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Wir schauen The Walking Dead - Episode 2

quadzar (Malte Heckelen), Veröffentlicht am 12.05.2012, 08:50

Gestern sendete RTL 2 die ersten beiden Folgen der sensationell erfolgreichen Zombieserie The Walking Dead. Unsere Recap von Folge 1 habt ihr vermutlich schon gelesen. Folge 2 von The Walking Dead geht einen anderen Weg und hier könnt ihr lesen, wie sich das äußert.

In Folge 2 von The Walking Dead sind Rick und Co. Gefangene der Toten. In Folge 2 von The Walking Dead sind Rick und Co. Gefangene der Toten. © AMC/RTL2

Zombiefilme gibt es in vielen verschiedenen Formen. Das Genre erlaubt die unterschiedlichsten Herangehensweisen. Das zeigt auch Folge 2 von The Walking Dead. Gefangene der Toten (Guts) geht einen anderen Weg als die Pilotfolge (Folge 1 Recap) und bringt die Serie in eine etwas action-orientiertere Richtung. Wir sehen zum ersten Mal, wie es im Camp wirklich zugeht, während sich Rick mit dem Rest der Gruppe einen Weg aus der Stadt bahnen muss. Bei den Kritikern kam die zweite Folge von The Walking Dead nicht so gut an, wie die erste. Wir werden uns anschauen, was der Grund dafür sein könnte.

Was gibt’s Neues aus der Zombie-Apokalypse?
Lori (Sarah Wayne Callies) begibt sich auf die Suche nach etwas Essbarem außerhalb des Camps und wird dort auf eine etwas … gruselige Art und Weise vom alten Romantiker Shane überrascht. Nun wissen wir ganz sicher, dass sie eine Affäre haben. Rick erhält in seinem Panzer-Gefängnis einen Funkspruch von jemandem, der ihm zur Flucht verhelfen will. Dabei handelt es sich um den jungen Asiaten und findigen Laberkopf Glenn (Steven Yeun), der zusammen mit einigen anderen Überlebenden Vorräte für seine außerhalb der Stadt campierende Gruppe sammelt (welche Gruppe wohl?). In einem Hochhaus müssen sie sich einen Fluchtplan überlegen, denn Ricks Schüsse und diejenigen des auf dem Dach positionierten, machthungrigen Rassisten Dixon Merle (Michael Rooker) haben die Zombiehorde angelockt. Nachdem er von Rick überwältigt wird, fällt diesem ein Fluchtplan ein. Rick und Glenn schlurfen in einer Camouflage aus Zombiegedärm zu einem Truck, um die anderen aus dem Gebäude abzuholen. Währenddessen entscheidet Shane im Camp, dass ein Rettungseinsatz zu gefährlich sei. Während die Gruppe erfolgreich flieht, bleibt der auf dem Dach angekettete Merle zurück.

Der etwas andere Plan
Der Cliffhanger am Ende der letzten Folge hält, was er verspricht. Wir bekommen eine größere Portion Action serviert, garniert mit einem nicht unerheblichen Gore- und Ekelfaktor. Der englische Titel Guts (Innereien) spricht Bände und klingt um einiges markiger als das an B-Filme erinnernde, deutsche Pendant. Aber leider gibt es mit der zweiten Folge von The Walking Dead einige Probleme, die zumindest im Vergleich mit dem beispielhaft inszenierten Piloten auffallen. Eines dieser Probleme ist die Abweichung vom Comic, in dem Rick sehr viel schneller zur Gruppe außerhalb der Stadt stößt. Sicher, eine Adaption muss ihrer Vorlage nicht direkt folgen. Aber welchen Zweck erfüllt Merle in dieser Geschichte, wenn er am Ende sowieso auf dem Dach bleibt (und bald verschwindet)? Seine Figur wirkt wie eine Fehlinjektion Kontroverse. Zwar jammere ich auf einem sehr hohen Niveau, aber vieles in dieser Folge ist für den Rest der Handlung irrelevant und wirkt künstlich in die Länge gezogen.

Da wirken die kurzen Augenblicke im Camp fast interessanter, weil dynamischer. Die Gruppe ist sich uneins und Shane will ganz klar die Führung übernehmen. Dort treffen wir zum Beispiel den alten Dale (Jeffrey DeMunn), der sozusagen das moralische Zentrum der Gruppe darstellt. Die Teenagerin Amy (Emma Bell) bangt um ihre mit dem Rest der Gruppe in Atlanta gefangene Schwester Andrea (Laurie Holden) und wird dabei von Dale unterstützt. Hinzu kommt die meiner Meinung nach treffsicher unangenehm inszenierte Sex-Szene vom Anfang, die mit Shanes Aufdringlichkeit fast schon wie erzwungen wirkt. Die weggeworfene Erinnerungshalskette zeigt, dass noch einige Konflikte folgen werden. Und wer schon ein paar Zombiefilme kennt, weiß, dass sich schon kleine Reibereien zur wahren Katastrophe wandeln können.

Ich frage mich nur, warum Frank Darabont, der für beide Folgen das Drehbuch schrieb, nicht das Tempo der ersten Folge beibehalten hat. Die Antwort auf diese Frage könnte im breiteren Publikum liegen. Die Comics richteten sich an Fans des Genres, die mit großer Wahrscheinlichkeit die alten Zombiefilme wie Zombie – Dawn of the Dead oder Die Nacht der lebenden Toten gesehen haben. Die Serie muss aber auch diejenigen zufriedenstellen, die mit dem Genre nicht so sehr vertraut sind. Oder aber diejenigen, die eher fleischigere Zombie-Filme gewohnt sind. Gefangene der Toten stellt das Gegengewicht zum ruhigen Piloten dar und spielt mit den Erwartungen vieler Menschen an das Wort Zombie. Zurecht hat The Walking Dead großen Erfolg, aber ebenso gerechtfertigt ist die Tatsache, dass Folge 2 Publikum wie Kritiker spaltete.

Was sonst so auffällt
- Muss sonst noch jemand bei dem Namen T-Dog (IronE Singleton) laut loslachen? Hofft der gute Mann, nach dem Weltuntergang endlich seinen großen Durchbruch als Gangster-Rapper zu schaffen?
- Das sind nur zwei. Vor denen können wir leicht abhauen. Haha, genau.

Der Darwin Award geht an…
Die gesamte, in Atlanta Verpflegung suchende Gruppe. Es ist selten eine weise Entscheidung, einen Rassisten in eine ethnisch doch sehr gut durchmischte Gruppe zu integrieren.

Lieblingszitat
Rick: Passen Sie auf, Merle. Die Zeiten haben sich geändert. Es gibt keine Nigger mehr, klar? Auch keine dumm-wie-Brot-reinrassig-weißen Scheißkerle mehr. Es gibt nur noch dunkles Fleisch und helles Fleisch.

Trauerspiel für Splatterfans?
Auch bei Folge 2 sind mir keine größeren Schnitte aufgefallen. Ich bin mir zwar nicht sicher, aber als die Gruppe den Untoten zerhackt, könnte die Szene etwas kürzer ausgefallen sein.

Weitere Recaps zu The Walking Dead
Folge 1 – Gute alte Zeit


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