Filmzitate-TÜV

Ist das Wahnsinn oder wirklich Sparta?

Das ist Sparta!
© Warner
Das ist Sparta!

Viele der Filmzitate, die wir bis dato in unserem TÜV genauer unter die Lupe genommen haben, stammen aus Werken, die mindestens schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Nur selten kommt es vor, dass auch ein Film aus dem 21. Jahrhundert der Nachwelt eine denkwürdige Textzeile hinterlässt. Eine dieser Ausnahmen bildet auf jeden Fall das umstrittene Schlachtenepos 300 von Regisseur Zack Snyder (Sucker Punch). Selten avancierte ein Ausspruch so schnell zum Markenzeichen eines Films und auch mir war die Ansage von Gerard Butler (Gesetz der Rache) alias König Leonidas schon lange Zeit, bevor ich 300 überhaupt zum ersten Mal gesehen habe, bekannt. Vermutlich habt ihr schon längst erraten, um welchen berühmten One-Liner es heute im Filmzitate-TÜV geht. Richtig: Das ist Sparta!

Modell
Das ist Sparta!

Baujahr
2007

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Karosserie… oder in was das Zitat eingefasst ist
Die Ereignisse, von denen 300 erzählt, setzten kurz vor der Schlacht bei den Thermopylen um 480 vor Christus ein. Machthunger und Größenwahn haben den Gottkönig Xerxes (Rodrigo Santoro) aus Persien nach Griechenland geführt. Ein Bote des Gottkönigs soll dem dort ansässigen König Leonidas ein friedliches Angebot unterbreiten, um unnötige kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden. In Wahrheit beschönigt die Offerte allerdings nur die endgültige Unterwerfung von Sparta und Lenoidas, ein Mann, für den Werte wie Stolz, Ruhm und Ehre an oberste Stelle stehen, hält dem Boten kurzerhand sein Schwert unter die Kehle. Als dieser darauf entsetzt Leonidas mit das ist Wahnsinn entgegnet, brüllt der Spartiat ihm seine wohlüberlegte Antwort voller Inbrunst ins Gesicht: Das ist Sparta!. Und während diese gewaltigen Worte die Erde erbeben lassen, kickt er den Perser mit einem kräftigen Tritt in einen Brunnenschacht.

Überführung nach Deutschland… oder wie das englische Original lautet
Das englischsprachige Originalzitate lautet schlicht und einfach This is Sparta!. Drei Worte, eine Aussage. Was hat sich in der deutschen Synchronisation geändert? Im Grunde genommen nichts. Mit Das ist Sparta! wird sowohl die Wortanzahl sowie die Grundaussage beibehalten und auch Tilo Schmitz vermag genauso überzeugend zu Brüllen, wie es Gerard Butler in der Originalfassung tut.

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Profiltiefe… oder wie tiefschürfend diese paar Worte sind
Was verbirgt sich eigentlich hinter dem kurzen Ausruf, der im wahrsten Sinne des Wortes ein cooler One-Liner ist? Haben wir es hier mit einem hirnlosen Zitate ohne Sinn und Verstand zu tun oder vermittelt König Leonidas im Subtext sogar eine philosophische Botschaft, die den Aussagen denkender Landsmännern in nichts nachsteht? Im Grunde ist die oben bereits beschrieben Grundsituation wichtig. König Leonidas muss eine Entscheidung treffen, die nicht weniger als das Schicksal seines Königreichs betrifft. Als erfahrener Mann weiß er allerdings sehr wohl, dass – egal wie er sich entscheidet – unterm Strich vermutlich das gleiche Ergebnis steht: Der Untergang Spartas. Ausgehend von der spartanischer Mentalität besinnt sich Leonidas auf Werte, die ihm als König wichtig sind und eine Unterwerfung kommt in diesem Gedankenspiel überhaupt nicht in Frage. Eine klare Ansage soll sein Gegenüber nicht davon überzeugen, dass er sich an eine Ort befindet, der zufällig als Sparta in die Geschichte eingegangen ist, sondern soll ihm verdeutlichen, dass es um weit mehr als Längen- und Breitengrade geht: Es geht um das Volk Spartas sowie dessen Kultur und Traditionen. Und dies alles wird er für keinen Preis der Welt verraten – so wie es das Gesetzt befiehlt. Das ist Sparta, mit dem es Xerxes aufnimmt und wie wir später auch erfahren, wird Leonidas, ein Mann aus diesem Volk, auch den großen Gottkönig zum Bluten bringen. So wird er sich ewig das dieses Sparta erinnern, das er unterjochen wollte.

Alltagstauglichkeit… oder wie ich das Zitat selbst anwenden kann
Natürlich ist das rustikale Ausruf Das ist Sparta! weit weniger poetisch, als wenn Friedrich Schillers Adaption der Inschrift des Thermopylen-Denkmals rezitiert wird. Trotzdem avancierte das 300-Zitat innerhalb kurzer Zeit zum absoluten Internet-Phänomen und wenn ihr es schon nicht in der Alltagssprache gebrauchen könnte, taugt der One-Liner zumindest für mannigfaltige Parodien. Natürlich müssen diese nicht so uninspiriert wie in Meine Frau, die Spartaner und ich ausfallen, sondern können gerne absurd enden wie es beispielsweise der schräge Kurzfilm United 300 vormacht. Und wenn euch nach Adrenalin und Aufmerksamkeit zumute ist, dann stellt euch einfach irgendwo in die U-Bahn oder auf einen von Touristen gut besuchten Platz und schreit die voller Überzeugung die drei Worte. Mit Sicherheit wird euch in diesem kurzen Moment niemand widersprechen.

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Pferdestärken… oder wie viel Power das Zitat unter der Haube hat
Jetzt liegt es an euch, ob Leonidas seine Worte zurecht verwendet oder ob sich der grölende König nicht doch zufällig im Namen geirrt hat. Ist das wirklich Sparta oder seid ihr anderer Meinung? Stimmt ab und entscheidet, ob das Zitat auch noch fünf Jahre, nachdem es zum ersten Mal durch sämtliche Kinosäle schallte, den nötigen Esprit zum coolen One-Liner hat.

moviepilot Team
Beeblebrox Matthias Hopf
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Schaut zu viel ins Internet.
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