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Mathilde - Eine Grosse Liebe
Un long dimanche de fiançailles, US 2004
- Genre
- Liebesfilm, Kriegsfilm
- Inhalt
Der Erste Weltkrieg geht zu Ende, doch einer jungen Französin steht ihr größter Kampf noch bevor: Mathilde (Audrey Tautou) hat erfahren, dass ihr Verlobter Manech (Gaspard Ulliel) zu jenen fünf verwundeten Soldaten gehörte, die von einem… — Mehr
Der Erste Weltkrieg geht zu Ende, doch einer jungen Französin steht ihr größter Kampf noch bevor: Mathilde (Audrey Tautou) hat erfahren, dass ihr Verlobter Manech (Gaspard Ulliel) zu jenen fünf verwundeten Soldaten gehörte, die von einem Kriegsgericht verurteilt und als Todgeweihte ins Niemandsland zwischen den französischen und deutschen Stellungen hinausgeschickt worden sind. Mathilde weigert sich jedoch zu akzeptieren, dass sie ihren geliebten Manech nie wiedersehen wird. So beginnt ihre außergewöhnliche Reise: Sie will herausfinden, was mit ihrem Verlobten geschehen ist. Ständig hört sie neue, herzzerreißende Varianten über Manechs letzte Tage und Minuten. Doch von keiner lässt sie sich entmutigen. Wenn Manech tot wäre, dann würde Mathilde das spüren. Ihr Glaube ist unerschütterlich, die Hoffnung gibt ihr Kraft, unbeirrbar besteht sie auf ihrer optimischen Grundstimmung - so verfolgt sie ihr Ziel bis zum Ende und nimmt diejenigen für sich ein, die ihr helfen können. Wer sich weigert, den ignoriert sie einfach. Indem sie der Wahrheit über das Schicksal der fünf unglückseligen Soldaten und ihrer brutalen Bestrafung näher kommt, erlebt sie das Grauen des Krieges und die von ihm Betroffenen hautnah: Wer diese Erfahrung übersteht, wird als anderer Mensch aus ihr hervorgehen.
- Cast
- Audrey Tautou, Gaspard Ulliel, Dominique Pinon, Jodie Foster, Chantal Neuwirth, Ticky Holgado, André Dussollier — Mehr
- Regisseure
- Jean-Pierre Jeunet
- Autoren
- Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant
- Laufzeit
- 133 Minuten
- Zeit
- 1920er Jahre, Erster Weltkrieg
- Ort
- Bretagne, Gefängnis, Paris, Verdun
- Handlung
- Amnesie, Deserteur, Erste Liebe, Gefängnis, Grab, Guillotine, Kinderlähmung, Körperlich Behinderter, Leuchtturm, Leuchtturmwärter, Markt, Masturbation, Privatdetektiv, Prostituierte, Prostitution, Rollstuhl, Schützengraben, Selbstverstümmelung, Soldat, Suche nach vermisster Person, Verbannung, Vergeltung, Verlust einer geliebten Person, Zeppelin, Zeuge
- Stimmung
- Aufregend, Berührend, Traurig
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Ganz gut 6.7
Der Film Mathilde - Eine Grosse Liebe wurde von 15 Kritikern bewertet.
GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin
Und wieder einmal untermauert die FSK ihre Sinnlosigkeit - Jean-Pierre Jeunets Kriegsfilm ist nicht so blutrünstig ausgelegt wie seine Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs, besitzt aber noch genügend explizite Szenen, die meiner Meinung nach nicht für zwölfjährige Kinderaugen geeignet sind - so erinnert eine "Slasher"-Szene quasi 1:1 an einen Mord aus dem Puppen-Horror "Chucky und seine Braut". Wer weiss, anscheind stumpft zuviel Horror dann doch ab...
Zum Film! Audrey Tautou - 2001 durch "Die wunderbare Welt der Amelie" Ikone von diversen Pseudo-Cineasten (...man konnte das durch unzählige Studenten-Cafes grassierende "Französischer Film! Wunderschön!" kaum noch hören...) - sucht als körperbehinderte Mathilde nach ihrem Verlobten, der seit den Wirren des 1. Weltkriegs verschollen ist.
