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Mathilde - Eine Grosse Liebe

Un long dimanche de fiançailles, US 2004

Community:

7.0

Sehenswert

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Kritiker: 6.7

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Genre
Liebesfilm, Kriegsfilm
Inhalt

Der Erste Weltkrieg geht zu Ende, doch einer jungen Französin steht ihr größter Kampf noch bevor: Mathilde (Audrey Tautou) hat erfahren, dass ihr Verlobter Manech (Gaspard Ulliel) zu jenen fünf verwundeten Soldaten gehörte, die von einem… Mehr

Cast
Audrey Tautou, Gaspard Ulliel, Dominique Pinon, Jodie Foster, Chantal Neuwirth, Ticky Holgado, André Dussollier Mehr
Regisseure
Jean-Pierre Jeunet
Autoren
Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant
Laufzeit
133 Minuten

Poster und Merchandise zum Film im Fanshop

Kritiker — Ganz gut 6.7

Der Film Mathilde - Eine Grosse Liebe wurde von 15 Kritikern bewertet.

D. Kamalzadeh: Der Standard

4.0Uninteressant

Die Intensität der Liebe vermag sich nicht auf den Zuschauer zu übertragen. Mathildes Anstrengungen bebildert Jeunet mit nichts weiter als Kitsch, einem Museum der pittoresken Ausstattungsdetails, in dem die digitalen Rekonstruktionen von zeitgeschichtlichem Ambiente paradoxerweise den Anstrich des Fantastischen verstärken.

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GR0BI: Cinegate/Deadline-Magazin

9.0Herausragend

Und wieder einmal untermauert die FSK ihre Sinnlosigkeit - Jean-Pierre Jeunets Kriegsfilm ist nicht so blutrünstig ausgelegt wie seine Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs, besitzt aber noch genügend explizite Szenen, die meiner Meinung nach nicht für zwölfjährige Kinderaugen geeignet sind - so erinnert eine "Slasher"-Szene quasi 1:1 an einen Mord aus dem Puppen-Horror "Chucky und seine Braut". Wer weiss, anscheind stumpft zuviel Horror dann doch ab...
Zum Film! Audrey Tautou - 2001 durch "Die wunderbare Welt der Amelie" Ikone von diversen Pseudo-Cineasten (...man konnte das durch unzählige Studenten-Cafes grassierende "Französischer Film! Wunderschön!" kaum noch hören...) - sucht als körperbehinderte Mathilde nach ihrem Verlobten, der seit den Wirren des 1. Weltkriegs verschollen ist.
Jeunet inszenierte im Grunde einen Krimi im Kriegsfilm-Gewand, Mathilde bewerkstelligt dabei ihre Nachforschungen mit Bauerns

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

8.0Ausgezeichnet

Lassen sich die liebenswerten Schrulligkeiten des Poulain-Konzepts mit den barbarischen Grausamkeiten der Verdun-Schlachterei vereinbaren, darf man Jeunets bonbonbunte "Amélie"-Konfektion und Kubricks schwarzweißgrimmigen "Wege zum Ruhm"-Realismus kreuzen? Daß "Mathilde - eine große Liebe" diese Balance gelingt, liegt einerseits an der erzählerischen Meisterschaft Jean-Pierre Jeunets. Der hält seine mäandernden Handlungsfäden straff in der Hand und findet trotzdem Platz für prägnante Episoden wie jene einer modernen Kriemhild auf Rachefeldzug für ihren toten Liebsten.

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Kommentare — Sehenswert 7.0

Der Film Mathilde - Eine Grosse Liebe wurde von 696 Mitgliedern bewertet.

Joe Gillis

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Natürlich kann man »Un long dimanche de fiançailles« mit Fug und Recht für monströsen Kitsch, für einen einzigen Spezialeffekt halten, man kann aber auch bewundern, wie es Jeunet gelingt, visuelles und literarisches Erzählen miteinander zu verschmelzen. Seine Bilderfindungen sind von stummfilmhaft-naiver Extravaganz, realisiert mit den avancierten technischen Mitteln des 21. Jahrhunderts, die Story – vordergründig die rührend-einfältige Geschichte einer Liebe in den Zeiten des Krieges – bildet durch die wüste Verhackstückung der Erzählmasse, durch das verwirrende In- und Durcheinander der Zeitebenen und Blickwinkel das (Un-)Wesen seines Themas ab: Krieg als Zerstörer nicht nur von Körpern und Landschaft, sondern auch von Sinn und Form. Jeunet setzt nicht auf analytische Mäßigung sondern auf drastische Opulenz. Er übertreibt alles: die Sentimentalität, das Pathos, die Komik, die Stilisierungen, den Realismus, das Geheimnis. Was in »Amélie« gelegentlich eher selbstzweckhaft wirkte – das permanente Zuviel –, hier funktioniert es konsequent als narrativer Overkill: Als hätte eine Granate in den Film eingeschlagen, löst sich die Geschichte in Bruchstücke und Splitter auf. Auge im Orkan des Geschehens: Mathilde. Mit starrem Blick auf das innere Bild des Geliebten wird ihre sonderbar kalte amour fou zum Wegweiser durch das emotionale Niemandsland einer katastrophalen Welt. Ihre Suche nach dem verlorenen Glück führt nicht nur durch die brutale Absurdität des Grabenkrieges, sondern vor allem durch zahllose, vom Krieg verbogene Schicksalslinien. Jeunet erzählt vom verzweifelten Fünkchen Hoffnung, daß nach massenhaftem Tod, nach der Vernichtung von individuellen Lebensentwürfen, Moral und gesellschaftlicher Kontinuität dennoch ein Minimum an privater Ordnung zurückzugewinnen wäre. Daß die Wiederherstellung des Glücks unbedingt versucht werden sollte, auch wenn sie im Grunde nicht gelingen kann, davon spricht das wunderbar zwiespältige Happy-End.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

medee

Bewertung7.0Sehenswert

Der gesamte Film ist eine Vorbereitung auf das Ende. Alles das, was erzählt wird, muss radikal zu Ende erzählt werden bis schlussendlich im narrativen Nichts, Mathilde ihrem Verlobten zusehen kann und es sich das wiederholt, was sie schon einmal erfahren hatte und so beharrlich suchte: die große Liebe!

Das mag etwas einfach und überhöhend sein. Das spricht dem Film aber nicht ab, dass er es versteht, schlussendlich zielgenau dort hinzudrücken, wo die Tränensäcke auf ihre Erlösung warten...

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jlorenz1

Bewertung8.0Ausgezeichnet

Chapeau - ein äußerst intimer, einprägsamer, typisch französischer Antikriegskrimi über eine herzzerreißend anmutige, große Liebe.

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