Chinatown - Kritik

Chinatown

US · 1974 · Laufzeit 131 Minuten · FSK 16 · Kriminalfilm, Thriller, Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Intelligent konstruierter und enorm handlungsgetriebener Neo-Noir-Krimi, der uns immer auf narrativer Augenhöhe mit Jake Gittes dieses wüste und undurchsichtige Geflecht aus Lügen, Korruption und Geheimnissen erforschen lässt und seinen stetigen und scheinbar hoffnungslosen Kampf gegen Autoritäten, Femme Fatales und reiche Drecksäcke, kulminierend in einem tragischen und tonnenschweren Ende, mit grandios-gefilmten Bildern und wehleidig-schmerzenden Jazz-Score eindrücklich darstellt.
    Jack Nicholson überzeugt vollkommen als zu Beginn noch opportunistischer, später eher sich moralisch hinterfragender Ermittler und die tiefe Tragik seiner Figur wird einem erst gegen Ende oder womöglich nach Rekapitulation der gesamten Geschehnisse richtig bewusst. Ihm wohnt das schwere Scheitern eines im Herzen guten Mannes inne und dies gibt der Geschichte eine besonders deprimierende Note, die mich zum Schluss dann wirklich ziemlich berührt hat.

    Der wird bald wieder auf der Watchlist landen!

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    • Unser täglicher youtube stream. http://cinegeek.de/featured-movies "Are you alone?" - "Isn't everybody?"; antwortet der Privatdetektiv. Die Helden des Film Noir waren immer einsam. Sie decken die Geheimnisse von Fremden auf, während sie vor ihren eigenen davonrennen. Das ist der Typus des Film Noir: Ein Mann, der die ganze menschliche Tragödie besetzt, um zu leben. Die klassischen Helden des Film Noir sind aber nicht zwingend kalt. Sie tarnen sich unter der Maske des Romantikers, die es ihnen erlaubt, sich in schlechte Frauen zu verlieben. Böse Frauen. Sie sind viel sensibler und auch intelligenter als es an sich nötig wäre für ihren Job. Es war natürlich Bogart, der die Regeln dieses Typus festlegte und verkörperte. Für nachfolgende Schauspieler war es dann bequem, sich diesem Korsett einfach zu beugen. So als würden sie sich einen Pullover überziehen. Grosse Schauspieler aber folgen Bogarts Regeln nicht einfach nur! Sie füllen sie aus und erwecken sie zum Leben! Jack Nicholson als J. J. Gittes gelingt genau das: Er folgt Bogart, gleichzeitig aber agiert er viel netter als das Vorbild. Nicholson spielt einen netten und traurigen Mann. Wer erinnert sich nicht an das berühmte Pflaster auf Nicholsons Nase (die Polanski selbst aufschlitzte)? Ist Nicholsons Gittes ein harter Hund? Ich denke nicht. Im Gegenteil, er wirkt eher passiv. “I’m in matrimonial work"; beschreibt sich Gittes. Was bedeutet das? Was ist das für ein Wort? Gittes Metier ist der Ehebruch. Vor allem beschattet er Ehepartner. Klar, Gittes kann auch mal roh agieren, die meiste Zeit aber empfinden wir ihn als sympathisch. Wie alle Privatdetektive muss er manchmal auch wie ein Schwein handeln. Gittes aber fühlt sich in dieser Rolle überhaupt nicht wohl. Einmal fragt Gittes den Millionär Noah Cross (John Huston), wozu er überhaupt noch reicher werden müsste? Könnte er dann noch besser essen? “The future, Mr. Gitts", antwortet Cross, der sich Gittes Namen nie richtig merkt. Alles beginnt damit, dass er von einer Frau beauftragt wird, aufzudecken, dass ihr Ehemann sie betrügt. Die Spur führt ihn zu einem ausgetrockneten Fluss und der Leiche von Mr. Mulwray, der scheinbar ertrank. Dann trifft er die echte Mrs. Mulwray (Faye Dunaway). Sie lügt und langsam glaubt Gittes an einen grösseren Zusammenhang - nicht bloss an einen profanen Ehebruch... Hat es etwas mit dem San Fernando Valley zu tun, wo das Wasser künstlich abgelenkt wird, um die Orangen-Ernte zu vernichten? Gittes wandelt sich. Er wird zu einem Mann, der den Dingen auf den Grund gehen will. Einfach, weil er den allgegenwärtigen Lügen überdrüssig ist! Und wie genau steht er zu Evelyn Mulwray, die so kühl agiert, aber in den Momenten, da ihr Vater erwähnt wird, aufeinmal fragil und zerbrechlich wirkt? Gittes glaubt, er liebt sie. Dann fühlt er sich hintergangen. Er denkt, sie versteckt die Geliebte ihres Mannes. Sie gesteht, es sei ihre Schwester. Dann wiederum erzählt sie ihm, es sei ihre Tochter. Ihr Vater, der Millionär, ist ein Mann von süsslichem Charme und kleinen gemeinen Augen. Cross erklärt; “Of course I’m respectable. I’m old" und meint damit, dass sogar Politiker irgendwann rechtschaffen erscheinen. Eine Frage des Alters. Polanskis Kunstgriff besteht darin, den Millionär Cross mit dem Vater des Film Noirs, John Huston, zu besetzen. Das dürfte der Traum jedes postmodernen Filmemachers sein: Ein lebendes Zitat! Wie jeder Film Noir endet auch Chinatown mit einer Kette von Enthüllungen. Die Beziehungen unter den Charakteren sind doch ganz anders als erwartet, Gerechtigkeit erfolgt - oder auch nicht. Chinatown war damals wie ein neuer Start in Hollywood für Polanski. Nach der Ermordung seiner Frau Sharon Tate, floh er nach Europa, für Chinatown kehrte er 1974 zurück. Das schönste Kompliment, dass wir Chinatown machen können, ist doch die Tatsache, dass dieser "Neo-Noir" sich heute nahtlos einfügt in die grossen Klassiker des Genres. Wie war das noch: Endete die klassische Phase des Film Noirs wirklich 1959? Nicht 1974?