Jeunet inszenierte im Grunde einen Krimi im Kriegsfilm-Gewand, Mathilde bewerkstelligt dabei ihre Nachforschungen mit Bauerns… — Mehr
Und wieder einmal untermauert die FSK ihre Sinnlosigkeit - Jean-Pierre Jeunets Kriegsfilm ist nicht so blutrünstig ausgelegt wie seine Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs, besitzt aber noch genügend explizite Szenen, die meiner Meinung nach nicht für zwölfjährige Kinderaugen geeignet sind - so erinnert eine "Slasher"-Szene quasi 1:1 an einen Mord aus dem Puppen-Horror "Chucky und seine Braut". Wer weiss, anscheind stumpft zuviel Horror dann doch ab...
Zum Film! Audrey Tautou - 2001 durch "Die wunderbare Welt der Amelie" Ikone von diversen Pseudo-Cineasten (...man konnte das durch unzählige Studenten-Cafes grassierende "Französischer Film! Wunderschön!" kaum noch hören...) - sucht als körperbehinderte Mathilde nach ihrem Verlobten, der seit den Wirren des 1. Weltkriegs verschollen ist.
Jeunet inszenierte im Grunde einen Krimi im Kriegsfilm-Gewand, Mathilde bewerkstelligt dabei ihre Nachforschungen mit Bauernschläue und Mut zum Risiko. Die Regie legt da allerdings ein extrem hohes Tempo vor und man wird zuweilen sehr gefordert, um alle Details und deren Zusammenhänge zu erfassen, während die Informationen auf einen einprasseln und man dabei versucht, sich an den Bildern zu laben. Aber zum Finale werden alle Fäden geschickt zusammengeführt und es ergibt das stimmige Ganze.
Jeunets Inszenierung bietet im Grunde keine wirklichen Überraschungen - genauso so stellt man sich einen Kriegsfilm von dem "Amelie"-Regisseur vor. Was aber keine Anklage sein soll, denn die Bildgewalt ist schier überwältigend! Glitscht man in den Szenen der Bretagne gerne mal in den Postkarten-Kitsch, bilden diese aber einen effektiven Gegenpol zu den Rückblenden und dem Grauen an der Front. Die Action-Szenen sind ausgesprochen überlegt inszeniert und entbehren damit jeglichen dokumentarischen Anspruch. Sie besitzen eine wuchtige Kraft und vermitteln eindringlich das endzeitliche Flair.
Die Schlachtenbilder verklären trotz ihren malerischen Charakters nicht das Drama und Jeunet übt sich in flascher Bescheidenheit, wenn er im (sehr gehaltvollen) Audiokommentar Spielbergs "Saving Private Ryan" als besten Kriegsfilm überhaupt anpreist. So manche Kampf-Szene erinnert zwar in handwerklicher Sicht an Spielbergs berühmte erste 20 Minuten - die Jeunet auch freimütig als Inspiration angibt - doch im Gegensatz zum Ami-Epos bezieht Jeunet keine Stellung. Es gibt weder den heldenhaften Franzosen, noch den niederträchtigen Deutschen. Die Soldaten liegen alle im gleichen Dreck und jeder kämpft ums pure Überleben ohne hehre patriotische Ziele. Diese bedingungslose Einigkeit der Schicksale betont eine Facette des Films, die man bei anderen Kriegsfilmen eher vermisst - Menschlichkeit.
Mathildes unbeirrbarer, fast krankhafter Wille ihren Verlobten trotz aller Widrigkeiten lebend zu finden sowie diverse göttliche Fügungen untermauern die Romantik des Films, verleihen "Mathilde" Wärme, Hoffnung und das große Gefühl, dass am Ende die Liebe über jede Katastrophe obsiegt.
Französischer Film! Wunderschön!
