Die wichtigsten Justice League-Unterschiede im Überblick: Jede Änderung im Snyder-Cut ist eine Verbesserung

Zack Snyder's Justice League
© HBO Max/Warner Bros.
Zack Snyder's Justice League
28.03.2021 - 11:10 UhrVor 7 Monaten aktualisiert
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Der Snyder-Cut von Justice League wartet mit einigen Änderungen gegenüber der Kinofassung auf. Wir haben die wichtigsten Unterschiede für euch herausgesucht.

Jetzt ist er endlich da, der Snyder-Cut von Justice League. In gigantischen vier Stunden erwacht der DC-Blockbuster zu neuem Leben und zeigt uns viele Szenen, die es in der 2017 veröffentlichten und von Joss Whedon fertiggestellten Kinofassung nicht zu sehen gab. Doch wie sehen die Unterschiede zwischen den beiden Filmen genau aus?

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Vierstündiges DC-Epos

Wir haben die Versionen von Zack Snyder und Joss Whedon gegenübergestellt und einige spannende Dinge herausgefunden. Damit ihr nicht den Überblick verliert, haben wir die Auflistung in fünf übergreifende Themenpunkte gegliedert:

  • Die Veränderungen des Auftakts
  • Die Veränderungen bei den Figuren
  • Die Veränderungen bei den Bösewichten
  • Die Veränderungen im Finale
  • Die Veränderungen im Epilog

Macht es euch gemütlich und nehmt euch ein bisschen Zeit, denn es kommt einiges auf euch zu - natürlich auch jede Menge Spoiler!

Justice League: Zwei komplett verschiedene Eröffnungsszenen

Schon die allererste Einstellung macht klar, wie verschieden die Herangehensweisen der einzelnen Filmemacher sind. Wo der Whedon-Cut mit einem viralen Video von Superman beginnt, schließt Zack Snyder unmittelbar an das verheerende Ende von Batman v Superman: Dawn of Justice an. Sein Justice League beginnt mit einem Prolog, der sich ganz der Trauer und dem Schmerz nach Supermans Tod verschrieben hat.

Unsere Video-Review zu Zack Snyder's Justice League:

Der Snyder Cut von Justice League ist endlich da! Doch ist der HYPE berechtigt? | Review
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In diesen ersten Minuten kristallisieren sich weitere markante Unterschiede heraus:

  • Das Seitenverhältnis: Zack Snyder's Justice League wartet im für Superheldenfilme ungewohnten Seitenverhältnis 4:3 auf, wohingegen die Kinofassung bildfüllend im 16:9-Format erschien. Snyder konzipierte seinen Justice League jedoch für die IMAX-Kinoerfahrung und hat ihn so nun auch auf HBO Max veröffentlicht.
  • Die Filmmusik: Für die Kinofassung komponierte Danny Elfman den Score. Zack Snyder holte für den Director's Cut den ursprünglichen Komponisten Tom Holkenborg zurück, der bereits mit Hans Zimmer an Batman v Superman gearbeitet hat. Seine Kompositionen fallen grimmiger, aber auch melancholischer aus.
  • Die Farben: Um für eine fröhlichere Stimmung zu sorgen, tauchte Joss Whedon seinen Justice League in helle Farben und ertränkte das Finale in einem Rot-Filter. Zack Snyder bringt die kühle Grundstimmung mit bläulich-gräulichen Farben zurück und schließt damit visuell an seine zwei vorherigen DC-Filme an.

Zack Snyder erweitert die Geschichten von Cyborg und Flash

Besonders zwei Figuren profitieren von der längeren Laufzeit des Snyder-Cuts: Cyborg (Ray Fisher) und Flash (Ezra Miller). Ersterer wurde in der Kinofassung an den Rand gedrängt und seiner Hintergrundgeschichte beraubt. Zack Snyder's Justice League zeigt uns nun tragische Einblicke in Cyborgs Vergangenheit und sorgt dafür, dass er in der Haupthandlung eine tragende Rolle spielt.

Zack Snyder's Justice League

Entscheidend dafür ist die Beziehung zu seinem entfremdeten Vater sowie der Bezug zur Mutterbox der Menschen. Auch Flash erhält mehr kontextualisierende Szenen und zwei große Schlüsselmomente. Dazu gehört seine Einführung in Central City inklusive dem ersten DCEU-Auftritt von Iris West (Kiersey Clemons) sowie das Finale, in dem er dank der Speed Force die Zeit zurückdreht, um das Ende der Welt zu verhindern.