      • 7
        Andron 07.09.2017, 04:28 Geändert 07.09.2017, 04:31

        Ordentlicher alter Klassiker, mit intelligenter Story, sicherlich seiner Zeit voraus.

        Kann man heute noch gut aus ansehen, wenn man mit der ruhigen Erzählweise zurecht kommt und das eigenständige Denken noch nicht vollständig eingestellt hat...

        • 9
          Mr_Phil 11.06.2017, 12:22 Geändert 11.06.2017, 12:59

          Chinatown.
          Wie verflucht nochmal bin ich eigentlich hier hineingeraten?
          Ich machte mir eine Zigarette an. Der Rauch aus Lügen und Intrigen hüllte mich langsam ein.
          Wem kann ich hier überhaupt noch Glauben schenken, wer spielt bloß mit mir?
          Was ist eigentlich nur los mit mir? Ich musste mich konzentrieren, musste versuchen, endlich nachzudenken.
          Ich steckte mir gleich die nächste Zigarette an und der Rauch wurde immer mehr und mehr, bis er meine Sinne beinahe komplett benebelt hatte.
          Vielleicht sollten ich einfach nochmal von vorne beginnen.
          Eine Frau und ein Mädchen. Wer sind sie und was wollen sie? Und was haben diese Wasserversorgungswerke damit zu tun?
          Fragen über Fragen auf die ich keine Antworten finde, egal wie ich es drehen und wenden mag.
          Ich steckte mir eine weitere Zigarette an, sodass ich nichts mehr sehen konnte und der Rauch mich vollends eingenomnen hatte.
          Ich glaube ich bin verloren.
          Nein, ich glaube es nicht bloß - ich wusste es bereits.
          Verloren. Verloren in Chinatown.

