Akira - Kritik

Akira

JP · 1988 · Laufzeit 120 Minuten · FSK 16 · Science Fiction-Film, Animationsfilm · Kinostart
Du
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    RoylesPika 12.11.2017, 20:49 Geändert 12.11.2017, 20:51

    Visuell und thematisch zu der damaligen Zeit sicher revolutionär hat Akira doch die Tore zum westlichen Publikum für Anime-Produktionen geöffnet.
    Ansonsten kann ich allerdings vom Film nicht sonderlich viel abgewinnen, da er alles in allem in seiner Erzähl-Struktur und seinen Charakteren stark schwächelt. Als Anime-Fan weiß ich sehr genau, dass japanische Erzählstruktur oft nicht sehr einfach verständlich ist, doch im Grunde versteht man zumindest immer was die Kernaussage sein soll. Hier habe ich die Kernaussge, die Botschaft jedoch nicht wirklich nachvollziehen können.
    Was will der Film seinem Publikum genau sagen? Dass Wissenschaft gefährlich ist? Dass die Gesellschaft verroht und ungerecht ist? Dass Menschen alles brutale und egoistische Arschlöcher sind? Und da wären wir auch schon bei dem zweiten Punkt, der mir schwer aufstösst, nämlich die Charaktere.
    Ich konnte mich mit den Charakteren weder identifizieren, noch konnte ich deren Handlungen immer nachvollziehen und vor allem waren sie mir im großen und ganzem ziemlich scheiss egal.
    Der einzige Charakter, der mir nicht scheiss egal war, war die arme Kaori, die als Randcharakter auch nur damit auffallen konnte, dass sie kein absoluter Arsch war und zudem einen wirklich undankbaren und brutalen Tod erleiden musste.
    Der Film ist ziemlich brutal und zeigt nur verrohte böse Menschen, ist aber nicht als Gesellschaftskritik gedacht, sondern will tatsächlich, dass man mit der Hauptfigur, die hier gegen Ende als eine Art Held auftritt, mitfiebert.
    Alles in allem erkenne ich an, dass der Film zur damaligen Zeit große Wellen geschlagen hat, doch gehört er nicht zu denselben zeitlosen Meisterwerken, die es auch schon zur damaligen Zeit gab wie z. B. Nausicaä.
    Abschließend könnte man sogar noch gemein anmerken, dass es nur für's amerikanische Publikum spricht einen derart brutalen, seelenlosen Streifen so abzufeiern.

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      Otto Normal 07.04.2017, 00:25 Geändert 07.04.2017, 10:18

      Als Akira 1991 in die deutschen Kinos kam, war er ein absoluter Hammer, denn: Wir hatten ja nichts außer Kartoffelschalensuppe und Disney! Anime mit Zackenhaaren und kantigem, erwachsenen Zeichenstil kannten wir nicht. Die Kumpels von der Kunsthochschule waren ganz aus dem Häuschen. Zu recht!

      Das ikonische Motorrad war auch super. Wen kümmerte es da, wenn keiner irgendwas kapierte und keiner die grünen Kinder sehen wollte? Das WorldWideWeb gab es noch nicht, sodaß man nicht mal irgendwelche Interpretationsversuche lesen oder gucken konnte. Die einzige ernstzunehmnede Filmzeitschrift war "Cinema" und die kaufte keiner. Ob da was sinnvolles zu Akira drin stand? Keine Ahnung.

      Heute hab ich den Film nochmal geguckt und auch ein paar Kritiken gelesen und geguckt. Wikipedia, Youtube, Moviepilot usw. Die Interpretationsversuche machen den Film kaum weniger wirr. Die Animation ist sooo toll aus heutiger Sicht nun auch wieder nicht. Für japanische Anime zwar gut, aber eigentlich war Disney 50 Jahre vorher schon weiter, wenn es um fließende Bewegungen geht. Ästhetisch ist Akira stellenweise allerdings noch immer top.

      Der Kultstatus ist aufgrund des Alters des Film gerechtfertigt, aber die Handlung kann man bei nüchterner Betrachtung eigentlich nur als totaler Trash bezeichnen. Oder wir Europäer kapieren halt nicht was die Japaner da machen. Die Bewertungen hier sind mir jedenfalls doch zu ehrfürchtig und zu gut.

