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Wie schamlose Armutspornos das Publikum erobern

Mr Vincent Vega (Rajko Burchardt), Veröffentlicht am 26.12.2012, 08:50

In Fäkalien badende Kinder und kleine Hushpuppys aus stinkenden Sümpfen erwärmen reihenweise die Zuschauerherzen. Mr. Vincent Vega über Armutspornographie im Kino von Slumdog Milllionär bis hin zu Beasts of the Southern Wild.

Beasts of the Southern Wild Beasts of the Southern Wild © MFA

Riesige plüschige Monsterauerochsen wie in Beasts of the Southern Wild gibt es in Wahrheit keine, der Film nutzt sie deshalb gleich von Anfang an offensiv metaphorisch. Riesig und plüschig indes sind, ganz wahrhaftig, aber seine Absichten: Mit der herzerwärmenden Geschichte eines sechsjährigen schwarzen Mädchens, das in den Sümpfen Louisianas umgeben von Müll, Schlamm und der dreckigen Luft nahe gelegener Raffinerien aufwächst, gelang der US-amerikanischen Independent-Produktion ein Kritiker- und Publikumserfolg, wie er im Kinojahr 2012 fast seinesgleichen sucht. Als eine Art Echo der durch Hurrikan Katrina schwer geschundenen Südstaatenseele erzählt Beasts of the Southern Wild auf märchenhafte Art vom abgeschiedenen Leben in Armut, von der zerstörerischen Kraft der Natur und dem starken Willen seiner kleinen Heldin Hushpuppy, die allen Widerständen zum Trotz ihrem Leben und ihrer Welt (die sie Badewanne nennt) etwas Magisches abgewinnen kann. Seit vergangenem Donnerstag ist der Film auch in den deutschen Kinos zu sehen, nachdem er auf dem Fantasy Filmfest hierzulande bereits den Fresh-Blood-Award der Zuschauer gewann.

Mehr: Der Hobbit oder eine 48fps-Doku-Soap mit Zwergen

Armutsbilder zum Wohlfühlen
In der Art, wie Beasts of the Southern Wild selbst größten Missständen eine Aura der Poesie verleiht, ist es der vielleicht rigoroseste Armutsporno der vergangenen Jahre. In einem nach allen Regeln der Manipulationskunst gestrickten Anbiederungsformalismus aus vereinnahmender kindlicher Hauptfigur, ständigem Voice-Over und sinnlichen Musikklängen verfolgt der Film eine hanebüchene Verniedlichungsstrategie des dargestellten Elends: Wie eine unbeschwerliche Abenteuerreise mutet der im Kern zutiefst brutale Leidensweg seiner Hushpuppy (was für ein entzückender Name) an, wie ulkig betörende Lebensausschnitte wirken deren Erlebnisse. Sie kocht Essen mit dem Bunsenbrenner, bekommt vom todkranken Vater Alkohol verabreicht und spricht mit Reinkarnationen ihrer verstorbenen Mutter, bevor sie schließlich eine naiv-dümmliche Kollektivbildung anderer Kinder und Erwachsene anführt und auf ein majestätisch-idiotisches Schlussbild zusteuert.

Indem er schlimmstes Leid als fantasievolle Kindergeschichte aufbereitet, leistet Beasts of the Southern Wild seinen zweifelhaften Beitrag zu einem sozialpornographischen Erfolgskino der jüngeren Vergangenheit, das immer vehementer mit realen Armutsbildern zum Wohlfühlen verleiten will. Seit dem oscargekrönten Elendstourismus eines Slumdog Millionär scheinen auch die letzten Fünkchen Sensibilität, Aufrichtigkeit und Problematisierungsmut in der Darstellung von Armut im Kino erloschen. Dieser tapezierte seine aufregend gefilmten Bilder von indischen Kindern, die in alten Lumpen über Dächer springen, durch schmuddelige Gassen flitzen oder auch mal vergnügt in Fäkalien baden, mit einem musikalischen Gemisch aus folkloristischem Elektroclash und Hip Hop sowie schnittig-schöner Clipästhetik. Selbst das Wüten durch Abfall und Mist setzte Danny Boyle als lustiges Kinderspiel in Szene, dessen Stilisierungen er geradewegs aus der Mutter des modernen Armutspornos, City of God, importierte. Diesem Slumtourismus in Quasi-Musikclipform sind alle eventuellen Nebenwirkungen, ist jeder Beigeschmack ausgetrieben.

Mehr: Warum die Top 100 der besten Horrorfilme stinkt

Elend als kuschelige Unterhaltung des westlichen Publikums
Schlimmer noch: Diese Filme, und das ist Beasts of the Southern Wild keineswegs eine Ausnahme, arbeiten auf unangenehme Art mit einem vermeintlich exotischen Touch, mit dem Reiz des Fremden und der Attraktivität unwirklicher Armut, um sich damit direkt in die Arme eines westlichen Publikums zu spielen, für das sie auch überwiegend konzipiert sind. Dieses Publikum ist meist weiß, natürlich per se privilegierter als jede nur erdenkliche Figur in diesen Filmen und deren formschönen Ästhetikkonzepten gegenüber offenbar entsprechend aufgeschlossen. Der diesjährige Erfolg von Ziemlich beste Freunde ist vielleicht auch auf die sicherlich gut gemeinte, aber uralt-rassistische Disziplinierung der schwarzen Hauptfigur zurückzuführen, die aus der Armut befreit und direkt in ein weiß-bürgerliches Wertesystem eingegliedert wird. Filme wie Beasts of the Southern Wild, Slumdog Millionär oder City of God verfahren mit ihren Elendsbildern letztlich ähnlich: Sie werden einer konfektionierten Vorstellung von Entertainment unterstellt, die eigentlich unerträgliche Armut ganz im Sinne des Vergnügens gemütlich aufbereitet und konsumierbar, also erträglich macht.