          "Chinatown" von Regielegende Roman Polanski ist einer seiner vielleicht beeindruckensten Filme überhaupt. Ähnlich wie oben beschrieben, verläuft sich der Zuschauer mit zunehmender Laufzeit immer mehr in der zwielichten Moral aller Beteiligten, bis letztendlich nichts mehr ist, wie es einst zu sein schien.
          Das Drehbuch ist hierbei, neben dem herausragend aufspielenden Nicholson natürlich, das Herzstück des Filmes und lässt uns erst spät begreifen, worauf wir uns hier eigentlich eingelassen haben - denn auch wenn sich dann zwar gegen Ende der uns einnehmende Rauch wieder legt und wir endlich wieder Herr unserer Sinne werden - wir alle wissen, dass es jetzt längst zu spät ist, denn auch wir sind von nun an auf uns alleine gestellt.
          Einsam und verloren im gottverdammten Chinatown, während wir uns fragen, wie in Gottes Namen wir eigentlich hier hineingeraten sind.

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          • 5 .5

            Schauspielerisch stark, spannungstechnisch nur Mittelmaß.

            • 9
              cycloo77 19.04.2017, 02:21 Geändert 19.04.2017, 14:11

              Ein Film Noir der besonderen Art, ein fesselndes Krimigebilde eingebettet in wundervoller Musik von der Legende Jerry Goldsmith.
              Dazu eine fantastische Kameraarbeit die unvergessene Bilder einfängt und zu guter letzt ein gigantisches Schauspielaufgebot, das hier ausnahmslos Topleistungen zeigt.

              Jack Nicholson als Jake Gittes ein Stück Kinogeschichte, schlicht grandios.

              Das Erzähltempo ist nicht übermässig schnell, aber durchweg spannend und fesselnd. Der Stil und Style eines Raymond Chandler Krimis würdig.

              FILMKLASSIKER!

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              • Im Podcast besprochen:

                Im nasskalten Herbst kuscheln wir uns in den eigenen vier Wänden ein. Manch einer träumt von den heißen Sonnenstrahlen des vergangenen Sommers. Wir übertreiben es vielleicht ein wenig. Denn Jan, Michi und Niels stürzen sich ins Jahr 1937, Dürre in Los Angeles, die Sonne brennt auf die Häupter der Westküsten-Amerikaner. Zu allem Überdruss gibt es noch einen Mord und vielleicht noch einiges mehr aufzudecken.

                Mit seinem letzten in Amerika gedrehten Film setzt Roman Polanski in CHINATOWN 1974 einen Paukenschlag für den Neo-Noir, die Fortsetzung der „série noir“ bzw. des „film noir“ der 1940er und 50er Jahre. Welche Elemente der Detektivgeschichte um Hauptdarsteller Jack Nicholson und Femme Fatale Faye Dunaway uns besonders an Bogart und Co. erinnern und was CHINATOWN wiederum selbst zum Klassiker macht, das ist Thema unserer heutigen Folge – „Forget it, Jake: This is Chinatown“

                • 7

                  Ja ok, das erhoffte Meisterwerk ist Chinatown jetzt nicht. Daran ist wohl erster Linie das eher gemächliche Tempo und die ein oder andere Ungereimtheit in der Story schuld. Doch was Nicholson hier spielt ist natürlich ganz großes Kino. Seine Rolle als J.J. Gittes zählt wohl zu dem besten was er in seiner einmaligen Karriere abgeliefert hat. Dazu kommt eine fast schon unangenehme Atmosphäre die diesen Klassiker des Film Noir ausmacht.
                  Zwar konnte mich Roman Polanski's Frühwerk im ersten Versuch nicht komplett überzeugen. Doch mit ziemlicher Sicherheit wird dieser Film noch eine 2. Chance erhalten.

                  6
                  • 7

                    Sehenswert.....
                    Aber es gibt leider Storytechnisch ein paar Schwächen, die Jack Nicholson zwar ohne weiteres ausbügeln kann. Das erhoffte Meisterwerk blieb trotzdem aus, dafür eine überragende Performance von Herr Nicholson die seines gleichen sucht. Da fand ich ihn nur noch in Shining besser......
                    Fand auch die restliche Darstellerriege nicht besonders gut gewählt. Dafür bleibt es spannend bis zum Schluss, auch wenn ein paar kleine Logiklöcher den Gesamteindruck etwas zu schaffen machen......