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        robertlitz 29.03.2017, 10:36 Geändert 29.03.2017, 12:57

        Wirre Erzählweise, kindisch nervige Charaktere, die kaum auszuhalten sind und storyteschnisches Mittelmaß. Besser als andere Animes, aber immer noch typischer Asien-Schrott.

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          DER Anime, der sowohl den Cyberpunk als auch die japanische Manga Kunst weltweit bekannt machte.

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            selli69 18.11.2016, 21:38 Geändert 18.11.2016, 21:39

            Viel wurde ja hier schon geschrieben, über diesen absolut faszinierenden und überzeugenden Film. Von daher möchte ich nicht mit einer weiteren Interpretation oder einer weiteren Lobeshymne aufwarten sondern zwei Tipps zum Film für diejenigen, welche den Film bereits gesehen haben geben, welche für mich den Film noch etwas wertvoller gemacht haben.

            1. Das Making of zu Akira gibt es auf youtube. Ist zwar auf englisch, aber es zeigt wirklich tolle Aspekte zum FIlm, auf welche man ansonsten vielleicht nicht gekommen wäre.

            https://www.youtube.com/watch?v=zKp4_Wde1nM

            2. Dan Film unbedingt mal mit japanischem Originalton ansehen. Die deutsche Synchro ist in meinen Ohren zu sehr "Heidi und der Goisenpeter", die japanischen Stimmen kommen um vieles stimmiger daher. Außerdem kommt man so in den Genuß einer Lippensynchronen(!) Darbietung.

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              ugurano 29.09.2016, 18:23 Geändert 31.10.2017, 17:01

