King Kaiju - Teil 1

Der Godzilla und wie er in die Welt kam

24.04.2014 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Frankensteins Höllenbrut
© Marketing-Film
Frankensteins Höllenbrut
Im ersten Teil unserer Themenreihe King Kaiju betrachten wir das Aufblühen des Kaijū Eiga, also des japanischen (Riesen)Monsterfilms, mit dem Auftauchen Godzillas und dessen Wandel vom Vernichter zum Retter im Laufe der ersten Filmreihe.

Am 15. Mai 2014 stampft Godzilla über die deutschen Leinwände. Der Film ist ein Jubiläum in doppelter Hinsicht. Das Reboot/Remake von Gareth Edwards (Monsters) ist der 30. Film des Franchise und feiert nebenbei auch seinen 60. Geburtstag. In der vierteiligen Themenreihe King Kaiju widmen wir uns ganz und gar dem Weg der Kultfigur Godzilla. Welche Entwicklung durchlief Godjira in den ersten Filmen der Showa-Staffel? Welche gar nicht so subtile Sozialkritik steckt in der Heisei-Staffel, 1984 bis 1995? Und welche wirren Geschichten erzählt uns die Millenium-Staffel? Im letzten Text Godzilla goes America schauen wir in Richtung der USA und nehmen das Remake Godzilla von Roland Emmerich unter die Lupe, aber auch die Cartoon-Serie der Hanna Barbera Studios. Danach seit ihr echte Insider und könnt im Kinosaal bei dem einen oder anderen Namen große Augen bekommen, während euch der Nachbar fragend anschaut.

Atomkraft, nein danke!
An dieser Stelle wird in den meisten vergleichbaren Texten sofort das Wort “Atombombe” fallen. Und niemand wird bestreiten, dass der Film Godzilla eine dramatische Reflexion der Vorfälle Hiroshima und Nagasaki darstellt. Gehen wir ein Stück tiefer, erkennen wir jedoch recht schnell, dass das filmische Kind in der Tat drei Väter hat. Auch wenn Florian Coulmas in seinem Artikel Das Monster aus dem Meer schreibt: "Acht Monate nach dem Unglück der “Fukuryu-Maru”-Besatzung kam der Film von Ishirô Honda in die Kinos." und weiter “Godzilla» ist […] auch international einer der ersten Filme, die die Bombe thematisierten.” In dem Artikel, der unter anderem auch in der freien Enzyklopädie Wikipedia zitiert wird, entsteht schnell der Eindruck die Produktion des Ur-Godzillas sei ein rein politisch mahnender Akt gewesen. Wir springen im Kalender ein Jahr zurück…

1953 läuft in den USA mit Dinosaurier in New York (The Beast From 20,000 Fathoms) ein Dinosaurier-Film, der auch noch Jahrzehnte später als Prototyp des modernen Dino-Sub-Genre gelten wird. Als gigantischer Antagonist dient das Überbleibsel einer längst ausgestorbenen, fiktiven Dinosaurier-Art, der Rhedosaurier. Dieser wird von amerikanischen Atombombentests aufgeweckt und schwadroniert anschließend durch die beschaulichen Straßen der USA. Ein gewisser Ray Harryhausen zeichnete für die Effekte verantwortlich und der junge Darsteller Lee Van Cleef stand noch am Anfang seiner Karriere. Mit 5 Millionen US-Dollar Einspiel bei ca. 210.000 Dollar Produktionskosten (Quelle imdb) ist der Film legitim mit Straßenfeger zu titulieren.

Völlig indiskutabel ist der Fakt, dass Godzilla die Geschehnisse um Hiroshima und Nagasaki reflektiert und dabei auch den Vorfall um den Fischkutter Glücklicher Drache V und die Charlie Bravo Affäre verarbeitet. Wie aber schon bei der Thematik Anime lässt sich auch beim Kaiju Eiga nicht von der Hand weisen, dass der entscheidende Impuls aus den USA kam. Warum dies ironisch ist, klären wir unter anderem in Teil 4 unserer Reihe.

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