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Beasts of the Southern Wild

Beasts of the Southern Wild (2012), US Laufzeit 97 Minuten, FSK 12, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 20.12.2012


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7.3
Kritiker
39 Bewertungen
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7.1
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1519 Bewertungen
102 Kommentare
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von Benh Zeitlin, mit Quvenzhané Wallis und Dwight Henry

Eine Sechsjährige zeigt uns in Beasts of the Southern Wild die Welt durch ihre Augen. Ein Abenteuer, das sowohl in Cannes als auch auf dem Sundance-Festival Hauptpreise gewann.

Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) ist ein aufgewecktes und furchtloses Mädchen. Zusammen mit ihrem Vater Wink (Dwight Henry) lebt sie im sogenannten Bathtub, in einer Gegend, die irgendwo im Nirgendwo Louisianas einer Badewanne gleich eingebettet ist. Die Leute, die hier wohnen, sind stolze Leute, die das Leben mit ihren Entbehrungen, aber auch Segnungen zu schätzen wissen. Aber die Badewanne sieht sich in der Idylle ihrer Abgeschiedenheit bedroht: Naturkatastrophen, die durch die Erderwärmung hervorgerufen werden, zwingen die Mehrheit, wegzuziehen, der Rest soll zwangsevakuiert werden.

In Hushpuppys Augen entwickelt sich jedoch ein anderes Szenario: Durch das Schmelzen der Polkappen sind gewaltige Auerochsen befreit worden; die einstigen Herrscher der Welt sind gekommen, um ihr Reich wieder in Anspruch zu nehmen.

Als ihr Vater von einer tödlichen Krankheit befallen wird, muss Hushpuppy schmerzhaft erfahren, dass alles Leben endlich ist – auch das ihres Vaters. Aber alles ist ebenfalls Teil des großen Planes, der das Universum zusammenhält. Hushpuppy stellt sich dem Tod und sieht den Auerochsen ins Auge. Auch eine kleine Sechsjährige kann schon ein großer Held sein.

Hintergrund & Infos zu Beasts of the Southern Wild
Der Regiedebütant Benh Zeitlin, der auch an dem berührenden Score mitkomponiert hat, fand die passende Landschaft für seine allegorienhafte Erzählung Beasts of the Southern Wild im Südosten Louisianas, genauer gesagt: im Terrebonne Parish. Seine beiden Hauptdarsteller Quvenzhané Wallis und Dwight Henry fand Zeitlin dagegen nahezu auf der Straße bzw. castete sie aus der örtlichen Bevölkerung (Dwight Henry z.B. arbeitete vor Ort als Bäcker). Ein Glücksfall, wie die Chemie zwischen ‘Vater’ und ‘Tochter’ beweist (die Donuts des Bäckers taten ihr Übriges).

Ein Glücksfall waren auch die Produktionsbedingungen von Beasts of the Southern Wild: Zum einen gefördert vom Sundance Institute, dessen Renommee Türen für potentielle Investoren öffnete, erhielt Zeitlin auch finanzielle Unterstützung von Cinereach, einer den deutschen Filmförderungsanstalten ähnlichen Einrichtung.

Der Rest ist Geschichte: Benh Zeitlin gewann auf dem Sundance Festival nicht nur den Großen Preis der Jury, allein in Cannes (2012) erhielt der Festival-Liebling Beasts of the Southern Wild fünf Preise, u.a. die Goldene Kamera. (EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (33) — Film: Beasts of the Southern Wild

Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Beasts of the Southern Wild ist zumindest für meine Begriffe ein Film, wie man ihn in der Form wirklich noch nicht gesehen hat. Theoretisch könnte dies eine klassische Coming-of-Age-Geschichte werden, doch die gerade einmal zehnjährige Erzählerin Hushpuppy straft diese Annahme Lügen, ebenso wie die exotische und von der Außenwelt hermetisch abgeriegelte Welt von Bathtub. Das ganz gar nicht alltägliche Leben dort wird noch unterstützt von dem Schleier der Magie, die das kleine Mädchen um die Welt zu spannen weiß, so dass eine Verkettung von Ereignissen sie glauben lässt, sie habe die Auerochsen, urtümliche Monster aus einer längst vergessenen Zeit, erwachen lassen, so dass diese nun, während die Polkappen weiter schmelzen, die Welt und alles darauf bedrohen. Während Bathtub also droht hinweggeschwemmt zu werden, gibt sich Hushpuppy die Schuld an dem Desaster und glaubt, das Ende der Welt eingeläutet zu haben. [...]

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sebastian.hallmann.77: Review-Corner.de sebastian.hallmann.77: Review-Corner.de

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3.0Schwach

[...]Fangen wir direkt mit der Story hinter dem Film an – welche zugleich auch den für mich größten Mangel darstellt. Zunächst einmal ist die Inhaltszusammenfassung des Titels unglaublich irreleitend, denn bei “Beasts Of The Southern Wild” handelt es sich keinesfalls um einen Fantasyfilm, wie die Beschreibung zunächst suggerieren mag. Manch irregeleiteter Kunde mag das schon nicht unbedingt akzeptieren wollen und auch ich finde es nicht sonderlich käuferfreundlich. Ja, es gibt diese Fantasy-Einflüsse, wenn man sie denn so nennen will – allerdings nicht in dem Maß, welches man nach dem Lesen der Zusammenfassung vor Auge hat. Viel mehr sind die “prähistorischen Monster” vermutlich als eine Art Metapher für die eigenen Ängste beziehungsweise die der Hauptfigur zu sehen.[...]

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Arthur A.: www.filmfutter.com

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8.0Ausgezeichnet

Eine leicht surreale, den Zuschauer in ihren Bann ziehende Fabel über allzu reale Probleme, die vor allem mit ihrer bezaubernden Hauptdarstellerin überzeugt.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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1.0Ärgerlich

[...] In einem nach allen Regeln der Manipulationskunst gestrickten Anbiederungsformalismus aus vereinnahmender kindlicher Hauptfigur, ständigem Voice-Over und sinnlichen Musikklängen verfolgt der Film eine hanebüchene Verniedlichungsstrategie des dargestellten Elends: Wie eine unbeschwerliche Abenteuerreise mutet der im Kern zutiefst brutale Leidensweg seiner Hushpuppy an, wie ulkig betörende Lebensausschnitte wirken deren Erlebnisse. [...]