                    9
                    • 7 .5

                      Road to #1000 - Folge 9: 1970er

                      Der letzte vor der magischen Marke und durchaus ein Würdiger. Jack Nicholson als auf eigene Faust ermittelnder Privatdetektiv kommt irgendwas auf die Spur. Ein Film, der keine wässrige Angelegenheit ist. (*BadummTss*)

                      Was ist gutes Storytelling? Die erste Einstellung von Chinatown. Man sieht Bilder eines Aktes zwischen einem Mann und einer Frau, unterlegt von entsetzten Schnaufern. Die Kamera fährt zurück, erfasst die komplette Szene: Ein Mann sitzt am Schreibtisch und schaut mitleidig drein. Der Mann, der die Bilder durchgeblättert hat, wirft sie erbost in die Ecke und schlägt mit der Faust gegen eine Wand. Nichts wurde gesagt, alles ist klar.

                      Was ist großartiges Storytelling? Die erste Einstellung, die aus Drehbuchsicht dazu diente unseren Protagonisten vorzustellen, wird später im Film wieder aufgegriffen und eine zu Beginn getroffene Entscheidung des Protagonisten wird unerwartet zu einem für die Handlung essentiellen Moment.

                      Was ist nicht so gutes Storytelling? Ein Privatdetektiv ermittelt in einem Fall. Dieser baut sich langsam vor unseren Augen auf, geneigter Zuschauer hat seinen Spaß dabei mitzufiebern und mitzurätseln und schafft es schließlich sämtliche Puzzelstücke zu einem großen Ganzen zusammenzustecken. Allerdings muss, damit auch nicht so geneigte Zuschauer die Handlung verstehen, der Protagonist den Fehler machen, den sonst nur Filmbösewichte in schlechten Filmen machen: Den bösen Masterplan verraten. Taktisch unklug, filmisch unklug, einfach nur unklug und nebenbei eine der wenigen Szenen, die man hier wirklich stark kritisieren muss.

                      Wer sich übrigens beim Betrachten fragt, wieso dieser Film Chinatown heißt, obwohl stets nur von Chinatown gesprochen wird und keine Szene in Chinatown spielt, dem sei gesagt, dass HUUUUUUUUUUUUP!

                      3
                      • 7 .5

                        Zwei ineinander verworrene Verbrechen und ein grandioser Nicholson als Detektiv sind schon aller Ehren Wert . Der Film hat eine gelungene Atmosphäre und viele gute Dialoge . Ein-Zwei knifflige Aktionen hätten der sehr langsamen Erzählweise aber sicher auch ganz gut getan .Dafür bietet er ein (fast) perfektes Ende .

                        • 4

                          Ein stinklangweiliger 08/15 Krimi, der über 2 Stunden vor sich hin plätschert und noch vor Ende endgültig im Trockenen versickert.
                          Den könnte man zur Hälfte runterkürzen und am Weltwassertag als Tatort bringen und wäre immernoch Durchschnitt.
                          Ich weiß auch nicht, ob man einen Film "Chinatown" nennen kann, nur weil Jack Nicholson am Anfang einen Chinesenwitz erzählt.
                          Ich hatte eine Art L.A. CONFIDENTIAL erhofft, nicht zuletzt auch durch die hohen Bewertungen. Schade.

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                          • 10

                            10 Punkte: Ich liebe Krrimis, mag Jack Nicholson
                            Und der Film hier ist wohl (neben Knochenjäger und Sieben) der wohl beste Krimi aller Zeiten
                            Spannend, gute Darsteller, keine 08/15 Story
                            Einfach nur klasse

                            • 7
                              RockyRambo 16.04.2016, 15:24 Geändert 16.04.2016, 20:53

                              Zitate wie 1 oder 2 machen neben der düsteren Grundstory
                              um Mord, Betrug und fehlender Moral den Reiz von Chinatown
                              aus der auf jeden Fall als ein Klassiker anzusehen ist.
                              Auch das Ende das zwar für den Zuschauer den Fall und die Hintergründe der Tat lösst für den schuldigen ohne rechtliche Konsequenzen bleibt (und einer unschuldigen das Leben kostet)
                              da er aufgrund seines Reichtums Unantastbar für die und die
                              keinerlei Interesse daran hat den Skandal aufzudecken.
                              Leider hat der Film aber auch so einige Längen und der gute
                              Jack Nicholson wirkte Szenenweise recht langweilig in seiner Darstellung als J. J. Gittes. Allerdings muss er den Film auch
                              nahezu alleine tragen mit Ausnahme von Faye Dunaway und
                              John Huston dienen die anderen Nebenrollen bloss als pure Stichwortgeber für den Hauptdarsteller.

