Filmspot - Die Kino-News vom 19.11.2007

Depp als dämonischer Barbier
Noch ist es nur ein Gerücht, aber es könnte sein, dass Kult-Regisseur Tim Burtons neuer Musical-Thriller Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street rund um einen rachsüchtigen Barbier auf der kommenden Berlinale zu sehen ist. Er ist – wie amerikanische Fansites schon jetzt schreiben – sein bester Film seit Ed Wood. Wieder mischt er unterschiedlichste Stile (Roger Corman trifft Walt Disney trifft Mario Bava trifft …) und bringt einen ganz eigenen, unverwechselbaren hervor. Und wieder versammelt er seine Filmfamilie vor der Kamera (mit dabei sind Johnny Depp, Helen Bonham Carter, Sacha Baron Cohen, Christopher Lee …) und alle singen in der grusligen Geschichte mit rabenschwarzem Humor ihre Parts selbst. Allein um Johnny Depp singen zu hören, lohnt sich schon ein Kinobesuch. (ainticool.com, englischer Trailer)

Das neue Kino – ein “Holo-Film”
Wie zu erwarten war, hat der Film Die Legende vom Beowulf in den USA die Chart-Spitze übernommen und 28 Mill. Dollar eingespielt. Auch wenn das computeranimierte Fantasy-Spektakel hierzulande von der Kritik zerrissen wurde, holte er sich doch Platz 2 in den deutschen Charts hinter dem anderen Mythos American Gangster. Und er wird, auch wenn er sich inhaltlich auf unterstem Niveau bewegt, die Zunft weiter beschäftigen: Die Zukunft des Kinos könnte nämlich so wie dieser Film aussehen. Er verbindet das alte 3D-Kino mit der neuesten Computer-Technik und produziert so einen “Holo-Film”, der das traditionelle Erzählkino ablösen könnte. Aber solange dreidimensionale Filme letztlich nur flache Geschichten erzählen, bleibt uns diese “Zukunft des Kinos” vielleicht ja noch ein paar Jahre erspart. (imdb.com, TELEPOLIS)

Falten sorgen für Qualitätsrollen
Zumindest im Fernsehen sind Falten bei Frauen angesagt. Weibliche Hollywood-Stars erhalten ab Mitte 30 von ihren Agenturen immer weniger Angebote. Als Mütter und Großmütter jüngerer und schönerer Darstellerinnen fristen sie ihr Dasein, nur manchmal dürfen sie als altersneutrale Karrierefrauen dramatisch aufspielen. Nicole Kidman, Julia Roberts, Sandra Bullock oder Demi Moore haben die magische Zahl bereits überschritten. Im Fernsehen ist das anders, da ist das reife Alter angesagt. Bei der Verleihung der Emmy Awards, der Fernseh-Oscars, waren die prämierten Hauptdarstellerinnen jenseits der 60: Sally Field und Helen Mirren. Es scheint, als hätten die Juroren und auch das Publikum genug von den Illusionen der Traumfabrik und wollen sich selbst auf der Leinwand wieder finden, denn das Leben hört ja auch nicht mit 35 auf. (NZZ)

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Chefredakteurin von Moviepilot, sozialisiert von Gerippchen Unsterblich, David Lynch und Kirk aus Stars Hollow. Einziges Redaktionsmitglied, welches Mathe mag. Wertet deshalb am liebsten Daten aus.
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