Kritik im Original 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Philipp Ebert

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Nicht mal ansatzweise. Dieser Film zeigt doch deutlich, dass Kindheit mehr ist als die gewöhnlich dargestellte lichtgeflutete goldene Schneekugel in der wie in einem verlorenen Paradies mal alles gut war.
Da wird überhaupt nichts verniedlicht. Es soll Menschen geben die aufgrund ihrer raueren Herkunft anders (nicht besser) mit Leid umgehen als man selbst.


SoulReaver: CinemaForever, D3M

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6.0Ganz gut

[...] Auch wenn Regisseur Zeitlin seiner Narration etwas zu viele Versatzstücke aufbrummt und sich selber so einige inszenatorische Stolpersteine in den Weg legt, so entsteht letzten Endes ein stimmiges Zusammensein von elementaren Dingen: Zugehörigkeit, Lebenswillen, Isolation, Philosophie und die naive Symbiose aus Realität und Fantasie. Ein optimistischer, melancholischer und doch mit leichter Tragik bestäubter Wind weht durch den Film, dem man sich hingeben oder bereits nach wenigen Minuten verschließen kann. Sehenswert ist er jedoch allemal.

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

Smoover

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kann sein das du dein Bewertungssystem vor garnicht so langer Zeit umgestellt hasst?
kann mich irgendwie daran erinnern, dass du mal wesentlich großzügiger bewertet hasst


SoulReaver

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Ja, vor 2 Monaten ungefähr. :)


Flibbo: Wie ist der Film?

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7.5Sehenswert

[...] Die körnigen, wackeligen, schwammig fokussierten Bilder unterstreichen es: Was „Beasts of the Southern Wild“ eigentlich erzählt, ist nicht so ganz klar. Die Handlung ist ein Balanceakt, den es erst einmal zu durchschauen gilt. Auf der einen Seite steht der fiktive Schauplatz ‚Bathtub‘ mit der kleinen Protagonistin, die sich die Welt mit ihrer Fantasie zusammenreimt, aus deren Perspektive die Geschichte erlebt wird. Auf der anderen Seite steht der politische Kommentar über einen geteilten Staat rund um Hurrikan ‚Katrina‘, zumal man sich recht offensichtlich im sumpfigen Louisiana befindet. So ist Zeitlins Erzählweise etwas befremdlich und undurchsichtig, allerdings auf eine faszinierende Weise. Zum Glück treffen sich die verschiedenen Komponenten und enthüllen schließlich eine einfühlsame Studie über materiellen und menschlichen Verlust. [...]

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Dirk Henninger: Echo Online Dirk Henninger: Echo Online

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8.0Ausgezeichnet

[Die] Uneindeutigkeit und der magische Realismus, der dadurch entsteht, entfaltet eine archaisch-poetische Kraft, die sehr viel tiefer geht als es ein gesellschaftskritisches Drama, ein reiner Fantasy- oder Science-Fiction-Stoff alleine leisten könnten. Dabei vermischen sich Naturmythen, Zivilisationskritik, Religion und Philosophie zu einem zutiefst humanistisch-emotionalen Aufschrei gegen Umweltzerstörung und ein fremdbestimmtes Leben.

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Dr. Borstel

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9.5Herausragend

Beasts of the Southern Wild ist ein Film über die Natur, die ihr Recht einfordert, und über die Menschen, die sich entscheiden, mit ihr zu leben und zu sterben. Es ist auch ein Film über die Phantasie, über den Bruch mit dem Konstrukt Realität und darüber, wozu Kinder fähig sind; ein ganz und gar außergewöhnlicher Film, getragen von Figuren, denen man in keiner Sekunde anmerkt, dass Laien- oder überhaupt Schauspieler hinter ihnen stehen. Quvenzhané Wallis, die Hushpuppy spielt, ist die zweite Naturgewalt, die in Beasts of the Southern Wild am Werke ist, und sie wirkt noch eine ganze Weile nach, nachdem der Sturm sich längst verzogen hat. Entdeckung ist dafür das falsche Wort, es ist vielmehr eine Überwältigung, wie überhaupt Beasts of the Southern Wild schwer zu fassen ist, weil dieser Film nicht für die üblichen Schubladen geschaffen ist; nicht weil er sperrig wäre, sondern weil sein Ruf nach Freiheit zu laut und zu schön klingt, als dass man ihn überhaupt in eine Schublade sperren wollte, selbst wenn man könnte.

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BuzzG: filmfutter.com, kino-zeit.d...

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9.5Herausragend

"Mit einem bescheidenen Budget von etwa 1,8 Millionen US-Dollar, einer 16mm-Kamera und Laiendarstellern gelingt dem Newcomer Benh Zeitlin ein kleines Wunderwerk: Sein Beasts Of The Southern Wild strotzt vor Energie und Einfallsreichtum, entführt einen in seine eigentümliche Welt und nimmt einen mit auf eine abenteuerliche Reise. Im Zentrum steht die Sechsjährige Hushpuppy, die nach der Erkrankung ihres Vaters und der Überflutung ihrer Heimat furchterregenden Monstern in die Augen blicken muss. Wer nun ein Fantasyepos oder einen Horrorschocker erwartet, liegt damit falsch: Dieser Film handelt davon, seinen Ängsten zu widerstehen und Verantwortung zu übernehmen. Wie Zeitlin hier seine Botschaft vermittelt, ist schlicht wunderschön und inspirierend. Auf seine Folgearbeit darf man bereits gespannt sein. Eine absolute Entdeckung ist übrigens die junge Hauptdarstellerin Quvenzhané Wallis."