                              1"Politiker, alte Häuser und Huren haben alle einen guten Leumund, wenn sie es lange genug durchstehen."

                              2"Du scheinst ziemlich neugierig zu sein, Kitty-Kätzchen, häh? Leute, die überall ihre Nase reinstecken, weißt du was mit denen passiert? Möchtest du es wissen? Na? ... Nein? Na schön! Sie verlieren ihre Nase! Das nächste mal verliertst du sie ganz, dann schneid ich sie dir ab und füttere damit die Goldfische. Ist das klar?"

                              Fazit Chinatown
                              Man sollte ihn kennen und mal gesehen haben. Allerdings kein
                              Film für Mehrfachsichtung in kurzen Zeitabständen. Wenn man
                              die Handlungstwists noch im Kopf hat kommt einem das vielleicht doch etwas lang und träge vor.

                              Vielleicht in 10 oder 15 Jahren noch mal.

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                              • 7
                                sachsenkrieger 03.02.2016, 10:37 Geändert 03.02.2016, 10:39


                                In einer Zeit, in der man dachte, bei einem Atomschlag könne man sich einfach hinter einer Zeitung verstecken, als Schwarze nicht nur in den Südstaaten nicht ohne Begleitung Weißer die Baumwollfelder verlassen durften und Öko-Aktivisten wie reife Äpfelchen an Bäumen am Straßenrand baumelten, spielt CHINATOWN, Roman Polanskis letzter Film diesseits des Rubicon. Was anfangs aussieht wie ein ganz normaler und gewöhnlicher Fremdfick-Fall für den gewitzten Ex-Cop-Detektiv J.J. Gittes, entpuppt sich als verzwicktes Spinnennetz an Begehrlichkeiten, Korruption, Anti-Öko-Terrorismus und dem üblichen Wahnsinn, dem sich Menschen hingeben, wenn sie der Meinung sind, das Macht, Geld und saudämliches Arschlochgehabe, sie irgendwie zu etwas besserem machen würden. Der Film ist in allen Belangen aufs vorzüglichste inszeniert und versetzt den gewogenen Betrachter in eine längst vergangene Zeit in einem höchstwahrscheinlich fremden Raum. Jack Nicholson agiert gewohnt auf allerhöchstem Niveau und das noch ohne durchgehend seine sardonisch-sarkastische Maske zu tragen. Faye Dunaway hat den etwas unglücklicheren Part des Spielballs männlicher Triebe, überspielt das aber phantastisch. Wer also schon immer mal wissen wollte, was in Holy Wood so abgeht abseits des Filmgeschäfts, dem sei CHINATOWN wärmstens ans Herz gelegt...

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                                • 5

                                  Ich weiß, jetzt werden sich einige aufregen, aber ich fand den Film nicht so gut. Er war von der Handlung her sehr interessant und verfügt über fantastische Charaktere, aber er ist so langweillig dargestellt, dass ich fast eingeschlafen wäre. Der Film hatte ja irgendwas, aber er ist einfach langweillig. Handlung gut, Charaktere gut, Musik passend, aber Darstellung langweillig, darum nur 5 Punkte.

                                  • 9 .5

                                    Letztendlich zeichnet Polanski ein Bild unserer Welt, ein sehr sehr düsteres und pessimistisches.

                                    • 4 .5
                                      loveissuicide 19.11.2015, 22:31 Geändert 20.11.2015, 07:13

                                      Oje, das war nix für mich. Viel zu langweilig und die Handlung recht unspektakulär. Da passt Faye Dunaway mit ihrem einen Gesichtsausdruck ganz gut dazu.

