Justice League gestrichen. Erst im Zuge von Zack Snyder's Justice League bekam Cyborg die Aufmerksamkeit, die er verdiente. War er im Whedon-Cut eine undankbar an die Seite gedrängte Nebenfigur, offenbart er sich hier als entscheidendes Teammitglied und als einer der emotionalen Anker des Films.

Podcast: Wie gut ist der Snyder-Cut von Justice League?

Die Justice League erstrahlt im neuen Gewand im sogenannten Snyder-Cut. Jahrelang bemühten sich Fans um die originale Schnittfassung des DC-Blockbusters von Zack Snyder. Jetzt streamt Zack Snyder's Justice League in Deutschland.

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