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V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de

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Die Bilder in Beasts of the Southern Wild sind grandios verfremdet, die Naturgewalten furchteinflößend, doch mittendrin steht diese Mädchen und nimmt uns spielerisch an die Hand. Sie ist keine Schauspielerin bisher, genauso wenig wie der Mann, der ihren Vater darstellt und eigentlich Bäcker ist – aber beide sind ganz großartig.

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I.Reicher: der Standard I.Reicher: der Standard

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7.5Sehenswert

Im Bewusstsein der kindlichen Heldin von Beasts of the Southern Wild sind alle Dinge miteinander verknüpft. Einfache Handlungen zeitigen gewaltige Wirkung. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und (Wach-)Traum sind in den Geschehnissen [...] fließend.

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Diemuth Schmidt: Radio Köln Diemuth Schmidt: Radio Köln

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9.0Herausragend

Quevenzhané Wallis transportiert den poetischen und träumerischen Ton des Films, was ihn weit über ein kritisches Öko-Märchen erhebt und zu einem einzigartigen Filmerlebnis werden lässt.

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Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst

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6.5Ganz gut

Schwer entziehen kann man sich [...] dem entwaffnenden Charme Hushpuppys, gespielt von Quvenzhané Wallis, einem Mädchen aus der Region. Gleichwohl hinterlässt das visuelle Vergnügen einen schalen Beigeschmack; denn was der Film als wirklichkeitsnahes Porträt der Louisiana-Community vorstellt, ist in Wahrheit vor allem prächtige Folklore.

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Hannah Pilarczyk: Spiegel Online Hannah Pilarczyk: Spiegel Online

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8.5Ausgezeichnet

Der Film war spottbillig, die Stars sind Laien - doch Beasts of the Southern Wild ist ein Meisterwerk, das Poesie mit Politik vereint.

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Anke Leweke: taz, Deutschland Radio Anke Leweke: taz, Deutschland Radio

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7.5Sehenswert

Hier bekommen wir es mit einem Fantasy-Film der besonderen Art zu tun. Und er ist ein schöner Beweis dafür, dass es nicht immer digitaler Tricks, 3D-Effekte oder bepelzter Hobbit-Füßchen bedarf, um den Zuschauer mit in andere Welten zu nehmen.

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Magali-Ann Thomas: BR Magali-Ann Thomas: BR

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8.0Ausgezeichnet

Wer nichts erklärt haben will und Lust auf eine sinnliche Reise hat, ist bei "Beasts of the Southern Wild" goldrichtig.

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Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog

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9.0Herausragend

Eine Sechsjährige stellt sich den Biestern des Universums und den Realitäten von Süd-Louisiana. Ein Film wie kein anderer.

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D.Brüggemann: Schnitt D.Brüggemann: Schnitt

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6.5Ganz gut

Die Welt, die er baut, ist in der Tat faszinierend. Aber am Ende geht man raus und hat nicht das Gefühl, eine runde Sache gesehen zu haben. Oder eine menschliche Begegnung. Dafür zahlreiche Begegnungen mit Fischen, Krabben und Fabeltieren.

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goodspeed: ANIch / UFA Fiction / OLOsBLOG

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8.5Ausgezeichnet

Beasts of the Southern Wild ist eine Naturgewalt in Filmform. Die kleine Hushpuppy im Kampf gegen die Elemente und das Schicksal. Der namenlose Sturm (nein, nicht Katrina) und die prähistorischen Bestien sind zwei Symbole derselben Urangst, desselben Unheils. Kinder spüren Veränderungen ihrer vertrauten Welt, erkennen Lügen und Beschwichtigungen. Die Bestien stehen für ein Grauen, dem kein Kind ausgesetzt werden dürfte: Das zu frühe, abrupte Ende einer Kindheit und die Angst vor dem Tod. Der Film ist wie Hushpuppy, wie Bathtub: Teils traumhaft, teils abstoßend, zärtlich, brutal aber immer auf seine eigene Art poetisch. Die Qualität eines Lebens oder Kindheit lässt sich nicht mit abstrakten Zahlen beurteilen, sondern indem man zu aller erst die Augen öffnet. Die kleine Hushpuppy verfügt über diese Fähigkeit und jeder Erwachsene sollte ihr seine ganze Aufmerksamkeit schenken.

Nachtrag: Während sich die Gelehrten darüber streiten, welcher Veteran - John Williams, Alexandre Desplat oder doch wieder Howard Shore - die "beste" Filmmusik des Jahres schrieben, verweise ich bescheiden auf den Trailer zu Beasts, denn dort erklingt das Hauptthema des Films. Noch Fragen?

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Edward Nigma: CinemaForever

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5.5Geht so

"In a million years, when kids go to school, they gonna know: Once there was a Hushpuppy, and she lived with her daddy in The Bathtub."

Jedes Jahr aufs Neue trifft sich auf dem Sundance Film Festival in Park City und Salt Lake City die Elite der Independent-Filmindustrie. Und jedes Jahr aufs Neue gibt es auch wieder einen absoluten Überflieger-Film, der auf dem Festival gefeiert wird, als wäre er der alleinige Heilsbringer für die kränkelnde Kommerz-Kinoindustrie. 2012 war dieser Film das Neuzeit-Märchen „Beasts of the Southern Wild“ von Regie-Newcomer Benh Zeitlin, das mit Laienschauspieler, wunderschönen Landschaftsaufnahmen und einem mitreißenden Soundtrack das Sundance-Publikum verzaubern konnte. Doch vom Status eines Meisterwerks ist „Beast of the Southern Wild“ meilenweit entfernt, denn besonders in der Erzählstruktur und der Inszenierung hat der Sundance-Hit deutliche Schwächen aufzuweisen. Letztendlich ist der Film ein annehmbares Erstlingswerk, das besonders vom unglaublichen Süßheitsfaktor seiner Quvenzhané Wallis profitieren kann.

