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Su-zakana

Wir schauen Hannibal - Staffel 2, Folge 8

20.04.2014 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Su-zakana
© NBC
Su-zakana
Mit Su-zakana kehrt Hannibal gewissermaßen zum Format der ersten Staffel zurück. Will und Dr. Lecter sind wieder vereint und fahnden nach Psychopathen. So wie früher.

Nachdem wir nun die erste Hälfte dieser fabelhaften zweiten Staffel von Hannibal hinter uns gebracht haben, schlägt der von Bryan Fuller angeführte Writer’s Room plötzlich vollkommen neue Töne an, bzw. vollkommen alte. Su-zakana kehrt überraschenderweise zu dem Format der ersten Staffel zurück und lässt Will und Hannibal als Duo nach Serienkillern suchen. Das mag dem ein oder anderen unter uns übel aufstoßen, schließlich war die Umstrukturierung der zweiten Staffel einer der Hauptgründe dafür, dass Hannibal offiziell zu den aktuell stärksten Serien gezählt werden darf. In diesem besonderen Fall war es jedoch eine erstklassige Entscheidung.

Kaum aus der Haft entlassen, geht für Will (Hugh Dancy) der FBI-Alltag wieder los. Irgendjemand (Jeremy Davies) hat einen lebendigen Vogel in einen toten Frauenkörper und diesen wiederum in einen toten Pferdekörper gesteckt. Das alte Trio um Will, Jack (Laurence Fishburne) und Hannibal (Mads Mikkelsen) ist wieder vereint und ermittelt. Dass die Dynamik zwischen den Dreien nun jedoch eine andere ist, muss nicht mehr erwähnt werden. Will macht keinen Hehl daraus, dass er nach wie vor von Hannibals Boshaftigkeit überzeugt ist. Allerdings legen alle Beteiligten genug Professionalität an den Tag, um die Spannungen zu überspielen und den Killer letzten Endes zu überführen.

Wie sicherlich viele von euch auch, war ich ein wenig perplex darüber, dass Bryan Fuller einfach mal zum killer-of-the-week-Format der ersten Staffel zurückkehrt, als wäre es das Normalste der Welt. So wenig begrüßenswert das auf dem Papier klingt, so sinnvoll ist es in der Umsetzung. Das Su-zakana dient im Kaiseki nämlich dazu, den Gaumen zu “säubern” und ihn damit auf die kommenden Gänge vorzubereiten. Nachdem es die letzten Wochen ziemlich turbulent zuging, ist solch eine kurze Verschnaufpause durchaus wohltuend. Zumal sich die Storyline rund um Wiedergeburt aus mehrerer Hinsicht ideal in den größeren Kontext einbettet: 1.) Kann die Episode durchaus als Hannibal-Oster-Special verstanden werden, 2.) reflektiert das Verhältnis zwischen Peter und seinem Sozialarbeiter Clark (Chris Diamantopoulos) die Beziehung von Will und Hannibal aus der ersten Staffel und 3.) ist diese wir-tun-mal-so-als-wär-nichts-gewesen-Attitüde mit Hinblick auf die vorangegangen Ereignisse dermaßen absurd, dass es mir eiskalt den Rücken runterläuft. Außerdem erklärt Will ja anhand seiner Lieblingsmetapher, dass er nun eine völlige andere Ködertaktik anwenden muss, um zum Ziel zu gelangen. Und die Taktik ist hier jetzt wohl, sich selbst als lebendigen Köder zu präsentieren.

Dementsprechend ist Su-zakana immer genau dann am stärksten, wenn Will und Hannibal miteinander agieren, denn im Kern handelt diese Serie immernoch von Männerfreundschaft, wie Fuller selbst zugibt. Die Beziehung zwischen unseren beiden Protagonisten ist momentan, sagen wir mal, kompliziert. I don’t want to kill you, Dr. Lecter, now that I finally find you interesting fasst es wohl bestmöglich zusammen. Hier haben sich zwei Kerle gefunden, die eigentlich schon Bock haben, sich gegenseitig zu quälen, zu töten und zum Teil sicherlich auch zu verspeisen, es allerdings nicht tun können, weil sie zu fasziniert voneinander sind. Besonders frappierend in der Hinsicht ist Wills gnadenlose Offenheit, die offensichtlich auch Hannibal aus der Fassung bringt. Mads Mikkelsen leistet hier eine besonders herausragende Arbeit. Oberflächlich betrachtet bleibt er gewohnt unterkühlt und lässt sich nicht aus der Fassung bringen, doch die Nuancen in seinem Spiel sprechen eine andere Sprache. Ob nun Lippen zucken oder Augen für kurze Momente größer werden: Dr. Lecter weiß ganz offensichtlich nicht so richtig, wie er nun mit Will umzugehen hat und das wird über kurz oder lang dazu führen, dass er die Fassung verliert.

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