Slumdog Millionär

Slumdog Millionaire (2008), GB/US Laufzeit 120 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 19.03.2009


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7.6
Kritiker
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7.5
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311 Kommentare
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von Danny Boyle, mit Dev Patel und Anil Kapoor

Noch eine Frage bis zur Million: Wie hat es Dev Patel als Slumdog geschafft in einer Fernsehshow weiter zu kommen, als so viele Menschen vor ihm?

Jamal K. Malik (Dev Patel) steht kurz davor in der indischen Variante von “Wer wird Millionär?” den großen Preis zu gewinnen. Doch der aus ärmsten Verhältnissen stammende Slumdog erscheint den Verantwortlichen verdächtig – wie kann ein einfacher Chaiwalla – zu Deutsch etwa Teejunge – Fragen aus den verschiedensten Wissenbereichen beantworten? Jamal hat darauf eine einfache Antwort: Es ist Schicksal. Sein ganzes, hartes Leben hat ihn darauf vorbereitet, zum Slumdog Millionär zu werden – und mit seiner großen Liebe Latika zusammenzukommen.

Hintergrund & Infos zu Slumdog Millionär
Der Publikumsliebling Slumdog Millionär von Danny Boyle war vor seinem Siegeszug durch die Kinosäle, der ihn vom bejubelten Festivalhit zum finanziellen Megaerfolg werden ließ, kurz davor direkt auf DVD veröffentlicht zu werden. Als die, auf Art-House Filme spezialisierte, Produktionsfirma Warner Independent Pictures im Jahr 2008 die Pforten schließen musste, gingen ihre Projekte allesamt an die Mutterfirma Warner Brothers. Hier wurden schnell Zweifel laut, ob es sich bei Slumdog Millionär überhaupt um einen kommerziellen Film handele. Deswegen wurden 50 Prozent der Anteile des Filmes an Fox Searchlight Entertainment verkauft, damit diese sich den Verleih von Slumdog Millionär mit Warner teile und die Verlustchancen verringere. Die zweifelnden Verantwortlichen bei Warner dürften sich gründlich gewundert haben, als Slumdog Millionär nicht nur neun Oscars gewann, sondern auch weltweit über 340 Millionen Dollar einspielte – gar nicht übel für einen Film mit einem Budget von 15 Millionen Dollar. Nicht ganz so erfolgreich war Slumdog Millionär hingegen in Indien. So blieb er bei seinem Erscheinen deutlich hinter dem Einspiel heimischer Bollywoodfilmen zurück, die im selben Zeitraum anliefen. Einige Analysten machten dafür die eher europäische Machart und Mentalität des Filmes verantwortlich. (KJ)

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Cast & Crew

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Schauspieler

Kommentare (303) — Film: Slumdog Millionär


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emmanuelle.rastoldo

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Bewertung9.5Herausragend

Weltklasse Film, der berauscht, aufwühlt und glücklich macht. In der Geschichte steckt so viel Wahrheit. Ein wahrer klassiker mit super Bollywoodmusik. Hätte ich zwar ein bisschen länger gemacht,, aber ansonsten klasse! Es ist wirklich Schicksal, so was Tolles zu sehen!

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gunslinger

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Bewertung10.0Herausragend

Großartiges Meisterwerk über den wohl stursten Menschen der Welt.

Jamal muss in seinem noch kurzem Leben unglaublich viel Leid erleben, was er jedoch ohne jeglicher Bettelei nach Mitleid erträgt und nie aufgibt.
Er lässt sich von nichts und niemanden Aufhalten wenn er etwas möchte, sei es das Autogramm eines Schauspielers, seine große Liebe oder die Möglichkeit auf ein besseres Leben als Millionär.

Ich will garnicht zu viel zu dem Film sagen, er ist einfach in allen Punkten großartig.
Klasse Story, klasse Schauspieler, tolle Kulissen, harte Wahrheit, großes Drama, viel Unterhaltung und eine Menge Stoff der zum Nachdenken anregt.

Beide Daumen hoch!