Abgelegen von dem Stress der Großstadt existiert ein Ort, an dem Menschen zusammenfinden, die in der Gesellschaft keinen Platz mehr haben. An diesem Ort, von den Einheimischen „The Bathtub“ getauft, verlebt die kleine Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) eine abenteuerliche Kindheit zwischen Alligatoren und Krabben. Schon vor Jahren hat ihre Mutter die Familie verlassen, seitdem kümmert sich ihr unberechenbarer Vater Wink (Dwight Henry) um das kleine Mädchen, doch dieser hat eigentlich schon genug mit sich zu kämpfen. Doch als Wink plötzlich von einer seltsamen Krankheit befallen wird, verändert sich das Leben des jungen Mädchens drastisch.

Regisseur Benh Zeitlin ist mit seinem Cast ein großes Wagnis eingegangen. Zwei Laiendarstellern vertraute er die Hauptrollen an, um damit ein Zeichen gegen das „System“ Hollywood zu setzen, in der Stars und Gewinn alles diktieren. Doch mit der Besetzung hat Zeitlin einen echten Glücksgriff gelandet, denn zwischen Quvenzhané Wallis und ihrem barschen Film-Vater stimmt die Chemie einfach. Dies dürfte wohl in erster Linie daran liegen, dass der kleine Star bei dem Casting von Wink eine gehörige Portion mitzusprechen hatte, denn nur mit ihrer Zustimmung durfte ein Schauspieler engagiert werden. Nachdem bereits zwei Darsteller von der kleinen Quvenzhané abgelehnt wurden, fand Benh Zeitlin seinen Wink-Darsteller Dwight Henry schließlich in der Bäckerei gegenüber des Produktionsstudios. Und auch die Vorstellung bei der niedlichen Protagonistin des Films konnte der Bäcker mittels mitgebrachter Süßigkeiten und einem netten Lächeln für sich entscheiden.

Eine schöne Geschichte, fast märchenhafter als der Film selbst. Denn dieser möchte den Zuschauer zwar in eine magische Welt ziehen, verliert sich aber nach einiger Zeit in eine Vielzahl verschiedener Handlungsstränge und Problemfelder. Plumpe Ökobotschaft trifft hier auf unausgegorene Kapitalismuskritik – Zu halbherzig widmet sich Regisseur Benh Zeitlin den Thematiken, als dass diese wirklich beim Zuschauer Wirkung zeigen könnten. Zu sehr ist man damit beschäftigt, sich im melancholischen Soundtrack und den wunderschönen Landschaftsaufnahmen zu verlieren. Man lässt sich treiben und so treiben die einzelnen Etappen des Films an einem vorbei, ohne nennenswerten Eindruck zu hinterlassen.

Monsunartige Unwetter, Zwangsräumungen, plötzlich eintretende Krankheiten, das Leben und Sterben im „The Bathtub“, die Suche nach einem lange verschollenen Familienmitglied und aufgetaute Riesenschweine: Zeitlin gibt den einzelnen Elementen keine Zeit zur Entfaltung, denn hat man sich gerade mit dem aktuellen Status quo arrangiert, scheint dieser schon wieder überholt und verkommt zur Nebensächlichkeit. Vielleicht wäre hier, in Anbetracht der mit 93 Minuten äußerst knapp bemessenen Spielzeit, weniger mehr gewesen.

Zudem muss die Frage erlaubt sein, ob „The Bathtub“ wirklich so ein Idyll ist, wie es in diesem Film dargestellt wird. Zwar inszeniert Benh Zeitlin diesen Ort als ein kleines Paradies, als Asyl für all die gesellschaftlichen Aussteiger und Andersdenker vor den grauen Klauen des Kapitalismus, doch eigentlich ist der Hauptteil der „Bathtub“-Bewohner doch nichts weiter als ein Haufen reaktionärer Trunkenbolde ohne jeglichen Weitblick. Eigentlich kein guter Ort, um sein Kind großzuziehen, oder?

Fazit: Benh Zeitlins „Beast of the Southern Wild“ ist ein ambitionierter Film, keine Frage. Leider ist der Film stellenweise zu überfrachtet und kann so an keiner Front vollends überzeugen. Dennoch sorgen das bezaubernde Schauspielduo Quvenzhané Wallis / Dwight Henry und der großartige Soundtrack wenigstens für ein paar magische Kinomomente.

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Alle Kritiken (33)


Kommentare (69) — Film: Beasts of the Southern Wild


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dbeutner

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Bewertung6.5Ganz gut

Das größte Argument für den Film ist sicherlich seine Hauptdarstellerin Quvenzhané Wallis, die recht umwerfend spielt und spricht (O-Ton absolute Pflicht). Es gibt einige Szenen, in denen der Text (insb. aus dem Off) abgelesen klingt, aber selbst das folgt einem durchaus vorhanden zu sein scheinenden Inszenierungswillen - und hat mich auf jeden Fall emotional gepackt.

Der Rest ist schwerer zu fassen. Selbst in den besten Momenten fehlt der Vater-Tochter-Beziehung emotionale Eindringlichkeit und Tiefe - vielleicht ein Zeichen des doch recht jungen Autoren und Regisseurs Benh Zeitlin (30 und kinderlos zum Zeitpunkt des Schreibens/Drehs).

Dass der Film keine Geschichte im klassischen Sinn erzählt, würde ich nicht grundsätzlich kritisieren, im Gegenteil, Beobachtungen können gerade emotional sehr viel transportieren; da ich letzteres als partiell gescheitert wahrgenommen habe, hat auch die Erzählart nicht recht verfangen.

Fraglos aber, eben durch die Hauptdarstellerin, sehenswert. Nur bei weitem nicht so umwerfend, wie der seinerzeitige Hype auch mich glauben machen wollte.

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Oliver0403

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film selber ist zwar alles andere als ein Meisterwerk, aber ich finde, dass die kleine Quvenzhané hier das Beste aus ihrer Rolle macht und den Film alleine recht gut am Leben hält. Ob ihre Darstellung nun tatsächlich eine Oscar Nominierung verdient, sei mal dahingestellt. Für einmal anschauen garnicht mal so schlecht.

