Schreibwettbewerb 2017

Mein schönstes Kinoerlebnis

Lassie in Not
© Warner Bros.
Lassie in Not

Mein schönstes Kinoerlebnis war die erste Begegnung mit der Materie Film oder Kino. Es war Ende 50iger Jahre in Oberhausen. Damals war Oberhausen die dreckigste Stadt in Deutschland. Überall gab es Zechen, Schlote und alle 6 Minuten gab es einen Abstich in den Gießereien. Irgendwie war der Himmel, wenn es damals einen gab, in der rußigen Luft immer verfärbt von rötlich oder gelblichen Erscheinungen. Meine Eltern waren wegen der Arbeit erst ein paar Jahre in dieser Stadt und sie kam mir als Knirps wie die größte Stadt der Welt vor, denn wir kamen aus einen kleinen Dorf aus dem Hunsrück. Mein Vater war nur ein einfacher Arbeiter beim Kanalbau. Heute klingt es in der digitalen Welt völlig absurd, aber meine Eltern haben sich nie einen Fernseher besessen oder waren jemals im Kino. Mein Zwillingsbruder war 7 Minuten älter als ich und wurden noch in Hunsrück geboren. Meine Eltern wussten es damals nicht das sie Zwillinge bekämen. Auf dem Dorf gab es keinen Ultraschall sondern wahrscheinlich nur Medizinmänner oder Schamanen. Natürlich kamen wir zu Hause zur Welt denn mein Zwillingsbruder hatte voll ein Termin und trat mit 7 Monaten die Tür zur Welt auf. Irgendwann kam mal so ein Medizinmann vorbei im verschneiten Dorf und gab meinen Eltern die niederschmetternde Nachricht. KEINER VON UNS BEIDEN WIRD DAS ÜBERLEBEN. Es war der 7. Dezember 1952 und der Medizinmann war wahrscheinlich auch noch der Nikolaus und zog mit seinen Schlitten wieder ab. Nach einer Woche tauchte er im verschneiten Dorf mit seinem Schlitten wieder auf, um die Leichen zu begutachten wegen der deutschen Gründlichkeit. Verzweifelt schüttelte er nur mit dem Kopf und sagte zu meinen Eltern. NEIN, NEIN, und immer wieder Nein. Es könnte nicht sein, das ist unmöglich. Faselte immer wieder von Gott und so einem Zeug. Heute wären wir ein Fall für den Brutkasten, aber damals gab es wohl nur Brotkasten und noch keine medizinische Technik. Meine Eltern konnten damals nur bis Eins zählen und so war ich nur eine Nummer oder Namenloser. Sie fragten den Arzt nach einen Namen. Der Typ war wohl so ein Scherz Vogel und kombinierte sich einen Namen für mich zusammen. Es war ja 1 Tag nach Nikolaus wo wir geboren wurden und so nannte man mich Klaus-Peter. Wir Zwillinge waren bis zum 18. Lebensjahr immer ein Sonderfall. Unterernährt und unterentwickelt. So wurden wir erst mit 7 eingeschult und mussten 4 mal zu diesen berühmten Milchkuren, um uns aufzupäppeln, weil wir sonst nicht auf den Beinen stehen konnten. Das Schlimmste war, das wir wegen der Unterentwicklung und Lernschwäche sitzen blieben. Also waren wir immer 2 Jahre älter als die Anderen und dabei noch die Kleinsten in der Klasse. Heute läuft dieses Psycho-Programm unter Mobbing und wird hämisch ins Netz gestellt. Natürlich war es immer ein ständiger Kampf bis zum Ende unserer Schulzeit. Immer ist es eine Gruppe von mehreren die Mobbing betreibt, weil der Einzelne immer eine feige Sau ist. Vielleicht war es damals so, das es ein besonderes Lernfach für Mobbing gibt, von dem Ich und mein Bruder nichts wussten. Einmal war es ganz hart. Einer dieser Arschlöcher forderte mich heraus wer den wohl der Stärkste in der Klasse wäre. Nach der Schule kam es zu den berühmten High Noon. Lächelnd stellte sich das Arschloch uns Zwillinge in den Weg. Die anderen Lackaffen mit ihren Wettscheinen gruppierten sich um den Idioten. Mein Bruder ergriff einfach die Initiative, weil er Verantwortung übernahm und der Ältere von uns beiden war. Der Ali für Arme war wesentlich größer als wir Zwillinge, aber mit einem Schlag voll ins Gesicht streckte mein Bruder diese Denkniete nieder. Natürlich blutete der Vollidiot wie ein Schwein. Durch diesen plötzlichen Schock zogen sie dann ab. Denn bis heute habe ich es nicht verstanden warum der Idiot uns heraus forderte. Man sagt das Zwillinge unzertrennlich sind, da ist was wahres dran, aber es gibt auch etwas das zur Evolution gehört. Wenn Zwillinge sich kloppen, dann geht der Kampf meist über mehre Tage und der wird auch in der Schule in den Pause fortgeführt. Während die Anderen herum flanierten sahen doch alle das wir einen Kampf unter uns führten. Nur Idioten legen sich mit einen Kampferprobten an. Es war natürlich danach ein gewisser Respekt und die ständige Angst, wenn uns Zwillingen so ein Arschloch einzeln begegnet, das wir dann das Schweinchen Spiel machen. Aber jetzt zu meinen ersten Begegnung mit der Welt des Kinos. Es war ein S/W Film und hieß nur schlicht, Lassie in Not. In meiner Zeit gab es mehre Klassen im Jahrgang. Wenn man keine Medien hat dann kümmert