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A-vienna

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Slumdog Millionär ist ein herzergreifender Film, der die Facetten der Armut, Unterdrückung und der Sklaverei in Indien aufzeigt. Die Schauspieler überzeugen mit Emotionen, die sehr realistisch wirken - kein Wunder, einige Schauspieler wurden tatsächlich aus den Slums geholt und leben teilweise Heute noch in Armut. Einfach nur traurig.

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TheEighthHorcrux

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Bewertung7.0Sehenswert

Der film ist eine ergreifende Geschichte über einen Slumjungen aus Indien, der um seinen Traum und seine große Liebe kämpft.
Ich habe das Buch gelesen, auf dem der Film lose basiert, muss aber sagen, dass dieses viel zu skurril war, weswegen mur der Film besser gefallen hat.
Ein paar Szenen sind aber etwas unrealistisch oder stark in die Länge gezogen, das Ende ist ein typisches Bollywood-Happy-End, das nicht sehr realistisch ist.
Davon abgesehen ein guter Film.

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Klawitterbus

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Bewertung5.5Geht so

Ich bin echt hin und her gerissen. Mich kann er nicht in seiner Gänze einfangen, noch verstehe ich den Hype so wirklich. Nun ja, Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so. Einfach nicht mein Fall, vielleicht beim Zweiten Mal, soll ja auch vorkommen.

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MetalFan92

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine schöne Geschichte mit traurigen Hintergrund. Von klein an kämpft sich der Junge Jamal mit seinem Bruder durch das Leben und versuchen sich bestmöglich über Wasser zuhalten und geraten jedoch immer wieder an Menschen, die ihnen nichts gutes wollen.

Kann man sich aufjedenfall ansehen. Toller Film der einen mitreißt.

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Friedsas

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Bewertung7.5Sehenswert

Sergeant Srinivas:"Was wenn er die Antworten einfach wusste?" - Police Inspector:"Professoren, Anwälte, Ärzte. Leute mit Allgemeinbildung schaffen nicht mal mehr 16.000 Rupien. Er hat schon 10 Millionen. Was kann denn so ein Slumdog überhaupt schon wissen?" - Jamal:"Die Antworten. Ich wusste die Antworten."

Ein Text von Friedsas auf Moviepilot zu "Slumdog Millionär" enthält was?

A: Spoiler C: Spoiler
B: Spoiler D: Spoiler

Slumdog Millionär ist ein guter Film. Besonders visuell bietet er einige sehr schöne Aufnahmen. Er zeigt ein ungeschöntes Bild von Indien in den Slums und nimmt ihm so auch den Bollywood Zauber weg, da in diesen Filmen alles irgendwie aalglatt aussieht. Das ein Slumdog plötzlich zum Millionär wird ist dabei natürlich auch hochprisant und wirft dann gewisse Fragen auf.

Jamal:"Wenn mir jemand eine Frage stellt, dann beantworte ich sie."

Dev Patel den ich bisher nur aus Skins UK kannte spielt den erwachsenen Slumdog sehr gut aber die wahre Stärke des Films sind die Orte an dem er spielt und die lustigen/traurigen und skurrilen Gegebenheiten die an ihnen Salim und Jamal passiert. Doch leider wurde sich an vielen Stellen nicht an das Buch gehalten.