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heikschn

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Bewertung6.5Ganz gut

Beasts of the Southern Wild lässt sich schwer einordnen. Ist es eine Metapher dafür, dass jede Form von Leben lebenswert ist? Ist es eine Gesellschaftskritik?Aber woran dann? An der Schere zwischen arm und reich,die Zustände wie im Bathtub erst entstehen lässt? Oder an der Zivilisation, die anderen ihre Regeln aufzwingt? Ein Kinderfilm ist es nicht, dafür sind die dargestellten Verhältnisse viel zu extrem. Fast ist man geneigt hierin einen coming of age Film zu sehen, auch wenn die Protagonistin viel zu jung ist zum Erwachsenwerden. Beasts of the Southern Wild hat mich fasziniert, aber er lässt mich auch ratlos zurück, was ich mit dem Gesehenen anfangen soll.

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Sockensalat

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Kino der anderen Art mit atemberaubenden Bildern und einer wunderbaren Schauspielerin die diese doch sehr ungewöhliche Geschichte gut rüber bringt. Nur zu empfehlen.

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Redapple

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Märchenhaft und mit kindlicher Poesie wunderschön erzählt.
Mit seiner Botschaft von Zusammenhalt und Widerstand gegen alle äußeren Kräfte und Gefahren – und mögen sie noch so überwältigend wirken – hat BEASTS OF THE SOUTHERN WILD bei mir echt einen Nerv getroffen.
Die Bildsprache, Kameraführung, generell die visuelle Ästhetik gehört außerdem zu der rührendsten, schönsten die ich persönlich überhaupt jemals gesehen habe, Hintergründe zur Entstehungsgeschichte verstärken dieses Gefühl nur noch.
Mir ist schon klar, dass man hier mit analytischem Filmkritiker-Blick alle möglichen Schwachstellen aufdecken und bemängeln könnte. Mit ihrem Spaß an der Sache, dem puren Enthusiasmus den Benh Zeitlin und Court 13 dem Medium Film entgegen bringen, schaffen sie letzten Endes aber ein wirklich besonderes Erlebnis, entwickeln aus all dem Chaos eine wirklich magische Energie, der man sich als Zuschauer einfach nicht entziehen kann.

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arne.balzer.5

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schön gesagt:)


Redapple

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danke! :)


PommesPapst

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Definitiv eindrucksvoll, vor allem der ausdrucksstarke Blick der jungen Hauptdarstellerin. Mal etwas ganz anderes, ein phantastischer und mythisch angehauchter Zugang zu den Themen Aufwachsen, Vater-Kind-Beziehung und philosophischen Fragen. Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, weil der Stil etwas unorthodox ist, aber mir hat er gut gefallen.

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Pinky86

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Bewertung5.0Geht so

....dieser Film fesselt jeden auf eine andere Art mich hat er so gefesselt, weil ich nur bis zum Ende warten wollte, ob ich ihn dann verstehe, dies war nicht der Fall. Ich fand den Vater sehr befremdlich und die Hauptdarstellerin war gut, aber dann gab es auch Szenen wo ich sie sehr nervig fand, dies könnte aber auch alles mit der schrecklichen Kamaraführung zusammen hängen...

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doeme28

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einfach nur atemberaubend! Ein Film der mir lange in Erinnerung bleibt. Unglaublich berührend! Zauberhafte Bilder! Nach diesem Film braucht man zuerst eine gewisse Zeit um diese Bilderflut verarbeiten.

Es ist nicht nur das kleine Mädchen was zauberhaft ist, sondern auch die verschiedenen anderen Charakteren sind sehr interessant.

Quevenzhané Wallis (Hushpuppy) eine grandiose Schauspielerin! Ist einfach unglaublich wie gut dieses kleine Mädchen ist.

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horro

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Bewertung7.5Sehenswert

Herrlich naives, märchenhaftes Mystery-Fantasy-Stück. Wenn man sich denn auf diese leicht skurrile, orgiastische Bilderflut einlässt und mit dem einseitigen Stil von Benh Zeitlin zurecht kommt, kann diese "Geschichte", die sicher nicht immer leicht nachvollziehbar und einfach geniessbar ist, richtig Spass machen und einen auch ein klein wenig zum Denken anregen. Entführt in eine Welt der Armen, der Fabeln, des gesellschaftlichen Dilemmas und der bedrohlichen Umweltkatastrophen. Kein Wunder wurde dieses Werk mit Preisen nur so überschüttet.

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MurmelTV

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film, der einen verzaubert, auf eine Reise/ein Abenteuer mitnimmt! Das Leben der kleinen Hushpuppy in Bathtub, zusammen mit ihrem Vater und einer starken Gemeinde, welche sich schnell zu einer kleine Familie entwickelt, als ein großer, lebensbedrohlicher Sturm aufzieht, der viele der Einwohner in Angst und Schrecken versetzt, weshalb sie sich zur Flucht gezwungen fühlen. Nur die Mutigsten und Tapfersten stellen sich der Kraft der Natur und wollen um jeden Preis in ihrer Heimat bleiben, was jedoch nicht ganz so leicht fällt.

Es entwickelt sich ein packendes aber stets magisches Drama, welches besonders durch die Beziehung zwischen Hushpuppey (grandios gespielt von der kleinen Quvenzhané Wallis) und ihrem alleinerziehenden Vater Wink (ebenfalls extrem glaubhaft verkörpert von Dwight Henry) brilliert. Begleitet werden die Geschehnisse von einem eindringlichen, wunderschönen Score, welcher perfekt zu den sowohl tragischen, als auch magischen Bildern passt.

Im Laufe des Films stellt man sich viele interessante Fragen, da es der Film schafft, einen wirklich zum Nachdenken zu bringen. Sei es über die globale Erwärmung, welche hier mit dem Schmelzen der Eisschichten und dem daraus folgendem Hochwasser angesprochen wird, aber auch über das Leben an sich, wie man es am besten führt und letztendlich auch abschließt.

"Es sieht nicht aus wie ein Gefängnis, eher wie ein Aquarium ohne Wasser."

