Schneller zu Netflix: Warum ihr neue Filme bald viel früher streamen könnt

Transformers 4
© Paramount Pictures
Transformers 4
19.11.2018 - 14:00 Uhr
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Paramount Pictures, das etwa die Transformers-Filme in die Kinos bringt, hat einen Deal mit Netflix über mehrere Filme abgeschlossen. Große Kinofilme können so schneller zum Streamen verfügbar werden.

Das Kino sieht sich schon seit einigen Jahren durch Streaming in die Ecke gedrängt. Besucherzahlen gehen zurück. Eines der größten Filmstudios bekam in den vergangenen Jahren die Brutalität des modernen von Superhelden, Jedis und Dinos dominierten Kinomarktes zu spüren: Paramount Pictures. Dieses vertreibt die zuletzt ebenfalls schwächelnde Transformers-Reihe. Mit einer nun geschlossenen Partnerschaft mit dem Streaming-Dienst Netflix will Paramount sich für die Zukunft rüsten.

Warum große Blockbuster direkt zu Netflix kommen sollen

Nach Angaben von Deadline  schloss Paramount eine Vereinbarung mit Netflix über mehrere Filme. Dem Studio-Chef Jim Gianopulos zufolge handelt es sich hierbei um eine "kleine Anzahl von Filmen", die den Vorteil der Streaming-Veröffentlichung nutzen werden. Paramount baut damit die bereits bestehenden Beziehung zu Netflix aus: Das Studio belieferte Netflix in der Vergangenheit mit populären Filmen und Serien wie Auslöschung und Tote Mädchen lügen nicht.

Wie der Netflix-Nutzer von dem Deal profitiert

Für Aufsehen sorgte vor allem die überraschende Aufnahme von Cloverfield Paradox. Diese Netflix-Partnerschaft will Paramount nun ausbauen. “Wir prüfen verschiedene neue Wege des Vertriebs, zusätzlich zur traditionellen Kinoveröffentlichungen. [...]" Gemeint sind damit wohl vor allem Streaming-Plattformen. Der Netflix-Abonnent würde davon profitieren. Paramount könnte etwa, anstatt Transformers über Blu-rays ins Heimkino zu vertreiben, Großproduktionen direkt und exklusiv an Netflix weitergeben - ein abgeschwächtes Auslöschung-Modell sozusagen. Der Vertriebsweg über klassische Heimkinomedien, etwa die DVD, könnte bei einigen Filmen zu Gunsten der Netflix-Partnerschaft, komplett wegfallen.

Transformers 5

Paramount erlebte eine Entwicklung "wie Disney in umgekehrt"

2011konnte sich Paramount mit einem Umsatz von umgerechnet 5,17 Milliarden US-Dollar noch erfolgreichstes Filmstudio der Welt nennen. Doch es folgte eine Reihe von kostspieligen Kinoflops, darunter Monster Trucks, die Neuauflage von Ben Hur und zuletzt zeigten sich mit Transformers 5: The Last Knight auch die Bay'schen Kampfmaschinen überaus müde. "Es ist wie Disney in umgekehrt", anaylsierte Forscher Brian Wieser von Pivotal die prekäre Lage im Mai 2017 gegenüber dem Guardian . Erst John Krasinskis Horror-Hit A Quiet Place brachte das Studio dieses Jahr verstärkt in die Erfolgsspur zurück - ein Budget zwischen kolportierten 17 und 21 Millionen Dollar standen weltweite Einnahmen von etwa 340 Millionen Dollar gegenüber.

Ben Hur (2016)

Diese Gründe sprechen für Paramounts Zusammenarbeit mit Netflix

Die Filmwelt ist nun eine andere: Netflix und Co. haben die Sehgewohnheiten verändert und Disney, auch 2017 an der Umsatzspitze Hollywoods, expandiert erfolgreich sein Marvel- und Star Wars-Universum (abgesehen vom Solo-Flop) mit einem Strom aus Filmen und Serien. Paramount bietet sich Netflix, dem größten Disney-Konkurrenten, nun als wertvoller Partner an. Denn es gibt kritische Stimmen, die werfen dem durch "massenkompatible" Werke befeuerten Unterhaltungskonzern - etwa wegen strenger Auflagen für Kinobetreiber - Monopolverhalten vor. Paramounts Handschlag mit Netflix könnte daher ein konsequenter, gleichsam mit Wehmut einhergehender Schritt Richtung Zukunft sein.

Avengers: Infinity War

Zwar ist das Kostenvolumen sowie genauere Details der Übereinkunft nicht bekannt. Potenziell fallen bei einer exklusiven Streaming-Veröffentlichung aber beispielsweise die teils horrenden Kosten des Kino-Marketings weg. Das Risiko eines großen Flops, der auch ein geschichsträchtiges Studio à la Paramount an den Rand des Ruins treiben kann, wird massiv reduziert. Netflix bietet mit 125 Millionen Kunden dazu ein potenziell riesiges Publikum, das wohl weiter anwächst. Des Weiteren steht Paramount mit dem Unternehmen aufgrund seiner Kombination aus Risikofreudigkeit und einem finanziell starken, da stets durch Abos gefütterten Fundament, ein reicher sowie grundsätzlich williger Finanzier zur Seite.

Was sagt ihr zum Deal zwischen Paramount und Netflix?

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