Nicht selten eben muss das soziale Leid in diesen Filmen deshalb fantasievoll umgedeutet oder gar poetisch überhöht werden (Beasts of the Southern Wild wird geradezu bizarr wie ein Märchen vermarktet), mythisiert und in die Mechanismen des Wohlfühlkinos eingearbeitet werden. So mühen sie sich mittels geschönter Unterhaltungs- und Genrekonzepte an stilisierten Armutsbildern ab, wie an einem Fetisch, der befriedigt werden muss. Am Schlimmsten aber ist, dass dieser und ähnliche Filme ihren (im doppelten Sinne) armen Figuren ein fadenscheiniges Selbstbewusstsein einimpfen und sie ihre Um-, Miss- oder allgemein schweren Zustände auf kuriose Art preisen lassen. Dadurch wird ihnen letztlich nahe gelegt, sich mit ihrer Armut nicht nur zu arrangieren, sondern sich eben auch schlicht mit ihr abzufinden – bestärkt durch ein Publikum, das nicht zuletzt aus reiner Bequemlichkeit nur nickend staunt über so viel selbstgenügsame Pervertierung von Elend (und es dadurch sogar noch eine krankhafte Sinnstiftung erfahren lässt). So lange zumindest, wie dieses Elend mit ausreichend Magie und quirligen Hushpuppys in wohlig-weiche Kinositze transportiert wird.

Als Mr. Vincent Vega polemisiert sich Rajko Burchardt seit Jahren durch die virtuelle Filmlandschaft, immer auf der Suche nach dem kleinstmöglichen Konsens. Denn “interessant ist lediglich Übertreibung und das Pathos – alles andere ist langweilig, leider.” (Christian Kracht). Wenn er nicht gerade auf Moviepilot aneckt, bloggt Rajko für die 5 Filmfreunde und sammelt Filmkritiken auf From Beyond.


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anonymous167

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filmwissenschaft 1. semester. den naheliegensten zu kritisierenden aspekt aufgreifen (hauptsache dagegen), ein bisschen drauf rumreiten und dann 1-2 querverweise ziehen, fertig. machst du es dir damit nicht ein bisschen einfach? so eine "review" (es kritik zu nennen wäre vermessen) schreibt doch jeder in 5 minuten runter. mit einer ernsthaften auseinandersetzung mit dem film hat das nichts zu tun.

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Kwyjibo

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Schreibt jeder in 5 Minuten runter?! Dann zeig mal. :)


Narrisch

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Dieser Artikel hat so wenig Substanz das man ihn aus guten Grund an den Feiertagen platziert hat. Nur ein Beitrag um vor dem Jahreswechsel noch einmal schnell Anerkennung bei den Kumpels abzuholen die an den ausgeschwurbelten Wortverrenkungen kleben wie die Zunge eines Hundes am After. Wie auch immer, einen guten Rutsch ins neue Jahr und abei schön aufpassen das es nicht die Schleimspur ist.

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C_C

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na, nochmal schnell selbstgefällig nachtreten? Klar, erst wenn es keinen mehr interessiert, so bleibt dein dummes Geschwätz an der Top Position und jeder, der hier reinkommt, hält das dann für allein seelig machend. Clever. Niederträchtig.

In meinen Augen solltest du gebannt werden.

Wenn du diese Antwort löschst, kommt sie nochmal. Als Kommentar.


Narrisch

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Geschenkt.


nilswachter

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Den Begriff Armutsporno halte ich für sehr problematisch. Es ist bezüglich der Inszenierung der von Vega genannten Filme zwar durchaus legitim zu sagen, dass die verwendete Ästhetik mitunter etwas beschönigend wirken kann - was vor allem für Slumdog Millionär gilt. Allerdings kontrastiert das eigentliche Geschehen oftmals krass die polierte Oberfläche der Bilder. Gerade Beasts of the Southern Wild, dessen Regisseur übrigens auch Soziologe ist, beschönigt m.E. die Situation der Bewohner von Bathtube keineswegs. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Bewohner dieses Leben wirklich in vollen Zügen geniessen würden. Vielleicht ist es vielmehr der übermässige Alkoholkonsum, der sie so fröhlich macht. Ferner dürfte einem aufmerksamen Zuschauer auch aufgefallen sein, dass Hushpuppy nur ein einziges Mal im Film lacht und das auch nur, weil sie dazu aufgefordert wird. So viel zur Happyness des kleinen Mädchens. Ich denke im Film ging es nicht darum, Armut zu glorifizieren, sondern vielmehr darum, einen Kommentar zum Recht auf Selbstbestimmung des Menschen zu machen. Wie gut ihm das in Anbetracht der erzählten Geschichte und des verwendeten Szenarios gelungen ist, könnte man durchaus diskutieren. Armut sollte aber bestimmt nicht glorifiziert werden.
Meiner Meinung nach ist es genauso ein Zeugnis westlicher Wohlstandsarroganz zu glauben, dass ein Leben in Armut doch ganz ok ist, wie zu denken, dass es nichts schlimmeres gibt, als sehr bescheiden und "unzivilisiert" zu leben. Ich selbst war in Tansania in einem kleinen Dorf, völlig abgeschieden von der Zivilisation und arm. Ich habe keine unglücklichen Gesichter gesehen und keine Sekunde das Gefühl gehabt, die Bewohner würden mich beneiden, oder sich selbst als arm betrachten. Armut ist letztlich auch relativ und lässt sich nicht nur über einen zivilisatorischen- oder ökonomischen Standard definieren.
Slumdog Millionär oder auch City of God laben sich nicht an der prekären Situation einer Gesellschaftsschicht, sondern nutzen sie vielmehr dazu, eine Geschichte zu erzählen und dabei die das "Soziotop" unterschwellig kritisch zu kommentieren. Eine neutrale Sichtweise ist nie möglich. Das gilt letztlich auch für Dokumentationen, welche oftmals die Armutssituation nicht einfach nur zeigen, sondern mit zusätzlichen Off-Comments, Interviews, Lebensgeschichten usw. die Rezeption stark vorgeben. Die von Vega kritisierten Spielfilme machen eben dies genau nicht. Sie überlassen es mehrheitlich dem Zuschauer über die gezeigte Situation zu urteilen, weil ein Slum, einen Sumpf oder eine Favela, lediglich als "Bühne" für eine Geschichte dient, die dann häufig auf ihre Weise, die Armutssituation auf problematisiert.
Beispiele für wirkliche Armutspornographie sind für mich zum Beispiel alle Sendungen der Sparte Hartz IV TV. Slumdog Millionär und auch Beasts of the Southern Wild und geschweige denn City of God, gehören bestimmt nicht zu diesem "Genre".
Wo ich Vega aber durchaus recht gebe, ist, dass die genannten Filme wohl gerade für ein westliches Publikum eine starke Faszination ausüben und durchaus falsche Assoziationen mit dem Gezeigten gemacht werden können. Die Frage ist nun, ob man dies den Filmemachern vorwerfen kann oder es vielmehr dem Zuschauer selbst angelastet werden sollte?