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                                      • 9
                                        lieber_tee 27.09.2015, 02:57 Geändert 27.09.2015, 03:17

                                        1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist.
                                        Ein Meisterstück!
                                        Regisseur Roman Polanski erfasst den wahren Geist des Film Noir mit hoher künstlerischer Qualität. Autor Robert Towne hat offensichtlich Nicholson diese klassisch-schwarze Detektivgeschichte auf sein Leib geschrieben, Jack nimmt dankend an und brilliert als schnöselig-hartnäckiger, Wahrheit-suchender Ermittler. Mit Sinn für Stil, Reife und bösen Humor bedient das überdurchschnittliche Drehbuch Intellekt und Gefühl. Geschickt bleibt es immer bei seinem Protagonisten, kein Wissensvorsprung erzeugt Distanz, der Betrachter folgt unheilvoll einer Spirale aus Gewalt. Die Geschichte ist komplex aber einfach zu folgen, die Charaktere sind geheimnisvoll und doppeldeutig. Moralische Dunkelheit wird in Orangenplantagen-sonnigen Licht getaucht. Hier ist die menschliche Natur korrumpiert durch Macht. Einer unheilvollen Logik folgend, endet alles in einer griechischen Tragödie, all das Gesehene erscheint in einem völlig anderen, dunklem Licht. Der zynische, fatalistische Blick in die fiesen Tiefen des amerikanischen Traums ist stringent und vielschichtig. Vergangenheit und Gegenwart sind untrennbar, das Private immer auch politisch, faules Wasser der Lügen sickert in den Boden der Korruption. Dieses Gespenst der Scheinheiligkeit ist in seiner bitteren Konsequenz erschreckend und deprimierend. Kontinuierlich fesselnd, wunderbar entschleunigt, gibt es keine überflüssige Szene. Polanski inszeniert effektiv auf den Punkt genau und erschafft so einen makellosen, zeitlosen Klassiker.
                                        9 miese Ratten.

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                                        • 9

                                          Polanskis Klassiker kommt aus der Ecke Hammett, Chandler Marlowe und Co. Der Drehbuchautor Robert Towne ist zwar von der schwarzen Serie ausgegangen (Detektivbüro erhält Überwachungsauftrag) hat die Handlung aber weiter gefächert und einen politischen Skandal draufgesetzt. Mitten in der Dürreperiode ertrinkt der Chef der Wasserbehörde in einem ausgetrockneten Flussbett. Privatdetektiv Gittes (Jack Nicholson) und die Witwe Evelyn (Faye Dunaway) versuchen teils gemeinsam teils gegeneinander den Fall aufzuklären. Was anfangs noch ein Paradebeispiel für Politik und Kapitalismus ist mit Vertuschungsversuchen und Korruption, entwickelt sich nicht zuletzt durch das Auftreten von Evelyn Vater (John Huston) zu einem Inzest und Vergewaltigungsdrama. Unglaublich eindrucksvoll wie Gittes dies aus Evelyn durch Ohrfeigen – Antworten herausprügelt.
                                          Am Ende wird es wegen der familiären Verwicklungen (Vater ist gleich Großvater, Mutter ist gleich Schwester) etwas unübersichtlich. In einer ringförmigen Handlungsgestaltung geht es am Ende wieder zum ersten Fall zurück. Es ist Curly (Burt Young), Gittes erster Auftraggeber.
                                          Das Oscar prämierte Drehbuch ist wirklich gut, wie z.B. im Dialog Gittes – Evelyn: ‘Sie gehen nicht zur Polizei, wenn ich ihnen die Wahrheit sage?‘
                                          Gittes: ‘Ich gehe zur Polizei, wenn sie es nicht tun.‘
                                          Die Optik überzeugt ebenso, wenn z.B. die Reflexion der Fotolinse das Gegenüber zeigt. Und nie zeigt sich Jack Nicholson so rauflustig wie hier. Das bleibende Bild des Films aber ist das leuchtend weiße Pflaster auf Gittes Nasenflügel. Es wurde ihm vom ‘Zwerg‘ verabreicht. Es ist Polanskis Cameo.
                                          Zeitlose Qualität, gediegene Filmkunst. Immer wieder toll.