Immer wieder haut das junge Mädchen den Zuschauern solch eindringliche Zitate um die Ohren, welche wie die Faust aufs Auge passen und die moderne Gesellschaft in ein schlechtes Licht rückt. Ein kontrollsüchtiges, freiheitraubendes Licht, über das man selbst entscheiden muss, ob es der Wahrheit oder eben doch nur der Phantasie der Kleinen entsprungen ist.

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lieber_tee

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...andererseits sprengen die Mutigsten und Tapfersten unter Lebensgefahr die Dämme um das Bathtub trocken zu legen.


MurmelTV

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Jap. Ich bleibe auch bei "Mutigsten und Tapfersten"! :)


Copacabanasun

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Auf "Beast of the Southern Wild" muss man sich voll und ganz einlassen. Wenn man sich nicht in die Lage der kleinen Hauptdarstellerin rein versetzen kann oder will, dann sollte man den Film auch nicht weitergucken und dann auch keine sinn freien Kommentare dazu schreiben. Bei einigen Kommentaren hier hab ich das Gefühl das einige den Film madig machen weil sie einfach nicht verstehen worum es in dem Film geht. Aber nun ja wenn es den Leuten Spaß macht. - Obwohl dies offensichtlich ist für mich, wenn man wie gesagt sich auf den Film einlässt, worum es in dem Film geht das merkt man dann. - Ich hab die kleine sofort ins Herz geschlossen und ihre berührende Geschichte. Auch wenn "Beasts of the Southern Wild" kleine Fehler hat, darüber seh ich hinweg, weil mir alles andere so super gefällt.
.
.
LOVE IT! :)

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uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

ach man...dieses kleine tapfere mädel hab ich sofort ins herz geschlossen....und das ende ist traurig gemacht...SCHÖNER FILM!!!

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arzutomta

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ok ich muss den Film schauen, bin neugrig geworden.


uncut123

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bin gespannt wie du urteilst....bin mir sicher der gefällt dir!


Tyrion

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Film der es mir sehr schwer macht eine persönliche Meinung zu bilden.
Einerseits eine schön erzählte Geschichte die beim Zusehen viel Spaß macht. Die Charaktere sind rundum sympathisch und die Bewohner der "Bathtub" schaffen eine tolle familiäre Atmosphäre. Der zusammenhalt in diesem kleinen Grüppchen zieht sich durch den ganzen Film. Die Musik ist stimmig, stellenweise sogar großartig, und auch visuell hinterlässt der Film einen tollen Eindruck.
Andererseits fehlt mir irgendwie die Message die den Film ausmachen könnte. Auch der Plot an sich gibt eigentlich nur sehr wenig her.
Trotzdem gebe ich hier 8 Punkte weil er zwar im Nachhinein betrachtet ausbaufähig ist, mir beim Sehen trotzdem sehr viel Freude bereitet hat, und darum sollte es doch in erster Linie gehen. ;)

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jacker

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Bewertung3.0Schwach

BEASTS OF THE SOUTHERN WILD - während der Sichtung schon schwierig - es wäre nicht übertrieben von einer massiven emotionalen Rezeptionsbarriere zu sprechen - und auch in der nachträglichen Reflektion kein Kandidat der einfachen Zugänglichkeit. Überhaupt irgendetwas über diesen Film zu denken fällt schwer, weder Bauch noch Kopf mögen sich dazu bewegen mehr (oder weniger) als leichten Unmut verlauten zu lassen.

Fest steht: Die allzu oft in einem Zug mit Hushpuppy und BOTSW genannte herzerweichende Niedlichkeit, pure Emotion und Kinomagie kommt offensichtlich nicht bei jedem Zuschauer an. Im Gegenteil, Zeithlin's Debutfilm fühlt sich träge und unangenehm zäh an, wirkt dadurch ungewollt krag und findet keinerlei notwendige Linie. In seltsamer Unentschlossenheit zwischen Märchen, Sozialstudie und hartem Realismus am unteren Rand der Gesellschaft, verrennt die Darstellung einer Kommune am völligen Nullpunkt sich immer wieder in Verkitschung, Verharmlosung und absolut fragwürdiger Darstellung der gezeigten Zustände.

Egal wie man BOTSW verstehen mag - das bleibt dem Zuschauer selbst überlassen - jede mögliche Variante erzeugt mindestens Skepsis, wenn nicht Wut:
Als offensichtlichsten Ansatz ist die Geschichte wohl als großes Spiel und Abenteuer eines aufwachsenden Kindes zu verstehen. Durch die Augen eben dieses Kindes. Die Darstellung des saufenden, der Selbstzerstörung hemmungslos fröhnenden Mobs um das kleine Mädchen herum, bleibt trotzdem schamlos romantisiert und - speziell durch den für sich genommen hochwertigen, aber katastrophal deplatziert gesetzten heile-Welt-Score - gefährlich verkitscht. Durch welche Augen auch immer, so sehen Armut, Hunger und Obdachlosigkeit nicht aus!
Auch kann BOTSW als Analogie auf Katastrophen wie Hurricane Katrina aufgefasst werden. Auch hier nur Skepsis! Mag sein, dass manch Einer durch Galgenhumor und Glauben an die Ironie des Schicksals besser mit solcher Katastrophe umgehen kann - dass die verarmten Opfer des Sturms am Tag darauf direkt weitersaufen und es im großen Stile abfeiern, nun anstatt wenig endgültig nichts zu besitzen, ist jedoch schon fast eine freche Behauptung.
Nirgendwo steht, dass wer arm ist nur Trübsal blasen soll. Das hier geht dennoch zu weit.

Auch optisch macht BOTSW wenig Spaß - der hektisch verwackelten Kamera geschuldet - und baut viel (visuell dreist an den Wolf aus DIE UNENDLICHE GESCHICHTE angelegte) Dramatik auf, handelt die titelgebenden 'Beasts' dann aber doch nur in einer kurzen Randnotiz ab.
Kein guter Film!

