Nach Chernobyl: 8 Filme und Serien als perfekter Nachschlag

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Volontär beim Moviepilot. Betrachtet das Leben in 2.35:1 und hat in Programmkinos aufgrund der freien Platzwahl Angst vor einem Kontrollverlust.

Die HBO-Serie Chernobyl erobert derzeit die Serienwelt und erntet eine fantastische Kritik nach der anderen. Die Koproduktion mit Sky belegt auf IMDb sogar den ersten Platz der bestbewerteten Serien überhaupt, auch bei der Moviepilot-Community liegt sie vor Schwergewichten wie Game of Thrones. Doch das Meisterwerk hat ein großes Problem: Nach nur fünf Episoden ist Chernobyl schon wieder vorbei.

Die auf der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl basierende Show ist als Miniserie angelegt, dementsprechend kurz fällt der mit Jared Harris und Stellan Skarsgård besetzte Spuk aus. Doch wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann auch mit einigen weiteren Titeln glücklich werden. Denn es gibt Filme und Serien, die gut mit Chernobyl vergleichbar sind.

Dabei gibt es verschiedene Kriterien. So findet man Filme, die ähnlich authentisch eine wahre Katastrophe aufarbeiten. Oder aber man sehnt sich nach weiteren Stoffen, die eine so bedrohliche wie apokalyptische Atmosphäre wie Chernobyl vorweisen. Und wer einfach nur Lust bekommen hat, noch mehr von der radioaktiven Geisterstadt Prypjat zu sehen, für den sind auch bereits ein paar Werke erschienen, die rund um Tschernobyl spielen oder dort auch gedreht wurden.

Wir präsentieren euch nachfolgend den perfekten Chernobyl-Nachschub zum Weiterschauen.

Stalker

Wer die Begeisterung über die HBO-Serie Chernobyl teilt, für den führt eigentlich kein Weg an Stalker vorbei. Der große Klassiker des früheren sowjetischen Filmemachers Andrei Tarkowski zeigt so etwas wie ein alternatives Szenario, das hätte entstehen können, wenn das Tschernobyl-Desaster nicht hätte eingedämmt werden können. Das russischsprachige Meisterstück erschien allerdings 1979, also einige Jahre vor der Explosion des Atomkraftwerks.

In Stalker begeben wir uns in die sogenannte Zone, ein paranormaler wie tödlicher Ort, jenseits von allen Naturgesetzen. Speziell das permanente Gefühl der unsichtbaren Bedrohung erinnert frappierend an die surreale Stimmung aus der Chernobyl-Serie. Der Film inspirierte übrigens den ukrainischen Entwickler GSC Game World zum ikonischen Videospiel Stalker: Shadow of Chernobyl (2007), in dem die übernatürliche Zone und das reale Setting von Tschernobyl gleichgesetzt werden.

Dieses können wir übrigens auch für alle Fans der Serie dringend empfehlen. Im Ego-Shooter bekommt der Spieler das Gefühl, tatsächlich vor Ort zu sein und muss die Konsequenzen hautnah miterleben. Auch wenn viele Details übertrieben und fiktionalisiert werden (man kämpft unter anderem gegen stark mutierte Hunde), sucht die befremdliche Aura des Spiels bis heute ihresgleichen.

Chernobyl Diaries

Im Jahr 2012 nahm sich Paranormal Acitivity-Schöpfer Oren Peli des Katastrophen-Stoffes an, um daraus einen Horrorfilm zu spinnen. So siedelt der Autor Chernobyl Diaries in der titelgebenden Zone an und schickt eine Gruppe von Touristen in der Gegenwart in die verlassene ukrainische Stadt Prypjat, die an den Reaktor angrenzt.

Heute ist die Geistersiedlung tatsächlich eine beliebte Touristenattraktion, da die Strahlung nicht mehr akut lebensbedrohlich ist. Doch was wäre, wenn sich die Gruselgeschichten um mutierte Wesen, die in der Zone Jagd auf Menschen machen, bewahrheiten? Chernobyl Diaries ist letztendlich ein simpler Horror-Schocker, der vor allem die Lust auf einen Prypjat-Trip verderben könnte. Allerdings kam der Film alles andere als gut bei den Zuschauern an.

Deepwater Horizon

Mit dem 1986er-Unglück von Tschernobyl hat Deepwater Horizon nichts gemein. Allerdings geht Peter Bergs Action-Drama ähnlich impulsiv mit einer realen Katastrophe um. Als Grundlage dient die titelgebende Ölplattform des Konzerns BP, die im April 2010 im Golf von Mexiko detonierte und wobei fast eine Milliarden Liter Öl ins Wasser ausliefen. Es ist die größte Umweltkatastrophe der US-Geschichte.

Wie bei Chernobyl zieht menschliches Versagen grausame Konsequenzen nach sich, die über Jahre nachwirken und einen ganzen Lebensraum beschädigen. Fast 10.000 Quadratkilometer des Golfes waren verschmutzt, hunderttausende Tiere und Pflanzen verstarben. Diese Nachwirkungen blendet der Film allerdings aus.