              ich kenne mich mit animes nicht aus, aber hammer story

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                "Akira" von 1988 brachte dem Anime-Genre aus dem "Land der aufgehenden Sonne" zugleich Begeisterung und Ablehnung in Europa und Amerika ein. Denn zur Rezeption dieses japanischen Trickfilms bedient man sich hierzulande immer wieder einer überraschenderweise englischen Redewendung: "What the fuck!"
                Wie ist also dieser krude Film zu verstehen? Auffällig an den Internet-Besprechungen zu Katsuhiro Ôtomos "Akira" ist die große Zahl völlig unbrauchbarer Beiträge. Hie und da versteckt man sich hinter der dystopischen Bildgewalt und beruft sich darauf, dass einen der Film eben einfach in den Bann gezogen habe. Das ist auch legitim, aber die vielen Eindrücke voller Symbole und seltsamer Dialoge, voller sperriger Passagen und wenig naheliegender Wendungen schreien förmlich nach einer höheren Intention - Also weitersuchen. In einem Internet-Forum fragt ein Nutzer nach der Bedeutung der Schlusssequenz und holt sich erstmal lediglich den Rat ein, Animes wegen seiner voreingenommen ablehnenden Haltung nicht weiter zu konsumieren und den Hinweis, der Film sei ohne die Comic-Vorlage sowieso nicht zu verstehen. Gut sei der Film dennoch, nur das "Weshalb" fällt scheinbar unter gut behütetes Exklusiv-Wissen.
                Bei Youtube findet sich eine Kritik, die fast sämtliche inhaltliche Details auslässt, schließlich könne jeder Interpretationsansatz Überraschungen verhageln. Dort lässt man stattdessen einfach den Zuschauer auf die am Ende erfolgende Bestwertung mit Abstrichen vertrauen. Urteil: Der Film sei nach zweieinhalb Jahrzehnten immer noch anschaubar (was man von diversen Schwarzweiß-Stummfilmen aus dem selben Jahr wie "Rain Man" oder "Stirb langsam" bekanntlich nicht behaupten kann), nur die Geschichte sei verwirrend und anstrengend. Ansonsten sei "Akira" packend und einfach schön.
                Worauf will ich hinaus? So, wie die Worte "Akira" und "Meisterwerk" oft in einem Satz genannt werden, stimme ich diesem Urteil vor allem in einer Hinsicht zu. "Akira" schafft es meisterhaft, der modernsten und neuesten Form von Filmrezensionen ein Bein zu stellen. Möglichst nicht spoilern, deshalb auch keine Einzelszenen besprechen, nur sagen, ob und warum einem der Film gefallen oder nicht gefallen hat. Letzteres aber auch nur anhand einer vorgefertigten Liste an Kriterien - So, als bedürfe "Die Bourne Identität" einer Einzelnotenvergabe zum Kostümdesign. So, als ob der minimalistische Soundtrack von "Dead Man Walking" wichtiger wäre als die Botschaft des Dramas und somit dessen Bewertung ruinieren müsse. So, als ob "Vor der Morgenröte" nichts taugte, weil er nicht unterhaltsam sei.
                Und in diesem Sinne kommen dann Kritiken zustande, die "Akira" als einen "Film wie jeder andere" darstellen mit Pros und Contras. Ein "packender" Film? Dieser Anime mit seinen mies entwickelten und unsympathischen Hauptfiguren soll also "packend" sein? Der Film sei "gut", obwohl er ohne die Manga-Vorlage nicht zu verstehen sei, also als eigenständiger Film gar nicht funktioniere?
                Bei "Akira" kommt man eben nicht umhin, auch die Bedeutung des Gezeigten zu hinterfragen und sich mit dem zeitgenössischen und regionalen Hintergrund zu befassen. Dieses Werk ist nämlich so vollgepackt mit Symbolik, Metaphern, Allegorien, dass die Bedeutung des ansonsten nur optisch genießbaren Films von der Essenz dieser Bilder abhängen m u s s. Und danach kann man dann auch offen zugeben, dass das eigentlich ein "Kackfilm" sei - wenn man denn so will. Folgt man traditionell gehaltenen Kritiken und Besprechungen, so verhält es sich mit diesem Trickfilm dann auch weitaus erkenntnisreicher.
                Obgleich im Jahr 2019 nach dem 3. Weltkrieg im wiederaufgebauten Tokyo spielend, hat die in "Akira" gezeigte Welt mehr vom Japan der 80er Jahre, als man zunächst denkt. "Europa kommt unter die Räder," titelte "Der Spiegel" am 21. Juli 1980 - Japan war zum weltweit führenden Automobilhersteller aufgestiegen. Gegenüber der robusten Wirtschaft stand aber immer noch das nie überwundene Atombomben-Trauma. Die Verarbeitung der Ereignisse von '45 - Schwierig im Land der steten Höflichkeit, der unerbittlichen Bewahrung des Gesichts. Kein Wunder eigentlich, dass Regisseur Ôtomo Zusammenhänge zwischen seinem Film und Hiroshima stets abstritt. Genau dieser Konflikt, zwischen Wirtschaftsaufschwung und Kriegshölle, zwischen Schöpfung und Vernichtung wird zentral thematisiert und ins Absurde geführt. Ôtomo verknüpft beides eng miteinander, er malt den Teufel förmlich an die Wand. In "Akira" resultieren Zerstörung aus Schöpfung und andersherum. Im Konkreten äußert sich das in schiefgegangenen Wissenschaftsexperimenten bzw. dem Erreichen von Paralleluniversen. Dieser Anime darf somit als Versuch verstanden werden, den Sinnkonflikt im Japan des späten 20. Jahrhunderts greifbar zu machen. Ihr Übriges tun da riesige lebende Spielzeuge, die als Veranschaulichung des japanischen Niedlichkeitswahns eine der Hauptfiguren bedrohen. Ansonsten laufen viele Bilder ins Leere, führen zu keiner zufriedenstellenden Prämisse. Die Positionierung der jugendlichen Figuren inmitten der kubistisch anmutenden Häuserschluchten wirkt ziellos. Das berühmte rote Motorrad wird an Bedeutung aufgeladen, aber der Grund ist nicht erkennbar. Am Schluss wird es völlig abstrus, doch leider vermag "Akira" kaum mehr, als dadurch jeglicher Filmästhetik zu entschwinden. Interpretationen zu alldem gibt es viele, doch für die wenigsten davon scheint der eigentliche Diskussionsgegenstand, also der Film selbst, als Projektionsfläche ausreichend Material zu liefern.
                Gesehen haben sollte man "Akira" auf jeden Fall. Manche Einstellung oder Bilderfolge dauert bloß wenige Sekunden und reicht dennoch aus, einen jeden Zuschauer nachhaltig zu überrumpeln.

