Vicco von Bülow

Beteiligt an 12 Filmen (als Akteur, Regisseur, Drehbuch und Konzeptor) und 2 Serien

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Vicco von Bülow
Alias: Loriot
Geburtstag: 12. November 1923
Todestag: 22. August 2011
Geschlecht: männlich
Anzahl Fans: 203

Unter dem bürgerlichen Namen Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow wurde Vicco von Bülow, vielen besser bekannt als Loriot, am 12. November 1923 in Brandenburg geboren. Den meisten Menschen wird Loriot wohl als Karikaturist, Regisseur und Schauspieler in Erinnerung bleiben. Von Wum und Wendelin aus Der große Preis bis zum Kosakenzipfel erfreute Vicco von Bülow viele Gemüter.

Obwohl er einem alten Adelsgeschlecht entstammte, war aller Anfang schwer. Als frisch gebackener Absolvent der Kunstakademie (1949) dauerte es einige Jahre bis Vicco von Bülow schließlich einen Verlag fand, der seinen Comicband veröffentlichte. ‘Auf den Hund gekommen’ erschien dann 1954 im Diogenes Verlag.

Erste Schauspielerfahrung sammelte Loriot in einer kleinen Rolle in Die Brücke von Bernhard Wicki. Weiterhin sammelte er auch Erfahrungen als Moderator in der Fernsehsendung Cartoon in der ARD, wobei er hier mehr und mehr das Zepter selbst in die Hand nahm. Anfangs nur ein Moderator, trug Vicco von Bülow später auch mit eigenen Cartoons und humoristischen Einlagen zum Erfolg der Serie bei.

1976 hatte sich das Traumpaar dann endgültig gefunden. Zusammen mit Evelyn Hamann stand er für die sechsteilige Fernsehserie Loriot vor der Kamera. Die Serie bestand aus einer Ansammlung von gezeichneten und gespielten Sketchen, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen. So gelang Vicco von Bülow etwas, dass nur wenige Künstler schaffen: Mit seinem Humor erreichte er generationsübergreifend eine breite Masse an Menschen. Zu seinem 60. Geburtstag wurde dann die Jubiläumssendung Loriots 60. Geburtstag in der ARD ausgestrahlt. Es folgten die Filme Pappa ante Portas und Ödipussi, in denen Loriot jeweils an der Seite von Evelyn Hamann die Hauptrolle spielte und auch als Autor und Regisseur tätig war.

Im Jahr 2006 gab Vicco von Bülow dann seinen Rückzug aus der Öffentlichkeit bekannt. Er beklagte die Schnelllebigkeit des Mediums, die es ihm nicht ermöglichte weiterhin auf hohem Niveau zu arbeiten.

Sein Privatleben hielt er weitgehend von der Öffentlichkeit fern. Verheiratet war er seit 1951 mit Rose-Marie Schlumbom, mit der er auch zwei Töchter bekam. Auch seine private Freundschaft mit Evelyn Hamann, seiner Schauspielkollegin, pflegte Loriot bis zum Ende. Ihr Tod im Jahr 2007 traf ihn schwer. Seinen Lebensabend verbrachte Vicco von Bülow zusammen mit seiner Familie in Ammerland am Starnberger See und starb dort am 22. August 2011 im Alter von 87 Jahren an Altersschwäche.

Von der Weihnachtsfeier bei den Hoppenstedts übers Jodeldiplom bis hin zu der Nudel an der Nase – Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, alias Loriot, alias Vicco von Bülow wird die Menschen auch über seinen Tod hinaus herzhaft zum Lachen bringen.(kas)


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35 Kommentare

über Vicco von Bülow

RoosterCogburn

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Für Fans und Interessierte: Die ARD bringt einen "großen Geburtstagsabend" (16. November), dazu ein Glas Wein (die Weine aus dem legendären "Vertreterbesuch" gibt es inzwischen wirklich: Die "Oberföhringer Vogelspinne", das "Hupfheimer Jungferngärtchen" und der "Klöbener Krötenpfuhl") und Platz genommen wird auf dem heimischen Sofa (auch das bekannte Sofa aus der Fernsehreihe ist als Nachbau käuflich zu erwerben). Und im Sinne Loriot's (der bekennender Mops-Narr war) spiele ich anschließend mit den Möpsen meiner Mitzuseherin. Aber die Hunde bleiben draußen.

Herr Vicco von Bülow,
ich bedaure zutiefst das Sie und Frau Hamann nicht mehr unter uns weilen. Trotz allem wünsche ich Ihnen alles Gute zu Ihrem 90. Geburtstag. Wo immer Sie ihn jetzt feiern mögen.
Ein tiefer Bewunderer - auf ewig.