[http://weltamdraht.blogsport.de/2013/09/09/beasts-of-the-southern-wild-2012]

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lieber_tee

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Hm, so richtig verstehe ich deinen Text nicht. Einerseits attestierst du den offensichtlichen (kindlichen) Blickwinkel des Mädchens auf die ärmlichen Verhältnissen sagst aber dann das so diese Welt (in ihren Augen?!) nicht aussehen kann/darf. Hat ja eine Funktion für das Mädchen, im Abgleich zur Realität und ihren Ängsten. Am Ende ist ein Reifungsprozess. Sie verlässt die "alte" Welt über einen schmalen, überfluten Damm zu neuen Ufern.


jacker

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Nein, ich sage: Für mich ist nicht klar wie ich den Film verstehen will/kann/soll und egal für welche Variante ich mich entscheide, die Darstellung finde ich fragwürdig. AUCH in der 'Kindersicht' Variante.


MichaelGG

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Hat mich berührt und mir sehr gut gefallen.
Mehr gibt es manchmal einfach nicht zu sagen.

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Bartel aka Faniel Dranz

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Bewertung3.0Schwach

Ach du meine Güte. Bringen wir das schell hinter uns. Rechte Rechtschreibradikale aufgepasst: „Das Schell hinter sich bringen“ bezeichnet in Bartel-Bla-Bla gemeinhin, das der gesamte nachfolgende Text in Gestus, Intonierung sprich der Fantasie von niemand geringerem als Maestro Maximilian Schlammbär von Schell vorgetragen werden muss. Dieser sprach also:
Mutter hat mich vor diesen Film gewarnt. Ich solle nicht mit dem spielen. Er hätte Läuse. Und tatsächlich: Dieser ungewaschene Indie-Zögling fühlt (schaut) sich an als ob nur vom Gucken fieses Krabbeltier überspringen wolle. Die bösen Beißer, wie Mutter sie so treffend bezeichnete.
Fiese Filmkneifer. Zottelige Zelluläuse. Igitt. Mich fängt es an zu jucken wenn ich nur daran denke das ich letztes Wochenende in Kontakt kam mit diesem Gefühlskino,
vom gemeinen Genre-Connaisseur auch recht treffend als „Feel-Itchy“-Film (umgangssprachlich auch Movie) straftituliert worden. Anti-Hygiene-Kino. Schauen, schaudern dann showern. Ganz viel Body and Hair Gel einwirken lassen. Mit Haut und Haar. Ein Film für Stinker und Stänker. Perfekt also - und übelriechend.
Der Gestank von Saubären und deren Sprösslingen. Mief of the Saubär´n Child. Ja genau, das Gör riecht am strengsten. Kein Wunder, sieht es ja auch aus wie eine auf dunkel geeichte Schmuddel-Momo, sogar mit haargenau ( „haargenau“…ha ha…) gleicher Frisur. Okay, vielleicht hier und da mehr zeitgenössischer Ethno-Filz in den Strähnchen.
„Halt! Stop! Skandal!“ hört man die hornbebrillten Moralagnostiker jetzt lautstark radikal-verbal-barrikadisieren.
„Das ist doch die reinste Diskriminierung!“
Ist sie das? Riecht zumindest so. „Reinste“, kann man also gleich mal ausschließen. Riecht mir eher nach „raus“ statt rein und wenn man letzteres doch einbinden möchte dann höchstens auf Berufung von aufrechter Wahrhaftigkeit: Das ist die reinste Schweinerei. Riecht zumindest ganz danach aus!
Sie will doch nur spülen. Wer von seinen Erziehungsberechtigten nie in die Freuden der Körperpflege eingewiesen wurde, dessen Gestank ist bald so unerträglich das bald nur noch der gute Wille und eine dicke Portion Größenwahn hilft und flux erhebt man sich die ganze Welt zu einer einzigen riesigen Badewanne spart sich somit sämtliche Seifenkosten, und das ein Leben lang. Blöd nur das eine Existenz basierend auf imaginären sanitären Räumen schneller stinkt als Hoeneß aktuelle Steuererklärung. Was bleibt dem Blag da nur. Zündeln und den pyromanischen Trieben nachgehen. Das zeigt sich visuell einigermaßen eindrucksvoll in der Eröffnungsszene in welcher man der Filzlaus die haarige Lunte anzündet und es als eine Art menschlicher Sprengkörper wild wuselnd auf die Kamera zu hyperaktivieren lässt. Achtung gleich macht´s BOOOOM! Da ein seltsames mystisches Märchengelaber von irgendwelchen religiös überhöhten Drecksäuen auch Auerochsen genannt. Die größten Stinker die je an die Oberfläche der Badewanne geploppt sind. Sie ruft nach Papa. Mama scheint wegen irgendwas stinkig zu sein und hat sich verdünnisiert. Nur Daddy weiß noch wie und wo der Hase läuft. Wenn er nicht den täglich Schnaps nach Hause bringt droht das kleine Gör damit die unschuldigen Hausviecher zu schnabulieren. Na dann guten Appetit. An einer Kakerlake ist auch mit ganz viel Fantasie nicht gerade viel Speck dran.
Das Sorgerecht für Väterchen hat sie aufgrund ihres herbeifantasierten tierischen Rechtsbeistands schnell zu ihrem Gunsten erstritten.
Unter der Woche darf der Psychiater den Papa therapieren und an den Wochenenden guckt der Gelehrte solange in Richtung des Minirocks seiner Arzthelferin, bis der Alte aus freien Stücken zum Fenster rausflüchtet. Wenn er den Patientenkittel trägt, den verschlissenen weiß unser Haschpüppchen gleich Bescheid: Endlich Wochenende! Und bunte Smarties hat er bestimmt auch in seinem Kittel. Die haben mehr Nährstoffe als neu orleanischer Sumpftorf und die Nebenwirkungen sind optisch beeindruckender als jede Lebensmittelvergiftung.
Das mir der Film dann auch noch vorgaukelt er wäre das nächste große, zuckersüße "Indie-Märchen" - einer...nicht seiner...und auf keinen Fall meiner...Generation, macht die Sache nicht gerade besser. Mit vorgetäuschter Erwartung, bei diesem Film könne man sich endlich wieder entspannt und beruhigt durch eine nostalgisierte Form der michel-gondryesken Bildästhetik, in den Schlaf hineinmasturbieren, wirken die Absichten der Regie geradezu anfeindend antimenschlich.
Denn in Wirklichkeit haben wir es hier mit einem Hybriden zu tun:
Bei einem Anteil handelt es sich um einen "waschechten" Eso-ploitation Grind-Haut-Schocker. Was wird uns also geboten?
Viel Naturschlamm, noch mehr Öko-infantiles-Innere Balance--Bla Bla, haufenweise kulissinierter aber auch expositiv recycelter Müll und obendrauf dieser unerträgliche aufgesetzte "Feel-Good" Vibe, ein Gefühl das für die Übertragung von positiven Filmschwingungen missbraucht wird und sich dabei anfühlt wie das gewaltätige Eindringen einer "Analsonde der guten Laune" in die eigenen fleischigen Abgründe . Dieser medizinisch-kinematografische Vorgang tut umso mehr weh, da es sich beim zweiten Anteil im Grunde nur um einen richtig fiesen Sozialporno. Die Tatsache das man hier eine "lebenswerte und liberale" Armutsromantik suggeriert bekommt die jegliche Realität, Tragik und Drastik mit Honig und biologisch abbaubarer Zuckerwatte auszublenden versucht, ist wirklich zum kotzen. Als ob sich ein buntes, scharfkantiges Stückchen Zuckerglasur bei der Zwangsernährung, gesplittert und in der Kehle quergestellt hätte. Den Film mit einigen Kandidaten exotischer internationaler Fauna zu vergleichen also gar nicht weit hin:
Nur weil etwas derartig niedlich aussieht bedeutet es nicht das es nicht doch nach Scheiße riecht. Kot im Fell ist, besonders nach dem Trocknen, nur schwer herauszubekommen. Danke und gute Nacht. Bartel over and out.

