Staffel 1 im Free-TV

Wir schauen The Walking Dead - Episode 1

Wir schauen The Walking Dead - Episode 1
© AMC/RTL2
Wir schauen The Walking Dead - Episode 1

Endlich ist es soweit: Auch in deutschem Free-TV kommen wir nun in den Genuss von The Walking Dead, der bis dato wohl aufwändigsten Zombieserie der Welt. Aus der Comicvorlage von Robert Kirkman machte AMC mit Showrunner Frank Darabont eine TV-Serie, die nicht nur auf Splatter-Effekte, sondern auch auf interessante Gruppendynamiken aus ist. Schon bei Game of Thrones versorgten wir euch mit den entsprechenden Recaps und bei The Walking Dead wird es nicht anders sein. Gestern gab es die ersten beiden Folgen des Marathons auf RTL 2 zu sehen. Heute Abend folgen Episode 3 und 4 und morgen werden wir die letzten beiden Folgen zu sehen bekommen. Los geht es hier mit der ersten Folge Gute alte Zeit (Days Gone By) und den Link zur zweiten Folge findet ihr am Ende des Recaps. Macht euch auf ein wahrhaft untotes Wochenende gefasst!

Was passiert in der Zombie-Apokalypse?
Nachdem er im Einsatz verwundet wurde und in ein Koma fiel, wacht Sherrif Rick Grimes (Andrew Lincoln) Wochen später in einem Krankenhaus auf – scheinbar vollkommen allein. Schnell stellt er fest, dass das Krankenhaus aufgrund einer Epidemie in Eile verlassen wurde. Nachdem er auf dem Weg zu seinem Haus scheinbar lebendigen Leichen begegnet, wird er bei den Überlebenden Morgan (Lennie James) und dessen Sohn aufgenommen. Sie erklären ihm, dass Amerika von Zombies überrant wurde. Zusammen mit den beiden holt er sich Waffen und Ausrüstung aus der Polizeistation und macht sich auf den Weg nach Atlanta. Dort hat die Armee versucht, eine Sicherheitszone einzurichten. Rick hofft, dort seine Familie wiederzufinden. Doch auch Atlanta ist überrannt worden und Rick schafft es nur knapp, sich vor einer Zombiehorde in einen funktionsuntüchtigen Panzer zu retten. Einzig eine Stimme aus seinem Funkgerät lässt auf Befreiung hoffen.

28 Days Later meets Romero…on the road
Das war sie also, die erste Folge von The Walking Dead. Fans des Zombie-Genres werden unschwer erkennen, welche Strategie Gute alte Zeit verfolgt: Den Zuschauer mit einer unwissenden Hauptfigur mitten ins Geschehen zu werfen. Das funktionierte auf fast dieselbe Art und Weise bereits in 28 Days Later und hier schadet es ebenso wenig. Ich würde wahrscheinlich genauso fassungslos reagieren wie Rick, wenn ich vollkommen hilflos und geschwächt in dieser Welt aufwachte. Obwohl wir genau wissen, was dort passiert ist, ist der Terror der Apokalypse auch in unseren Köpfen ganz frisch. Die Folge wird von der Mitte nach vorn aufgerollt. Erst sehen wir Rick, wie er auf seiner Reise nach Seattle einen kindlichen Zombie erlöst. Dann, wie er sich in einem typischen Männergespräch mit seinem besten Freund Shane (Jon Bernthal) befindet und dann, wie er verwundet wird und Wochen später aufwacht. Insbesondere das Gespräch etabliert den emotionalen Grundkonflikt der Serie sehr effektiv. Werden sich die Probleme unserer Protagonisten im Angesicht einer unbesiegbaren Bedrohung auflösen? Oder werden diese Probleme ihnen eines Tages zum Verhängnis?

Das alles geschieht in einem sehr, sehr langsamen Tempo. Frank Darabont und seine Crew haben sich Zeit gelassen, den Hintergrund auszumalen. Wenig Musik, lange Gespräche, in die beiläufig wichtige Informationen wie die Eheprobleme von Rick und Lori eingestreut werden, sehr lange Einstellungen und die Überbleibsel einer zivilisierten Menschenkultur, die bald nicht mehr da sein wird. Rick muss sich erst an das Zombiegekloppe gewöhnen und bekundet in einer der meiner Meinung nach intensivsten Szenen der ganzen Serie dem beinlosen Zombie vom Anfang dafür, dass er ihn exekutiert, sein tief empfundenes Beileid. Auch Morgan und sein Sohn können sich nicht von der alten Welt trennen. Als sehr gefühlvoller Mann hängt Morgan noch sehr an seiner zombifizierten Frau und setzt gegen Ende sein Leben und das seines Sohnes für die ganz persönliche Erlösung aufs Spiel.

Ricks Reise zeigt uns in der Folge, dass in dieser Welt nichts mehr so ist, wie es einmal war. Ein Kinderzombie. Ein Selbstmord mit der Blut-Überschrift Forgive Us. Von diesen Momenten lebt The Walking Dead und lernt sie vom Frühwerk des George A. Romero. Nicht die Zombies sind die größte Gefahr, sondern die für eine Welt ohne Gnade zu zivilisierten Menschen. Die nächsten Folgen werden versuchen, dem ruhigen Grundton des Piloten mehr Dynamik zu verleihen. Wir werden sehen, inwieweit das gelingt.

Was sonst so auffällt
- Die deutsche Synchro weiß ausreichend zu überzeugen, mit in den meisten Fällen passenden und erprobten Sprechern. Schade nur, dass der herrliche Südstaatenakzent von Rick und Co. in der deutschen Fassung komplett verloren geht.

Der Darwin-Award geht an…
Anscheinend hat sich Morgan niemals mit dem Zombie Survival Guide von Max Brooks befasst. Unter keinen Umständen sollte sich jemand im Untergeschoss seines Hauses aufhalten, wenn Zombies dieses Haus angreifen. Morgan schickt seinen Sohn nach unten UND lockt alle Untoten in der Umgebung mit mehreren Schüssen aus einem Scharfschützengewehr an. Ohne Worte.

Lieblingszitat:
Rick: Es tut mir leid, dass dir das passiert ist.

Trauerspiel für Splatter-Fans?
Im Vorfeld der Ausstrahlung regten sich einige darüber auf, dass RTL2 sicher eine geschnittene Fassung zeigen würde. Das ist wahr, allerdings handelt es sich bei dieser geschnittenen Fassung um die deutsche, um 44 Sekunden entschärfte DVD-Fassung, die auch die Engländer zu sehen bekommen. Die Schnitte beschränken sich auf für den Plot nicht relevante Szenen und der Pilot lief sogar vollkommen ungekürzt.

Weitere Recaps zu The Walking Dead
Folge 2 – Gefangene der Toten

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