"Heiterkeit ist ohne Ernst nicht zu begreifen." [Loriot]

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mannypenny

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Du hast das "Bacharacher Trockene Domtal" vergessen. Grins


Iamthesword

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-"Was spüren Sie auf der Zunge?"
-"So ein pelziges Gefühl."
-"Falsch!"


Iamthesword

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Wir schreiben das Jahr 1959. Ein Film kommt in die Kinos: Bernhard Wickis Kriegsdrama "Die Brücke". Eine Szene zeigt eine Offiziersbesprechung. Die Lage ist beschissen - bald werden Kinder für den deutschen Durchhaltewahn verheitzt werden. Plötzlich zeigt die Kamera einen Funker. Er ruft eine andere Dienststelle: "Hier ist Bienenkorb. Bienenkorb!"
Damals konnte es noch niemand wissen, aber unabsichtlich (?) ist hier die erste Loriotszene der Welrt entstanden. Denn der junge Schauspieler ist niemand anderer als Bernhard Viktor "Vicco" von Bülow bei dem Versuch, sich als ernsthafter Schauspieler zu etablieren. Doch zu unserer großen Freude sah er bald ein, dass dies wohl nicht von Erfolg gekrönt sein würde und widmete sich seinem anderen Talent: Männchen mit Knollennasen und Hunde zu zeichnen. Damit hatte er schon in den frühen 50ern begonnen, doch der "Stern" hatte ihm schon nach wenigen Folgen wegen Leserprotesten gekündigt. Danach wollte kein deutscher Verleger sie mehr veröffentlichen. So kamen seine Werke über die Hintertür nach Deutschland: der Schweizer Daniel Keel (Diogenes) traute sich - und hatte Erfolg. Bis zu seinem Lebensende sollte "Loriot" (frz. für den Pirol, das Wappentier der von Bülows), wie sich der junge Satiriker nun nannte , nur bei ihm veröffentlichen und eine Auflage von über 5 Millionen Bänden erzielen.
Ab 1967 wurde Loriot zusätzlich auch im Fernsehen tätig. Zunächst mit Cartoons, dann auch mit Realfilm-Sketchen: in seiner Serie "Loriot I-VI", die ab 1976 entstand, prägte er den loriottypischen Humor: Alltagsszenen, in denen meist nur ein Detail nicht ins Bild passt und die sie ins Absurde stürzen - die nudel im Gesicht ist nur das berühmteste beispiel. Loriot erwieß sich dabei als ungeheuer präziser und treffsicherer Beobachter und Kommentator des Zeitgeistes der Deutschen: sei es der Hang zu verbrieften Titeln ("Das Jodeldiplom"), die ranzige Spießigkeit ("Jetzt seid doch mal ein bisschen gemütlich!") oder der stumpfe Konsum der 60er und 70er Jahre ("Der Familienbenutzer"), nichts war vor ihm sicher. Vor allem jedoch war es das Beziehungsleben, das ihn zu Höchstleistungen auflaufen ließ: der Ehemann in "Das Jodeldiplom", der die emanzipatorische Argumentation seiner Frau als Fassade entlarvt, hinter der noch immer das Partiarchat lauert, das Ehepaar Blömann in der Paarberatung ("Doch, doch, sie schauen nacher in so einer Tabelle nach und da steht dann bei Grau: Herr Blömann schlägt seine Frau oder so was."), völlig unfähig Gefühle zu äußern und nur darauf bedacht, die Form zu waren oder natürlich Loriots Meisterwerk "Pappa ante Portas": Das Ehepaar Lohse (loriot und seine kongeniale Partnerin Evelyn Hamann) hat sich im Alltag so eingerichtet, dass man komplett aneinander vorbei redet: _"Du räumst immer alles weg, was mir gehört." - "Der Hund müsste mal raus." Immer nach Loriots Prämisse: "Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen." (Mich beschleicht immer das Gefühl, er gibt den männern die Schuld dafür...).
Ich könnte ewig so weiter machen, jeden einzelnen Sketch zitieren, seine politische Satire, seine Liebe zur Oper und der klassischen Musik ausführen und erklären, warum ein Leben ohne Möpse möglich, aber sinnlos ist. Doch ich will mich auf eins beschränken: Loriot war der größte Humorist, den dieses Land je hatte, ein Meister des feinsinnigen Witzes und der perfekten Satire. Heute wäre er 90 geworden und ich frage mich: warum bist du schon von uns gegangen? und er antwortet: "Das ist mein ersrter Ruhestand. Ich übe noch."

P.S.: Zu seinem Tod schaltete der Art Directors Club eine Todesanzeige: "Lieber Gott, viel Spaß!" Dem ist nichts hinzuzufügen...

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Iamthesword

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Sicher sind Frauen auch nicht unschuldig. Bei ihm sind eh alle neurotisch und verklemmt, nur die Männer eben meist ein wenig mehr...


Ben Kenobi

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Treffende Diagnose, würde ich aus Loriots Sicht sagen... ;)


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