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                • 8 .5

                  Unglaublich animiert, tolle Story und das Ende hat mich nach meinem ersten Schauen lange beschäftigt. Zur perfekten 10 reicht's nur deswegen nicht, weil der Plot ein, zwei Mal ins straucheln gerät und ein paar Figuren auf der Strecke bleiben.

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                  • Endlich auch diesen Klassiker nachgeholt. Verliebt bin ich nicht, aber das Ende mit seinen wunderschönen Aussagen zur Fehlbarkeit des Menschen, ein herrlich destruktiver Antagonist und eine kaputte Welt nach dem dritten Weltkrieg können auch mich begeistern!

                    • 8 .5

                      AKIRA ein Anime Meilenstein, in kubistisch auftürmenden Häusern, Lichtsstreifen die Motorräder hinter sich her ziehen, mit Trommeln, Klanghölzern und einen Gesang, der irgendwas ganz tief in uns anspricht über einen kleinen Wurm, der an seiner frisch erlangten Stärke zerbricht.
                      Ein bisschen Ghost in the Shell, ein bisschen Uhrwerk Orange + sparsam eingesetzte Telekinese. Die Action, obwohl reichlich vorhanden tritt nie in den Fördergrund. Sie bleibt in Form der Gewalt immer als Philosophisches Werkzeug.
                      Und immer geht es um Macht. Als Gang, in der Politik, oder als „Fast Gott“. Und darum was Macht macht. Macht korrumpiert und unbegrenzte Macht korrumpiert unbegrenzt.
                      So ganz verstehe ich das Ende noch nicht, aber ich verstehe schon mehr, als beim erste Mal.
                      Und ich bin Dragonball Z Fan, also darf ich das sagen. Und ich sag das auch weil es stimmt:
                      Akira ist das Erwachsene Dragonball Z für Cineasten.

                      SPOILERFRAGE:

                      Ob Son Goku wohl auch eines Tages den absoluten Gipfel der Kraft erlangt und zu einer ebensolchen, wandelnden Atombombe wird wie Tetsuo?

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                      • 8 .5
                        Tominator 18.06.2016, 00:10 Geändert 18.06.2016, 00:13

                        Akira ist ein Film, der durch seine stillen und musikalisch untermalten Momente immer mehr an Intensität gewinnt und das bis zum verstörenden Schluss hält. Ein mehr als nur packender Anime-Klassiker, den man gesehen haben sollte!

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                          So, dafür werde ich auf's Maul kriegen...

                          Klassiker hin oder her, wirklich warm bin ich mit AKIRA nicht geworden. Mir scheint es, als ob die massive Herunterschrumpfung eines Mangas, aus dem man sicher rein vom Umfang drei Serienstaffeln hätte bauen können, sich arg auf die Tiefe der enthaltenen Themenkomplexe ausgewirkt hat - AKIRA schneidet nämlich unfassbar viele Aspekte an, aber formuliert nichts zu Ende.

                          Wer sind diese Hauptfiguren eigentlich und wie stehen sie zu einander? Wie funktioniert diese Dystopie/kaputte Welt über die Info hinaus, das Kids Motorradbanden bilden und alles mit Graffiti voll ist? Was hat es mit der Figur Akira und den anderen Kindern auf sich und wieso werden diese mysteriösen neuen Kräfte NUR für Zerstörungsorgien genutzt? Welchen Antrieb hatte diese Widerstandsbande? Was verspricht sich das Militär von den Experimenten? Und, und, und...

                          Optisch natürlich brillant und zwischendurch atmosphärisch klasse, aber immer wenn ein Sog aufkommt, würgt der Film sich selbst ab, weil entweder stumpf Dinge explodieren, oder der Score abrupt endet, oder das Tempo raus genommen wird. Und irgendwie fand ich den Action-Abriss selbst in EVANGELION 1.11, etc. motivierter als hier. Hmm. Muss den mal in OmU gucken, hab immer nur Johnny Depp und Schorsch Clooney vor dem inneren Auge gesehen - das war ebenfalls nicht förderlich.

