Leonardo DiCaprio lehnte eine DC-Rolle ab, die seine Karriere zerstört hätte

12.11.2021 - 10:00 Uhr
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Shutter Island - Trailer 1 (Deutsch)
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Leonardo DiCaprio in Shutter IslandAbspielen
© Concorde
Leonardo DiCaprio in Shutter Island
Leonardo DiCaprio hat bis heute keinen DC- oder Marvel-Superhelden gespielt. An Versuchen mangelte es nicht, wie eine abgelehnte Rolle in einem Batman-Film zeigt.

Wir könnten die Leading Men in Hollywood, die noch keinen Superhelden gespielt haben, wohl an einer Hand abzählen. Umso mehr fällt es auf, wenn Stars dem populärsten Genre unserer Zeit konsequent fern bleiben, obwohl es Angebote hagelt. Einer davon ist Leonardo DiCaprio, der gute Chancen hatte, den berühmtesten DC-Sidekick zu spielen – und trotzdem ablehnte.

Leonardo DiCaprio war für eine Batman-Rolle im Gespräch

Der (mittlerweile) Oscarpreisträger Leonardo DiCaprio wurde bereits mit mehreren Superhelden-Rollen in Verbindung gebracht, darunter eine der größten Marvel-Rollen überhaupt. In den frühen Jahren seiner Karriere hätte der Darsteller aus One Upon a Time in Hollywood und The Revenant aber auch an der Seite von Batman gegen das Verbrechen Gothams kämpfen können.

Schaut euch den Trailer für Leonardo DiCaprios nächsten Film an:

Don't Look Up - Teaser Trailer (Deutsch) HD
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Denn DiCaprio war im Gespräch für die Rolle des Sidekicks Robin in Batman Forever (1995). Darüber sprach der Darsteller und Umweltaktivist 2015 in einem Interview mit The Shortlist . Auf die Frage, ob an dem Batman-Gerücht etwas dran sei, antwortete DiCaprio:

Ich habe niemals Screen-Tests gemacht. Ich habe [Regisseur] Joel Schumacher getroffen. Es war nur ein Treffen und nein, ich hab es am Ende nicht gemacht.

DiCaprio hat also nicht vorgesprochen, war aber auf dem Radar des Regisseurs, der 1993 auserwählt wurde, die Nachfolge von Tim Burton im Batman-Franchise anzutreten. Zu diesem Zeitpunkt war Leonardo DiCaprio von seinem Titanic-Erfolg (1997) noch weit entfernt, hatte aber schon in This Boy's Life an der Seite von Robert De Niro und Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa zusammen mit Johnny Depp für Aufsehen gesorgt. Letzterer brachte ihm seine erste Oscar-Nominierung ein. Leonardo DiCaprio war also einer einer Shooting-Stars in Hollywood. Den nächsten großen Schritt zum Blockbuster-Kino lehnte er aber ab. Warum?

Der nächste Batman-Film hat auch schon einen Trailer:

The Batman - Trailer 2 (Deutsch) HD
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Im Interview wurde er gefragt, ob er die Rolle von Robin in Batman Forever überhaupt wollte. DiCaprio dazu:

Ähm, ich glaube nicht, nein [lacht]. So wie ich mich daran erinnere, habe ich dem Meeting zugesagt, aber ich wollte die Rolle nicht spielen. Joel Schumacher ist ein sehr talentierter Regisseur, aber ich glaube nicht, dass ich bereit für so etwas war.

Auf die Frage, ob er damit Glück gehabt habe, antwortete DiCaprio mit einem Lachen. Denn Batman Forever war zwar überaus erfolgreich an den Kinokassen, die Robin-Rolle hätte aber vielleicht DiCaprios Karriere zerstört.

Warum Leonardo DiCaprios DC-Absage die richtige Entscheidung war

Batman Forever erreichte beim Kinostart 1995 das bis dato erfolgreichste US-Startwochenende überhaupt und schlug damit keinen geringeren Film als Jurassic Park. Die finanzielle Erfolgsgeschichte kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Film bei der Kritik nicht besonders gut ankam und auch seither einen schlechten Ruf genießt. DiCaprios Karriere hätte das DC-Abenteuer, in dem der dunkle Ritter (Val Kilmer) und das Boy Wonder (Chris O'Donnell) gegen Two-Face (Tommy Lee Jones) und den Riddler (Jim Carrey) antreten, vielleicht noch überstanden.

Schaut euch den Trailer für Batman Forever an:

Batman Forever - Trailer (Englisch)
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Seine Verpflichtung als Robin hätte aber vermutlich auch zu einer Mitwirkung in der Fortsetzung Batman & Robin (1997) geführt. Und dieser Film verfolgt im Grunde alle DC-Kinofilme bis heute. Der bunte Spaß von Joel Schumacher wird vielfach (unverdient) als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gehandelt. Von der Kritik wurde das Kompendium von Mr. Freeze-Onelinern zerrissen, an den Kassen blieb es hinter den Erwartungen zurück. Batman & Robin wurde als Desaster verbucht und es wäre auch für Leonardo DiCaprio eines gewesen.

Hätte Batman & Robin Leonardo DiCaprios Karriere zerstört?

Alle Beteiligten mussten sich von dem Film erholen, von George Clooney bis hin zum Studio Warner, das bis zum nächsten Batman-Film acht Jahre verstreichen ließ. Und der musste unbedingt düster und ernst sein, um sich abzuheben.

Es ist schwer zu sagen, ob Leonardo DiCaprios Karriere einen ähnlichen Verlauf wie jene von Robin-Darsteller Chris O'Donnell genommen hätte. Auch O'Donnell war ein aufstrebender Jungstar (inklusive Golden Globe-Nominierung für Der Duft der Frauen). Er war sogar 20th Century Fox' Wunschkandidat für die Rolle von Jack in Titanic.

Der Schatten von Robin und die ein oder andere falsche Entscheidung (er lehnte Men in Black ab) setzten O'Donnells Aufstieg jedoch ein jähes Ende. Nach einer längeren Schauspiel-Pause kehrte er als verlässlicher Nebendarsteller zurück und erhielt durch die Serie Navy CIS: L.A. noch einmal die Chance eine Hauptrolle zu spielen. Das ist immer noch eine beeindruckende Laufbahn, wenn man bedenkt, wie viele Hollywood-Stars in der Versenkung verschwinden. DiCaprio allerdings schwebt mittlerweile in anderen Sphären.

Mit der Absage an Batman Forever hat Leonardo DiCaprio demnach die richtige Entscheidung getroffen. Statt des DC-Films drehte er den ein oder anderen Flop (Schneller als der Tod), aber auch gefeierte Filme wie Jim Carroll - In den Straßen von New York, bevor er mit Titanic seinen Blockbuster-Einstand gab. Und was aus diesem Film wurde, ist uns sicher allen bekannt.

Der nächste Leonardo DiCaprio-Film kommt zu Netflix

Auf DiCaprios ersten Film seit One Upon a Time in Hollywood müssen wir nicht mehr lange warten. In Don't Look Up, dem zweitgrößten Netflix-Film des Jahres, spielt er einen Astronom, der mit die Menschheit mit Kollegin Jennifer Lawrence vor einem nahenden Kometen warnen muss, der die Welt zerstören wird. Don't Look Up startet am 24. Dezember 2021 bei Netflix, damit wir uns alle zwischen Kartoffelsalat und Weihnachtsbaum mit dem Ende der Welt beschäftigen können.

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