Vor 80 Jahren geboren

John Frankenheimer glänzte mit Paranoia-Trilogie

Ronin von John Frankenheimer
© Universal Pictures
Ronin von John Frankenheimer

Vor 80 Jahren wurde der amerikanische Regisseur John Frankenheimer geboren. Durch seine revolutionäre Kameraführung schuf er Meilensteine der Filmgeschichte. Der Filmemacher war ein großer Anhänger des Realismus. Sowohl in seinem Film Der Zug, als auch in Grand Prix benutzte er keine Modelle und verzichtete auf Tricks, die den Realismus beeinträchtigt hätten. Seine Liebe zu gewagten Bildern und der Echtheit von Momenten inspirierte viele Filmemacher und begeisterte die Zuschauer. Trotz vieler dunkler Phasen seines Lebens und seiner Karriere schaffte John Frankenheimer es immer wieder, brillante Filme zu inszenieren. Erschreckend ist, das er für seiner Leistungen nie mit einem Oscar belohnt wurde.

John Frankenheimer wurde am 19. Februar 1930 in Malba, Queens, New York geboren. Eigentlich wollte er Schauspieler werden, doch als er während des Korea Krieges in der U.S. Air Force diente, wurde er zum Regisseur und drehte Dokumentarfilme für die Armee. Er entdeckte schnell sein Talent für die Kamera. 1953 begann er eine Karriere im Fernsehen als Regieassistent. John Frankenheimer wollte zu der Zeit gar keine Kinofilme drehen, er war ein großer Freund des Live-Fernsehens. Mit dem Film Das nackte Gesicht gab er 1957 sein Kinodebüt. Er bewies ein Gespür für die Welt der Jugend und für klare Dramaturgie fern von Kitsch und Klischee. Doch John Frankenheimer war mit der Art Filme zu drehen nicht zufrieden und kehrte zunächst zum Fernsehen zurück.

Erst im Jahre 1961 wagte er sich wieder an einen Kinofilm, dem Krimi Die jungen Wilden mit Burt Lancaster. Dieser war sofort angetan von John Frankenheimer und seinem radikalen Umgang mit der Kamera. Die beiden drehten in den nächsten Jahren noch einige erfolgreichen Filme zusammen. Für den Film Der Gefangene von Alcatraz wurde er als bester Regisseur mit dem Goldenen Löwen nominiert. Der Gefangene von Alcatraz wird des öfteren als bester John Frankenheimer Film bezeichnet. Sein Film Botschafter der Angst mit Frank Sinatra und Laurence Harvey wurde schnell zum Kultfilm. Das Thema Paranoia, welches in Botschafter der Angst eine große Rolle spielt, sollte in John Frankenheimer s Karriere noch des öfteren vorkommen. Mit Sieben Tage im Mai und Der Mann, der zweimal lebte vollendete er eine Paranoia Trilogie.

Nach dem Flop von Black Sunday an den Kinokassen gestand John Frankenheimer sein Alkoholproblem. Viele sehen den Tod seines guten Freundes Robert Kennedy als Auslöser. John Frankenheimer selbst fuhr den Präsidentschaftskandidaten damals zum Ambassador Hotel, wo Robert Kennedy erschossen wurde.

Es folgte eine Tiefphase des Regisseurs, die erst mit seiner Rückkehr zum Fernsehen in 1990 ein Ende nahm, als er einige erfolgreiche Fernsehfilme drehte. Im Film Wehrlos – Die Tochter des Generals gab er nach all den Jahren endlich sein Schauspieldebüt. Aufmerksamkeit erlangte der Film D.N.A. – Experiment des Grauens. Der Film wurde von Publikum und Kritikern schlecht angenommen und der Regisseur gab öffentlich bekannt, dass er nie wieder mit Val Kilmer arbeiten würde. Diesen Tiefpunkt glich John Frankenheimer wiederum mit dem brillanten Thriller Ronin aus, der mit einem internationalem Cast und einer gut erzählten Geschichte zum Kinoerfolg wurde. Der Film setzte neue Maßstäbe im Thriller-Genre.

Für seine letzte Arbeit kehrte er dorthin zurück, wo er vor all den Jahren angefangen hatte. Im Fernsehfilm Path To War mit Alec Baldwin und Donald Sutherland im Jahre 2002. Der Film wurde für mehrere Preise nominiert. Mit 72 Jahren starb der Regisseur, kurz bevor er die Dreharbeiten zu einem Remake des Horror-Klassikers Der Exorzist beginnen konnte.

TV-Empfehlung für alle jene, die mehr von Frankenheimer sehen wollen
Am Sonntag läuft um 00.05 Uhr Der Gefangene von Alcatraz auf ORF2 und am Sonntag um 16.15 Uhr zeigt der Sender BR alpha ein Dokuportrait über den Regisseur.
Für weitere Tipps und Informtationen werft einfach einen Blick in unser Fernsehprogramm.

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