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Punsha

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Der erste sinnvolle Kommentar


C_C

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nicht der erste sinnvolle, aber sehr sehr gut!


elmnope

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Das Wort "Armutporno" ist mir persönlich doch etwas zu polemisch (auch, wenn es ums Anecken geht), aber auch ich habe mich während Beasts of the southern wild oft genug gefragt, was daran poetisch oder schön ist, wenn ein Vater zu stur ist um sich im ach-so- bösen Krankenhaus behandeln zu lassen und lieber stirbt und sein Kind allein lässt, als für es da zu sein. Was an all dem märchenhaft sein soll (abgesehen von der kindlichen Sichtweise) ist mir schleierhaft.

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gumulze

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Mann kann über die Ergüsse von Herrn Vega ja sicher halten was man will, aber eines tut er immer, Anecken (Siehe untenstehende Kommentare).
Daher sind seine Beiträge weder Zeitverschwendung noch Sinnfrei, sondern ganz genau das was er beabsichtigt zu tun: Provozieren und zur Diskussion aufrufen!

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Commentator

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Ich sehe das zwar genauso. Manchmal stellt sich nur die frage, ob das Niveau höher sein könnte und hier bin ich mir absolut nicht sicher. Er macht es sich hält recht einfach. Es ist halt einfacher etwas zu zertrampeln, als etwas besonders hervorzuheben und damit anzuecken, z.B. mit besonders schwierigen Filmemachern. Einen Versuch hatte er ja mal unternommen mit dem Artikel über "Twilight", das war gar nicht schlecht. Mehr davon bitte!


Mr Vincent Vega

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Mehr davon:

http://www.moviepilot.de/news/gegen-die-ignoranz-plaedoyer-fuer-verkannte-filme-117431

http://www.moviepilot.de/news/warum-adam-sandler-fuer-gro-es-komoedienkino-steht-118113

http://www.moviepilot.de/news/die-wahrheit-ueber-star-wars-episode-i-iii-118706


BlueSquirrel

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Fand das bei "Winters Bone" auch schon sehr verstörend.

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Commentator

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Ja, es ist leichter dümmliche Verriße auf etwas zu schreiben, auch wenn sie entgegen der Meinung der meisten sein mag als mit klugen Argumenten entgegen der Mehrheit zu punkten. Ein Lob, welches den ein oder anderen zum Nachdenken anregt, ist nun mal schwer. Zu schwer für Mr. Vincent Vega?

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AlexanderDeLarge

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Anzunehmen, dass der Kosmos der Menschen in den südlichen Ländern nur aus Leid und Elend besteht, ist allerdings auch eine unrealistische Sicht der Dinge. Wer meint denn ernsthaft, dass diese Menschen der Freude und des Glückes nicht fähig sind? Auch die Kinder in den Slums erlauben es sich zu spielen, zu lachen und zu träumen. Ansonsten gilt es sich in Erinnerung zu rufen, dass das Kino ein illusionäres Theater ist. Ist Oliver Twist nicht auch romantische Schwärmerei und zugleich gesellschaftskritisch?
In "Ziemlich beste Freunde" wird keine schwarze Hauptfigur uralt-rasssistisch diszipliniert. Vielmehr ist es so, dass Angehörige zweier Schichten den Klassengraben kurzzeitig überwinden und sich in ihren Lebenswelten individuell bereichern.
PS:
Ich würde mich freuen, wenn Mr. VV mal die Seiten wechselt und einen Hassfilm verteidigt, anstatt einen Lieblingsfilm zu zerreißen..

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Mr Vincent Vega

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http://www.moviepilot.de/news/gegen-die-ignoranz-plaedoyer-fuer-verkannte-filme-117431

http://www.moviepilot.de/news/warum-adam-sandler-fuer-gro-es-komoedienkino-steht-118113

http://www.moviepilot.de/news/twilight-bis-s-zum-kino-der-wahren-liebe-118571

http://www.moviepilot.de/news/die-wahrheit-ueber-star-wars-episode-i-iii-118706


craax

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da hats dir der VW aber mal lustig gegeben, mit der Betonung auf überreicht, großes 5'Geschenk(t)... be proud (ich wär's)


Bassewitz

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Das ist so komisch das so zu lesen, weil ich dadurch realisiert habe, warum ich bis jetzt solchen Filmen immer aus dem Weg gegangen bin. Ich konnte mir immer nie erklären warum. Natürlich kann man sich darüber streiten ob diese Kritik nicht völlig übertrieben aggressiv ist, aber mir hat der Artikel zumindest einiges klar gemacht. Auch wenn diese Kategorie manchmal bisschen Quatsch verbreitet, zum Nachdenken regen diese Artikel jedenfalls immer an!