                          Erstmal sehr enttäuscht, aber ein Rewatch kommt nach BD-Erwerb

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                            Grundgütiger, was war DAS?
                            Die sechs Punkte geb ich jetzt auch nur, weil ich mich irgendwie so gar nicht festsetzen kann, was ich damit anfangen soll. Es fühlte sich nicht wie Trash an, dazu waren die Charaktere zu gut ausbalanchiert und die Story zu spannend, aber Himmel Herrgott, meine Nerven! Das war mir dann doch etwas zu gory und allgemein heftig/eklig - besonders zum Schluss hin.

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                              Ungenutztes Potential. Man hätte es besser machen können, find ich.

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                                Deusfantasy 10.04.2016, 12:54 Geändert 12.04.2016, 09:24

                                Deusfantasy und Mr_Phil werden Teil des Umbruchs im postapokalyptischen Neo-Tokyo in Akira.
                                #4 unserer persönlichen Kommentar-Reihe, bei der jeden Monat eine weitere Rezension von uns beiden folgt.

                                Um es direkt vorneweg zu nehmen und unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen, egal was man von „Akira“ auch halten mag, hat dieser Anime enorme Pionierarbeit für selbige geleistet und ist somit einer der wichtigsten Filme dieses Genres. Denn erst durch Katsuhiro Ôtomo´s Film, der auf dem gleichnamigen Manga basiert, für den sich der Regisseur ebenfalls verantwortlich zeigt, wurden Animes in westlichen Landen populär, womit er einen wichtigen Wendepunkt in der westlichen Wahrnehmung für diese darstellte.

                                Kein Wunder, war „Akira“ 1988 doch der teuerste Animationsfilm aus dem Land der aufgehenden Sonne und überzeugte das vornehmlich Erwachsene Publikum durch eine Bildgewaltigkeit und tolle Actionwerte, wie sie in Animes zuvor nicht zusehen waren. Allerdings zeichnete sich die Cyberpunk-Dystopie nicht nur durch ihre für damalige Verhältnisse überragende zeichnerische Qualität aus, sondern auch durch einen ungewöhnlich knackigen Gewaltgrad samt hohen Blutzoll und durch eine komplexe, zeitweise gar philosophisch anmutende Geschichte, mit surrealen fast horrorartigen Einschüben, bei der auch deutlich Einflüsse der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zu finden sind. Darüber hinaus besticht das postapokalyptische Neo-Tokyo mit einer Düsternis, die durchaus an Filme wie Blade Runner erinnert, wodurch eine beachtenswert dichte Atmosphäre entsteht, die von einem grandiosen Mix aus klassischen japanischen Einflüssen und Synthesizer-Sound verstärkt wird.

                                Doch bei allem Lob, kann „Akira“ knapp 30 Jahre später jedoch nicht mehr restlos überzeugen. Die große Herausforderung, die die Macher damals vor sich hatten, war die knapp 2000 Seiten dicke Manga-Reihe auf welcher der Anime basiert, in einen zwei stündigen Film umzuwandeln. Das hierbei reichlich verloren geht, mag kaum verwundern. Zumal ein weiteres Problem war, dass der Manga zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films noch nicht komplett fertig gestellt und somit das Ende offen war. Gerade an diesem Punkt verhaspelt sich die insgesamt ziemlich wirr erzählte Geschichte ein wenig und Ôtomo entglitten speziell im letzten Drittel ein wenig die Zügel. Hier flüchtet sich der Film in eine Reihe von Konfrontationen, die zwar beeindruckend aussehen, sich mit der Zeit aber wiederholen und ermüden. Ein weiterer großer Schwachpunkt sind die ziemlich blassen Charaktere, über die man äußerst wenig erfährt. Ich wurde als Zuschauer mitten in die Handlung geschmissen und konnte mich für keine der Figuren wirklich interessieren. Auch visuell hat das Werk heutzutage aufgrund von wesentlich besser gezeichneten Animes seinen Reiz größtenteils verloren, bleibt aber dennoch immer noch durchaus hübsch anzuschauen.

                                So wegweisend „Akira“ innerhalb seines Genres also unbestritten war und damals zu Recht als ein Meilenstein galt, kann er für mich seinen damaligen Status heute nicht mehr komplett aufrecht erhalten. Für Fans dieses Genres nichtsdestotrotz absolute Pflicht.