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                                          • 5 .5

                                            Einer der hochgelobten alten Film Noir Filme und dann noch mit Jack Nicholson.
                                            Beides finde ich großartig.
                                            So war es nur eine Frage der Zeit, bis ich diesen Film, für viele sogar ein Meisterwerk und der beste Film von Roman Polanski, zu sehen bekomme.
                                            Nach der Sichtung muss ich sagen, dass es leider nicht der erwünschte Hammer-Film geworden ist.
                                            Jack ist toll.
                                            Die Geschichte ist nett.
                                            Die Voraussetzungen waren bombastisch.
                                            Leider ist der Film dann im Endeffekt viel zu zäh, zu langgezogen, zu viele Auszeiten, zu viele Längen, vielleicht auch mittlerweile zu alt.
                                            Ich weiß es nicht.... da gab es einige Dinge, die nicht so recht funktionieren wollten.
                                            In Erinnerung wird mir wahrscheinlich nur die Pflasternase Nicholson bleiben und dass ich mich durch diesen schweren Brocken eher durchgekämpft habe, als dass ich diesen Film in irgendeiner Form genießen durfte.

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                                              Hi Leute,

                                              "Politiker, alte Häuser und Huren haben alle einen guten Leumund, wenn sie es lange genug durchstehen."

                                              Mein Fazit: Der hier hat alles zu bieten. Mittendrin ein (Nasen)-Schnüffler, der immer tiefer in den Strudel von Intrigen, Macht-Interessen und Sex hinein gezogen wird.

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                                              • 5

                                                Chinatown war einer dieser hochgelobten Filme, mit denen ich wirklich wenig anfangen konnte. Besonders die erste Hälfte schaut sich ungemein zäh, ehe es im Zweiten Abschnitt zwar flüssiger, aber noch immer ziemlich uninteressant zugeht. Jack Nicholson, während des meisten Films mit Pflaster auf der Nase zu sehen, macht nen souveränen Job, dennoch ist eine Oscar-Nominierung hier zu viel des Guten.

                                                Positiv anzumerken ist, dass Regisseur Polanski sehr gut Licht und Schatten einzusetzen weiß, besonders dann, wenn er Gesichter filmt. Auf eine Hälfte fällt Licht, die andere liegt im Schatten. Es gibt also eine Licht- und eine Schattenseite des Gesichtes. Und auch die Charaktere selbst haben allesamt helle und dunkle Seiten.

                                                Leider bin ich mit Chinatown trotzdem nicht wirklich warm geworden. Doch wie FilmFan92 mir schon erzählt hat; bei ihm funktionierte Chinatown auch erst bei der zweiten Sichtung richtig. Vielleicht wird’s ja noch was …

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                                                • 6 .5
                                                  mars294 02.06.2015, 15:20 Geändert 02.06.2015, 15:21

                                                  CHINATOWN besticht durch eine verschachtelte und detaillierte Kriminalgeschichte - eigentlich ganz mein Metier, aber aus unerklärlichen Gründen hielt sich meine Begeisterung etwas in Grenzen. Versteht mich nicht falsch, der Film hat wirklich viele großartige Aspekte (vor Allem die erzeugte Atmosphäre und einen vortrefflichen Jack Nicholson), aber durch die langsame Erzählweise fiel es mir sehr schwer wach zu bleiben und so kam es, dass ich drei mal eingeschlafen bin, ehe ich es bis zum Ende des Films geschafft habe. Lag es an der langsam vor sich hin plätschernden Handlung oder doch an meiner Müdigkeit? Eindeutig kann ich das leider nicht beantworten. Viele Filme schaffen es mich auch zum Gipfel meiner Müdigkeit völlig mitzureißen. CHINATOWN vermochte dies leider nicht. Dieser Punkt und die Tatsache, dass ich das Ende als ziemlich mies inszeniert empfunden habe (wohl gemerkt schlecht inszeniert und nicht schlecht was die Story anbelangt), machen es mir schwer mehr als 6,5 Punkte zu vergeben. Aber ich bin mir sicher, dass eine Zweitsichtung in einem wacheren Zustand dem Abhilfe verschaffen wird ;-)

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                                                    Eben mal wieder diesen wunderbaren Film gesehen. Im Kino. Auf 35mm. Vor Freude ein wenig geweint. ♥

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