Weitere Veränderungen bei den Justice League-Held*innen:

  • Superman: Keine der Szenen von den Reshoots ist im Snyder-Cut, was bedeutet, dass wir Henry Cavill ohne digital wegretuschierten Schnurrbart zu Gesicht bekommen. Außerdem trägt sein Superman nun den schwarzen Anzug.
  • Batman: Im Gegensatz zur Kinofassung befindet sich Batman (Ben Affleck) anfangs nicht auf der Suche nach Paradämonen. Der gesamte Paradämonen/Angst-Subplot wurde gestrichen. Stattdessen versucht er, ein Team zusammenzustellen, ohne von der konkreten Bedrohung zu wissen.
  • Wonder Woman: Bei Wonder Woman (Gal Gadot) wurde manch unglücklicher Moment aus dem Whedon-Cut komplett gestrichen (Stichwort: Creepy Flash). Jetzt tritt sie jetzt als aufrichtige, mächtige und unerschrockene Kriegerin auf.
  • Aquaman: Zack Snyder's Justice League punktet mit zusätzlichen Atlantis-Szenen, die Aquaman (Jason Momoa) im Zusammenspiel mit Meera (Amber Heard) und Vulko (Willem Dafoe) zeigen. Vulko fehlte bei Whedon komplett.

Zack Snyder's Justice League zeigt uns endlich Darkseid

Der Umgang mit den Bösewichten ist ein entscheidender Unterschied in den zwei Justice League-Versionen. Bei Whedon wütet Steppenwolf (Ciarán Hinds) als unbeholfene CGI-Schöpfung durch die Gegend und ist weder bedrohlich noch interessant. Von Darkseid (Ray Porter) fehlt jegliche Spur. Auch dessen rechte Hand, der Zwietracht säende DeSaad (Peter Guinness), fehlte 2017 im Kino.

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Im Snyder-Cut tritt Steppenwolf in einer neuen, glänzenden Rüstung in Erscheinung und bekommt einige Nuancen als Gegenspieler zugestanden. Er ist nicht mehr der obligatorische Bösewicht, der unmotiviert eine Welt einnehmen will: Steppenwolf fungiert als Handlanger, der sich verzweifelt gegenüber dem mächtigen Darkseid beweisen will, im Finale jedoch kläglich scheitert. Man könnte fast Mitleid mit ihm haben.

  • Bonus-Info: Durch die Ausweitung der Rolle der Bösewichte nimmt der Härtegrad zu. In den USA kam Justice League mit einem PG-13-Rating in die Kinos. Zack Snyder's Justice League hat aufgrund von Sprache und Gewalt ein R-Rating bekommen. In Deutschland sind beide Versionen dennoch ab 12 Jahren freigegeben.

Eine große Sequenz, die dadurch verändert wird, ist ein Flashback, der die erste Invasion der Erde zeit. Im Whedon-Cut wurde Darkseid einfach durch Steppenwolf ausgetauscht. Snyder bringt den eigentlichen Oberbösewicht in einer Herr der Ringe-esken Schlacht zurück, in der sich die Amazonen, Atlanter*innen, Menschen und Götter vereinen. Sogar von den Green Lanterns bekommen wir mehr zu sehen.

Zack Snyder's Justice League stellt das Finale um

Der Endkampf gegen den bzw. die Bösewichte sieht in Zack Snyder's Justice League anders aus. Auffällig ist zum Beispiel, dass die russische Familie, die bei Whedon in einer Nebenhandlung auftaucht, komplett verschwunden ist. Stattdessen fokussiert sich Snyder darauf, die Justice League als Team im Finale zusammenzubringen. Er bewegt sich damit näher an den Figuren, die alle einen Konflikt zu überwinden haben.

Zack Snyder's Justice League

Die Superheld*innen setzen alles daran, die Vereinigung der von Steppenwolf gesammelten Mutterboxen zu verhindern. Schlussendlich scheitern sie aber. Nur dank Flashs Zeitreise-Manöver kann die Ankunft von Darkseid verhindert werden. Dieser lungert im Finale am anderen Ende eines extra-dimensionalen Portals auf Apokolips und hat es auf die Anti-Leben-Gleichung abgesehen, die sich auf der Erde versteckt.

  • Was ist die Anti-Leben-Gleichung? Damit wird im DC-Universum eine Formel bezeichnet, die es ihrem*ihrer Besitzer*in ermöglicht, die vollständige Kontrolle über den Geist aller Lebewesen zu erhalten. Stellt euch Marvels Thanos und die Infinity-Steine vor: Darkseid und die Anti-Leben-Gleichung wäre das DC-Äquivalent.