Unterschiede vom Film zum Buch (aus Wikipedia)
Es gibt einige Unterschiede zwischen Buch und Film: Ram Mohammad Thomas – so heißt die Hauptperson im Buch – wurde von seiner Mutter kurz nach der Geburt ausgesetzt, so dass er in einem Waisenhaus aufwuchs und bei einem Priester die englische Sprache erlernte. Salim ist nicht sein älterer Bruder, sondern sein jüngerer bester Freund, statt der Kindheitsfreundin Latika liebt Ram die Prostituierte Nita, die er erst im Alter von 17 Jahren kennen lernt. Die Liebesgeschichte ist im Buch nebensächlich. Themen wie Homosexualität, Kindesmissbrauch, Voodoo und Nationalismus greift der Film nicht auf, dafür jedoch die Slum-Kindheit, die Religionsunruhen und die Bettelorganisation. Auch die Elternlosigkeit spielt im Film keine so große Rolle wie im Buch. Der im Buch arglose Salim ist im Film skrupellos und kriminell, während Prem Kumar – der im Buch die Quizshow Who Will Win a Billion? moderiert – im Film eine deutlich größere Rolle spielt als im Buch. Ram flieht im Film auch nicht freiwillig, so wie im Buch, sondern wird von Salim zum Gehen gezwungen. Das Buch ist nicht chronologisch nach der Lebensgeschichte aufgebaut, sondern folgt der Reihenfolge der Fragen. So ergibt sich ein Mosaik einzelner Episoden, aus dem nach und nach die Lebensgeschichte entsteht. Mal ist Ram jünger, dann wieder älter. Im Buch wird Prem Kumar als Betrüger dargestellt, der zu verschleiern versucht, dass die Fernsehgesellschaft das Preisgeld noch nicht eingespielt hat. Im Buch wird Ram von einer Anwältin befragt, die ihm helfen will, im Film von einem der Polizisten. Die Anwältin fehlt im Film komplett.

Police Inspector:"Geld und Frauen. Dafür macht man die meisten Fehler in seinem Leben."

Slumdog Millionär ist ein schöner Film über eine fremde Kultur und Schicksal und darüber wie man sich durchbeißt, wie man nicht aufgibt. Oftmals sehr ruhig besticht er vor allem visuell, aber mehr als eine Sichtung ist eigentlich nicht nötig.

Sergeant Srinivas:"Ich wusste auch, dass es Amitabh war." - Jamal:"Ich sag's ja, dafür muss man kein Genie sein."

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Friedsas

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Naja Sex and the City ist ein Frauenfilm... oder nein mehr fallen mir nicht ein bin ja ein Mann^^


Whisper

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sex and the city hab ich noch nie gesehen :D
ich finde ja auch das es eher ein frauenfilm ist, nicht dass es einer ist, oder irgendwie so. ach egal ^^


Riah

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Schon tausend Mal angesehen und immer noch so gut. Die ganze Geschichte um Jamal und seinen harten Weg, vor allem in der Kindheit, hat mich berührt. Einfach toller Film, mit einem verdienten Ende, auch wenn ich sonst Happy Ends nicht leiden kann.

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miri.staudorfer

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Bewertung5.5Geht so

Ganz ok, zwischenzeitlich etwas langweilig. Den ganzen Hype um diesen Film werde ich nie verstehen

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RoboMaus

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Bewertung9.0Herausragend

Geniale Story mit einem Plot, der von Anfang bis Ende fesselt. Ich kann aber auch verstehen, wenn das manche als kitschig oder überkonstruiert bezeichnen. Meine diesbezüglichen Schmerzgrenzen hat 'Slumdog Millionaire' aber nicht überschritten, so dass ich voll in den Plot eintauchen und mich mitnehmen lassen konnte. Für mich der beste Film im Bereich Soziales/Gesellschaft. Ein Erlebnis.

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Filmfan30

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Hinreißendes modernes Märchen über die Unterschiedlichkeit zweier Brüder und natürlich...die Liebe. Richtig interessant und faszinierend wird diese Story, die ja nicht neu ist, allein dadurch, dass sie in einer fremden Kultur spielt.

Der Charme, aber auch die Schattenseiten von Indien werden authentisch dargestellt. Man fiebert von Anfang an mit wenn Jamal die Antworten auf die Millionär-Fragen mit Rückblenden aus seiner Vergangenheit beantwortet. Eine sehr nette Idee, die für viel Gefühl, Spannung, Witz und Unterhaltung sorgt.

Dann kommt natürlich das Happy End, auf das man als Zuschauer schon gewartet hat, und obwohl es genauso ist wie erwartet, freut man sich doch riesig für Jamal, der einem spätestens bis dahin ans Herz gewachsen ist, dass er bekommt was er immer wollte.

