Menschenrechtler protestieren

Ukrainischer Regisseur zu 20 Jahren Haft verurteilt

Oleg Sentsov
© Deutsche Welle
Oleg Sentsov

Oleg Sentsov, der 2011 mit Gámer sein Regiedebüt gab, wurde in Russland zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er habe zusammen mit dem Aktivisten Alexander Koltschenko im Mai 2014 das Büro einer prorussischen Partei auf der Krim, Sentsovs Heimat, in Brand gesetzt und zudem geplant, eine Lenin-Statue zu zerstören. Sentsov und Koltschenko wurde offiziell die "Bildung einer terroristischen Vereinigung" vorgeworfen. Koltschenko wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Gegen den Prozess gab es bereits im Vorfeld heftige Proteste. Sowohl die EU als auch die USA hatten die Freilassung beider Männer gefordert, da Menschenrechtler in dem Verfahren einen Schauprozess sahen, der mit Hilfe von gefälschten Beweisen geführt worden sei. Die Angeklagten und Zeugen sollen gefoltert worden sein, um entsprechende Aussagen von ihnen zu bekommen, die zur Verurteilung der beiden Männer führen konnten. Oleg Sentsov wies bis zum Schluss jegliche Schuld von sich. In seinem Schlusswort habe er gesagt, dass er von einem "Okkupationsgericht" keine Gerechtigkeit erwarte. Nach der Urteilsverkündung habe er zusammen mit Alexander Koltschenko die ukrainische Nationalhymne angestimmt.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko schrieb in Reaktion auf der Urteil auf Twitter: „Halte durch, Oleg. Es kommt die Zeit, zu der diejenigen, die diese Gerichtsfarce gegen dich organisiert haben, selbst auf der Anklagebank sitzen werden.“ Auch aus der Filmwelt gab es Unterstützung für Oleg Sentsov. In einem offenen Brief wandten sich Filmschaffende wie Michael Ballhaus, Fatih Akin, Daniel Brühl, Iris Berben und Veronica Ferres an den russischen Präsidenten Wladimir Putin.

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