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C_C

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Yes, Man! Very good!


annaberlin

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Dann ist ja auch Pippi Langstrumpf ein Armenporno. Oder wie?

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lieber_tee

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Pippi arm? Hat die nicht `ne Holzkiste voller Gold und ihr Papa ist Neger-König?


raukothaur

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@ lieber_tee
Ja, weshalb ich nicht verstehe, was genau annaberlin meint...


Big Freeze

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"...der Attraktivität unwirklicher Armut..." Wow! Was ein Satz und eine wahrlich berauschende Aussage zur Kritikfähigkeit der oben erläuternden Person. Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn Moviepilot, insbesondere der Verfasser dieser Kollumne, keine andere Möglichkeit sieht aufsehen oder Leserzahlen zu werben, als mit der Stilisierung und dem Runtermachen von an sich nicht verkehrten Filmen, ich meine, das angeprangerte Konzept gibt es schon ewig und drei Tage, dann sollte man das, was man tut, tatsächlich mal hinterfragen. Zuerst Frage ich mich beim Lesen des Textes natürlich, was den Verfasser dazu bewegt über dieses Thema zu schreiben. Scheinbar in diesem Fall zuviel Freizeit, Jucks und Tollerei und damit Sinnfreiheit. Dann sollte sich der Zusammenhang zwischen Thema und Geschriebenem ergeben. Wir alle gehen in Kinofilme, wäre eine Rechtfertigung zur Kritik am Film aber ich denke nicht, dass wir oder gar jemand der so schreibt, jemals mit wirklicher Armut in Kontakt getreten ist. Man möchte beim Lesen des Textes zwar meinen, dass der Verfasser scheinbar Ahnung hat, aber bei Aussagen wie der anfänglich erwähnten, muss ich schwer Zweifeln. Solche Filme haben allein schon aus dem Grund eine Berechtigung, wie jeder andere Film auch, denn ihre Intention ist es zum Nachdenken anzuregen und vl. die eigene Situation mal zu hinterfragen. Gesellschaftskritik also. Ich bin mir nicht sicher, ob das beim Verfasser des Textes auch so angekommen ist. Ich denke eher nicht. Was ich mir aber gut vorstellen kann ist, dass die wahre Armut und das damit verbundene Elend nicht als für irgendjemanden attraktiv oder gar unwirklich deklariert werden sollte und Filme nur eine milde Vorstellung von all dem geben, was wirklich existiert. Von Pornographie könnte man wohl sprechen, wenn man die pure Realität fordert um sich ein noch größeres Kinoerlebnis zu versprechen aber einen Vergleich zwischen einem Film wie "Slumdog Millionär" und der Begierde der Zuschauer nach Armut zu ziehen, wage ich nicht.
Der Punkt ist: Ebenso gut wie diesen Text zu lesen, hätte man auch ca. 30 min. den Kopf gegen die Wand schlagen können in der Hoffnung ein bisschen Erkenntnis käme dabei rum. Aber wer den Verfasser des Textes schonmal in seiner Parodie auf den guten Geschmack in einem seiner Videos gesehen hat, dürfte die ahnungslosigkeit die dahinter steckt verstehen.

Aber mal nebenbei: Versucht ihr vom Moviepilot-Team jetzt selber für richtige Aufreger der Woche zu sorgen? Das hier wäre nämlich mal ein wirkliches Thema dafür :D

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Big Freeze

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Shame on me. Ich revidiere! :D Ich habe dich was das angeht tatsächlich verwechselt. Ich meine den, der neulich mit der Weihnachtspyramide und im Anzug stets so komisch artikulierend Filmkritik in Videoform äußerte. Tut mir Leid :) Also: Den Satz bitte streichen.


C_C

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Quatsch Rost! Ich wollte nur ein bischen rumbitchen. Hast du dich etwa(s) wiedererkannt?


ZERNZERNZERN

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Ich habe ja schon lernen müssen das es eine Hauptaufgabe von Filmkritik ist moralische,ethische, politische und jugendgefährdende Inhalte und Absichten von Filmen zu hinterfragen. Nur was passiert von gebildete und erfahrene Filmkritiker denen selbst gewisse soziale Kompetenzen einfach fehlen (oder vielleicht einfach nur provozieren wollen) , versuchen diese gewissen Absichten und vermittelten Inhalte von Filmen zu hinterfragen sieht man eindeutig hier.....
City of God ein Armutsporno ist wohl mit der größte Schwachsinn den ich seit "Die Popularität von "Torture Porn" Filmen wie Saw und Hostel ist auf eine Verarbeitung der Gesellschaft der Ereignisse des 11. Septembers zurückzuführen" ; lesen musste.

Ich freu mich dann schon auf die qualifizierten Artikel im Februar(?) wenn bei den Oscar einer oder mehrere der Filme "Argo", "Lincoln" oder "Zero Dark Thirty" die großen Abräumer sein werden.
" Das sich selbst feiernde Amerika, das gleichzeitig ihre Alten Helden gloriviziert, nebenbei mit in ein Politthriller verpackten "Mainstreamwohlfühlfilm" unterschwellig Propaganda gegen den Iran betreibt und nebenbei noch seine eigenen umstritten Vorgehensweisen gegen Terroristen rechtfertigt "
Auch ich habe zwei der Filme noch nicht gesehen (und vielleicht sind teile der Kritik dann auch gerechtfertigt) und diese , aber es ist wirklich egal wie diese Filme am Ende werden, denn wer es schafft aus "City of God" einen Armutsporno zu machen kriegt das bei der Thematik der Filme auf jedenfall hin.
Last bei den Filmkritiken die wie Moral,Ethik und Politik aus dem Spiel, diese Dinge ernsthaft zu kritisieren habt ihr einfach nicht drauf....

