Erinnerung in bewegten Bildern

Wie Ray Harryhausen Monster zum Leben erweckte

08.05.2013 - 16:45 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Panik in New York
© Warner Bros.
Panik in New York
Mit Ray Harryhausen ist heute einer der letzten großen Magier des handgemachten Kinos verstorben. Egal ob Monster, Skelett oder Dinosaurier: Inspiriert durch einen Riesenaffen auf dem Empire State Building, hat er den Film maßgeblich verändert.

Wie wir heute früh berichteten, hat sich Ray Harryhausen, einer der ganz großen Pioniere der Tricktechnik im Film, von uns verabschiedet. Auf der ganzen Welt wird über seinen tragischen Tod berichtet – egal ob in Filmforen, News-Tickern oder anderweitige Plattformen. Während sich das gesamte Internet mit Nachrufen aller couleur an die verstorbene Ikone erinnert, versuche auch ich mich an meine erste Begegnung mit Ray Harryhausen zu entsinnen – diese definiert sich jedoch nicht direkt als eine seiner Arbeiten, sondern viel mehr als Hommage an sein Schaffen. Irgendwo zwischen schrillen Kinderschreien, jeder Menge Türen und einem Ensemble aus knuddeligen sowie gruseligen Kreaturen fällt in Pixars Die Monster AG der Name Harryhausen’s. Ein gefragtes Restaurant irgendwo im Herzen von Monstropolis, das ich damals – 2001 – lediglich als nettes Ambiente im angesprochenem Animations-Abenteuer wahrgenommen habe. Erst später erschloss sich mir der Kontext, die Referenz und die Bedeutung, die hinter dieser unscheinbare Namensgebung steckte und alles ergab einen Sinn.

Wo, wenn nicht in einem Film über Monster, sollte ein Lokal als Harryhausen’s betitelt werden? Der Mann, der selbst inspiriert durch eine der prägendsten Monster-Darstellungen (King Kong und die weiße Frau) das Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Kino maßgeblich sowie nachhaltig verändert, darf natürlich in keiner Erinnerung des 21. Jahrhunderts an vergangene Tage fehlen – selbst wenn Werke wie konkret Die Monster AG seine Arbeit aufgrund technischer Errungenschaften (vielleicht) überholt, aber nie überflüssig gemacht haben. Nicht zuletzt lassen Regisseure wie Steven Spielberg (Jäger des verlorenen Schatzes), George Lucas (Krieg der Sterne) und James Cameron (Aliens – Die Rückkehr) – Mitbegründer und Entwickler des Blockbuster-Kinos, wie wir es heute kennen – immer wieder verlauten, dass gerade Ray Harryhausens Fortschritte in puncto Stop-Motion-Verfahren, eine derart großflächige Integration von Spezialeffekten überhaupt ermöglicht hat. An dieser Stelle muss der Gedanke jedoch noch einen Schritt weiter gedacht werden: Nicht nur die Entdeckung der praktischen Möglichkeiten gilt als Ray Harryhausens Vermächtnis, sondern ebenso die visionäre Schaffenskraft, die hinter den mühevoll modellierten Figuren steckt.

Mehr: Welcher ist der beste Ray Harryhausen-Film?

Nur so erreichen überlebensgroße Dinosaurier, furchteinflößende Skelette sowie andere übernatürliche Wesen auf der Leinwand ihre Glaubwürdigkeit. Selbst wenn mittlerweile CGI-Effekte in Kombination mit Greenscreens und dem allseits beliebten Motion-Capture-Verfahren ungeahnte Wege offenbaren, gelingt nur in den seltensten Fällen die echte, raue und bedrohliche – sprich handgemachte – Atmosphäre und authentische Eingliederung ins Geschehen wie in einem Ray Harryhausen-Film. Damit sei auf keinen Fall ein Pamphlet gegen kombinierte Nullen und Einsen im Film ausgeprochen – dennoch sollte der Ursprung dieser Innovationen nicht vergessen werden. Schließlich ist gerade der bereits erwähnte Riesenaffe King Kong das beste Beispiel dafür, das ohne den Ursprung von 1933 sowie die darauffolgenden Entwicklungen (mitunter durch Ray Harryhausen), ein King Kong von Peter Jackson (Der Herr der Ringe: Die Gefährten) niemals möglich gewesen wäre. Aus diesem Grund könnt ihr euch durch die obige Playlist (mit Ausschnitten, Zusammenschnitten und Trailern aus Jason und die Argonauten, Sindbads siebente Reise sowie Panik um King Kong und Kampf der Titanen) oder die Galerie klicken, in Nostalgie schwelgen und den ein oder anderen Puppenspielertrick eines Ray Harryhausens wiedersehen oder sogar völlig neu entdecken.

Welche magischen Kinomomente oder Erinnerungen verbindet ihr mit Ray Harryhausen?

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