Django - Kritik

Django / AT: Django - Ein Leben für die Musik

FR · 2017 · Laufzeit 117 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
Du
  • 6

    Django Reinhardt war ein energiegeladener Wegbereiter des europäischen Jazz, das Biopic ist nicht annähernd so mitreißend oder revolutionär. Höhepunkte von „Django“ sind die Musikszenen, die sich mehr als sehen und hören lassen. Die Figuren sind aber ebenso wie manche Themen zu wenig ausgebaut, um wirklich nachhaltig zu wirken.

    • 8 .5

      Über die Musik von Django Reinhardt (1910-1953) gibt es ja keine zwei Meinungen und man kann in diesem Film auch ausgiebig mitswingen, denn es ist fast unmöglich die Füße stillzuhalten, wenn man ihn hört.
      Dabei ähneln sich seine Stücke wie ein Ei dem anderen – kennst du eins, kennst du alle – doch man erfreut sich an den jeweils überraschend völlig unorthodox eingesetzten Synkopen.
      Sein Privatleben wird ausgiebig gewürdigt mit schwangerer Ehefrau Naguine (Bea Palya) und einer Geliebten Louise (Cécile de France). Auch seine Herkunft aus dem Lager der Sinti wird beschrieben. Das Hauptaugenmerk widmet der Film aber Djangos (Reda Kateb) Verhältnis zu den Nazis, die seine Popularität – wie bei vielen anderen – für ihre Zwecke nutzen wollen. Der an und für sich völlig unpolitische Gitarrist (als er Hitlers Bild in der Wochenschau sieht ‘Was ist das denn für ein Clown?‘) bekommt die Macht der Nazis zu spüren und zu fürchten. Und die gehen sehr subtil vor. Seine geliebte Louise bekommt das am eigenen Leib schon handfester zu spüren. Übertriebene Gewalt wird allerdings sinnvoll vernachlässigt, die Flucht in die Schweiz etwas dramatisch ausgewalzt. Den meisten ist dieser ‘Umweg‘ in die Freiheit ebenso unbekannt wie die von Django komponierte ‘Zigeunermesse‘, mit der der Film stimmungsvoll endet. Das Handicap an seiner linken Hand wird zwar erwähnt, die daraus resultierende dann neuartige Spieltechnik links liegen gelassen.
      Ein Biopic, das zu mehr und öfterem Anhören von Djangos Musik ermuntert.

      • 6 .5

        Django, der Eröffnungsfilm der letzten Berlinale, gemahnt auf ergreifende Weise, zu was Rechte an Macht fähig sind. [Günter H. Jekubzik]

        • 5 .5

          Der Geschichtsfilm in Django ist überschaubar und schlicht, die Themen – die Rassenlehre der Nazis, ihre Diffamierung des Jazz und anderes – wirken immer ein wenig scherenschnittartig, überdeutlich ausformuliert, und am Ende wird auch nicht mit Pathosformeln gespart. [Esther Buss]

          • 5

            Ein Mann, eine Gitarre, keine Probleme: Django - Ein Leben für die Musik ist ein ziemlich gleichgültiger Film über einen Musiker in dunklen Zeiten. [Andreas Fischer]

            • 4

              Ein etwas dürftiges Porträt des Jazzgitarristen Django Reinhardt während der deutschen Besatzung – musikalisch hinreißend, gerät die Schilderung mit unglaubwürdigen fiktiven Figuren auf Abwege. [Birgit Roschy]

              • 6

                Eine Künstlerbiografie der besonderen Sorte ist »Django«, das filmische Porträt des genialen Gitarristen Django Reinhardt, der 1953 starb.

                Der Film, der 2017 die Berlinale eröffnete, thematisiert nicht zuletzt das ambivalente Verhältnis von Kunst und Diktatur. Die Nationalsozialisten wollten für ihre Tanzveranstaltungen ausgerechnet den Sinto Reinhardt einspannen, der durch einen Unfall zwei Finger der linken Hand verlor, deshalb eine besondere Spielweise entwickelte und damit in den vierziger Jahren zum König des »Gipsy Swing« aufstieg.

