Julie Depardieu

Beteiligt an 28 Filmen (als Akteur) und 1 Serien

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Julie Depardieu
Geburtstag: 18. Juni 1973
Geschlecht: weiblich
Anzahl Fans: 1

Julie Depardieu, geboren am 18.06.1973, ist unter anderem bekannt aus den Filmen Mathilde - Eine große Liebe, Female Agents, Die Kunst zu lieben.


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Julie Depardieus unvergleichliche Klasse liegt darin, Natürlichkeit und Intellektualität miteinander zu verbinden, wenn man sie auf der Leinwand betrachtet, hat man immer das Gefühl, ein frisches Talent und eine reife, ernstzunehmende Schauspielerin gleichzeitig zu sehen. Ich finde Julie Depardieu ganz große Klasse. Auch wenn sie lange Zeit im Schatten ihres übermächtigen Vaters Gérard Depardieu stand – und später in dem ihres drogensüchtigen, kürzlich verstorbenen Bruders Guillaume Dépardieu – ist ihr Talent unverkennbar und wurde ihr sicherlich mit in die Wiege gelegt. Und das, obwohl Gerard Depardieu als schwieriger, autoritärer, überaus anspruchsvoller Vater gilt, dem man es als Tochter schwerlich recht machen kann. Vielleicht hatte Julie deshalb keine Lust, Schauspielerin zu werden. Sie schrieb viel lieber und interessierte sich für Musik. Diese Leidenschaft hat sie 2008 auch direkt umgesetzt und mit der Schauspielerei kombiniert, denn sie inszenierte auf dem wunderschönen Schloss Vaux le Vicomte ihre erste Oper, die Contes d’Hoffmann.
Später versuchte sich Julie Depardieu zunächst einmal an einem Philosophiestudium, machte dann aber mehrere Praktika im Filmbereich, wozu ihr sicherlich der Herr Papa verhalf. An eine Karriere als Schauspielerin dachte die hübsche Französin damals jedoch noch nicht, wie sie selbst einmal in einem ihrer seltenen Interviews berichtete. Nichtsdestotrotz erscheint sie 1994 zum ersten Mal auf der Leinwand – neben Gerard Depardieu in Die Auferstehung des Colonel Chabert.
Josée Davan ist es, die ihr die ersten Rollen in franzlösischen Fernsehfilmen der 1990er anbietet, in L’examen de minuit von Danièle Dubroux gelingt Julie Depardieu der Durchbruch auf der Kinoleinwand. Die Regisseurin ist dermaßen von Julies außergewöhnlicher Aura begeistert, dass sie ihr erneut eine Hauptrolle verleiht. Zehn Jahre nach ihrem Debüt als Schauspielerin spielt Julie Depardieu eine große Rolle in Eros thérapie (2004), wodurch sie sich als Vertreterin des jungen, frischen französischen Kinos etabliert. Filmemacher wie Cedric Klapisch (L’auberge espagnole) oder Laetitia Masson möchten mit der Schauspielerin, wie auch mit ihrem Bruder Guillaume, zusammenarbeiten. Das Jahr 2004 markiert dann auch die Schwelle zum großen Filmgeschäft, denn zwei Rollen bescheren ihr einen Lobsegen bei den Kritikern: die Hauptrolle in Podium von Benoit Poelvoorde und die der Kleinen Lili von Claude Miller. Für letztere erhält sie zwei Césars: als beste französische Nachwuchsschauspielerin und als beste weibliche Nebenrolle. Ein Erfolg, auf den nicht nur ihre Eltern stolz sein dürfen!
Fortan wollen auch die profilierten Filmemacher wie André Téchiné mit ihr zusammenarbeiten (Témoins). Trotzdem bleibt Julie Depardieu der jungen französischen Filmszene immer treu und arbeitet auch mit nicht renommierten Regisseuren zusammen. Ihr Talent streckt sich überdies nicht nur auf das Schauspiel aus, sie singt Chansons und nimmt diese auch professionell auf. Für den Film Poltergay zum Beispiel hat Julie Depardieu den Titelsong Born to be alive gecovert. Aber anscheinend gefällt ihr auch das Hollywoodkino, denn man sieht sie in Rush Hour 3 und in Female Agents (neben Sophie Marceau!). 2008 gewann sie auch wieder einen César für Ein Geheimnis von Claude Miller, unter dessen Regie sie sich bereits fünf Jahre zuvor zwei Césars erarbeitet hat. Hier merkt man auch beispielsweise, wofür Julie Depardieus Talent steht: Es gelingt ihr in jedem Film, neben hervorragenden Darstellern – hier sind es Cecile de France, Patrick Bruel, Ludivine Sagnier oder der vielseits geschätzte Mathieu Amalric – eine Nebenrolle mit Licht zu erfüllen, ihr Leben einzuhauchen, sie sympathisch zu machen. Der Zuschauer wird sich noch lange, nachdem er den Kinosaal verlassen hat, an Julie Depardieu in Ein Geheimnis erinnern, da sie auch ohne theatralische Gesten Sprengkraft in einer Figur darzustellen weiß. Mittlerweile hat die Französin in über 60 Spielfilmen mitgewirkt und ich kann wirklich sagen, dass es in ihrer Filmografie keinen einzigen Fehltritt gibt.
In einem Interview las ich einmal die Motivation der Französin Filme zu machen: „Meine größte Motivation sind das Projekt an sich und der Autor. Die Rolle kommt erst an zweiter Stelle. Ich möchte erst einmal einen Überblick haben, an dem Projekt teilhaben. Besonders an einem menschlichen Projekt! Ich bin nicht so karrieregeil, also versuche ich Projekte mit Leuten einzugehen, zu denen ich echte menschliche Beziehungen unterhalte.“
Was ich auch richtig toll an Julie Depardieu finde, ist, dass sie ihr Privatleben sehr diskret behandelt. Seit 2003 ist sie mit dem neun Jahre älteren Violinenvirtuosen Laurent Korcia liiert. Als sie letztes Jahr den Tod ihres Bruders Guillaume verkraften musste, stand sie an der Seite ihrer Eltern Gerard und Elisabeth (die mittlerweile leider geschieden sind) und opferte sich auf. Also ist Julie Depardieu selbst im Privatleben ein Vorbild für mich! Ich wünsche ihr jedenfalls alles Gute für die Zukunft.

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