Herr der Ringe-Katastrophe vor 20 Jahren verhindert: "Uns rutschte das Herz in die Hose"

07.09.2021 - 10:40 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
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© Warner Bros.
Der Herr der Ringe: Die Gefährten
20 Jahre wird Peter Jacksons erster Der Herr der Ringe-Film dieses Jahr alt. Es war der Auftakt einer Erfolgsgeschichte. Doch einer der Stars erinnert sich daran zurück, wie der Film kurz auf der Kippe stand.

Stellt euch vor, ihr geht ins Kino, um euch als Fantasy-Fans gruselige Drachen-Action anzusehen und bekommt stattdessen ein paar sonderliche kleine Gestalten mit haarigen Füßen vorgesetzt. Wäre die Fallhöhe enttäuschter Erwartungen groß? Wahrscheinlich.

Schon vor 20 Jahren war Tolkiens Werk Der Herr der Ringe bekannt. Doch anders als dem literarischen Publikum stand so manchem Kinobesucher die Fantasy-Erweckung noch bevor. Durch welchen Fehltritt Die Gefährten hätten scheitern können, daran erinnerte sich jüngst Sam-Darsteller Sean Astin.

Falsche Herr der Ringe-Werbung drohte, die Trilogie zu Fall bringen

Der Herr der Ringe: Die Gefährten kam zu Weihnachten 2001 in die Kinos und mauserte sich zu einem enormen Erfolg, dem sich in den Jahren darauf Teil 2 und 3 anschlossen. Doch zu Beginn war die Trilogie längst keine sichere Bank.

Der Herr der Ringe Die Gefährten - Trailer (Deutsch)
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Gegenüber Deadline  erinnerte Hobbit-Star Sean Astin sich an die enormen Erwartungen – und wie die erste Werbung fast ein falsches Bild vermittelt hätte, nur um Der Herr der Ringe für ein breites Publikum zugänglicher zu machen:

Ich erinnere mich daran, dass die anfängliche Marketing-Kampagne irgendwie am Ziel vorbeischoss. Sie behandelte das [Der Herr der Ringe]-Thema mit ein Dungeons & Dragons-Ansatz und verpasste das klassische Gefühl. Ich weiß noch, wie uns allen das Herz in die Hose rutschte und wir dachten: 'Oh nein, vielleicht haben das Studio und die PR-Leute etwas ganz anderes erwartet, als das, was wir erschaffen haben.'

Der Herr der Ringe riss das Ruder gerade noch herum

Zum Glück wendete sich das Blatt der geschürten Vorfreude noch rechtzeitig in die episch-abenteuerliche Herr der Ringe-Richtung, die wir heute kennen:

Aber nach Cannes haben sie [die Marketing-Leute] es verstanden: Und plötzlich gab überall, an jeder Bushaltestelle, die [schlichten] Poster von Elijah [Wood] mit dem großen Ring in der Hand. [...] Das Filmfestival zeigte, was wir wussten: Dass der Film spektakulär war und wir etwas erschaffen hatten, was die Zeit überdauern würde.
Das erste Herr der Ringe-Poster mit Frodo und Ring

Dabei sah auch der Cast rund um Sean Astin und Elijah Wood fertiges Herr der Ringe-Material erst im Mai 2001 in Cannes zum ersten Mal – nachdem sie anderthalb Jahre vieles nur vor dem einem Green Screen gedreht hatten. Und als der Balrog plötzlich kein Tennisball mehr war, wuchs die Überzeugung, dass die intensive Arbeit sich wahrhaftig auszahlen würde. Auch ohne, dass ein Monstrum das Poster zierte.

Indem die Marketing-Abteilung doch noch überzeugt werden konnte, sich ganz hinter Peter Jacksons Vision zu stellen, wurde der Herr der Ringe schließlich nicht mit Pen-&-Paper-Rollenspiel-Vergleichen angekündigt, sondern als der zeitlose Klassiker, der er später tatsächlich werden würde.

Der Herr der Ringe-Gefährte Sam (Sean Astin)

Der internationale Boxoffice -Erfolg von 880 Millionen Dollar (bei einem Budget von 91 Mio) sprach eine deutliche Sprache: Das einzigartige Mittelerde-Gefühl musste nicht hinter irreführender Werbung versteckt werden. Und so wurden den bereits abgedrehten Fortsetzungen den Weg geebnet, was weitere Finanzspritzen, reibungslose Nachdrehs und großflächige Vermarktung betraf und die Trilogie erhielt ihren bestmöglichen Abschluss.

Glaubt ihr wie Sean Astin, dass eine falsche Herr der Ringe-Vermarktung dem Film grob hätte schaden können?

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