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Filmfan30

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Macht auch nix. Gehört dazu. :D


corinna.freiburg

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Indien und seine Bewohner können wunderbar Thema diverser Filme sein und wunderbare Geschichten erzählen... solange sie nicht alle fünf Minuten rumtanzen ;)
Fand den Film definitiv genial!


brucelee76

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Bewertung7.0Sehenswert

Hallo zusammen,

dieser Film ist ein Parade-Beispiel dafür das hochgelobte Filme, auf den zweiten Blick ihre Faszination büßen. Für mich verliert er an Dramatik, Spannung und Tempo. Und somit hat er für mich keinen Wiedererkennungsfaktor, denn man nicht wie bei anderen Filmen, einfach vermisst. Vielleicht liegt es an den Laiendarsteller!?
Abgesehen davon ist es eine bemerkenswerte Leistung von allen und man einen genaueren Einblick von Indien bekommt. Und ja noch etwas die Nase von Jamal stört, dies nur so am Rande.

Mein Fazit: Ein zu dick hochgetragenes modernes Märchen, das trotzdem weis einen mitzureißen. Indien ein Land voller Gegensätze.

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brigerbaerger

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

So muss Unterhaltung! Lange habe ich mich dagegen gesträubt diesen Film anzuschauen. Zu gross war die Angst vor Bollywood, Kitsch, Gesang und regenbogenfarbenen Kleider auf irgendwelchen schneebedeckten Bergen. Und dann kam alles ganz anders. Eine ergreifende Story über zwei Brüder (Jamal und Salim) aus den Slums von Indien. In Rückblenden wird erzählt, wie sich das Leben dieser beiden "Slumdogs" zuerst gemeinsam, später dann einzeln entwickelt hat. Was mich besonders faszinierte waren die Episoden aus Jamals Leben, die ihm halfen seine Kandidatenfragen aus der indischen Version von "Wer wird Millionär?" eine um die andere zu beantworten. "Slumdog Millionaire" beinhaltet Witz (Klos-Szene ziemlich am Anfang des Films - einfach göttlich!), Spannung, Freundschaft, Gewalt, Hass, Liebe... einfach alles was mich in einem Film irgendwie berühren kann - und das ohne kitschig zu wirken. Schlussendlich zeigt der Film auf, dass man im Leben auf zwei Arten etwas erreichen kann: mit Gewalt, Gier, Lügen und Rücksichtslosigkeit (Salim) oder mit Geduld, eisernem Willen und der Wahrheit (Jamal) und: Jeder kann sein Schicksal selber in die Hand nehmen.
Unter anderem 8 Oscars und 4 Golden Globes unterstreichen für mich die Faszination dieses Films und damit meine Wertung zu einem meiner Lieblingsfilme.
Eines sei an dieser Stelle dann doch noch verraten: Der Abspann erfolgt im typisch musikalisch-tänzerischen Bollywood-Stil...

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vanilla

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so und nicht anders, klasse Kommi und völlig zurecht die volle Punktzahl.


Moviegod

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Eine mit 8 Oscars ausgezeichnete indische Variante von "Oliver Twist". Am Anfang hat der Film eine Weile gebraucht, doch dann war ich mittendrin in der packende Reise durch Indien. Mal lustig, mal traurig und immer unheimlich spannend. Der super Soundtrack lenkt dabei zusätzlich die Gefühle des Zuschauers von Szene zu Szene. Wahrlich ein Oscar-Meisterwerk.

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Gi4nn1

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Bewertung0.0Hassfilm

Ernsthaft? 8 Oscars? Omg!

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Chrisetoph

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Nach diesem elaborierten Kommentar sind mir alle Kritikpunkte klar. Aber Hauptsache, der Kommentar gefällt dir selbst.