man sich mehr um seine Mitmenschen, denn meine Eltern produzierten noch 2 Schwestern. Unsere Schule lag mehrere Kilometer entfernt von diesen sogenannten Medientempel. Also ging ich Händchenhaltend mit meinen Bruder und einer endlosen Schlange von Schulkindern zu diesen Tabernakel das man heute Geldmaschine nennt. Es war um Weihnachten und es schneite damals noch in Oberhausen. Über uns fiel der Schnee hernieder und dann war noch diese gespenstische Leuchtfeuer der Hochöfen. Auch damals gab es windige Start Up Unternehmen, die aus Scheiße Geld machen. In einem dunklen Hinterhof war eine kleine Fabrik, die wohl jemand als Kino umfunktionierte. Zu der Zeit wurde noch viele Trümmer vom glorreichen Krieg beseitigt und auch die Fabrik war so eine halbe Intensiv Leiche. Für mich als Kind war es eine gespenstische Atmosphäre. So viel Kinder, das Flüstern und dann die Dunkelheit und dann kommt die Schöpfung, der Film. Zum Glück war der erste Film denn ich als Kind zu sahen bekam in S/W. Dadurch bekam der Film eine magische Erhabenheit die mir fremd war. Heute sind die Blockbuster wesentlich bunter und alle paar Sekunden fliegt ein Wohnblock in die Luft. Ich fand das krass das man damals nach diesen sinnlosen Krieg, die Wunden mit schwülstigen Heimatfilmen heilen wollte. Heute leben wir teilweise in friedlichen Verhältnissen, doch im Kino zeigen sie was so eine Begeisterung aus löst wenn man alles in die Luft sprengt. Damals erlebte ich diesen simpel S/W Film als was sehr reales und ernstes. Als Kind glaubte man noch an den Weihnachtsmann und heute glaube ich nur noch an Gott. Alles was im Film passierte glaubte ich das es real und wahr war. Die Handlung im Film war einfach, aber die Botschaft von Freundschaft und Treue war für mich als Kind beeindruckend. Wenn man hinfällt dann muss man wider aufstehen, so sagt es einmal Hemingway und trotzdem schoss er sich in den Kopf. Im Film trifft ein Typ einen verwaisten Collie, den er Lassie nennt. Heute Treffen sich alle Menschen im Netz und nicht mehr auf der Straße. Er bringt den Hund das Schafe hüten bei. Wie es so ist stirbt das Herrchen bei einer Aktion. Als Kind kannte ich die Begriffe noch nicht, wie, Traurigkeit und Sterben. Heute kann man alles Google,n. Als Kind aus der damaligen Zeit wollte ich nur spielen, denn das zerbombte Oberhausen war ein einziger riesiger Kinderspielplatz. Überall waren noch zerbombte Häuser, Bunker oder Neubauten, die mussten erobert werden. Als Kind sind wir auf jeder zugefrorenen Eisflächen gegangen ohne an die Risiken zu denken oder mit einen Roller steile Straßenschluchten herunter gejagt. Heute muss jeder Affe ein Auto haben damit er die 100 Meter zum Bäcker nicht laufen muss. Im Film ist Lassie dann nur noch ein lästiger Streuner denn man mittels Soylent Green Programm ausschalten will. Doch Lassie ist zäh und bewacht das Grab seines Herrchen bis zur Offenbarung. Erst als Kinder sich einschalten und sagen, das Erwachsene Scheiße sind wird Lassie gerettet. Für mich ist der Film eine klare Aussage, das die Hunde die wahren Freunde des Menschen sind und nicht der nette Nachbar von neben an. Im S/W Film kommt eine Handlung viel stärker herüber als eine knallige bunte Popcorn Show wo Darsteller im Hintergrund verschwinden. Hauptsache es knallt. Für mich war es ein unvergessliches Erlebnis und der S/W Effekt prägte mich auch, denn Jahre später besaß ich ein eigenes kleines S/W Labor und entwickelte Filme und Bilder. Ein S/W Porträt ist ernster und ehrlicher und man sieht auch die Lüge im Gesicht des Menschen, weil man es in S/W nicht verheimlichen kann. In S/W kann man düsteres oder dunkles beklemmender darstellen. Ein Buch von meinen Stiefbruder hat mich beeindruckt. Es heißt der GELBE STERN. In den Buch gibt es nur S/W Bilder wie in dem Film Schindlers Liste. Wo die Nazis pflichtbewusst ihren Scheiß dokumentierten in S/W Bilder. Man sieht dort nur Leichenberge, Gräber, verhungerte Körper, Gaskammern, ausgemergelte Gesichter oder Erschießung,s Kommando,s. Für mich war mein Opa die wichtigste Person in meinen Leben, als er starb war ich nur ein Kind. Habe es gar nicht verstanden, das er nicht mehr wieder kommt, weil ich ein Kind war habe ich dieses schwere Trauma besser überlebt, weil ich weiter spielen durfte. Noch heute denke ich oft an meinen Großvater wo ich schon selbst Großvater bin und höre noch seine Worte, NA MEIN JUNG. Zur Zeit schreibe ich an einen Roman habe aber noch nichts abgeschickt. Vielen Dank für die kleine Aufgabe für die ich nur 1 stunde brachte. DANKE

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sciencefiction Andrea Wöger
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