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Porträt eines Jungstars

Mia Wasikowska - Die einzig wahre Jane Eyre

29.11.2011 - 08:50 Uhr
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Mia Wasikowska als Jane Eyre
© TOBIS Film
Mia Wasikowska als Jane Eyre
In dieser Woche läuft Jane Eyre von Cary Fukunaga in den deutschen Kinos an. Die Besetzung könnte wünschenswerter kaum sein. Neben Jamie Bell und Michael Fassbender spielt Mia Wasikowska in der titelgebenden Hauptrolle auf. Wir stellen den Jungstar vor.

In dieser Woche läuft Jane Eyre von Cary Fukunaga, der mit seinem Debüt Sin Nombre für Furore sorgte, in den deutschen Kinos an. Die Besetzung könnte kaum hochkarätiger sein. Neben Oscar-Preisträgerin Judi Dench, Jamie Bell, Golden Globe-Gewinnerin Sally Hawkins und Michael Fassbender spielt Mia Wasikowska, einer der Shooting-Stars Hollywoods, die titelgebende Hauptrolle. Wir stellen den Jungstar vor.

Die australische Schauspielerin ist auf dem besten Weg in eine strahlende Zukunft. Ein Blick in ihre Biographie, ein paar Interviews aus ihrem Munde und schnell wird klar, dass es in dieser Generation keine bessere Jane Eyre geben kann. Nur wenige andere junge Talente zeigen sich künstlerisch so stringent und vielfältig, gleichzeitig aber auch derart unaufdringlich und jugendlich. Es macht einfach Spaß, Mia Wasikowska bei jeder weiteren Stufe ihrer Karriereleiter, ihres filmischen Wachsens zuzuschauen.

Wege zum Ruhm oder weshalb Mia Wasikowska Schauspielerin werden musste
Als Tochter zweier Fotografen erblickte Mia Wasikowska am 14. Oktober 1989 das Licht von Australien. Ihre Mutter ist gebürtige Polin und als Mia acht Jahre alt war, zog sie mit ihrer
Familie auch für ein Jahr nach Stettin. Als Fotografen-Kinder mussten Mia und ihre Geschwister ihre Gesichter oft für die Arbeiten ihrer Eltern hinhalten. Die Mutter legte immer Wert darauf, dass ihre Kinder nicht posierten, sondern einfach alles genauso machten, wie sonst auch. So erlernte die Australierin den ungezwungenen, privaten Umgang mit der Kamera, zart, leise, unprätentiös. Doch die junge Mia Wasikowska wollte nie Model, sondern lieber Prima Ballerina werden.

Nach ihrem Aufenthalt in Polen reisten die Wasikowskas durch Frankreich und Deutschland.
In einem Interview erinnert sich Mia Wasikowska an diese frühe Reise-Erfahrung: Es hat etwas ganz eigenes, als Kind aus seiner heimatlichen Welt herausgeholt zu werden. Du bist fähig, alles andere aufzunehmen, alles Neue aufzusaugen, doch du bist noch zu jung, um Vorurteile zu haben oder zu bewerten. Ohne es zu merken, ganz aus Versehen, lernte die Schauspielerin schon als Kind, sich ungezwungen und authentisch vor der Kamera zu bewegen. Auch heute noch sucht sie in der Schauspielerei immer das Ungezwungene, das Natürliche, das Spontane. Das macht Mia Wasikowska zu einer der vielverprechendsten Jungstars, deren Platz genau da sein sollte, wo gute Filme gedreht werden.

Die Feuerprobe: Mia Wasikowska in der TV-Serie Der Therapeut
Mia Wasikowska feierte schon viele Erfolge vor der Kamera. Ihre schauspielerische
Feuerprobe bestand sie in der Serie In Treatment – Der Therapeut, in der sie als Turnerin
Sophie ein paar Sitzungen bei Therapeut Paul Weston (Gabriel Byrne) nimmt. Die Serie basiert ausschließlich aus diesen Gesprächen, aus nah geschossenen Dialogszenen, die
keinen Platz lassen für Eintönigkeit oder unpräzises Spiel. Sophie ist eine hochtalentierte, schnell denkende, selbstbewusste, starke Turnerin, die nach einem Unfall in die Therapie muss. Paul West soll herausfinden, ob die 16-Jährige suizidal veranlagt ist. Die textintensive Rolle der Sophie war ein gefundenes Fressen für Mia Wasikowska. Sie verschwindet hinter der Figur, nimmt jede Kurve, jede Hürde des Skripts.

Ehre, wem Ehre gebührt: Mia Wasikowska erobert die Filmwelt
In Mia Wasikowskas Auftritten bei Der Therapeut ist bereits alles angelegt, was sie in ihren Filmen so einzigartig macht: ihre Spielfreude, ihre Ehrlichkeit, Präzision und Leichtigkeit – diese junge Darstellerin gehört auf die Bühne, ins Fernsehen und auf die ganz große Leinwand. Schon früh war sie – nach eigenen Angaben – ein großer Fan des Regisseurs Gus van Sant, in dessen letztem Film Restless sie die Hauptrolle übernahm. Im überdrehten Tim Burton -Abenteuer Alice im Wunderland ist sie der natürliche Gegenpol zur überdrehten Filmwelt Burtons. In The Kids Are All Right ist sie der vernünftige Ruhepol im skurril-realistischen Familienkonstrukt um Annette Bening, Julianne Moore und Mark Ruffalo.

Doch mit der Hauptrolle in Jane Eyre wächst Mia Wasikowska noch einmal über sich hinaus. In einem Interview mit Collider erzählt sie, dass sie vom Brontë-Roman bereits 2009 so fasziniert war, dass sie sofort ihren Agenten anrief. Zu dem Zeitpunkt arbeitete noch kein Regisseur an einer Verfilmung. Doch schon zwei Monate später kam das Skript von Cary Fukunaga. Jetzt spielt sie neben Jamie Bell, den sie seit ihrer Zusammenarbeit in Unbeugsam kennt, und Michael Fassbender in ihrer Traumrolle. Bald werden wir sie neben Glenn Close in Albert Nobbs sehen können. Danach folgen Stoker von Chan-wook Park und Lawless – Die Gesetzlosen in the World mit Shia LaBeouf und Tom Hardy. Außerdem will Jim Jarmusch sie in seinem Only Lovers Left Alive. Alles läuft gut für diese sympathische, talentierte junge Frau. Wir gönnen es ihr von Herzen.

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