Sockensalat

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Bei deiner Bewertung
können wir alle heil froh
sein, dass du nicht die Oscars vergibst


Deekin

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, welche Wertung für "Slumdog Millionare" mir angemessen erscheint. Die Idee, dass man eine weltweit erfolgreiche Quizshow als Rahmen benutzt, um eine Geschichte über einen grundsätzlich sympathischen Straßenjungen zu erzählen, der gegen alle Widerstände um seine große Liebe kämpft, klingt auf dem Papier eigentlich ganz nett. Desweiteren oszilliert der Film sehr stark zwischen einer einerseits sehr autentisch wirkenden Darstellung von Indien, einschließlich der Slums und Müllberge, und andererseits mit einer sehr märchenhaften Handlung, die mit unglaublichen Zufällen gespickt ist.
Desweiteren bietet der Film in seiner Erzählstruktur ein interessantes Spiel mit Rückblenden und Erinnerungen: Zwar wird Jamals (Dev Patel) Geschichte chronologisch vom Kind bis zum Alter eines jungen Mannes erzählt, doch schieben sich mitunter immer wieder Bilder der erwachsenen Version seines Schwarms Lakita (Freida Pinto) sowie wie Wunschbilder mit ein (etwa wenn es bei einer Quizfrage um Crickett geht und der Film nach einem Close-Up auf Jamals Gesicht eben ein Aufnahme von ihr, wie sie einen Cricket-Schläger schwingt, zeigt). Auch ist der Beginn des Films, in der Jamal noch ein Kind ist, eher eine Collage emotionaler und teilweise traumatischer Szenen (Das Autogramm, der Tod der Mutter etc.), welche als Adrenalin geladene Momente wohl noch das darstellen, an was er sich aus seiner Kindheit noch erinnern kann.
Was als Konzept sehr vielversprechend klingt, hat überall allerdings kleine Probleme. Die Art, wie "Who wants to be a millionaire" zunächst eingeführt und etabliert wird, ist doch sehr knapp geraten. Der Film möchte lieber zeigen, wie Jamal von Polizisten gefoltert und verhört wird, anstatt sich zunächst einmal der Show zu widmen und den erstaunlichen Sachverhalt zu zeigen, wie dieser ungebildete, leicht unbeholfene junge Mann so weit kommt. Abgesehen von Jamal bleiben die Charaktere relativ unterentwickelt und auch scheint der Film viel mehr daran interessiert, sein Setting in möglichst vielen Facetten zu zeigen als sich seinen Figuren zu widmen. Hinzu gesellen sich stellenweise enorme Handlungssprünge, bei denen ich mich immer wieder mal gefragt habe, was denn in der Zwischenzeit alles passiert ist. Aufgrund dessen bleibt dann auch die Love-Story seicht, generisch und einen Hauch zu kitschig. Dramatisch überzeugte "Slumdog Millionaire" mich nicht wirklich. Und schließlich wechselt der Film gelegentlich zur Perspektive von Jamals Bruder Salim (Madhur Mittal), um ein paar erzählerische Lücken zu füllen. Dies ist zwar Geschmackssache, aber ich hätte es besser gefunden, wäre der Film ausschließlich bei der Perspektive seines Protagonisten geblieben und würde sich auf 'seine' Erlebnisse konzentrieren.
Auch das Ende überzeugt nicht wirklich; wenn man bedenkt dass Salim gerade von Gangstern erschossen worden ist und Lakita gewissermaßen auf der Flucht vor einem cholerischen Unterweltboss ist (der im Film zudem kaum mehr Persönlichkeit als die eines misogynen Sandwich-Verächters hat), dann passt dieses zuckerige Happy-End vom Ton her nicht so richtig hinein. An diesem Punkt funktioniert dann auch der Zwiespalt zwischen Realismus und Märchen nicht mehr ideal.

Abgesehen davon sind die Bilder prächtig, stilvoll und... "indisch" und ebenfalls klingt der Soundtrack sehr... hmm.... 'indisch'. Es gibt einige tolle Shots und ich wünschte mir bei einigen der Aufnahmen, dass sie etwas länger als lediglich eine Sekunde im Bild verweilen. Der Schnitt ist an vielen Stellen chaotisch und schnell; selbst wenn man sagen könnte, er fasse damit das chaotische urbane Leben Indiens besser ein, so hätte zumindest ich mich dennoch darüber gefreut, hätte Danny Boyle an einigen Stellen ein wenig das Tempo des Films heruntergefahren. So bleibt es letztendlich bei einem audiovisuell sehr prächtig in Szene gesetzten Film, dessen erzählerischer Ansatz mitunter holprig und dünn daherkommt.

