David stellt sich vor

Wie ich bewegte Bilder durch Kinderaugen entdeckte

Brendan entdeckt die wundervolle Welt der bewegten Bilder
© Ascot Elite Home Entertainment
Brendan entdeckt die wundervolle Welt der bewegten Bilder

Am ersten Tag bekommen alle Praktikanten bei moviepilot die leidige Aufgabe, sich selbst vorzustellen. Wenig fällt mir schwerer, als über mich selbst zu schreiben. Aber damit ihr einen ungefähren Eindruck von meiner Person bekommt, versuche ich zu erklären, was mich hierher verschlagen hat und warum ich Filme so mag.

Meine Eltern hielten lange Zeit nicht viel von Film und Fernsehen an sich. Daraus folgte, dass meine Geschwister und ich lange Zeit immer nur eine halbe Stunde pro Tag vor der Flimmerkiste hocken durften. Sonst bekommt ihr viereckige Augen und wer will das schon? Außerdem musste vorher abgesprochen werden, was wir uns zu Gemüte führen und warum. So verbrachte ich in meiner wohlbehüteten Kindheit verhältnismäßig wenig Zeit mit Filmen. Wenn, dann schaute ich Sendungen wie Die Sendung mit der Maus, Löwenzahn oder Naturdokumentationen. Die ersten Filme, an die ich mich erinnern kann, machten mich dann aber eher fertig: Bei Pater Brown wurde jemand mit einem Hammer erschlagen. Das war für mich kaum auszuhalten und hat mich nachhaltig verstört. Also doch lieber erstmal was ganz Seichtes: Disney und meine Eltern führten mich dann sanft an den Trickfilm heran: Das Dschungelbuch zählt auch heute noch zu meinen Lieblingsfilmen und ich bin sehr glücklich, ihn sogar im Kino gesehen zu haben.

Irgendwann gelang es mir jedoch – wie wohl jedem Heranwachsenden – mich den Argusaugen meiner Eltern zu entziehen. Im Elternhaus eines sehr guten Freundes gab es glücklicherweise eine recht ansehnliche Sammlung von VHS-Kassetten. Darunter fanden sich zum Beispiel die Krieg der Sterne -Filme, Universal Soldier und Terminator 2 – Tag der Abrechnung, die ich alle auch heute noch liebe. Dazu gesellten sich mit der Zeit dank Karl May und meinem Vater jede Menge Western oder auch Obskuritäten wie Yellow Submarine. Hier lässt sich jetzt einigermaßen der Bogen zu meiner zweiten großen Leidenschaft schlagen: Musik. Ich liebe unter anderem die Beatles, deswegen fand und finde ich Yellow Submarine auch immer noch so toll. Dass der Film an sich zutiefst psychedelisch und gelinde gesagt seltsam ist, war mir im zarten Kindesalter natürlich nicht bewusst. Mir wurde erst viel später klar, was ich mir da beinahe täglich zu Gemüte geführt hatte und was eigentlich bei den Beatles wirklich so los war.

Wie auch immer: Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder etwas tun sollte, das einem Spaß bereitet. Alles andere ergibt für mich einfach keinen Sinn. Deswegen sitze ich jetzt an diesem Schreibtisch in den heiligen moviepilot-Hallen und schreibe seit Kurzem auch für das HipHop-Magazin JUICE. Darum habe ich Germanistik und Philosophie studiert und mittlerweile stolze acht Jahre im Kino gearbeitet. Siebeneinhalb Jahre in einem kleinen, aber ausgezeichneten Münsteraner Programmkino, seit einem halben Jahr in einem der größten Multiplex-Kinos Deutschlands. Also kann und konnte ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Geld verdienen und kostenlos Filme gucken. Auch wenn ich so mittlerweile sehr viele Filme gesehen habe, kenne ich mich nicht gut mit Filmgeschichte aus. Ich habe von den meisten technischen Details keinen blassen Schimmer und höchstwahrscheinlich viele Klassiker noch nicht gesehen. Aber, und das ist für mich das Wichtigste: Ich bin Fan. Megadoll. Da ich davon ausgehe, dass vielleicht der Eine oder die Andere jetzt meine hier bewerteten Filme durchstöbert: Ich habe das Eintragen und Bewerten der Filme jahrelang versäumt. Aber ich kann Euch versichern: Ich habe mehr Filme gesehen.

Zur groben Einordnung: Ich liebe Western, Gangsterfilme und Science-Fiction, davon insbesondere die Dystopien. Ich kann sowohl ultrastumpfsinnigen No-Brainern wie Death Race etwas abgewinnen als auch eher schwer zugänglichen Stoffen oder vermeintlich intellektuellerem Kram wie zum Beispiel Schmetterling und Taucherglocke. Bei Gruselfilmen fürchte ich mich allerdings fast zu Tode, weswegen ich sie tatsächlich einfach nicht gucke. Mit Gewalt gegen Zombies oder Vampire habe ich wiederum nicht das geringste Problem – ganz im Gegensatz zu den meisten Gesangspassagen in Animationsfilmen. Ach ja: Ich kann Sin City sowohl im Original als auch der deutschen Synchro mitsprechen, Hayao Miyazaki ist einer meiner persönlichen Gegenwartshelden und Futurama sogar noch besser als Die Simpsons. Apropos: Nach anfänglicher Skepsis (wohlgenährt durch das schreckliche deutsche Fernsehprogramm, welches ich im Übrigen immer noch zu großen Teilen verurteile und verachte), habe ich wie so viele andere natürlich auch das weite Feld der hochklassigen US-Serien für mich entdeckt.

Zum Schluss muss ich noch ein bisschen mehr angeben: Mein Schwager in spe leitet glücklicherweise selbst ein Kino. Dadurch waren mir bereits mehrfach exklusive Privatvorstellungen vergönnt und ich konnte beispielsweie The Fall: Tod in Belfast doch noch mal auf einer großen Leinwand sehen. Auf der “unbedingt-mal-auf-großer-Leinwand-sehen”-Liste steht übrigens auch der Film, aus dem ich das Bild für diesen Artikel ausgewählt habe: Das Geheimnis von Kells. Der weist dann doch wiederum erstaunliche Parallelen zu Yellow Submarine auf. So schließt sich dann der Kreis sogar ein kleines bisschen. Ein großes Hallo also an alle moviepiloten und Filmfreunde – ich bin gespannt und freue mich auf die gemeinsame Zeit. Seid lieb zu mir!

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"Im Kino Schlafen heißt: dem Film vertrauen."
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