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                                  Deusfantasy und Mr_Phil werden Teil des Umbruchs im postapokalyptischen Neo-Tokyo in "Akira".
                                  #4 unserer persönlichen Kommentar-Reihe, bei der jeden Monat eine weitere Rezension von uns beiden folgt.

                                  Der Anfang vom Ende.

                                  Wir verfolgen eine Gruppe befremdlich wirkender Menschen auf Motorrädern.
                                  Sie fahren durch eine befremdlich wirkende Stadt.
                                  Befremdlich wirkende Musik unterlegt dieses Szenario.
                                  Ist das alles wirklich so befremdlich oder kommt es uns bloß so vor?

                                  Gewalt lauert an jeder Ecke dieser Stadt.
                                  Verwüstung wohin man nur blickt.
                                  Dreck und Verschmutzung hat überhand genommen.
                                  Chaos regiert.
                                  Abgrenzungen und Ausgrenzungen bestimmen den Alltag.
                                  Gibt es denn gar kein Entkommen, keinerlei Zuflucht?

                                  Die Gruppe von Menschen - inzwischen gar nicht mehr so befremdlich wirkend - wird gefangen genommen. Aber nicht nur sie sind gefangen - auch wir sind es.
                                  Gefangen in einer Welt, die am Rande des Abgrunds steht.
                                  Ist dies wirklich Dystopie oder bereits Realität geworden?

                                  Die Unruhen in dieser Stadt, Neo-Tokyo, werden immer und immer größer.
                                  Genau in mitten dieses postapokalyptischen Szenarios sucht ein junger Mann nach seinem Platz auf dieser Welt.
                                  Er weiß jedoch nicht, was mit ihm geschieht.
                                  Er verändert sich, ohne etwas dagegen unternehmen zu können.
                                  Er verliert langsam die Kontrolle, wir verlieren langsam die Kontrolle.
                                  Ist es bereits zu spät, um das Unheil doch noch abwenden zu können?

                                  Akira.

                                  Dies mag jetzt vielleicht lediglich eine willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben für die meisten von euch sein - für Neo-Tokyo hingegen ist es die Symbolfigur des Umbruchs, die vermeintliche Lösung aller Probleme.
                                  Ein Umbruch, welcher dabei längst fällig erscheint.

                                  Surreal, bildgewaltig und schonungslos brutal.
                                  Wer glaubt, Anime seien leichte und anspruchslose Unterhaltung, muss "Akira" unbedingt nachholen. Selten wurde man so eindrucksvoll vom Gegenteil überzeugt, wenngleich das Finale ein wenig übertrieben erscheint. Weniger ist manchmal eben doch mehr.
                                  Aber sei es 'drum - diesen "Umbruch" muss ein Jeder von euch selbst miterlebt haben. Hier und jetzt.

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                                  • 6

                                    Erste Stunde: Überragend!
                                    Zweite Stunde: Sachen werden kaputt gemacht und es wird rumgeschrien — eine vermeintliche Filmperle verwandelt sich in Dragonball meets Evil Superman. Auf's Ende wird dann auch einfach mal verzichtet.
                                    Könnte gerade kaum irritierter sein.

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                                      Die Optik dieses Animes ist wirklich eine wahre Pracht, Hut ab. Die Story ist auch nach Zweitsichtung immer noch bisschen seltsam für mich aber die Wucht mancher Szenen lässt das vergessen.

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                                        Hab was nachgeholt in Sachen (Anime)Filmgeschichte ! Die Atmosphäre und die Details fand ich super . Die Mutation , die Stadt und die Brutalität die manchmal einsetzt sind auch klasse . Die Story ist mir einen Tick zu wirsch und die Charaktere optisch zu ähnlich .

