Manfred Krug

Beteiligt an 79 Filmen (als Schauspieler/in, Autor/in (Vorlage), Drehbuchautor/in, ...) und 15 Serien
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Poster zu Manfred Krug
Geburtstag: 8. Februar 1937
Todestag: 21. Oktober 2016
Geschlecht: männlich
Anzahl Fans: 20

Eigentlich entsprach er dem Idealbild des DDR-Künstlers: Manfred Krug war einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, der auch als Sänger und Schriftsteller erfolgreich war und gleichzeitig durch seinen proletarischen Hintergrund und großen Fleiß glaubhaft die Arbeiterklasse repräsentieren konnte.

Biografie
Manfred Krug wurde 1937 in Duisburg als Sohn eines Eisenhütten-Ingenieurs geboren. Nach der Scheidung der Eltern zog er mit seinem Vater 1949 in die DDR und machte eine Lehre zum Stahlschmelzer. Während seiner Ausbildungszeit zog er sich durch einen Spritzer geschmolzenen Stahls die markante Narbe auf seiner Stirn zu. In der Abendschule holte Manfred Krug das Abitur nach und studierte an der Staatlichen Schauspielschule Berlin Schauspiel.

Manfred Krugs Filmkarriere begann 1957 im Kino und Fernsehen der DDR. 1960 war Manfred Krug in Frank Beyers Fünf Patronenhülsen zu sehen. Es folgte der steile Aufstieg in den 60ern und 70ern, in denen Manfred Krug selten weniger als vier Filme pro Jahr drehte. Zu seinen bekanntesten DDR-Filmen zählen Auf der Sonnenseite, Beschreibung eines Sommers und Käuzchenkuhle. Während seiner Karriere in der DDR war Manfred Krug in über 50 Filmen zu sehen. Seine Charaktere waren zumeist direkte, intelligente Typen, die in Konflikt mit ihrer Umwelt geraten. Bei seiner dritten Zusammenarbeit mit Frank Beyer im Film Spur der Steine geriet er in die staatliche Kritik. Die Zensur verbannte den Film nach drei Tagen aus den Kinos, das Verbot dauerte bis 1989.

Aufgrund seines Protests gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann wurde Manfred Krug 1976 ein Teilberufsverbot erteilt. In Konflikt mit der Staatsmacht und unter ständiger Bewachung lebend, stellte der vergebens auf Engagements wartende Manfred Krug 1977 einen Ausreiseantrag und verließ im selben Jahr die DDR. In seinem Buch Abgehauen, das von Frank Beyer 1998 verfilmt wurde, dokumentiert Manfred Krug seine Situation in der DDR.

In der BRD konnte Manfred Krug seine Karriere fortsetzen. Vor allem in TV-Serien konnte er seine Beliebtheit deutschlandweit ausweiten. Als LKW-Fahrer Franz Meersdonk in der Serie Auf Achse und als Rechtsanwalt Robert Liebling in Liebling Kreuzberg gewann Manfred Krug in den 80ern und 90ern die Herzen der Zuschauer. Auch als Kommissar im Tatort des NDR überzeugte er bis 2001 das Publikum und wurde 2008 zum zweitbeliebtesten Tatortkommissar nach Götz George.

Dem Idealbild des vielseitig ausgebildeten DDR-Künstlers entsprechend, ist Manfred Krug auch als Sänger erfolgreich. Ab 1971 veröffentlichte er mehrere Alben, auf denen er anspruchsvolle Schlager und Jazz-Arrangements singt. Unter dem Pseudonym Clemens Kerber schrieb er auch seine Texte selbst.

Bekannt ist Manfred Krug außerdem aus der Kampagne der Deutschen Telekom, in der er T-Aktien bewarb. Er bereute diese Auftritte im Nachhinein und entschuldigte sich bei den Menschen, die durch seine Empfehlung Verluste erlitten haben.

Familie und Privates
In der DDR lebte Manfred Krug eine Zeit lang zusammen mit seinem engen Freund, dem Schriftsteller Jurek Becker. Manfred Krug ist seit 1963 mit Ottilie Krug verheiratet. Das Paar hat drei Kinder. 2002 wurde bekannt, dass Manfred Krug ein uneheliches Kind hat. Am 21. Oktober 2016 starb Manfred Krug im Alter von 79 Jahren in Berlin. 

Manfred Krug ist bekannt durch

Spur der Steine Spur der Steine Deutschland · 1966
Sesamstraße Sesamstraße Deutschland · 1973
Tatort: Undercover-Camping Tatort: Undercover-Camping Deutschland · 1997
Der Boxer und der Tod Der Boxer und der Tod Tschechien · 1963
Tatort: Blindekuh Tatort: Blindekuh Deutschland · 1992

Komplette Filmographie

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