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joanna_samantha

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Für mich ist City of God auch kein 'Armutsporno', doch ich kann die Kritik des Artikels durchaus verstehen. Ich finde es schade, ZERNZERNZERN, dass du - meinem Gefühl nach - nach dieser Kritik ganz Moviepilot absprichst, Filmkritiken über "Moral, Ethik und Politik" zu veröffentlichen. Es ist doch gerade interessant, sich darüber auszutauschen und dass man dabei nicht immer einer Meinung ist, ist doch natürlich und macht die Diskussion erst interessant.


DonChris

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Unterm Strich geht es, wenn man ehrlich ist, doch auch nicht wirklich um den Inhalt der Artikel von Vince, vielleicht lacht er sich teilweise selbst schlapp über seine überspitzten schwarz/weiß Darstellungen irgendwelcher Thematiken.
Seht euch einfach die "likes" seiner Artikel an und das feedback, keiner kreiert solch ein Echo und somit macht er gute Arbeit - Und das ist das hier "Arbeit".
Das man dafür Dreck aufwühlen muss und provozieren ist ein alter Hut, der immer noch gut funktioniert. Vieles was er schreib sehe ich genauso, anderes sehe ich wieder ganz anders. Kleiner Tipp ZERNZERNZERN: Der Name der Rubrik deutet ja auch schon darauf hin, dass durch die Texte bei einigen die Zornesröte ins Gesicht steigen soll - das ist gewollt. Also entspannen und nicht gleich alle Kritiker und ganz moviepilot verfluchen ;)


TheJoker

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Mein Kommi wurde gemeldet, xD....Nicht weinen Vince ;)

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unknown identity

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stand den irgendwas "verwerfliches" drin ?


TheJoker

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hmmm, also ich hab ihn einen Dummschwätzer genannt ;) Wenn das verwerflich ist, von mir aus ...


Grimalkin

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Ob ich mich jetzt aufrege oder mit Vegas Text übereinstimme, - und bezüglich "Ziemlich beste Freunde" tu ich letzteres sogar - Das Problem ist vielmehr: Im Gegensatz zu den anderen Rubriken der Meinungskategorie wie "Speaker's Corner", "Filmosophies Welt" oder "7 Fragen an..." ist hier leider der Informationsgehalt immer so verschwindend gering. Es wird weder zum Nachdenken angeregt, noch werden irgendwelche Diskussionen angestoßen, außer jener ewig andauernden über die Daseinsberechtigung dieser Kolumne.

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BlueSquirrel

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@Schlegel: Verstehe eher gar nicht warum sich MP nicht noch drei, vier weitere Kolumnisten sucht. Klar ist Vegas die beste, weil es die einzige ist. Guggi beschäftigt sich nun mal nicht in erster Linie mit Film (hoho) und Die "Zukunft des Kinos" ist irgendwie etwas abgeschmiert und unregelmäßig, wenn ich nicht irre. Solche Texte sollten doch das Herzstück eines Medien-Magazins sein und ich zähle eineinhalb. tsts


BlueSquirrel

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btw: auch alleinstehend ziemlich gut die Kolumne.


NewFilmkonsument

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Hoch angesehene Filme wie "City of God" oder "Slumdog Millionär" als "Armutspornos" zu bezeichnen, kann doch nur eine Idee von Moviepilots Chefpolemiker Vega sein. "City of God" ist ein authentisches Drama, während "Slumdog Millionär" schon Züge eines modernen Märchens hat. Dennoch werden die Armenviertel nicht gezeigt, um den Zuschauer aufzugeilen. In der Welt gibt es nunmal Ghettos und Slums, warum sollte ein Film sie nicht zeigen? Solange ein Film sie nicht verharmlost oder glorifiziert, ist doch alles in Ordnung. Und "City of God" ist sicherlich nicht die Mutter des modernen "Sozialpornos". Es gab schon vorher ähnliche Filme wie etwa "Asphalthaie".

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CowVirus

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City of God soll ein authentisches Drama sein?


NewFilmkonsument

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Ich hab den vor Jaaahren mal gesehen und meine, der hätte die Slums ganz realitätsnah dargestellt.


Roldur

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Bester Vega-Anecker so far.

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C_C

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Ich kenne keinen einzigen dieser Filme und weigere mich auch, deren Betrachtung auch nur in Erwägung zu ziehen. Instinktiv. Jetzt weiß ich auch warum. Und Vega, auf diesen Artikel, so er denn deine tatsächliche Meinung/Ansicht zum Thema spiegelt, kannst du stolz sein.

Das 'Establishment' liebte es schon immer, den Menschen Lügen, Verniedlichung, Ablenkung und Stillhalteparolen (Religion und Esoterik, genauso wie Bildzeitung...) mit dem Deckmäntelchen von Kunst und Kultur vaselinisiert rektal zu verabreichen.

Und die Leute fallen darauf rein.

Von mir wurde vor kurzem ein Kommentar gelöscht, weil er 'Frauen diskriminieren' würde. Lächerlich. Blöd, wenn dieser Diskriminierung (mindestens) eine anerkannte Studie als Basis zur Verfügung steht, aber deren Inhalt aufgrund des political-correctness-Faschismus nicht mehr verlautbart werden darf.

