The Masked Singer: Der Wuschel ist die große Enttäuschung der Show

The Masked Singer: Der Wuschel
© ProSieben/Willi Weber
The Masked Singer: Der Wuschel
25.03.2020 - 13:00 UhrVor 12 Tagen aktualisiert
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Als ProSieben die Kostüme zu The Masked Singer Staffel 2 enthüllte, zog der Wuschel sofort die Blicke auf sich. Eine Persönlichkeit hat er bis jetzt aber nicht entwickelt.

Die neue Ausgabe von The Masked Singer in Deutschland startet auf ProSieben langsam in ihre heiße Phase. Nach mittlerweile drei Shows sind vier der musikalischen Teilnehmer ausgeschieden (die Kakerlake freiwillig) und Favoriten haben sich herauskristallisiert.

Neben dem sympathischen Faultier scheint sich vor allem der Wuschel großer Beliebtheit zu erfreuen. Bislang gewann er jedes direkte Duell bzw. sogar auch einen Dreikampf, zittern mussten die Fans um sein Weiterkommen noch nie. Dieser Hype ist aber nur in Ansätzen verständlich und findet hoffentlich bald ein Ende.

Der Wuschel von The Masked Singer: Was macht seine Faszination aus?

Nachdem letztes Jahr das Monster bei The Masked Singer die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte, setzen die Sender-Verantwortlichen jetzt verstärkt auf den Plüsch-Faktor. Wuschel, der angeblich aus 60 Metern Kunstfell besteht, erscheint mehr als jeder andere Kandidat als Sinnbild dafür. Schon das verschafft ihm einen Vorteil.

Der Wuschel von The Masked Singer

Hinzu kommt: Unter einem Roboter, einem Chamäleon, einem Drachen und irgendwie wohl selbst einer Göttin können wir uns alle sofort bildlich etwas vorstellen. Doch was zur Hölle soll ein Wuschel sein? Wuschel ist der mutmaßlich erste und einzige seiner Art. Dieses Wunder der Natur vorzeitig nach Hause zu schicken, wäre geradezu vermessen.

Mit seiner geringen Größe von nur 1,50 Metern gibt die wandelnde Flauschbombe außerdem Rätsel auf. Steckt darunter eine sehr kleine Person, performt der Kandidat seine Songs im Sitzen oder wie genau funktioniert das?

Trotz seiner kompakten Form ist Wuschel ein echter Blickfang, denn seine überdimensionalen Augen sind nicht nur dauernd in Bewegung, sondern aus Sicht eines durchschnittlich großen Mannes wie Moderator Matthias Opdenhövel auch auf einer ... irritierenden Höhe positioniert.

So bringt Der Wuschel die Voraussetzungen zur Kultfigur von The Masked Singer mit. Aber er hat ein gewaltiges Problem: Ihm fehlt die Persönlichkeit. Unter der originellen, liebevoll gestalteten Maske herrscht die geballte Leere.

The Masked Singer: Der Wuschel ist ein Hauch von Nichts

In seinen Indizien-Videos inszeniert sich Wuschel immer wieder als Rennsport-Fan und verdingt sich auch gerne mal als Duftbaum im Auto. Besonders aufregend oder in sich stimmig wirkt das vermittelte Gesamtbild keineswegs. Wuschel würde mit seinen Füßen ja nicht einmal das Gaspedal erreichen.

Von ihm würde ich vielmehr denken, dass er zum Beispiel nachts mit den Wollmäusen unter meinem Bett eine wilde Party feiert, doch davon keine Spur. Vor allem humoristisches Potenzial lässt ProSieben hier liegen - als hätten sie eine Superwaffe erschaffen, die am Ende nur Seifenblasen abfeuert.

The Masked Singer

Die jugendliche Singstimme des Wuschels ist weder unerträglich noch begnadet. In ihrer Glattheit eckt sie genauso wenig an wie Wuschels "Charakter". Wo das zu Recht gefeierte Faultier sich jede Woche neu erfindet (und sogar komplett anders klingt!), scheut er Experimente nicht zuletzt bei der Auswahl der Songs, obwohl er eigentlich in keine Schublade passen dürfte. Ein Vergleich der beiden zeigt zudem: Bekifft dreinschauen macht einen nicht automatisch zur lässigen Ikone.

Wuschel klingt wie jemand, der einst beim Casting für eine fünfköpfige Boy-Band den sechsten Platz belegt hat. In einem der Einspieler erzählte er tatsächlich, er sei früher einmal "aussortiert" worden - keine weiteren Fragen!

Im Moment lebt Wuschel allein von seiner Fassade, aber wie lange geht das noch gut für ihn? Der (Techno-)Hase legte diese Woche eine zumindest mutigere Performance hin als er, dennoch triumphierte der Puschel in dem Bühnen-Zweikampf. Wahrscheinlich, weil er süß und klein und weich ist. ProSieben appelliert erfolgreich an die Urinstinkte des Publikums.

Unter dem Wuschel steckt kein geborener Entertainer und auch kein Ausnahmesänger. Wer auch immer es ist, hat die knuffige Kostümierung eigentlich nicht verdient - so viel ist bereits sicher. Hoffentlich hat es sich bald ausgewuschelt auf ProSieben.

Wie steht ihr zum Wuschel von The Masked Singer?

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