Wie der Hollywood Reporter soeben berichtete, ist Patrick Stewart am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026 im Alter von 86 gestorben. Er war in seinem Anwesen in Los Angeles nach kurzer Alzheimer-Erkrankung und Demenz bei seinem Ableben von Familie und Freunden umgeben. Seine Sprecherin Kelly Bush Novak beschrieb seine letzten Stunden:
Er wurde von der warmen Umarmung seiner Familie und Freunde gehalten, umgeben von Live-Musik, Gebeten, Tränen, Lachen und jener tiefen Ergriffenheit, wie sie nach einem Leben voller Hingabe an uns alle nur er hervorrufen konnte. Wir werden die friedvolle Gelassenheit und Nachdenklichkeit auf seinem Gesicht für immer in Ehren halten – eine bleibende Erinnerung an seine unbezwingbare Anmut.
Patrick Stewarts Rollen im Star Trek- und im X-Men-Universum sind weltbekannt und bleiben in Erinnerung. Gleichzeitig unnahbar und väterlich eroberte er als Captain Jean-Luc Picard und Charles Xavier die Weltbühne. Erst im Fernsehen, dann im Kino kam die ganze Welt in den Genuss seiner jahrzehntelangen Ausbildung bei der Royal Shakespeare Company, die er erst in seinen 40ern für ein großes Publikum vor die Kamera brachte.
Weltberühmt mit 47: Star Trek war Patrick Stewarts später internationaler Durchbruch
Auch wenn Stewart schon vor der Star Trek-Neuerfindung 1987 mit Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert spannende Film- und Fernsehrollen spielte, hatten sie nicht die Durchschlagskraft eines Jean-Luc Picard. In den 80ern spielte er zuvor beispielsweise König Leondegrance im Fantasy-Epos Excalibur und Gurney Halleck in David Lynchs Dune. Seine eigentliche Liebe galt dem Theater.
Doch manchmal kommen die größten Chancen und Veränderungen um die Ecke, wenn man nicht danach sucht: Patrick Stewart ließ sich zu Star Trek nur überreden, weil alle an einen Flop glaubten. "Ich war kein Schauspieler, der in Hollywood nach Arbeit suchte", verriet er 2012 über die damalige Zeit. Er erzählte:
Alle sagten: 'Man kann keine ikonische Serie wiederbeleben. Das ist unmöglich.' [...] Ich verpflichtete mich also nur, weil ich glaubte, es würde scheitern und dann könnte ich [zum Theater] zurückkehren und Wer hat Angst vor Virgina Woolf? spielen.
7 Staffeln mit insgesamt 176 Folgen waren das Ergebnis. Patrick Stewarts Glatze hätte ihm diesen Durchbruch aber beinahe gekostet – was für ein Glück, dass sich Star Trek-Schöpfer und -Produzent Gene Roddenberry überzeugen ließ. Roddenberry war erst skeptisch, ob der Brite das richtige Gesicht für die neue Star Trek-Generation sei. Bis zu seinem Tod war Stewarts Kopfform neben seiner Stimme sein ikonischstes Merkmal.
Über seine späte Rückkehr zum Franchise in Star Trek: Picard im Jahr 2020 hatte er warme Worte: "Ich dachte wirklich, Nemesis wäre das letzte Mal, dass ich Jean-Luc spiele, aber dann kam Picard – und ich bin begeistert, wie diese Serie geendet hat." Die Crew von Das nächste Jahrhundert kam im hohen Alter noch einmal zusammen und verabschiedete sich gebührend. "Ohne Zweifel ist Jean-Luc die bedeutendste Rolle meiner Karriere", resümierte er vor nicht einmal fünf Monaten.
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"Ich werde immer und ewig ein Schauspieler sein": Patrick Stewart dachte nie ans Aufhören
Kurz vor seinem 86. Geburtstag am 13. Juli war bei Stewart nicht an Ruhestand zu denken. "Ich kann mir nicht vorstellen, jemals offiziell 'in Rente zu gehen'. Ich werde immer und ewig ein Schauspieler sein" war sein Wunsch. Da er bis kurz vor seinem Tod aktiv war, wird er auch posthum ins Kino einkehren, und das beim – mit Abstand – teuersten Blockbuster des Jahres. Am 16. Dezember startet Avengers 5: Doomsday in den deutschen Kinos und wird neben Dutzenden Hollywood-Stars auch Patrick Stewart als Professor X aka Charles Xavier zeigen.
Das erste Mal war er 2000 in X-Men - Der Film als Professor X zu sehen. Ganz anders als bei Picard verhielt sich das Casting hier, da er schon Jahre vor dem tatsächlichen Film als Wunschtraum vieler Fans in dieser Rolle galt. Hier half die Glatze, die gleichzeitig auch das Markenzeichen der Marvel-Comicfigur ist. Seine natürliche Gravitas verhalf dem Film, den albernen Flair von Comicverfilmungen, der sie damals noch umgab, abzulegen und glaubwürdig für ein erwachsenes Publikum auf die Leinwand zu bringen.
Unglaubliche 159 Serien- und Filmeinträge zählt die IMDb insgesamt bei einer 62-jährigen Karriere vor der Kamera. Er sammelte auf seinem Weg unzählige Kolleg:innen, die sich nun rührend von ihm verabschieden. Dass er bereits mit 11 Jahren auf der Theaterbühne stand und auch dort einen großen Teil seines Lebens verbrachte, macht die umfassende Filmografie nur noch beeindruckender. Darüber hinaus setzte er sich leidenschaftlich für die Rechte von Geflüchteten sowie Veteranen ein und gegen häusliche Gewalt. Wir verabschieden uns heute von einem Schauspiel-Giganten, zu dem wir immer gerne zurückkehren werden.
Sir Patrick Stewart hinterlässt seine Ehefrau Sunny Ozell und seine beiden Söhne aus erster Ehe.