Deswegen bin ich dir so dankbar dafür, daß du 'Ziemlich beste Freunde' als das entlarvst, was es ist ist: Rassismus, aber eben für den Gutmenschen goutierbar verklausuliert.

Nicht, daß mich das jucken würde, der Film selbst ist vielleicht sogar gut (nur nicht interessant für mich...), aber der Witz ist, daß er, grade eben WEIL er den Gutmenschen ein 'gutes Gefühl' gibt, diese als heimliche, mindestens reaktionär Konservative brandmarkt, die wiederum die alten Denkmuster als so bequem schätzen gelernt haben, daß sie nicht mal mehr MERKEN, wenn sie bloßgestellt werden. Ähnliches läuft auch beim Griechenbashing oder bei dem Heer der Bild- und Spiegelleser...

Nochmal: dieser Artikel ist ein Hammer vor dem Herrn, ich danke dir dafür und bin positiv überrascht. Beibehalten, grade GEGEN den wachsenden Anti-Kolumnen-Mainstream hier auf MP! Deren Unterstützer sollten mal mit der Selbstreflektion anfangen...

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C_C

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wenn es unbedingt sein muß per PN. Aber nicht jetzt, schaue grade Total Recall


Narrisch

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Dann bitte per PN, wann immer du zeit dafür findest!


TrendSocke

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Ich denke ob man sich einen "Armutsporno" aus dem Film macht, bleibt dem Zuschauer jeweils selbst überlassen. NIEMAND wird aus diesem Film gehen und denken "Wow, Armut ist ja doch ganz schön!".
Der feine Unterschied ist, dass möglicherweise die Geschichte, eben der Film als solches als "schön" empfunden wird. Und das finde ich grundsätzlich legitim, denn eine Geschichte sollte sich überall abspielen dürfen, auch wenn sie damit der Realität auf bizarre Art und Weise gegenübersteht.
Und dass man Armut und Leid etwas Poetisches abgewinnt bedeutet nicht, dass man sich vor ihr verschließt und mit gutem Gewissen wieder schlafen geht.

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Gabe666

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Warum wurde diese Kolumne eigentlich noch nicht gelöscht. Bei dem Artikel kommt's mir hoch! Das ist wirklich nur noch Anecken um des Aneckens willen.

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Gabe666

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Tja, mir kommt's aber so vor, als spricht er den Filmen die Daseinsberechtigung ab. Ich finde, man kann auch niveauvoller anecken.
Und "Armutsporno" ist trotz allem ein herabwürdigender und unpassender Begriff. Sollte nicht mehr verwendet werden.
Ich will darüber nicht weiter diskutieren. Gute Nacht!


Gabe666

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Und hör bitte auf, mich mit meinem Nachnamen anzureden, ja? Ich mag das nicht.


Schmoney

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Toller Artikel!

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Dom699

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das einzige was an dem konsum solcher filme verwerflich ist, ist das gefühl, lediglich durch das betrachten etwas geleistet zu haben und die augen nicht davor verschlossen zu haben. wer das denkt und was positives für sich daraus zieht, hat sicherlich einen eng gesteckten horizont. gleichzeitig halte ich den generalvorwurf, der sich aus diesem artikel ergibt, für pseudomoralisch. der geneigte filmzuschauer konsumiert gewaltfilme, die an realen gewalttaten angenlehnt sind auch so realistisch wie möglich aussehen müssen. kriegsfilme wirken dann authentisch, wenn der konflikt völlig entmenschlicht dargestellt wird, gedärme hervorquellen und köpfe auf bajonetten aufgespießt werden. für filme über das organisierte verbrechen gilt das gleiche. da erwartet man absolut authoritäre paten, die exempel statuieren, bei denen aus ihren feinden blutwurst gemacht wird. all das ist nicht phantastisch, sondern naturalistische abbildung der realität, bei der kaum jemand behaupten würde, aus einem anderen grunde als der unterhaltung einzuschalten. warum sollte für armutselend was anderes gelten als für krieg, serienmörder oder die mafia? es ist eine mediale grenzerfahrung, die durch das einreissen (teilweise neuer) geschmacksgrenzen fasziniert und schockiert. nicht mehr, nicht weniger. der zuschauer hat dabei weder aktiven anteil an etwas gutem, noch an etwas schlechtem. er konsumiert einfach nur.

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C_C

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Ahaaaa! Ist damit nicht ALLES gesagt? Alles Huren und Nutten...


J-R

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"Word", Riggs.


dmtjdc

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"City of God" ist einer meiner Lieblingsfilme und wahrlich kein anbiedernder Sozialporno.
Abgesehen davon, stimme ich Vega größtenteils zu. Es ist aber nun so:
Wenn man die breite Masse mit der Realität bekanntmachen will, hat man als Filmemacher grundsätzlich wohl nur vier Möglichkeiten:

1) Dokus drehen = superbegrenzte Zielgruppe ("Den Bekehrten predigen")
2) Bitterböse Satire mit Schauwerten à la "Three Kings" oder "Casino Jack"
3) In der Kolumne angesprochener pc-Wohlfühlquark für Bessergestellte. Einzelnen kommt es bei so was hoch, aber vermutlich öffnet es wenigstens viele Brieftaschen.
4) Konventioneller Film mit Starpower = leider traditionell mit enttäuschenden Einspielergebnissen

Wie man`s macht, ist es halt falsch.
Aber lieber ein paar kitschige Filme zu viel, als gar kein Anspruch.

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Kurono

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"Ich lache immer gern über arme Menschen" - Elliot Reid, April 2006

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kissing.disease

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Wo steht eigentlich geschrieben, dass es der Sinn und Zweck von Kinofilmen ist, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Missstände in der Welt zu schärfen?

