Lucifer: Die beste Staffel begeht wieder entscheidende Fehler

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Wie ihr in meinem Meinungsartikel zu Lucifers 4. Staffel lesen konntet, war ich von den neuen Episoden sichtlich begeistert: Netflix ist das Beste, was der Serie passieren konnte. Der Wechsel zu Netflix hat der Krimiserie wirklich gutgetan. Ich komme jedoch nicht umhin, bei näherer Betrachtung festzustellen, dass Lucifer auch in seiner besten Staffel teilweise die gleichen Fehler wie zuvor begeht, die mir immer noch sauer aufstoßen. ich bin also etwas zwiegespalten, was die neuen Folgen angeht.

Aus diesen Fehlern lernt Lucifer in seiner Netflix-Staffel

Das knackige Binge-Format von Netflix bietet uns zehn intensive Folgen, bei denen die unnötigen Filler-Episoden, die ich zuvor kritisiert habe, komplett entfallen. Abgesehen davon wurden die Beziehungen der Figuren zueinander verbessert, sodass aus einer nervigen Dreiecksbeziehung ein harmonisches Trio wird. Auch die normalen Figurenkonstellationen werden aufgemischt. Dadurch bekommen wir es mit einer neuen und erfrischenden Dynamik zu tun.

Hieran muss Lucifer noch arbeiten: Das Will They Won't They-Dilemma

Bisher kam immer irgendetwas oder irgendjemand zwischen das schicksalhafte Paar Chloe Decker und Lucifer Morningstar. Es war vorherzusehen, dass die Enthüllung Lucifers als die Inkarnation des Bösen und das Auftauchen seiner Liebe die aufkeimende Beziehung des Duos ins Wanken bringen würde, sodass wir auf ein weiteres Hinauszögern gefasst waren. In der Netflix-Staffel kommt die Liebesbeziehung zwischen Luci und Chloe also nicht in Fahrt. Die beiden sind aber auch so in den zehn Episoden nur selten alleine zu sehen.

Zwar gehören diese Will They Won't They-Dilemmata zur Norm solcher Serien, siehe Bones oder Castle. Nichtsdestotrotz sollte die Beziehung der beiden nicht noch weiter auf der Stelle treten. Jedoch lässt der Umzug Lucifers in die Hölle nur Schlechtes erahnen. Werden die beiden jemals das Happy End erhalten, das sie verdienen?

Hieran muss Lucifer noch arbeiten: Der Umgang mit den Nebenfiguren

Auch wenn sich der Umgang mit den Nebenfiguren wie Eva deutlich gebessert hat, gibt es immer noch Luft nach oben. So scheinen die Lucifer-Macher nicht recht zu wissen, wie sie allen Nebenfiguren Handlungsstränge geben und diese regelmäßig bedienen sollen. Das stellt immer noch das größte Problem der Netflix-Serie dar.

Die teuflische Krimiserie fängt zu Beginn der 4. Staffel Handlungsstränge an und greift diese erst wieder gegen Ende der Staffel auf, während sie über den Verlauf der Season beinahe komplett ignoriert werden.

Um ein paar Beispiele zu nennen: Dan macht eine schwierige Zeit durch, jedoch wird diese erst kurz vor dem Finale - beinahe stiefmütterlich - abgehandelt, und auch Ellas Glaubenskrise wird nur nebenbei thematisiert. Hier hätten die Showrunner mehr herausholen können.

Dabei wird jedoch nie näher auf die Probleme und das Innenleben der Figuren eingegangen, sodass es den Figuren und ihrem Leben an Tiefe fehlt. Es wird ihnen also kein Raum zur Entfaltung und keine Stimme gegeben, um ihre Probleme kundzutun und ihren Charakter weiter auszubauen. Das ist schade. Denn wenn sich die Autoren schon dafür entschieden haben, den Figuren einen Weg zu geben, dann sollte dieser nicht nur halbherzig, sondern mit vollem Einsatz gegangen werden. Hier kommt das Gefühl auf, dass wir nur an der Oberfläche von dem kratzen, was aus diesen Figuren noch herausgeholt werden könnte.

Die Serienautoren müssen sich bei ihren Handlungen (wie bei Ella und Dan) im Vorhinein etwas gedacht haben. Dieses Gefühl kommt aber leider weder bei diesen Storylines noch bei den folgenden auf. Mazikeens Verliebtheit kommt wie aus dem Nichts, und auch Remiel taucht nur in einer Episode auf und hat keinerlei Bedeutung für den Fortgang der Netflix-Serie.

Dadurch wirken die Figuren und ihre Storylines kurzlebig und nicht vorausgedacht. Zudem versprachen die vorherigen Ankündigungen bezüglich der Figuren mehr, als letzten Endes eingehalten wurde. Abgesehen davon werden Figuren wie Trixie links liegen gelassen, sodass wir weder etwas von ihnen sehen noch hören.

Lucifers Staffel 4: Die beste, aber nicht perfekt

Insgesamt habe ich die 4. Staffel sehr genossen, habe aber trotzdem noch die obigen Kritikpunkte. So ist Lucifer durch den Umzug zu Netflix einerseits deutlich besser geworden. Die Serie ist blutiger, gewalttätiger und sexyer, bleibt sich dabei aber selber treu. Außerdem kommt durch neue Figuren neuer Schwung in die Bude und die Kürze der Staffel kommt der Serie zugute.

Andererseits begeht sie die gleichen Fehler wie in der 3. Staffel. Der Umgang mit den Nebenfiguren ist - immer noch - ausbaufähig. Ihnen fehlt es schlichtweg an Tiefe. Zudem sollten die Showrunner die Liebesbeziehung zwischen Chloe und Luci nicht weiter hinauszögern, da diese die Serie bereichern würde.

Seit dem 09.05.2019 befindet sich die zehnteilige 4. Staffel von Lucifer im Streaming-Angebt von Amazon Prime Video.

Wie hat euch die 4. Staffel von Lucifer gefallen?

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