In der Kinofassung wird Steppenwolf am Ende von seinen eigenen Paradämonen angegriffen und wegteleportiert. In Zack Snyder's Justice League stirbt der Bösewicht beim Kampf gegen die Superheld*innen - sein Kopf wird durch das Portal, eine sogenannte Boom Tube, direkt vor die Füße von Darkseid katapultiert, der ihn endgültig zerquetscht und klarmacht, dass er sich jetzt selbst um die Invasion der Erde kümmert.

Epischer Epilog inklusive Knightmare-Sequenz und Joker

Joss Whedon kommt nach dem Endkampf schnell zum Schluss. Es gibt eine Reihe abschließender Momente sowie zwei Post-Credit-Szenen: Zuerst liefern sich Superman und Flash ein Wettrennen. Danach stellt sich heraus, dass Lex Luthor (Jesse Eisenberg) aus Arkham entkommen ist. Daraufhin beauftragt er Deathstroke (Joe Manganiello), eine Vereinigung an Superschurk*innen zusammenzustellen.

In Zack Snyder's Justice League erwarten uns hier viele Veränderungen:

  • Das Wettrennen: Die Post-Credit-Szene mit Superman und Flash wurde gestrichten.
  • Lex Luthor/Deahstroke: Der Arkham-Ausbruch ist geblieben. Der anschließende Dialog mit Deahstroke folgt jedoch einem anderen Ziel. Luthor enthüllt gegenüber dem Söldner Batmans echte Identität, was als Vorbereitung für Ben Afflecks Solofilm gedacht war. Diese Pläne sind inzwischen aber Geschichte.
  • Knightmare: Neu ist die Erweiterung der apokalyptischen Knightmare-Sequenz, die schon in Batman v Superman angeschnitten wurde. Batman, Flash, Cyborg, Mera und Deathstroke finden sich auf der von Darkseid übernommen Erde wieder. Superman ist böse und Jared Letos Joker aus Suicide Squad sehr redselig.
  • Martian Manhunter: Zack Snyder's Justice League endet mit einer Begegnung zwischen Batman und dem Martian Manhunter. Dieser ist zuvor in einer Szene zu sehen, in der er sich beim Gespräch mit Lois (Amy Adams) in Martha (Diane Lane) verwandelt hat. Harry Lennix verkörperte die Figur in Form von General Calvin Swanwick bereits in Man of Steel und Batman v Superman.
Zack Snyder's Justice League

Es gibt noch zahlreiche weitere Details, die im Snyder-Cut von Justice Leage anders sind als in der Kinofassung, etwa die Gestaltung des Überfalls bei der Wonder Woman-Einführung oder die Integration von Ryan Choi (Ryan Zheng), der eines Tages zum Superheld The Atom werden könnte, doch das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Zack Snyder's Justice League ist definitiv ein anderer Film

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die neue Version des Films zwar nicht die grundlegende Geschichte verändert. Sie ist aber stimmiger als die Kinofassung. Die üppige Laufzeit macht den Film nicht nur größer, sondern auch vielschichtiger. Zusätzliche Akzente werden gesetzt, um die Entwicklung der Figuren greifbar zu machen.

Mit ausgefeilten Bildkompositionen, Zeitlupen und Stimmungen dringt Snyder in das zerrissene Innere der vermeintlich unbesiegbaren Held*innen vor. Bei Whedon war der Tonfall ein viel fröhlicherer, der sich kaum mit Man of Steel und Batman v Superman vertragen hat, obwohl der Film als direkte Fortsetzung der Ereignisse konzipiert ist.

Zack Snyder's Justice League trägt dagegen eindeutig die Handschrift seines ursprünglichen Regisseurs und schließt stilistisch sowie thematisch deutlich besser an die vorherigen Filme an. Auch wenn die letzten Szenen bereits das nächste Abenteuer andeuten, funktioniert der Snyder-Cut sehr gut als Abschluss dieser DC-Trilogie.

Podcast: Wie gut ist der Snyder-Cut von Justice League?

Die Justice League erstrahlt im neuen Gewand. Jahrelang bemühten sich Fans um die originale Schnittfassung des DC-Blockbusters von Zack Snyder. Jetzt streamt Zack Snyder's Justice League in Deutschland auf Sky.

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In dieser Folge von Streamgestöber beantworten Patrick, Jenny und Matthias die Frage, ob sich der vierstündige Film lohnt. Wie viele Änderungen gibt es, was hat es mit dem seltsamen Bildformat auf sich und bereichert der umstrittene Epilog den Superheldenfilm? All das und mehr erfahrt ihr im Podcast.

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