... Ignoranten kuscheln sich in ihre Kinosessel; kritisch Denkenden gelingt vielleicht eine differenziertere Betrachtungsweise; und die Schlimmsten von allen, die selbstgerechten Rezensenten, haben einen Anlass gefunden für eine neue Runde "Ich sehe was, was du nicht siehst."

Wer es nicht ertragen kann, was mit Menschen in anderen Teilen der Welt tagtäglich geschieht, sollte in die Politik gehen oder sich anderweitig engagieren, statt die eigene vermeintliche (!) Überlegenheit auf eine so billige Weise zur Schau zu stellen. Und nebenbei vielleicht mal einen Kurs an der VHS über das Medium Film belegen.

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Ichundso

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Je länger ich auf dieser Seite bleibe, desto mehr bekomme ich Bauchschmerzen.
Nur nochmal zum Mitschreiben: "Arme Leute leiden. Und nichts anderes. Arme Leute haben ein schreckliches Leben und in Filmen, in denen arme Leute vorkommen, sollen diese bitte nichts anderes tun als leiden und ihr schreckliches Leben zur Schau stellen. Denn Armut ist scheiße. Mann, muss das scheiße sein, ohne das neueste iPhone, ständigen Strom und ohne Gourmettiefkühlprodukte zu leben. Und Beasts of the Southern Wild ist ein Film, in dem ein armes Mädchen sich mit aller Gewalt dem Leben ausgesetzt sieht und dennoch mit Mut und Optimismus in die Zukunft blickt, mit der Aussicht, ihre eigene Geschichte zu schreiben. So was geht nicht. Ist ja eine okaye Geschichte, aber dass das Mädchen arm ist, das ist falsch. Denn wie soll sie denn optimistisch sein ohne iPhone? Weg mit diesen ganzen ekligen Filmen, in denen behauptet wird, arme Leute würden etwas anderes tun als leiden. Denn das tun sie nicht. Hab ich selbst im ZDF gesehen."

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Ichundso

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Was ist denn der Punkt iyo?


C_C

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Was der Punkt ist habe ich oben bereits ausgeführt (in meinem post und den Antworten auf andere). Du stellst die falschen 'Ikonen' gegenüber.


Rocky22

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Ich sollte mir abgewöhnen hier rein zu schauen, die mit Abstand überflüssigste Kategorie hier...
Artikel die nur darauf aus sind etwas zu finden, das man Kritisieren kann, Hauptsache es zeigt einen Gegendtrend auf, ist so Interessant wie Politiker beim Lügen zu zuschauen!

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C_C

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schüssi!


pietrie

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An sich find ich den Text gut. Der Artikel regt zum Nachdenken an. Aber sollen das Filme (speziell solche)nicht auch?
Zu City of God. Warum? Ich mag den Film. Muss ich jetzt nach Brasilien reisen und den Kindern in den Favelas helfen? Schwierig. Und die nach dem Film entstandene Serie City of Men hatte in Brasilien rund 35Millionen Zuschauer. Daraus schließe ich, dass das Publikum ,in diesem Fall, nicht meist weiß und privilegierter als jede Figur in diesen/r Filmen/Serien ist.

Und darf man dann überhaupt jeglich geartete Milieustudien ansehen?

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Hooded Justice

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Stinkt ja schon beinahe nach einem Slumdog-Millionär-Klischee. In dem Film wird in so vielen Szenen deutlich, was die gesellschaftliche Problematik der Armut bedeutet – der Missbrauch und die Ausbeutung der Kinder in dem Lager, der Bettlerjunge, das verbrecherische Leben von Jamals Bruder und wie Latika zur Meträsse wird. Und vor allem ausgerechnet im furiosen Hauptakt, als der Protagonist von den Machern der Show wahnsinnig gedemütigt wird – lediglich aufgrund seiner Gesellschaftsschicht und Armut. Von der Inszenierung darf man sich nicht blenden lassen.

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Lorion42

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Dürfen Filme die in einem Armuts-Szenario spielen kein Happy End haben? Nicht jeder Film in dem es um Armut geht, muss die sozialen Verhältnisse kritisieren - genausowenig wie jeder Film mit Schwarzen oder Homosexuellen um Diskriminierung gehen muss.
City of God ist ein Film um Entscheidungen, Slumdog Millionär ein Film über Schicksal und Beasts of the Southern Wild ein Film um Hoffnung und Ängste. Die Filme benutzen die Armut nur als Kulisse, nicht als zentrales Thema. Dazu kann man negativ stehen, aber ich denke alles kann Kulisse sein - Zwänge gibt es im Kino nicht.

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HulktopF

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wow vega, dir ist anscheinend echt nichts eingefallen o.ô

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FumerTue

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Streich "City of God" aus deiner Liste und du bekommst ausnahmsweise mal ein Like für deine Polemik!

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nerdkiller

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Naja, wenn schon denn schon...


TheBruceWayne

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Vega hat Recht. Es wird geheult,geschluchzt und vieles mehr bei "Slumdog Millionaire" und Konsorten.Filme wie diese so scheint es mir, dienen aber nur dazu um die Tränendrüse anzukurbeln. Der 0815 Westler ist oft peinlich berührt nach solch einem Schinken, vergisst jedoch das Leid dieser Menschen aber schon am nächste Tag, wie die Schreckensbilder über Irak/Afghanistan und co. in den Nachrichten.Es wird weiterhin bei C und A gekauft. Immer noch kauft der Hipster und Weltverbesserer iPod,IPad usw. deren Herstellung auch die Dritte Welt ruiniert, trägt aber zugleich linksgerichtete Sticker und Anhänger. Kaum einer wird wohl nach "Slumdog Milionnaire" wie Mutter Therese nach Indien reisen.Da ist es doch viel bequemer zu Hause zu bleiben und durch ekelhafte Art u. Weise vom Leid der Menschen in der dritten Welt durch Filme (durch unsere Ausbeutung) peinlich berührt und zum heulen gebracht zu werden, kurz unterhalten zu werden. Einfach nur ekelhaft.....