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MannimKuehlschrank

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„Don’t watch films on your fucking telephone“


KingDocy

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Bewertung9.0Herausragend

Wow! Beasts of the Southern Wild hat mich einfach nur umgehauen! Bin eher durch Zufall darüber gestolpert, aber habe jede Minute genossen. Der Film ist geprägt von Ambivalenzen auf verschiedenen Ebenen, die unheimlich faszinierend sind: Da ist zunächst Hushpuppy, die ihre Geschichte im Voice-Over erzählt und dabei teilweise die gezeigten Szenen konterkariert. So sehen wir beispielsweise eine Festszene gleich am Anfang des Films, bei dem gesoffen wird was das Zeug hält, doch die schöne Musik und die bunten Farben des Feuerwerks lassen die ganze Szenerie dennoch schön erscheinen. Überhaupt besteht ein Großteil des Streifens aus saufenden, obdachlosen Außenseitern der Gesellschaft, die in den Sümpfen Louisianas im Dreck leben. Kein Wunder also, dass Hushpuppy sich ihre eigene kleine Welt schafft, in der auch Auerochsen existieren und die auf dem Weg zur Bathtub (Hushpuppys Zuhause) sind. Als Metapher für die Stärke, die das kleine Mädchen erlangen muss, um zu überleben, brauchen die Ochsen, die eher Schweinen als Rindern gleichen, eine gewisse Zeit und werden im Film eher selten gezeigt, dennoch üben sie eine gewisse Faszination aus. Immer wieder tritt die Situation ein, dass eine bestimmte Szene im Film von Hushpuppy aus dem Off begleitet wird, die Beschreibungen jedoch immer versuchen, das Leid der Menschen zu verdrängen, So gesehen, kann Beasts of the Southern Wild auch als psychologischer Entwurf eines Kindes interpretiert werden.

Ich mag einfach Filme, in denen die Grenzen zwischen Realität und Phantasie so verschwommen sind, wie in Beasts of the Southern Wild. Besser macht dies nur Pan's Labyrinth, mein absoluter Lieblingsfilm. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die Schauspieler Laien aus dem örtlichen Umland waren, muss man den Film einfach noch ein wenig aufwerten!

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LynchFan1706

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich bin ja felsenfest davon überzeugt, Malick hatte seine Finger bei dem Film im Spiel, denn die psychologischen Holzhammer Sinnsprüche Hushpuppys im nervtötenden voice over sind doch unter Garantie von ihm. Kommt ihr Macher, gebt es zu! Das war ein Malick nur nicht so altbacken wie sonst, eher poppig peppig frech, mit einer niedlichen, kleinen Hushpuppy und witzigen, großen Schweinen! Unglaublich naiv und sinnentleert, schamlos opportunistisch und trotz des pompösen Humanismus fehlte jegliche Empathie. Ja, ich bin sicher, das war ein Malick!

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Hartigan85

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Nein, den kenne ich leider noch nicht, möchte den aber schon seit Ewigkeiten sehen! Ich habe ja eine kleine Schwäche für Road-Movies. Hatte mal eine Liste dazu gemacht, vielleicht ist da ja noch der ein oder andere Tipp für dich, bzw. für euch dabei? :)
http://www.moviepilot.de/liste/road-movies-mein-heimliches-lieblingsgenre-hartigan85


Mr. Pink

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Ja, Road Movies sind toll. Vor allem die mit mordenden Liebespärchen. Die meisten Filme aus deiner Liste kenne ich auch schon. Oder weiß zumindest, dass ich sie noch kennenlernen möchte. :)


oliver.dambeck

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es gibt immer mal wieder Filme, von denen man sich wundert, dass es sie ueberhaupt gibt. 93 Minuten, die komplett handheld gedreht wirken und wie im Flug vergehen, dank der Hauptdarstellerin Quvenzhané Wallis, die in fast jeder Szene zu sehen ist, eine tolle Leistung abgiebt und nur 6 Jahre alt war beim dreh.
Fuer mich ein absolutes Highlight und der beste Film des Jahres bislang.
Davor gabs von dem selben Team diesen Kurzfilm: http://www.youtube.com/watch?v=c2hBZToDSbM

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soilent

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Barak Obamas Lieblingsfilm 2012 ... neben "Life of Pi" und "Argo"

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