Benicio del Toro als revolutionärer Che Guevara
Beeblebrox (Matthias Hopf), Veröffentlicht am 15.09.2012, 08:50
Benicio del Toro als Revolutionär
© Wild Bunch (Central)
Jeder kennt den Mythos Che Guevara: Egal ob der Kopf des Revolutionärs auf Postern, T-Shirts oder Aufklebern abgebildet ist. Seinen klassischen und berühmten Gesichtsausdruck hat jeder schon einmal irgendwo gesehen. Sein Handeln veränderte aber nicht nur die Geschichte, sondern wurde auch in unzähligen kulturellen Werken thematisiert. Die Stange an Filmen, die sich seiner Biographie annehmen, ist entsprechend umfangreich. Auch Regisseur Steven Soderbergh hat in dem zweiteiligen Biopic Che – Revolucion und Che – Guerrilla dem Argentinier ein Denkmal gesetzt. Allerdings handelt es sich bei seinem Werk um keine Glorifizierung, sondern um einen reflektierten und nüchternen Rückblick auf den Mann, der zum Mythos wurde.
Mehr: Steven Soderbergh – Das Regie-Chamäleon
Die Che-Filme streifen die Vita von Ernesto ‘Che’ Guevara (Benicio del Toro) angefangen bei den Ereignissen der kubanischen Revolution über den langwierigen Guerillakrieg bis hin zu seinem Tod. Steven Soderbergh erzählt sowohl die wichtigsten historischen Stationen, legt sein Hauptaugenmerk jedoch auf die alltäglichen Herausforderungen, die der Arzt und spätere Kommandeur zu meistern hatte. Dabei stehen (Fehl-)Entscheidungen genauso an der Tagesordnung, wie Uneinigkeit in der Gruppe der Guerillakämpfer und die Konflikte spitzen sich mit dem Fortschreiten der Geschehnisse immer mehr zu. Trotzdem gibt es keine zweckmäßige Dramatik, die auf billige Emotionen aus ist, sondern Steven Soderbergh nähert sich seinem Protagonisten sowie den übrigen Figuren mit einer gewissen Distanz. Dadurch umgeht er geschickt eine verklärende Heroisierung und erschafft ein authentisches Filmpendant.
Darüber hinaus bleibt die Herangehensweise des Regisseurs stets interessant und ansprechend, da weder Che – Revolucion, noch Che – Guerilla zum konventionellen Biopic verkommt. Der Preis dafür ist ein hohe Maß an Aufmerksamkeit, das gefordert wird, denn die Inszenierung schwankt zwischen erlesenen Aufnahmen und bewegten Handkamerabildern, sodass ein Dokumentarstil nicht abgestritten werden kann. Obwohl beide Filme durchaus Unterschiede vorweisen können, hält die großartige Performance von Benicio del Toro das Gesamtwerk von über vier Stunden Laufzeit zusammen. Besonders angenehm fällt auf, dass der Star, der bereits in Traffic – Macht des Kartells schon mit Steven Soderbergh zusammengearbeitet hatte, sich auf eine perfekt abgestimmte Leistung konzentriert, anstatt reißerisches Overacting abzuliefern.
Was: Che – Revolucion & Che – Guerrilla (2008)
Wann: 23:45 Uhr
Wo: rbb
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Kommentare
über Benicio del Toro als revolutionärer Che Guevara
rockoholic Sat, 15 Sep 2012 12:34:41 -0000
Kommentar löschenIst mal einem aufgefallen das Liam Neeson aussieht wie Fidel Castro ohne Bart :)
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lsk1965 Sat, 15 Sep 2012 08:13:08 -0000
Kommentar löschenFantastische Uhrzeit für so ein überlanges Che - Epos. Kann ich mir mal wieder geplegt eine Nacht um die Ohren schlagen.
Noch als kleiner Tip:
"Phoebe im Wunderland" um 20.15, Servus TV
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Lorion42 Sat, 15 Sep 2012 07:40:46 -0000
Kommentar löschenNicht zu vergessen: Der Pate II 22:05 auf Servus TV
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hoffman587 Sat, 15 Sep 2012 07:26:14 -0000
Kommentar löschenAnsonsten vielleicht nicht überragend, das TV-Programm, aber durchaus mit interessanten Filmen, von Chabrol, Landis oder eben Douglas Trumbulls (der Tricktechnikpionier hinter »2001« und »Tree of Life«) erster Spielfilm.
Teufelskerle - 13:50, WDR
(R: Norman Taurog / 1937)
Zweite Chance für Spencer Tracys zweiten Oscarfilm, wobei der sicherlich noch mehr zu bieten hat als das.
DIe Thomas Crown Affäre - 20:15, VOX
(R: John McTiernan / 1999)
Der Informant - 20:15, Prosieben
(R: Steven Soderbergh / 2009)
5x2 - Fünf mal zwei - 22:00, Einsfestival
(R: Francois Ozon / 2004)
Lautlos im Weltraum - 22:30, ZDFNeo
(R: Douglas Trumbull (!) / 1972)
Das weiße Band - 23:15, NDR
(R: Michael Haneke / 2009)
Arizona Dream - 23:25, Einsfestival
(R: Emir Kusturica / 1992)
Die neun Pforten - 23:45, Sat1
(R: Roman Polanski / 1999)
Rules of Engagement - 23:50, RTL II
(R: William Friedkin / 2000)
Kopfüber in die Nacht - 0:20, ZDF
(R: John Landis / 1984)
Blutsverwandte - 2:30, MDR
(R: Claude Chabrol / 1977)
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Benicio del Toro
Beteiligt an 35 Filmen (als Akteur, Produzent und Regisseur) und 1 Serien
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