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TheBruceWayne

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*Mutter Theresa


jp@movies

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Guckt mal hier ab Minute 9:10 da gibt's die Kurzfassung im Sinne von Vince: http://www.youtube.com/watch?v=kWlpiglnysY - aus SULLIVAN'S TRAVELS von Preston Sturges.

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Xebeche

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Zutreffend für SLUMDOG MILLIONAIRE und - so wie es klingt - auch für BOTSW, den ich nicht kenne. Aber CITY OF GOD? Wirklich? Mir scheint, da hast du ein wenig krampfhaft nach einem dritten "Vertreter" gesucht!?

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Mr Vincent Vega

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City of God entfachte (bzw. revitalisierte) die Debatte über 'poverty porn' im (Mainstream-)Kino seinerzeit überhaupt erst wieder, ehe Slumdog Millionaire sie flächendeckend fortsetzte.


Keyser_Söze

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Mal wieder was Vernünftiges von dir. ;-) Top!

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il padrino

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Ach, was soll man sagen... Vega hätte gern in den 50ern gelebt, mit viel Eskapismus-Kino, aber das kann er leider nicht.

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Filmkenner77

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Und nächste Woche lesen sie: Hollywood und der Kapitalismus: Was sie schon immer über Hollywood lesen wollten, aber noch nie zu fragen wagten oder Wie pervers ist es, heute noch ins Kino zu gehen, obwohl anderswo auf der Welt Menschen Hunger leiden?
Fazit: Schauen wir uns lieber eine Doku kann, denn diese beruhigt unser Gewissen mehr und wir dürfen uns alle noch ein wenig schlechter fühlen.

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Julian F.

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Rassistisch ist eine Geschichte nicht, wenn sie eine nachvollziehbare und realistische Geschichte erzählt. Rassistisch wird es, wenn sich Filme weigern, das Thema Hautfarbe o.ä. zu behandeln. (in Bezug auf "Ziemlich beste Freunde" und "Slumdog Millionär")

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Ichundso

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"Rassistisch wird es, wenn sich Filme weigern, das Thema Hautfarbe o.ä. zu behandeln."
Irgendjemand, der sich diesen Satz durchlesen kann, ohne sich innerlich zu erbrechen, sollte mal dringend gründlich über sein Sozialverständnis nachdenken.


Julian F.

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Ich glaube du hast mich absichtlich missverstanden.
Da wird eine Geschichte erzählt über arme Kinder in Indien oder was weiß ich wo (in beiden Fällen nach realem Vorbild).
Dass der Zuschauer damit seine Weltsicht etc. bestätigt sieht, ist ja ein anderes Thema... und auch die Sache des Zuschauers.
Aber die Filme begehen keine Fehler darin, diese Geschichten so zu erzählen; es ist eine Berechtigung da im Sinne eines einfachen Erzählvorganges, um menschliche Schicksale näherzubringen...
Und rassistisch wäre es, solchen realen Geschichten aus dem Weg zu gehen, und ein Kino zu schaffen, das alle Problemfelder verkennt und am besten noch die Historie verfälscht, um politisch korrekt zu sein. Konflikte, die verschiedenen Vorurteilen zugrundeliegen, gibt es viele, überall, es kann (leider) fast als "normal" bezeichnet werden. Sollte man das verschweigen?
Ich halte die Filme einfach nicht für falsch, solange sie gut gemacht und interessant sind. Rassistisch sind keine der genannten, meiner Ansicht nach. Sie erzählen eher Geschichten über Menschen, die damit zu tun haben. Das ist in jedem Fall legitim.


A.V.

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Amen! Auf einer Stufe mit Kinder retten durch facebook-likes.

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VisitorQ

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Mein Bruder als der Regisseur von botsw nach der Vorstellung in den Saal kam: "Es gibt nichts was mir dieser Mensch sagen könnte. Ich muss hier raus, wer kommt mit?" - Wie recht er hatte.

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Moncineo

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Ein wirklich interessantes Thema über das ich erstmal nachdenken muss.
Doch spontan betrachtet kann ich die Kritik durchaus nachvollziehen.
Auch wenn ich, zugegeben, von den erwähnten Filmen nur Slumdog Millionär kenne.

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FlintPaper

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Beasts of the Southern Wild ist doch der neue Lieblingsfilm von Oprah Winfrey. Das sagt doch schon alles :D!

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Bob Loblaw

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Hmmm... auch Filme ohne happy End können Armutspornos sein.
Mein (zugegebnermassen sehr umstrittener) Lieblingskritiker sieht das nämlich so:
http://nypress.com/pride-precious/

Es geht aber letztendlich um andere Dinge, die Vega in seinem Text anprangert und da passt Precious wirklich nicht so gut dazu.
Und ich bin tatsächlich neugierig, den Film zu sehen ("Beasts of the southern Wild" aber auch)


diceman

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Obama fand den, glaube ich, auch okay. Und ich ebenfalls. Bin hier übrigens eher der Meinung, daß Vega den Film gründlich mißverstanden hat, und in einen Topf mit SLUMDOG MILLIONAIRE geworfen hat, wo der eigentlich gar nicht reingehört. Das wird er sich von mir aber ganz gewiß nicht sagen lassen. ;-)

Wie sagt man noch so schön im AFDT? "Das sieht jeder anders". Und "Faszinierende Meinung". :-D