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Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!

Mit dem Sommer-Dschungelcamp zum Fernsehglück

Erstmals im Sommer: Das Dschungelcamp lädt zu einer Sonderausgabe mit "Großstadtdschungel statt Wildnis".
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Erstmals im Sommer: Das Dschungelcamp lädt zu einer Sonderausgabe mit "Großstadtdschungel statt Wildnis".
31.07.2015 - 09:15 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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In der IBES-Sonderausgabe Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein! kämpfen dschungelerprobte Promis um die Rückkehr nach Australien. Wir werfen einen Ausblick aufs große Sommer-Dschungelcamp, das heute seine Pforten öffnet.

Das Sommerloch, unendliche Weiten? Nichts da! Ich bin ein Star - Holt mich hier raus steuert auf seine zehnte Staffel zu – und die gilt es einfach mal so vorab zu feiern: In einem Dschungelspezial zur Sommersaison, das die Wartezeit bis Januar 2016 verkürzen soll. Gleich 27 berühmt-berüchtigte Kandidaten der vergangenen neun Staffeln stellen sich darin außerplanmäßigen Dschungelprüfungen, deren finaler Gewinner zum nächstjährigen Jubiläum noch mal nach Australien reisen darf. RTL spricht von einem "All-Star Event" mit "Großstadtdschungel statt Wildnis", das als Spiel um den Wiedereinzug ins Dschungelcamp ausgerechnet von Michael Wendler inspiriert wurde: "Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!", brüllte der nach seinem freiwilligen Dschungelauszug im vergangenen Jahr. Womit die Idee zum Ableger, zumindest aber bereits ein griffiger Titel geboren war.

Uns Dschungelfreunden kann ein solches IBES-Spin-off natürlich erstmal nur recht sein, wenngleich es durchaus einige Gefahren birgt. Zu den Besonderheiten des Mutterformates gehört seit jeher dessen Exklusivität: zwei Wochen Fernsehglück pro Jahr, beschränkt auf einen überschaubaren Zeitraum. Das Dschungelcamp ist nicht Big Brother, nicht Newtopia, schon gar nicht ist es überhaupt mit irgendeinem anderen deutschen TV-Format zu vergleichen. Es ist der einsam leuchtende Stern am Fernsehhimmel, der 14 Tage im Jahr alles andere überstrahlt. Daher muss man ihn bewahren, darf ihn nicht zu sehr beanspruchen – und sollte eben auch der Versuchung widerstehen, das quotenstarke Format über Gebühr melken zu wollen. Schlimmstenfalls also erleichtert Ich bin ein Star - Lasst mich wieder rein nicht die einjährige Durststrecke zum Staffeljubiläum, sondern führt schon vor dem eigentlichen Festmahl zu einer Übersättigung.

Mehr: Das Dschungelcamp – eine kulturelle Sensation 

Vielleicht aber sind diese Sorgen unbegründet. Konzeptionell unterscheidet sich das Sommer-Dschungelcamp nämlich erheblich vom regulären Format. Produziert wird die Sendung in Deutschland, ein wesentlicher Teil ist bereits abgedreht. Ihre aus vorherigen Staffeln bekannten Teilnehmer treten in Dreierpaaren gegeneinander an, pro Folge küren die Zuschauer den Sieger der in unterschiedlichen Großstädten und im Studio gedrehten Prüfungen ("Missionen"). Am Schluss der insgesamt neun Folgen wird unter den verbliebenen Kandidaten ermittelt, wer die Spezialausgabe gewinnen und also ins nächste Dschungelcamp einziehen darf. Was natürlich eine aberwitzige Idee ist: Das Spin-off als große Bewerbungsshow aufzuziehen, bei der dschungelerprobte Prominente sich ihrer erneuten Dschungellegitimität versichern müssen. Die Gretchenfrage der Wiederholungstätersuche muss also lauten: Bist du schon rehabilitiert oder immer noch abgehalftert genug?

Eine weitere hintersinnige (vielleicht könnte man auch sagen: metatextuelle) Ebene erschließt das Sommer-Dschungelcamp insofern, als die neue Showstruktur zugleich ein mittlerweile formatimmanentes Problem verhandelt. Schließlich es ist eben gerade nicht so, dass potenzielle Dschungelkandidaten dem Kölner Sender RTL die Türen einrennen. In der letzten Staffel durften Campbewohner erstmals offen diskutieren über Gagen und Versuche des Senders, relevante Namen für das Format zu gewinnen. In neun Ausgaben Dschungelcamp, so konnten aufmerksame Zuschauer herauslesen, sei die deutsche Schrottpromimedienlandschaft nicht vollständig, aber doch erheblich abgegrast worden. Nicht zuletzt sind es die von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich grandios in Moderationen verwandelten Autorentexte, die daraus immer wieder selbstironischen Spott bastelten: Entschuldigung, liebes Publikum, aber dieses Jahr hat es einfach nicht für tatsächlich prominente Kandidaten gereicht.

Mehr: Dschungelcamp 2015 – das leidige Ende vom Lied 

Wer aber stellt sich nun der Legitimitätsprüfung, dem Kampf ums wunderbar sinnfreie Wiedereinziehendürfen? Stolze 27 Ex-Dschungelbewohner hat RTL für das Sommerspezial engagieren können, darunter fünf vormalige Gewinner der Sendung. Neben Brigitte Nielsen ("Was geht los da rein?"), einem optisch offenbar wieder mal rundum erneuerten Costa Cordalis, dem merklich in Vergessenheit geratenen Joey Heindle sowie Melanie Müller, der nachweislich unverdientesten Dschungelkönigin aller Zeiten, wird es dabei auch ein Wiedersehen mit Ingrid van Bergen geben. Für den gar nicht so unwahrscheinlichen Fall, dass die mittlerweile 84-jährige Schauspielerin das Sommer-Dschungelcamp für sich bestreitet, wird sie bei ihrer Rückkehr nach Australien als bislang älteste IBES-Teilnehmerin Dschungelgeschichte schreiben. Aber ließe sich das noch sorgenlos mit ansehen?

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