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Frankie Dunn

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Bewertung3.0Schwach

3.0 - ?

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brainchild

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:D Geiler Track! Ich dachte erst, das soll Kollegah sein, aber Farid bitet ja auch ein bisschen Kollegah ;)

"Aaach, geh zur Seite!" Hafti hat schon was. Ich fand's so krass als ich das erste Mal seine richtige Stimme gehört hab. Vorher konnte ich den auch keinen Meter ernst nehmen.

SunDiego geht gaaar nicht. John Webber kannte ich noch nicht. Jetzt kenne ich ihn und: geht gaaar nicht :D

Achja Kaas. So ein lieber Junge :) Kann man eigentlich nicht nicht mögen.

Das Theaterstück ist doch so geil gespielt! Bis auf Marteria, der verkackt da übelst. Aber Celo, ganz groß: "Stupido, was erzählst du mir über Fische!? Robben, Arjen Robben!" :D:D:D

Lance Butters ist einer der wenigen mit nem originellen Flow. Wie der die Wörter teils ins Unendliche zerdehnt, gepaart mit dieser nasalen Arroganz. War aber auch nur eine EP lang gut.

Genetikk sind ne top Kombi, seh ich genauso, auch mit den Texten, dass die leider nicht so mit dem Rest mithalten. Karuzos Flow ist auch sehr distinktiv (wie bei Lance).

Prinz Pi ist mir zu sehr Rapstreber. Hab neulich bei Youtube seinen TV-Total-Auftritt gesehen. Komplett unsympathisch. Seitdem überlege ich ernsthaft ihn zu hassen :D

Hmm, Prezident ist bestimmt ein ziemlich intelligenter Typ, aber irgendwie ist das nicht so meins. Zu deprimierend, vllt sogar hoffnungslos(?). Aber Savas-Disses sind schonmal ne gute Sache :)

Weißer Sand von Cr7z fand ich mal echt gut. Hab den Typ aber nicht mehr verfolgt. Sollte ich vllt doch machen..

Nee, Schweinegrippe fährt mir von Video über Beat bis hin zu den Lyrics zu sehr die Früh-Eminem-Schiene. My Name Is oder The Real Slim Shady waren auch schon nicht grad meine Faves von Em. Und da schließt sich der Kreis doch irgendwie wieder :D


Frankie Dunn

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Ja, und der führt uns zurück zu "Slumdog Millionär" :)


Ener

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Bewertung6.5Ganz gut

Wie die Story-Rädchen ineinander greifen ist wirklich toll. Über alles betrachtet ist der Weg von beispielsweise einem Gump aber doch ansehnlicher, nicht zuletzt fehlt mir für sein Genre etwas der Humor. Mitunter zu ernst geraten.

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Matty

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Bewertung7.5Sehenswert

Mit soviel Vorschusslorbeeren hat es ein Film immer schwer den Anforderungen gerecht zu werden. Bei mir konnte er das Erwartete (8 Pkt.) nicht ganz halten. Trotzdem hinterlässt der Film positives. Die Geschichte wird in den Rückblenden toll erzählt und wird trotz des vorhersehbaren Ende nie langweilig.

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el_presidente87

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Trotz manch doch zu frenetischen Jubels seitens der Kritik bleibt Slumdog Millinär ein sehr geschickt aufgebautes, gekonnt inszeniertes und bewegendes Drama.
Ich schreibe dem Film nun keinen investigativen Wert zu und bestimmte Überblenden hätte ein reduzierterer Einsatz gut getan.
Dennoch: tolle Schauspieler, packende wie interessante Handlung, abwechselnd verstörend wie erheiternde Momente verleihen dem Film die richtige Würze eines auf westliche Gemschmacksnerven getrimmten indischen Gerichts: Würzig, facettenreich und bekömmlich.

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