Wie bei der HBO-Serie erleben wir das ausschlaggebende Desaster in Deepwater dafür hautnah mit. Hauptdarsteller Mark Wahlberg gibt den Protagonisten Mike Williams, der als Techniker auf der Bohrinsel ums Überleben kämpfen muss. Quasi in Echtzeit wird der "Blowout" aufgearbeitet.

Transformers 3

Ausgerechnet Transformers 3 in dieser Liste aufzuführen, mag an Wahnsinn grenzen. Tatsächlich spielt Michael Bays Krawallspektakel aber mitunter in Prypjat, zumindest für wenige Minuten. Viel erzählt wird auch nicht, denn Explosions-Experte Bay lässt sich die Chance natürlich nicht entgehen, die ukrainische Kleinstadt in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Der gigantische Transformer Shockwave gibt sich hier zu erkennen und liefert sich mit Optimus Prime einen gewaltigen Zweikampf. Gedreht wurde die Sequenz allerdings in Moskau.

Die Wolke

Auch einige Teile von Deutschland waren zeitweise von den Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe betroffen, im 2006 erschienenen Film Die Wolke stellt Regisseur Gregor Schnitzler jedoch die Frage, was passiert, wenn ein Kernkraftwerk in der Bundesrepublik das gleiche Schicksal ereilen würde.

Im Film kommt es zu einem Vorfall in einem Reaktor in Hessen, wodurch eine radioaktive Wolke über das Land zieht. Die Folgen werden, etwas typisch Deutsch, überhaupt nicht subtil gezeigt: Zehntausende Menschen sterben innerhalb von Minuten, es gibt viel Geschrei und im Mittelpunkt steht eine von Paula Kalenberg gespielte Jugendliche, die im Chaos ihrer großen Schulliebe den Rücken kehren muss und sich auf die Flucht begibt.

In der zweiten Filmhälfte werden ruhigere Töne angeschlagen, hier beschäftigt sich Die Wolke vor allem mit Hannahs Gesundheitszustand. So entwickelt sich das Werk vom Katastrophenfilm zu einem Coming of Age-Liebesdrama.

Contagion

Betrachtet man das Thema Epidemien, könnte man natürlich alle erdenklichen Zombiefilme und Leinwand-Post-Apokalypsen herziehen. Steven Soderberghs Contagion bleibt bei diesem Thema jedoch am Boden und wählt einen realistischeren und unaufgeregteren Anstrich, auch wenn die Geschichte rein fiktiv ist.

Im starbesetzten Thriller droht ein Virus nach und nach die Erdbevölkerung auszulöschen. Eine von Marion Cotillard verkörperte WHO-Wissenschaftlerin versucht in Hongkong den Kern der Krankheit zu ergründen. Das Horrorszenario traf 2011 auch einen sehr aktuellen Ton, da reale Epidemien wie die Vogelgrippe die Menschen stark beunruhigten.

Jericho – Der Anschlag

Auch auf Serien-Seite gibt es ein an Chernobyl erinnerndes Werk. Die TV-Show Jericho - Der Anschlag erlag im Laufe der Jahre jedoch der Vergessenheit. 2007 startete ProSieben verheißungsvoll den dystopischen Thriller, kapitulierte nach nur einer Staffel jedoch wieder und nahm die Serie aus dem Programm. In den USA erreichte Jericho immerhin eine zweite Season.

Für den Titel hält eine Kleinstadt im amerikanischen Kansas her. Als plötzlich eine Atombombe detoniert, wird der Ort von der Außenwelt isoliert und die Bewohner sind auf sich gestellt. Ähnlich wie bei Chernobyl liegen auch die Bürger der Region und ihr Unwissen über den tatsächlichen Ernst der Lage im Fokus. Die radioaktive Strahlung spielt anders als beim aktuellen Serien-Phänomen jedoch kaum eine Rolle.

Die letzten Glühwürmchen

Der japanische Zeichentrickfilm Die letzten Glühwürmchen von Isao Takahata blickt auf ein zerstörtes Japan nach den Bombenagriffen im Zweiten Weltkrieg. Der Zuschauer begleitet den 14-jährigen Seita, der sich mit seiner kleinen Schwester Setsuko durch die sprichwörtliche Hölle kämpfen muss.

Überall treffen die Geschwister auf Hunger, Tod und Krankheit – es sind Bilder, die wie in Chernobyl für den Betrachter stellenweise kaum zu ertragen sind. In all diesen erschütternden Momenten geht aber nie die Menschlichkeit verloren und das in einer der unmenschlichsten Stunden unserer Geschichte.

Chernobyl wird jeden Montag auf Sky ausgestrahlt und ist auch bei Sky Ticket als Stream verfügbar. Die 1. und einzige Staffel der Miniserie umfasst insgesamt 5 Episoden.

Welchen der Titel werdet ihr nach Chernobyl nachholen?

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