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Benicio del Toro als revolutionärer Che Guevara

15.09.2012 - 08:50 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Benicio del Toro als Revolutionär
© Wild Bunch (Central)
Benicio del Toro als Revolutionär
Heute Abend strahlt rbb im Doppefeature Che – Revolucion und Che – Guerilla aus. Benicio del Toro ist als titelgebenden Revolutionär zu sehen und Regisseur Steven Soderbergh inszeniert ein Biopic, das mehr als eine Beweihräucherung des Mythos ist.

Jeder kennt den Mythos Che Guevara: Egal ob der Kopf des Revolutionärs auf Postern, T-Shirts oder Aufklebern abgebildet ist. Seinen klassischen und berühmten Gesichtsausdruck hat jeder schon einmal irgendwo gesehen. Sein Handeln veränderte aber nicht nur die Geschichte, sondern wurde auch in unzähligen kulturellen Werken thematisiert. Die Stange an Filmen, die sich seiner Biographie annehmen, ist entsprechend umfangreich. Auch Regisseur Steven Soderbergh hat in dem zweiteiligen Biopic Che – Revolucion und Che – Guerrilla dem Argentinier ein Denkmal gesetzt. Allerdings handelt es sich bei seinem Werk um keine Glorifizierung, sondern um einen reflektierten und nüchternen Rückblick auf den Mann, der zum Mythos wurde.

Mehr: Steven Soderbergh – Das Regie-Chamäleon

Die Che-Filme streifen die Vita von Ernesto ‘Che’ Guevara (Benicio del Toro) angefangen bei den Ereignissen der kubanischen Revolution über den langwierigen Guerillakrieg bis hin zu seinem Tod. Steven Soderbergh erzählt sowohl die wichtigsten historischen Stationen, legt sein Hauptaugenmerk jedoch auf die alltäglichen Herausforderungen, die der Arzt und spätere Kommandeur zu meistern hatte. Dabei stehen (Fehl-)Entscheidungen genauso an der Tagesordnung, wie Uneinigkeit in der Gruppe der Guerillakämpfer und die Konflikte spitzen sich mit dem Fortschreiten der Geschehnisse immer mehr zu. Trotzdem gibt es keine zweckmäßige Dramatik, die auf billige Emotionen aus ist, sondern Steven Soderbergh nähert sich seinem Protagonisten sowie den übrigen Figuren mit einer gewissen Distanz. Dadurch umgeht er geschickt eine verklärende Heroisierung und erschafft ein authentisches Filmpendant.

Darüber hinaus bleibt die Herangehensweise des Regisseurs stets interessant und ansprechend, da weder Che – Revolucion, noch Che – Guerilla zum konventionellen Biopic verkommt. Der Preis dafür ist ein hohe Maß an Aufmerksamkeit, das gefordert wird, denn die Inszenierung schwankt zwischen erlesenen Aufnahmen und bewegten Handkamerabildern, sodass ein Dokumentarstil nicht abgestritten werden kann. Obwohl beide Filme durchaus Unterschiede vorweisen können, hält die großartige Performance von Benicio del Toro das Gesamtwerk von über vier Stunden Laufzeit zusammen. Besonders angenehm fällt auf, dass der Star, der bereits in Traffic – Macht des Kartells schon mit Steven Soderbergh zusammengearbeitet hatte, sich auf eine perfekt abgestimmte Leistung konzentriert, anstatt reißerisches Overacting abzuliefern.

Was: Che – Revolucion & Che – Guerrilla (2008)
Wann: 23:45 Uhr
Wo: rbb

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