                Seine Musik sollte gegen die amerikanische »Negermusik« anklingen. Reinhardt wird in diesem Film als ein in politischen Dingen unentschiedener Charakter geschildert, der dieses Angebot nicht ablehnt. Er steckt sich eine Zigarette an und beginnt zu spielen. Und während andere Sinti und Roma schon in Konzentrationslager transportiert werden, ist Reinhardt aufgrund seiner Prominenz noch recht sicher. Doch als ihn Hitlers Kulturpolitiker auf Deutschland-Tour schicken wollen, ergreift er die Flucht – die Nazis immer dicht auf den Fersen. Regisseur Etienne Comar porträtiert ­einen Künstler und Freigeist, mit dem das Leben so beiläufig spielt wie er selbst seine Musik. »Django« ist ein mitreißender Film, vor allem in den musikalischen Sequenzen.

                Die ­Verfolgung dieser Musik zeigt am besten, was ­faschistische Politik bedeutet: Nicht einmal die eigenen Ohren sind frei.

                1
                • 5 .5

                  [Django ist] ein schwerer und schwieriger, anspruchsvoller Film, der vielleicht mehr erreichen möchte als im Kino möglich ist: eine gleichzeitig sachliche und emotionale Auseinandersetzung mit einem aktuellen, aber kaum lösbaren Problem. [Gaby Sikorski]

                  • 1 .5

                    "Etienne Comar interessiert sich in seiner Musikerbiografie weder für das Leben von Django Reinhardt noch für seine Musik." [Lukas Stern]

                    • 6

                      Der unkonventionelle Stil, die Freude seiner Musik, das kann der Film nicht vermitteln. So bleibt Django unentschlossen, blass und lässt einen trotz der schönen Musik seltsam lebensmüde zurück. [Julia Stache]

                      • 5

                        [...]„Ich bin nur ein Zigeuner wie ihr. Ich mache nur Musik“, erwidert er, als ihm das einer sagt. Die Rolle des Friedenskämpfers scheint ihm ebenso wenig zuzusagen wie die der Propaganda-Marionette. Von beiden Seiten fühlt er sich instrumentalisiert. Leider ist auch der Film mehr an der politischen Idee des Django interessiert, als an dem Menschen dahinter.[...]

                        2
                        • 6

                          Im Großen und Ganzen ist Comers Debüt auf filmischer Ebene nichts Herausragendes – dennoch leistet er mit „Django“ einen wichtigen Beitrag zum allumfassenden Porträt von Persönlichkeiten aus der Geschichte der Menschheit, hier spezifischer der Musik. Django Reinhardts Erbe sowie Werk ist bis heute von enormer Bedeutung, er gilt als der Begründer des europäischen Jazz – und nicht ohne Grund wurde die mittlerweile viel bekanntere Westernfigur Django aus Sergio Corbuccis Filmen nach ihm benannt. Die lebensfrohe Art der Gypsies beziehungsweise deren einzigartige Fähigkeit zum Überleben wird zwar nur oberflächlich thematisiert, doch viele interessante Darstellungen (wie beispielsweise die grandiosen Konzerte oder die Mut machende Beziehung zwischen Reinhardt und seiner Mutter) machen diesen Eröffnungsfilm sehenswert.

                          5
                          • 7

                            Django ist ein loses, zwischenzeitlich fesselndes Biopic der Jazz-Größe Django Reinhardt. Der Film wirft ein verdientes Schweinwerferlicht auf den französischen Schauspieler Reda Kateb. [Peter Debruge]

                            • 6 .5

                              Dann und wann weicht Django zu sehr ins Genre-Territorium ab und springt im Plot hin und her, welches sich näher an Inglourious Basterds als an die historische Aufzeichnung anlehnt. [Jordan Mintzer]

                              • 8

                                Dennoch hätte Dieter Kosslick kaum einen besseren Film finden können, um das Berliner Filmfestival zu eröffnen [...]. [Peter Uehling]

                                • 5

                                  Étienne Comars schales Musikerdrama Django über den französischen Jazzgitarristen Django Reinhardt eröffnete die 67. Berlinale: eine in den 1940er-Jahren spielende Fluchtgeschichte, die auf Relevanz aus ist, jedoch bestürzend eindimensional bleibt. [Dominik Kamalzadeh]