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Lassen sich die liebenswerten Schrulligkeiten des Poulain-Konzepts mit den barbarischen Grausamkeiten der Verdun-Schlachterei vereinbaren, darf man Jeunets bonbonbunte "Amélie"-Konfektion und Kubricks schwarzweißgrimmigen "Wege zum Ruhm"-Realismus kreuzen? Daß "Mathilde - eine große Liebe" diese Balance gelingt, liegt einerseits an der erzählerischen Meisterschaft Jean-Pierre Jeunets. Der hält seine mäandernden Handlungsfäden straff in der Hand und findet trotzdem Platz für prägnante Episoden wie jene einer modernen Kriemhild auf Rachefeldzug für ihren toten Liebsten.
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Kommentare — Sehenswert 7.0
Der Film Mathilde - Eine Grosse Liebe wurde von 696 Mitgliedern bewertet.
Joe Gillis 2010/03/14 22:00:26
Natürlich kann man »Un long dimanche de fiançailles« mit Fug und Recht für monströsen Kitsch, für einen einzigen Spezialeffekt halten, man kann aber auch bewundern, wie es Jeunet gelingt, visuelles und literarisches Erzählen miteinander zu verschmelzen. Seine Bilderfindungen sind von stummfilmhaft-naiver Extravaganz, realisiert mit den avancierten technischen Mitteln des 21. Jahrhunderts, die Story – vordergründig die rührend-einfältige Geschichte einer Liebe in den Zeiten des Krieges – bildet durch die wüste Verhackstückung der Erzählmasse, durch das verwirrende In- und Durcheinander der Zeitebenen und Blickwinkel das (Un-)Wesen seines Themas ab: Krieg als Zerstörer nicht nur von Körpern und Landschaft, sondern auch von Sinn und Form. Jeunet setzt nicht auf analytische Mäßigung sondern auf drastische Opulenz. Er übertreibt alles: die Sentimentalität, das Pathos, die Komik, die Stilisierungen, den Realismus, das Geheimnis. Was in »Amélie« gelegentlich eher selbstzweckhaft wirkte – das permanente Zuviel –, hier funktioniert es konsequent als narrativer Overkill: Als hätte eine Granate in den Film eingeschlagen, löst sich die Geschichte in Bruchstücke und Splitter auf. Auge im Orkan des Geschehens: Mathilde. Mit starrem Blick auf das innere Bild des Geliebten wird ihre sonderbar kalte amour fou zum Wegweiser durch das emotionale Niemandsland einer katastrophalen Welt. Ihre Suche nach dem verlorenen Glück führt nicht nur durch die brutale Absurdität des Grabenkrieges, sondern vor allem durch zahllose, vom Krieg verbogene Schicksalslinien. Jeunet erzählt vom verzweifelten Fünkchen Hoffnung, daß nach massenhaftem Tod, nach der Vernichtung von individuellen Lebensentwürfen, Moral und gesellschaftlicher Kontinuität dennoch ein Minimum an privater Ordnung zurückzugewinnen wäre. Daß die Wiederherstellung des Glücks unbedingt versucht werden sollte, auch wenn sie im Grunde nicht gelingen kann, davon spricht das wunderbar zwiespältige Happy-End.
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medee 2010/01/14 23:45:36
Der gesamte Film ist eine Vorbereitung auf das Ende. Alles das, was erzählt wird, muss radikal zu Ende erzählt werden bis schlussendlich im narrativen Nichts, Mathilde ihrem Verlobten zusehen kann und es sich das wiederholt, was sie schon einmal erfahren hatte und so beharrlich suchte: die große Liebe!
Das mag etwas einfach und überhöhend sein. Das spricht dem Film aber nicht ab, dass er es versteht, schlussendlich zielgenau dort hinzudrücken, wo die Tränensäcke auf ihre Erlösung warten...
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jlorenz1 2009/12/02 02:00:09
Chapeau - ein äußerst intimer, einprägsamer, typisch französischer Antikriegskrimi über eine herzzerreißend anmutige, große Liebe.
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Die Intensität der Liebe vermag sich nicht auf den Zuschauer zu übertragen. Mathildes Anstrengungen bebildert Jeunet mit nichts weiter als Kitsch, einem Museum der pittoresken Ausstattungsdetails, in dem die digitalen Rekonstruktionen von zeitgeschichtlichem Ambiente paradoxerweise den Anstrich des Fantastischen verstärken.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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