                                        • 9

                                          Ich mag Animierte Filme eigentlich garnicht aber dieser gehlrt zu den Ausnahmen, Was für ein bombastischer Film der eigentlich pberhaupt nicht gealtert ist. Die Story ist großartig die Athmosphäre bombastisch. Wäre mir nicht bewusst dass der mal im TV lief. Schade dass er nicht so bekannt ist der Film ist ein Meisterwerk und sollte von jedem mal gesehen worden sein

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                                            Ich bin erst vor 2-3 Jahren auf diesen Film gekommen als ich gehört habe dass das Musik-Video von Kanye Wests "Stronger" eine komplette Anspielung auf Akira ist.
                                            https://vimeo.com/18443999

                                            Also hab ich mir den Film angeschaut. Und wow. So stellt man sich Cyberpunk vor. Was vielen nach Blade Runner nicht gelungen ist, hat ein Anime geschafft. Eine einzigartige dystopische Welt zu kreieren. Tolle Atmosphäre. Ist zurecht ein Kultfilm. Und irgendwie beängstigend dass in 5 Jahren tatsächlich ein Olympia Stadion in Tokyo stehen wird :D

                                            Wie gern würde ich selbst auf einem dieser coolen Bikes durch die von Neonlichter erleuchteten Straßen Neo-Tokyos düsen.

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                                              Akira habe ich leider erst letztes Jahr das erste mal gesehen und muss sagen das dieser Anime mich richtig geflasht hat. Zum einen hat der Film mich direkt gefesselt als Kaneda in der bar die Musik an macht und zum anderen hat Akira trotz seines Alters hervorragende Animationen die einfach schön anzuschauen sind und sich auch heute vor aktuellen Animes nicht fürchten muss. Zum anderen merkt man einfach wie viel Liebe und wie viel Herzblut in diesem Film steckt. Auch wenn die Story nicht immer zu 100% perfekt was ich absolut verstehen kann denn den Manga in einen Film zu pressen ist wirklich nicht einfach haut der Sound, die wirklich gewaltige Bildsprache und die Animationen alles wieder raus. Für mich einer der besten Animes und auch filme die ich geschaut habe.

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                                                keinetoleranz 04.03.2015, 02:49 Geändert 04.03.2015, 02:52

                                                War ganz ok aber beim ende fehlte mir tiefgründigkeit oder genauere hinweise was gemeint seien soll, die grünen kinder waren auch komisch
                                                Also wo man die parallelen zum echten leben ziehen könnte durch die symbolik/handlung in der endszene

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                                                  Vorhersage von 7... Die waren auch mal besser...
                                                  Der Soundtrack? Warum finden den so viele gut? Ich würde das eher als Lärm, als als Musik bezeichnen.
                                                  Es gibt Animes die in Ordnung sind, dieser gehört für mich nicht dazu!
                                                  Schlicht langweilig, konnte mich überhaupt nicht unterhalten. Habe mir mehr erhofft...
                                                  Am meisten gestört haben mich die "Konversationen", falls man das so nennen kann. Nach fast jedem Satz gab es gefühlte 5 Minuten Pause, auch manchmal im Satz.

                                                  Nein, danke :/

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                                                    "Akira" hat es innerhalb von 2 Stilen zu einem absoluten Kultfilm geschafft.
                                                    So ist er einer jener Animefilme, die es im Westen auch außerhalb der Fangemeinde zu großem Ruhm und Klassikerstatus gebracht haben - nicht selten ist er diese eine Ausnahme, die Amime-Gegner doch ziemlich gut finden.
                                                    Zum Anderen gilt der Film als Kanon des Cyberpunkgenres. Durch sein düsteres, futuristisches Stadtdesign voller Wolkenkratzer, Neonreklame und Dreck, seiner rauen, zerwüsteten, dystopischen Zukunftsperspektive, und der immer wieder auftretenden Philosophie gilt er neben Ridley Scotts 'Blade Runner' und dem großen Konkurrenten 'Ghost in the Shell' für manche als DIE Genredefinition schlechthin.

