Oscar 2018: Ist Die dunkelste Stunde der Favorit als Bester Film?

Die dunkelste Stunde: Gary Oldman als Winston Churchill
© Universal
Die dunkelste Stunde: Gary Oldman als Winston Churchill
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Redakteurin bei moviepilot.de, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Nudel-Restaurants in Hongkong spielen.

Zwei Filme im Rennen um den Oscar 2018 drehen sich mal nah, mal fern um das "Wunder von Dünkirchen". Doch während Dunkirk von Christopher Nolan von manchen als heimlicher Favorit auf den Oscar für den Besten Film gehandelt wird, stehen die Chancen von Die dunkelste Stunde schlechter. Dabei liegt das Drama dem traditionellen Geschmack der Academy nicht fern, im Gegenteil. Blicken wir also auf die Chancen des Films im Rennen um den Hauptpreis, der in der Nacht auf den 5. März in Los Angeles vergeben wird.

Die Gewinnchancen von Die dunkelste Stunde als Bester Film

Auf dem Papier ist Die dunkelste Stunde der ideale Oscar-Film. Es wird darin die wahre Geschichte von Winston Churchill (Gary Oldman) erzählt, der in Mitten des sich ausweitenden Zweiten Weltkriegs zum britischen Premierminister ernannt wird. Noch immer machen sich Kräfte im Umkreis der Regierung für eine Beschwichtigung der nationalsozialistischen Führung stark. Während deren Armeen nach dem Überfall auf Polen auch nach Westeuropa marschieren, drängen hochrangige Politiker darauf, mit Hitler in Friedensverhandlungen zu treten. Doch Churchill zeigt sich widerspenstig. Er glaubt, nur ein Sieg über Nazi-Deutschland könne Großbritannien zum Frieden verhelfen, und sieht sich in dieser dunkelsten Stunde, in der die Alliierten auf dem Kontinent den Rückzug antreten, auf sich und seine Fähigkeiten als Redner reduziert.

Mit dem historischen Hintergrund und der idealisierten Geschichte eines Kampfes für alles, was gut und recht ist, trägt der (Rehabilitierungs-)Film von Joe Wright (Pan) alle Anzeichen einer Prestige-Produktion vor sich her. Hinzu kommt Hauptdarsteller Gary Oldman, der mit Hilfe von aufwendiger Maskenbildnerei eine britische Ikone spielt. In der Liste der überfälligen Schauspieler steht Oldman ganz oben, ein Veteran mit Enfant terrible-Vergangenheit, der sich in den letzten Jahren den Geschmäckern der Academy angenähert hat. Das brachte ihm bereits seinen ersten Golden Globe und seine zweite Oscar-Nominierung nach 2012 für Dame König As Spion ein.

Trotzdem ist Die dunkelste Stunde weit entfernt von einem Erfolg à la The King's Speech - Die Rede des Königs. Oldmans Oscar gilt als so gut wie sicher und die Academy scheint dem Film zugetan, immerhin bekam er sechs Nominierungen. Diese verteilen sich allerdings überwiegend auf Kategorien, die für den Hauptpreis weniger aussagekräftig sind, etwa Kostümdesign, Szenenbild und Kamera. Nominierungen bei Schnitt, Regie oder Drehbuch fehlen. Wichtiger noch dürfte die Abwesenheit von Die dunkelste Stunde bei vielen Preisen der Berufsverbände sein, die als wichtigster Gradmesser für den Oscar gelten, darunter Producers Guild (PGA) oder Directors Guild (DGA). Wenn Die dunkelste Stunde ausgezeichnet wird, dann für Gary Oldmans Leistung. So erhielt er den SAG Award als Bester Schauspieler, für das Ensemble nominierte die Schauspielergilde den Film mit Ben Mendelsohn, Kristin Scott Thomas und Lily James nicht.

Bei den kommenden BAFTAs könnte Die dunkelste Stunde dank des Heimvorteils gut abschneiden. In einem spannenden Jahr mit vielen Ungewissheiten gerade beim Besten Film scheint es dagegen fast sicher, dass Die dunkelste Stunde beim Oscar für den Besten Film leer ausgehen wird. Außer jemand verwechselt den Briefumschlag.

Wer sind die anderen Nominierten?


Wer gewinnt bei den Oscars 2018?

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