                                                    Es sei dahingestellt, ob sich "Akira" tatsächlich mit diesen beiden Filmen messen kann (die spielen für mich einfach nochmal in einer ganz anderen Liga), Fakt ist, dass der Streifen vollkommen zurecht diesen hohen Status hält.
                                                    Der Film spielt im Jahr 2019 (wir werden ja sehen, ob er recht behält) und zeigt eine Stadt namens Neo-Tokyo, da das alte Tokyo durch den 3. Weltkrieg vollkommen zerstört wurde.
                                                    Wenngleich die Zivilisation und der Wohlstand mittlerweile wieder aufgebaut wurden, gibt es doch eine erhöhte Rate an Jugendkriminalität und Aufständen.
                                                    Kaneda ist Anführer einer Motorradgang, zu der auch Tetsuo gehört, der den anderen Mitgliedern etwas am Rockzipfel hängt.
                                                    Als Tetsuo mit einem merkwürdig aussehenden Mann, mit der Statur eines Kindes, aber dem Aussehen eines alten Greises, kollidiert, wird er in ein Krankenhaus gebracht, doch irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen. Wieso will der Gang niemand sagen, wie es ihn geht, und wo er ist.
                                                    Und wer war dieser Mann?
                                                    Währenddessen leidet Tetsuo immer weiter unter heftigen Wahnvorstellungen und beginnt allmählich, telekinetische Kräfte aufzubauen, die ihm zunehmend zu Kopf steigen.

                                                    "Akira" ist vielleicht gezeichnet und im Science Fiction-Genre angesiedelt, allerdings sehr harte und massig brutale Kost. Dabei spreche ich nicht von Fantasygewalt a la 'Inuyasha' oder 'Prinzessin Mononoke', sondern wirklich schwerverdauliche Szenen, mit realistischem Blutfluss und grausig detaillierten Ansichten von blutig rinnenden Stümpfen, Wunden oder Innereien. Diese sind nicht actionlastig gehalten und werden auch nicht entlastend gebrochen. Tetsuo verfällt im Laufe des Filmes immer weiter und die Bilder werden immer verzerrter, grotesker, alptraumhafter, verstärkt von einem oftmals verstörenden, düsteren Score.
                                                    Vielleicht ist es zum Teil "Akira" zu verdanken, dass man den Animestil nicht als pures Kindergenre abstempelt.
                                                    Diese Spirale, dieser Alptraum, der sich immer weiter in die Psyche brennt, ist es auch, der den Film zu einem unheimlich intensiven Erlebnis macht, dass den Zuschauer auch am Empfinden der Charaktere teilnehmen lässt.

                                                    "Akira" vollends zu verstehen ist eine Sache, die wohl mehrere Sichtungen und die Bereitwilligkeit zum eigenen Überlegen voraussetzt, und ich muss sagen, dass ich die Idee von Akira nach 2 Sichtungen noch nicht zur Gänze verstanden habe. Nicht falsch verstehen, die Handlung ist nachvollziehbar und verständlich, aber es gibt da die Akira-Philosophie in Bezug auf Evolution und Energie, deren Kern ich noch nicht ganz durchschaut habe. Dadurch bleibt der Film aber auch jedes Mal aufs Neue spannend.
                                                    Bin schon gespannt, was die nächste Sichtung bringt.
                                                    Ich finde es auch schön, dass ein Streifen das Publikum etwas fordert, es dabei aber auch in der Lage ist, den Film zu genießen, wenn eben dieses Philosophische auch noch nicht ganz erfassbar ist.
                                                    Da macht man sich auch gerne Gedanken.

                                                    Dem Cyberpunkfan wird "Akira" insbesondere durch seine visuelle Gestaltung, die eine perfekte Großstadt im Neo-Noir-Baustil zeigt, sowie der düsteren und gefährlichen Atmosphäre, die in besagter Metropole vorherrscht, sehr gut gefallen. Es kann immer etwas passieren.
                                                    Den anderen sei der Film auch wegen den Denkansätzen und dem paranoid-psychologischen mentalen und physischen Zerfall eines Charakters sehr zu empfehlen, der irgendwie zwischen Aronofsky und Cronenberg anzusiedeln und die Grenzen zwischen Wahrheit und Wahn oft überschreitet, dabei aber auch auf den Körper anschlägt.

                                                    Oder einfach ausgedrückt: ein inspirierender und kreativer Genreklassiker, der ein grandioses Bild einer postapokalyptischen Großsradt bebildert, welches zur Ikone und zum Vorbild der Gattung des Cyberpunks avancierte und sich zurecht einen Platz in der Filmgeschichte erkämpfte, und den Anime auch einem westlichen Publikun näherbrachte - obwohl er so radikal anders ist als die ähnlich populären Werke des Kollegen Hayao Miyazaki.

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